Nintendo Gameboy Advance SP Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  sehr gut
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut
  • Design:  sehr gut
  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Erwin1678

GBA

Pro:

kompakt, schick, endlich mit Hintergrundbeleuchtung, unüberschaubares Spieleangebot, wiederaufladbarer Akku im Gerät, saubere Verarbeitung

Kontra:

Display ist nicht entspiegelt, immer noch kein Stereo - Sound, Kopfhörer erfordert extra Adapter, das Handling leidet etwas an der Kompaktheit, ziemlich teuer, GBA - Besitzer zahlen doppelt

Empfehlung:

Ja

Nun ist er draußen, der neue GBA SP. Eigentlich handelt es sich nicht wirklich um neue Technik, Nintendo verbessert viel mehr den normalen GBA seitens der Schwächen, die von Usern und Fans immer wieder bemängelt worden. Ob der Neue nun mehr Spielspaß bietet und ob es gerechtfertig ist, dass man für ein nur verbessertes Gerät noch mal um die 130 Euro ausgeben soll, dass erfahrt ihr in meinem Bericht.

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An den technischen Daten hat sich im Vergleich zum normalen GBA nichts geändert. Auch der neue GBA SP wird also von einer 32 Bit RISC CPU angetrieben, die mit gerade mal 16 MHz getaktet ist. Weiterhin darf man sich natürlich auch beim neuen Gerät über die Mode 7 ähnlichen 3D Effekte freuen, die von einer Implementierung im Prozessor ausgehen. Ansonsten wären beim GBA SP noch die RAM-Daten interessant, 288 KByte RAM und 96 KByte VRAM sorgen für hoffentlich ruckelfreien Spielgenuss.

Die Technik des GBA SP oder besser gesagt die Abwärtskompatibelität ist natürlich ein Garant dafür, dass sich sowohl alle normalen Game Boy Advance- wie auch alle älteren Game Boy- und Game Boy Color- Spiele auf dem neuen Gerät zocken lassen.

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Nintendo geht beim Design des GBA SP ganz neue Wege. Das Gerät ist kleiner als der normale GBA (im zusammengeklappten Zustand 82 mm x 84,6 mm x 24,3 mm), und wiegt mit 143 Gramm nicht mehr als ein Organizer. Das Beste jedoch ist eindeutig das Klappfeature, öffnet man den GBA SP, findet man nämlich auf der Unterseite alle wichtigen Steuerelemente und auf der Oberseite das Display. Das ganze schaut wirklich schick aus. Auch bei den Schnittstellen und Reglern hat man einiges verändert, die Lautstärke justiert man nun mit einem Schieberegler, der Audioausgang und die Stromversorgung worden vereint. Wer also mit dem Mono-Lautsprecher nicht zufrieden ist, muss genau an dieser Schnittstelle einen Adapter für einen Kopfhörer anstecken. Weiterhin besitzt der GBA SP natürlich auch wieder die kontaktfreudige Linkschnittstelle, die es erlaubt, bis zu vier GBAs miteinander spielen zu lassen.

Erhältlich ist der GBA SP zurzeit in drei verschiedenen Farben, Schwarz, Blau und Silber, ich hab mich für letzteres entschieden, weil diese Variante besonders edel ausschaut. Natürlich werden irgendwann sicher noch andere Farbvarianten auf den Markt kommen, in Japan erschien zum Beispiel schon ein weißer GBA SP (zusammen mit Final Fantasy Tactics) oder ein Pokemon GBA SP in grellem Orange, wobei ersterer bereits jetzt ein gesuchtes Sammlerstück ist.

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Vielen lag natürlich schon der normale GBA nicht wirklich gut in der Hand, für Riesenpranken ist der smartere GBA SP also noch weniger geeignet. Als ich das neue Gerät das erste Mal sah, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass man damit stundenlang spielen kann, ohne das man sich nicht halb die Hände verrenkt, mittlerweile bin ich aber recht angetan vom Handling des GBA SP, auch wenn dieses nicht so perfekt ist, wie das des normalen GBA. Die Grifftechnik des alten GBAs bleibt natürlich annähernd gleich, der linke Daumen ist für das Steuerkreuz zuständig der andere für die restlichen Tasten, die Zeigefinger kommen an die oberhalb angebrachten L- und R- Tasten. An die Lage dieser Taster musste ich mich zunächst erstmal gewöhnen und auch an die Größe, natürlich sind sie recht winzig. Nach einer Weile gewöhnt man sich an alles, aber natürlich ist gerade das Handling bei diesen beiden Seitentasten auf dem alten GBA besser gelöst.

Recht unzufrieden bin ich überhaupt mit den kompletten Bedienelementen des GBA SP. Dies beginnt beim recht schwammigen Steuerkreuz, dieses ist einfach zu hart, was bedeutet, das einem bei ausgiebigem Spielen schon mal der Daumen schmerzen kann. An der A- und B-Taste habe ich dagegen nichts auszusetzen, wogegen der Start- und der Select- Knopf viel zu klein ist und zudem noch viel zu tief im Gehäuse sitzt. Die Bedienbarkeit des neuen GBA SP schneidet also für mich knapp schlechter ab, als die des normalen. Der etwas größere GBA lag bei mir etwas besser in der Hand, auch bin ich mit dessen Tasten (-Erreichbarkeit) zufriedener gewesen. Beim GBA SP musste man aber natürlich gerade da etwas ändern, dank des neuen Design. Trotz der Kritik lässt sich natürlich auch mit dem GBA SP stundenlang zocken, ohne das die Hände müde werden, hat man vorher mit dem alten GBA gespielt, braucht man aber doch einige Zeit zum Umgewöhnen.

Fast geräuschlos und mit dem richtigen Widerstand lässt sich der GBA SP aufklappen, bei diesem Mechanismus hat Nintendo meiner Meinung nach ganze Arbeit geleistet. Zwar rastet das Display nur an einer Stelle ein, wenn man aber direkt auf den GBA SP draufblickt, hat man so den perfekten Winkel. Natürlich hätte man noch zwei, drei mehr Einrastungen bieten können, da das Display des GBA SP aber auch so ruhig hält (ohne eingerastet zu sein), lässt sich dies verschmerzen. Klar ist natürlich, dass der Bildschirm im geschlossenen Zustand hervorragend geschützt wird, ähnlich wie bei einem Klappenhandy erhält hier maximal der GBA SP in der Tasche Kratzer, nicht aber das Display selbst.

Was wäre zum Handling noch zu sagen? Leicht negativ ist natürlich auch der neue Lautstärkeregler, dieser lässt sich nur noch schieben und nicht wie bei anderen Game Boy- Modellen drehen. Zudem ist er so winzig, dass das Ein-/Verstellen der Lautstärke manchmal zur Geduldsprobe wird. Auch stört mich etwas, dass die Module jetzt auf der Unterseite eingeschoben werden, wahrscheinlich ist dies aber nur Gewohnheitssache.

Thema Verarbeitung: Hier gibt es wie von Nintendo gewohnt, nicht zu bemängeln. Das Gehäuse ist stabil und trotz einiger gegenteiliger Meinungen auch relativ kratzfest und farbecht. Bei manchem japanischen silbernen GBA SP soll ja angeblich die Farbe abgeplatzt sein, ich kann dies bei meinem Gerät allerdings nicht feststellen. Ansonsten stören nirgendwo Kanten oder Ecken, die Schnittstellen sind alle sauber eingefügt, in diesem Punkt bekommt der GBA SP die volle Punktzahl.

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Das Display des GBA SP ist gerade mal 40,8 mm x 61,2 mm groß und liefert aus einer Palette von über 32000 Farben gleichzeitig 512, die Auflösung beträgt immerhin 240 x 160 Bildpunkte. Das Display ist also praktisch identisch zu dem des GBA, wenn da nicht die dazugekommene Hintergrundbeleuchtung wäre. Das Fehlen dieser beim normalen GBA war ja auch das Hauptmanko des Gerätes, man war praktisch immer auf der Suche nach einer Lichtquelle, bei manchen „dunklen“ Spielen half auch dies nichts. Nintendo begründete das Fehlen einer Hintergrundbeleuchtung beim GBA damit, dass dies den Stromverbrauch zu sehr drücken würde. Nun hat man dieses Problem anscheinend gelöst und das Display des GBA SP erstrahlt auf Knopfdruck in recht hellem Licht. Regeln lässt sich die Beleuchtung leider nicht, auch schaltet sie sich nicht automatisch ab, wenn man das Display des GBA SP herunterklappt.

Die Hintergrundbeleuchtung spendet dem gesamten Display relativ gleichmäßig Licht auch wenn man bei genauerem Betrachten merkt, wo die Lichtquellen sitzen. Auch sieht man, dass anscheinend der untere Teil des Displays stärker beleuchtet wurde, als der obere, wirklich störend ist dies aber nicht.

Das Display des GBA SP liefert nun also dank der Hintergrundbeleuchtung kontrastreiche und fast farbechte Spiele, manchmal hat man den Eindruck, dass die Farben durchleuchtet werden und dadurch anders erscheinen, zweitens hab ich manchmal das Gefühl, dass Display hat einen leichten Blaustich. Auch ist der Bildschirm nicht entspiegelt worden (deswegen trägt der GBA bei einigen Leuten auch schon den schönen Namen „Schminkspiegel“), dieses Manko ist aber nicht so störend wie beim auch nicht entspiegelten normalen GBA. Alles in allem kann man also wirklich zufrieden sein mit dem neuen Display, im Vergleich zum alten GBA mutet das fast wie ein Quantensprung an. Eines der dunkelsten Spiele auf dem GBA war zum Beispiel „Castlevania –Circle of the Moon“, spielt man dies auf dem GBA SP, wird man erstmal bemerken, was man doch alle an Details auf dem vormals dunklen Display verpasst hat, Genauso ist es auch bei anderen Spielen.

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Bei der Stromversorgung des GBA SP setzt Nintendo ebenfalls auf ein neues Konzept und zwar auf das von Mobiltelefonen. Man benötigt also nun keine Batterien mehr, nein im GBA SP ist bereits ein Akku eingebaut. Dieser wird einfach aufgeladen und man spielt mit dem GBA SP bis der Akku leer ist. Einerseits bringt dies natürlich den Vorteil, dass man sich das Geld für Batterien spart, andererseits kann man nun den GBA SP auch nicht einfach mit einer neuen Batterie füttern, wenn unterwegs die alte leer ist. Und aufladen lässt sich der Akku natürlich auch nur, wenn ein Anschluss in der Nähe ist.

Nintendo gibt für die Stromversorgung folgendes an: Vom Typ nutzt man einen Lithium Ionen Akku mit einer Leistung von 600mAh, dies soll für 18 Stunden Spielzeit ohne Beleuchtung und immerhin 10 Stunden mit Hintergrundlicht sorgen. Der Akku des GBA SP hält zudem ungefähr 500 Ladezyklen stand, wobei eine Ladesession ungefähr unter drei Stunden benötigt. Und, stimmen die Zahlen? Zumindest bei den Werten die sich überprüfen lassen, kann ich mein okay geben, 18 bzw. 10 Stunden habe ich zwar noch nicht erreicht, da man aber auch meistens gemischt spielt, also mal mit, mal ohne Beleuchtung, lässt sich natürlich kein konkretes Urteil abgeben.

Noch ein paar Worte zum vermeintlichen Manko „eingebauter Akku“. Die Klappe, hinter der sich dieser befindet ist zum Glück nur mit einer Kreuzschraube befestigt und wer mal reinschaut, wird auch merken, dass der Akku des GBA SP nicht wirklich fest ist. Mit ein paar Handgriffen lässt sich also der Akku austauschen, Zubehörhersteller haben auch bereits schon Zweitakkus für den GBA SP angekündigt.

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Schade, auch beim neuen GBA SP hat Nintendo drauf verzichtet, endlich einen zweiten Lautsprecher einzubauen. Dies wäre natürlich drin gewesen. Der Lautsprecher des GBA SP sitzt nun oberhalb der Start- und der Select- Taste und genau zwischen Steuerung und den Funktionstasten, weshalb man auch öfter mal den Finger drauf hat, was sich als weiteres Manko herausstellt. Ansonsten kann man am Lautsprecher selbst kaum meckern, Der Sound ertönt klar und echt, leider aber nicht mehr wirklich laut. Und wer beim Spielen niemanden nerven möchte, der benötigt natürlich einen Kopfhörer, der sich aber leider nur durch einen Adapter (kostet etwas über 5 Euro) anschließen lässt. Warum den Nintendo nicht dazu liefert, oder warum man den Kopfhöreranschluss überhaupt wegrationalisiert hat, dass weiß ich leider nicht.

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Dank seiner Abwärtskompatibelität lassen sich auf dem GBA SP natürlich alle Spiele die jemals für irgendeinen Game Boy (sei es Game Boy oder Game Boy Color) erschienen sind spielen, dies ist allein schein ein riesiges unüberschaubares Angebot. Dazu kommen natürlich noch die vielen Spiele, die speziell für den GBA oder GBA SP konzipiert sind, neben einigen Eigenentwicklungen gibt es hier auch viele SNES- Umsetzungen. Genannt seien hier nur mal ein paar Spiele, mit denen man garantiert nicht falsch liegt: Castlevania – Circle of the Moon/Harmony of Dissonance, Metroid Fusion, Zelda, alle Mario-Teile, Rayman, F-Zero usw.

Wenn man also nicht gerade fanatischer Rollenspieler ist, findet man bei jeden Genre auf dem GBA/GBA SP einige vernünftige Spiele.

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Nintendo ist mit dem GBA SP ziemlich erfolgreich, dies belegen zumindest die Absatzzahlen. Beispielsweise wurden in Japan bereits über eine ¾ Million GBA SP verkauft (Stand Mitte April 2003), in Deutschland konnte man in den ersten 3 Tage immerhin 50000 Geräte absetzen. In den USA verkauft sich der GBA SP ebenfalls gut.

Um den GBA SP in Europa an die vermeintlich richtige Zielgruppe (18-25) zu verkaufen, lockt Nintendo mit einer 30 Millionen Euro schweren Medienkampagne, in Deutschland werden ganze 10 Millionen Euronen für Marketing verschleudert. Wo ist das Geld denn hin, ich hab außer ein paar Anzeigen in Zeitschriften noch nichts gesehen.

Eine neue Hardware erscheint, die Zubehörhersteller freuen sich. Nintendo kündigt selbst schon einen leistungsstärkeren Akku an, andere Hersteller versprechen zumindest einen Zweitakku. Weiterhin sind TV-Tuner, Lupe, Kfz-Adapter, Akku inkl. Deckel, USB- Ladegerät und sogar ein Zubehör geplant, mit dem sich auf dem GBA SP kleine Filme und Musik abspielen lassen soll.

Wer sich bis Ende Mai 2003 einen GBA SP kauft, erhält einen Gutschein über 50 Euro für den Kauf eines Game Cube.

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Viele GBA Besitzer werden sich ärgern, bringt Nintendo ein Gerät mit hintergrundbeleuchtetem Display doch erst jetzt auf dem Markt und man wird praktisch gezwungen, sich ein aktuellen GBA SP zu kaufen. Nintendo rechtfertigt sich wiederum damit, dass die Technik vor zwei Jahren noch nicht ausgereift genug war, um auf den Markt gebracht zu werden. Ob dies nun Abzocke ist oder nicht, ich möchte mir da kein Urteil erlauben. Nintendo liefert jedenfalls mit dem GBA SP ein wirklich gute Handheld-Konsole ab. Das Design dürfte sicher nicht nur Kinder und Jugendliche ansprechen, auch Erwachsene werden von der Ähnlichkeit zu Handy oder Organizer nicht abgeneigt sein. Bei Verarbeitung und Handling leistet sich Nintendo kaum Mängel, zudem hat man mit dem Akku im Gerät noch eine recht gute Idee, sicher wird dieser bald auch auswechselbar sein. Die wichtigste Neuerung am GBA SP ist auf jeden Fall die Hintergrundbeleuchtung des GBA, immer schon wurde sie verlangt, leider bringt sie Nintendo erst bei einem überarbeiteten Gerät.

Für wenn lässt sich der GBA SP nun empfehlen? Wer noch keinen Game Boy hat, sollte sicherlich zum besten und neuesten Gerät greifen und den GBA SP kaufen. Die große Frage ist allerdings, was macht man, wenn man schon einen GBA hat? Leider bietet Nintendo für Besitzer des GBA, die sich einen GBA SP kaufen wollen, keinen Preisnachlass an. Also muss das schließlich jeder selbst für sich entscheiden. Überlegt also genau, ob euch der verbesserte Spielspaß, den der neue GBA SP mit sich bringt 130 € wert ist...

Ich spreche dem GBA SP auf jeden Fall eine Empfehlung aus und vergebe 4 Sterne.

PS: Das Gerät heißt „Game Boy Advance SP“ und nicht „Game Boy Advanced SP“.

23 Bewertungen, 1 Kommentar

  • chatangel

    19.03.2006, 20:37 Uhr von chatangel
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh + lg