Nissan Primera Testbericht
Abbildung beispielhaft
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Auf yopi.de gelistet seit 08/2003
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Summe aller Bewertungen
- Fahreigenschaften:
- Fahrkomfort:
- Platzangebot:
- Zuverlässigkeit:
Erfahrungsbericht von Cassiopeia81
die Zuverlässigkeit hat einen Namen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hallo liebe Community,
••••• Vorwort •••••
Vorgestern ist es passiert, ein Auto, dass schon fast Familienmitglied geworden ist, wurde in den Ruhestand geschickt. Die Rede ist von dem Nissan Primera meines Onkels. Ein Auto das meinen Onkel über 10 Jahre treu geblieben ist und wenig Ärger gemacht hat. Das soll einmal Grund genug sein, euch den Wagen etwas näher vorzustellen.
••••• der Testwagen •••••
Das Auto, auf dem der Bericht geruht ist ein Nissan Primera 2.0 SLX. Er wurde von meinem Onkel 1991 als Neuwagen erworben und verfügt über ein Automatik-Getriebe. Im Laufe der Zeit hat Nissan 4 Modellvarianten von Nissan auf den Markt gebracht. Das Fahrzeug meines Onkels ist ein Primera der 2. Generation. Von der Bauart her handelt es sich um eine Limousine mit Schrägheck.
Aufgrund des Berufes meines Onkels im Außendienst hat der Primera in den ersten 5 Jahren eine außerordentliche Belastung hinter sich gebracht. In den ersten 5 Jahren stotterte der Primera über 150.000 km ab, während er nach der Versetzung meines Onkels in den Innendienst seiner Firma in den letzten 7 Jahren legendlich 60.000 km über sich ergehen lassen musste. Diese Verteilung ist wohl nicht der Normalfall, zeigt aber schon, dass der Primera sowohl für Vielfahrer als auch für Gelegenheitsfahrer durchaus seine Daseinsberechtigung hat.
••••• Daten auf einen Blick •••••
Modell: Nissan Primera 2.0 SLX Automatik
Baujahr: 1991
Reifen: max. 220 km/h. Marke Continental
PS: 115 (85 KW)
Tankvolumen: 55 Liter
Hubraum: 1997
Höchstgeschwindigkeit Automatik: 196 km/h
Höchstgeschwindigkeit Schaltgetriebe: 204 km/h
Sprint von 0 auf 100 km/h: 14,9 Sek.
Neupreis (1991): 36.500 DM (18665 Euro)
Abgabepreis (2002): 1300 Euro
Laderaum: 255 Liter
Gewicht: 1300 kg (Leergewicht)
Ausstattung: elektrische Fensterheber, Wegfahrsperre, Klimaanlage, vorklappbare Rückbank, verstellbares Lenkrad, Automatik-Getriebe, Servolenkung, Zentralverriegelung
••••• Karosserie/äußerliches Erscheinungsbild •••••
Der Nissan ist wahrlich kein Auto, dass aus Deutschlands Straßen sonderlich auffällt. Dennoch hat es seinen Reiz. Der Wagen wirkt irgendwie recht bullig. Besonders die Heckpartie mit den abgerundeten Rücklichtern wirkt sehr breit. Das selbe Bild bei der Front. Die Scheinwerfer und die längs verlaufenden Vertiefungen lassen den Wagen sehr mächtig aussehen.
Farblich gesehen war der Wagen meines Onkels silbermetallic. Aber ich könnte mir den Primera auch sehr gut in weinrot oder dunkelgrün vorstellen. Ist zwar Geschmackssache, aber die Farbpalette von Nissan lässt sonst sehr zu wünschen übrig.
12 Jahre lang hielt die Karosserie des Nissans ohne Wenn und Aber. Kein Rost, keine Lackabblätterungen, kein gar nicht. Die Verarbeitungsqualität des Japaners ist sehr gut und hält lange vor.
Selbst als ein paar idiotische Wandalisten dem Nissan eines schönen Sommertages mit der Sprühdose ein paar orangene Rallystreifen verpasst haben ließen die sich dank einer vorbeugenden Hartwachswäsche entfernen. Der Lack wurde bei der Sache nicht mal beschädigt, was wohl nicht nur dem Geschicke der Nissan-Werkstatt sondern auch der Widerstandsfähigkeit des Lacks zu verdanken ist.
Bewertung +++++
••••• Innenausstattung •••••
Das der Primera, ein Wagen der preiswerten Mittelklasse, nicht gerade mit Wurzelholz verzierte Armaturen besitzt sollte jedem klar sein. Dennoch bekommt der Kunde recht viel für seinen Kaufpreis. Schon damals waren die Nissan schon serienmäßig mit einer Klimaanlage ausgerüstet, was gerade im Hochsommer eine wahre Wohltat ist. Ebenso machen den hohen Komfort des Primera verstellbare Rücklehnen und verstellbare Sitzpositionen aus. Auch ich mit meinen 1,87 Meter finde problemlos eine passende, bequeme Sitzposition, was auch in den heutigen Fahrzeugen nicht selbstverständlich ist. An Staufächern hat Nissan an alles Nötige gedacht. Neben dem obligatorischem Handschuhfach gibt es in der Beifahrer -und Fahrertür ein Fach für Atlanten und zwischen den Sitzen befindet sich eine kleine Ablage, die man eventuell für Musikkassetten oder eine Packung Zigaretten gebrauchen könnte.
Die Funktionen des Armaturenbrettes sind logisch angeordnet, so daß der Fahrer sich schon nach kurzer Eingewöhnungsphase problemlos in dem Auto zurecht findet. Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht. Ich bin 2000 bei meiner ersten Fahrt im Primera direkt nach Italien gefahren und das ohne großartige Eingewöhnungsprobleme. Alle wichtigen Funktionen wie Tacho, Drehzahlmesser oder die Knöpfe des Autoradio kann man per Drehung am linken Hebel des Lenkrades beleuchten. Ebenso sorgt ein Dimmer je nach der Augenempfindlichkeit es Fahrers für optimale Lichtverhältnisse auf der Konsole. Selbst beim Autoradio denkt Nissan mit. Neben der Endlosschleife des Kassettendecks (automatischer Seitenwechsel) wurde alles so konstruiert, daß nur eine Hand benötigt wird und es wurden möglichst wenig Knöpfe benutzt. So bleibt die Aufmerksamkeit des Fahrers da wo sie hin gehört, auf der Straße.
Das Armaturenbrett ist aus Kunststoff, welches von Kunstleder überzogen wurde und die Stoffbezüge der Sitze sind abziehbar und waschbar. Mehr kann man zu dem Preis für einen Mittelklassewagen auch nicht erwarten.
Bewertung: +++++
••••• Benzinverbrauch •••••
Man darf von dem Auto keine falschen Vorstellungen haben, wenn man das hier jetzt liest. Das Auto ist immerhin 11 Jahre alt und dazu noch mit einem Automatik-Getriebe ausgerüstet. Da ist es ganz klar, dass der Motor mehr Benzin als ein heutiges Serienmodell mit Schaltgetrieben benötigt.
Im Stadtverkehr ist der Primera mit etwa 16-17 Liter dabei gewesen. Dabei beziehe ich mich auf die rollende Blechlawine von Ulm. Soll heißen „Stop & go“ Verkehr an Ampeln und in der „Rush Hour“ nach Feierabend.
Außerorts liegt der Verbrauch des Primera erfahrungsgemäß so zwischen 10-11 Liter, die jedoch je nach Fahrstil und Einstellung der Automatik (D, 1, 2) gemindert werden kann. Meiner Meinung nach ist der Verbrauch nach heutigen Kriterien nicht mehr tragbar, aber das Fahrzeug wurde vor 11 Jahren gebaut und nicht heute. Doch auch für 1991 ist der Verbrauch zu hoch. Eine Tankfüllung reicht etwa für 600 Kilometer.
Bewertung: +++
••••• Zuverlässigkeit •••••
Im Punkto Zuverlässigkeit ist der Primera das stabilste Auto das ich kenne. In 11 Jahren hatte mein Onkel nur zwei Defekt am Auto und bei denen handelt es sich auch noch um klassische Verschleißteile. Die Rede ist von einer Lichtmaschine, die bei zahlreichen Langzeittests der diversen Autozeitschriften in der Regel innerhalb der ersten 100.000 km den Hut nimmt. Der andere Defekt war ein durchgerosteter Endtopf des Auspuffs. Also wirklich nichts weltbewegenes. Hinzu kommen die üblichen Abnutzungserscheinungen wie die Bremsbeläge, was jedoch nicht als Mangel zu verstehen ist. Wer viel fährt, bremst eben auch viel.
Also hier bin ich voll zufrieden. Die Zuverlässigkeit spricht für die hohe Verarbeitungsqualität von Nissan. Dickes Kompliment!
Bewertung: +++++
••••• Preis-Leistungsverhältnis •••••
Der Preis-Leistungsvergleich lässt nur einen Schluss zu. Welcher 4 Zylinder der Mittelklasse kann schon behaupten, daß er 210.000 km ohne größeren Defekt durchgestanden hat? Wirklich nicht viele. Für die 36.500 DM (oder heute 18.700 Euro) bekam mein Onkel ein Fahrzeug, daß ihm 11 Jahre lang die Treue gehalten hat und das ist ja bei einem Auto das Wichtigste. Es muß laufen und laufen und laufen...
Auch das Verhältnis von Qualität zu Preis stimmt, wie ich denke ich schon eingehend beschrieben habe.
Bewertung: +++++
••••• der Primera in der Praxis •••••
Ich würde sagen, der Primera ist aus meiner Erfahrung heraus ein klassisches Langstreckenfahrzeug. Das Auto verhält sich extrem unterschiedlich, daher möchte ich meine Erfahrungen hier unterteilen. Leider habe ich gerade im Fahrverhalten den einzigen Punkt gefunden, der mir nicht passt und sehr schwerwiegend ist.
~~~ Stadtverkehr ~~~
Der Stadtverkehr ist eine einzige Quälerei. Zwar kann man gerade in der Stadt den Komfort einer Automatik wunderbar ausspielen, jedoch offenbart der Primera im Stadtverkehr seine größte Schwäche. Der Wendekreis des Primera ist ein Graus und ist mit dem Wendekreis eines Vierzigtonner vergleichbar.
Gerade in kleinen, engen Wohngebieten oder beim Wenden im Straßenverkehr macht sich dieser Mängel bemerkbar. 2 von 5 Sternen.
~~~ Landstraßen ~~~
Auf Landstraßen bin ich mit dem Nissan auch nicht sonderlich zufrieden. Mit seiner schlechten Beschleunigung wird jedes Überholmanöver zum Erlebnis. Man kann wahrlich nur beten, dass man nicht allzu oft in diese Situation kommt. Der Überholweg ist so was von lang, dass es praktisch unmöglich ist auf den winkligen Straßen in meiner Umgebung alles zu überholen, was schneller als ein Traktor ist.
Jedoch ist positiv zu bewerten, dass der Wendekreis hier nicht weiter stört. Ebenso ist die Laufkultur des Primera beispielhaft. 3 von 5 Sternen
~~~ Autobahnen ~~~
Mal ein Punkt, wo sich der Nissan sehen lassen kann. Deswegen würde ich ihn ja auch als Langstreckenfahrzeug sehen.
Ist der Nissan einmal auf eine angemessene Reisegeschwindigkeit gekommen (bei mir so 150 km/h), dann merkt man, wie gut der Nissan abgestimmt ist. Bodenwellen bewältigt der Nissan mit Bravour und auch unterschiedliche Bodenbeläge bekommen die Insassen akustisch kaum mit. Ein wirkliches angenehmes Fahrzeug für lange Reisen. 5 von 5 Sternen.
~~~ Parken ~~~
Beim Parken hat man grundsätzlich das selbe Problem wie unter Stadtverkehr beschrieben. Der Wendekreis des Primera macht sich hier natürlich besonders stark bemerkbar. Je kleiner die Parklücke, um so mehr muss der arme Fahrer am Steuer rudern. Jedoch ist positiv anzumerken, dass die Sicht durch die Heck –und Seitenscheiben sehr gut ist. Der Fahrer hat also wahrlich keine Entschuldigungen für Rempler beim Einparken. 3 von 5 Sternen.
~~~ Gesamturteil ~~~
Stadt pfui, Land hui. Ich denke ein gutes Auto sollte bei beiden seine Leistung voll entfalten können. Leider ist der Primera für die Stadt sehr schlecht zu fahren. Deswegen bin ich mit dem Fahrverhalten insgesamt recht unzufrieden. Der Wendekreis ist ein wahrer Alptraum.
Bewertung : ++
••••• Vorteile •••••
- Zuverlässig und langlebig
- wenig Reparaturen in den 11 Jahren
- Fahrverhalten auf Autobahnen
- Komfort und Innenausstattung
- Anordnung und Übersicht des Armaturenbrettes
- Ladevolumen
- Preis/Leistungsverhältnis
- Ausstattung, insbesondere Klimaanlage
- Optik (am Ende doch Geschmackssache)
- Verarbeitungsqualität
••••• Nachteile •••••
- Benzinverbrauch
- zu wenig Leistung für das Gewicht
- Wendekreis
- Sicherheitslücken, insbesondere fehlende Airbags
- kein ABS
••••• abschließendes Fazit •••••
Der Primera in der Form wie ich ihn euch vorgestellt habe ist heute sicherlich nicht mehr zeitgemäß. Soll heißen, so ein Auto ist nicht zu empfehlen. Doch für die Verhältnisse der frühen 90er Jahre ist das Fahrzeug top.
Besonders ansprechend finde ich die Verarbeitungsqualität, die es zulässt so ein Auto 210.000 km ohne größere Probleme zu fahren, aber der Wendekreis ist gerade für Anfänger ein echtes Hindernis. Aber man merkt, dass die Technik doch deutlich in den letzten Jahren vorangeschritten ist.
Mit freundlichen Grüssen
Cassiopeia81 (21.3.2002 15:00; 1.656 Worte)
••••• Vorwort •••••
Vorgestern ist es passiert, ein Auto, dass schon fast Familienmitglied geworden ist, wurde in den Ruhestand geschickt. Die Rede ist von dem Nissan Primera meines Onkels. Ein Auto das meinen Onkel über 10 Jahre treu geblieben ist und wenig Ärger gemacht hat. Das soll einmal Grund genug sein, euch den Wagen etwas näher vorzustellen.
••••• der Testwagen •••••
Das Auto, auf dem der Bericht geruht ist ein Nissan Primera 2.0 SLX. Er wurde von meinem Onkel 1991 als Neuwagen erworben und verfügt über ein Automatik-Getriebe. Im Laufe der Zeit hat Nissan 4 Modellvarianten von Nissan auf den Markt gebracht. Das Fahrzeug meines Onkels ist ein Primera der 2. Generation. Von der Bauart her handelt es sich um eine Limousine mit Schrägheck.
Aufgrund des Berufes meines Onkels im Außendienst hat der Primera in den ersten 5 Jahren eine außerordentliche Belastung hinter sich gebracht. In den ersten 5 Jahren stotterte der Primera über 150.000 km ab, während er nach der Versetzung meines Onkels in den Innendienst seiner Firma in den letzten 7 Jahren legendlich 60.000 km über sich ergehen lassen musste. Diese Verteilung ist wohl nicht der Normalfall, zeigt aber schon, dass der Primera sowohl für Vielfahrer als auch für Gelegenheitsfahrer durchaus seine Daseinsberechtigung hat.
••••• Daten auf einen Blick •••••
Modell: Nissan Primera 2.0 SLX Automatik
Baujahr: 1991
Reifen: max. 220 km/h. Marke Continental
PS: 115 (85 KW)
Tankvolumen: 55 Liter
Hubraum: 1997
Höchstgeschwindigkeit Automatik: 196 km/h
Höchstgeschwindigkeit Schaltgetriebe: 204 km/h
Sprint von 0 auf 100 km/h: 14,9 Sek.
Neupreis (1991): 36.500 DM (18665 Euro)
Abgabepreis (2002): 1300 Euro
Laderaum: 255 Liter
Gewicht: 1300 kg (Leergewicht)
Ausstattung: elektrische Fensterheber, Wegfahrsperre, Klimaanlage, vorklappbare Rückbank, verstellbares Lenkrad, Automatik-Getriebe, Servolenkung, Zentralverriegelung
••••• Karosserie/äußerliches Erscheinungsbild •••••
Der Nissan ist wahrlich kein Auto, dass aus Deutschlands Straßen sonderlich auffällt. Dennoch hat es seinen Reiz. Der Wagen wirkt irgendwie recht bullig. Besonders die Heckpartie mit den abgerundeten Rücklichtern wirkt sehr breit. Das selbe Bild bei der Front. Die Scheinwerfer und die längs verlaufenden Vertiefungen lassen den Wagen sehr mächtig aussehen.
Farblich gesehen war der Wagen meines Onkels silbermetallic. Aber ich könnte mir den Primera auch sehr gut in weinrot oder dunkelgrün vorstellen. Ist zwar Geschmackssache, aber die Farbpalette von Nissan lässt sonst sehr zu wünschen übrig.
12 Jahre lang hielt die Karosserie des Nissans ohne Wenn und Aber. Kein Rost, keine Lackabblätterungen, kein gar nicht. Die Verarbeitungsqualität des Japaners ist sehr gut und hält lange vor.
Selbst als ein paar idiotische Wandalisten dem Nissan eines schönen Sommertages mit der Sprühdose ein paar orangene Rallystreifen verpasst haben ließen die sich dank einer vorbeugenden Hartwachswäsche entfernen. Der Lack wurde bei der Sache nicht mal beschädigt, was wohl nicht nur dem Geschicke der Nissan-Werkstatt sondern auch der Widerstandsfähigkeit des Lacks zu verdanken ist.
Bewertung +++++
••••• Innenausstattung •••••
Das der Primera, ein Wagen der preiswerten Mittelklasse, nicht gerade mit Wurzelholz verzierte Armaturen besitzt sollte jedem klar sein. Dennoch bekommt der Kunde recht viel für seinen Kaufpreis. Schon damals waren die Nissan schon serienmäßig mit einer Klimaanlage ausgerüstet, was gerade im Hochsommer eine wahre Wohltat ist. Ebenso machen den hohen Komfort des Primera verstellbare Rücklehnen und verstellbare Sitzpositionen aus. Auch ich mit meinen 1,87 Meter finde problemlos eine passende, bequeme Sitzposition, was auch in den heutigen Fahrzeugen nicht selbstverständlich ist. An Staufächern hat Nissan an alles Nötige gedacht. Neben dem obligatorischem Handschuhfach gibt es in der Beifahrer -und Fahrertür ein Fach für Atlanten und zwischen den Sitzen befindet sich eine kleine Ablage, die man eventuell für Musikkassetten oder eine Packung Zigaretten gebrauchen könnte.
Die Funktionen des Armaturenbrettes sind logisch angeordnet, so daß der Fahrer sich schon nach kurzer Eingewöhnungsphase problemlos in dem Auto zurecht findet. Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht. Ich bin 2000 bei meiner ersten Fahrt im Primera direkt nach Italien gefahren und das ohne großartige Eingewöhnungsprobleme. Alle wichtigen Funktionen wie Tacho, Drehzahlmesser oder die Knöpfe des Autoradio kann man per Drehung am linken Hebel des Lenkrades beleuchten. Ebenso sorgt ein Dimmer je nach der Augenempfindlichkeit es Fahrers für optimale Lichtverhältnisse auf der Konsole. Selbst beim Autoradio denkt Nissan mit. Neben der Endlosschleife des Kassettendecks (automatischer Seitenwechsel) wurde alles so konstruiert, daß nur eine Hand benötigt wird und es wurden möglichst wenig Knöpfe benutzt. So bleibt die Aufmerksamkeit des Fahrers da wo sie hin gehört, auf der Straße.
Das Armaturenbrett ist aus Kunststoff, welches von Kunstleder überzogen wurde und die Stoffbezüge der Sitze sind abziehbar und waschbar. Mehr kann man zu dem Preis für einen Mittelklassewagen auch nicht erwarten.
Bewertung: +++++
••••• Benzinverbrauch •••••
Man darf von dem Auto keine falschen Vorstellungen haben, wenn man das hier jetzt liest. Das Auto ist immerhin 11 Jahre alt und dazu noch mit einem Automatik-Getriebe ausgerüstet. Da ist es ganz klar, dass der Motor mehr Benzin als ein heutiges Serienmodell mit Schaltgetrieben benötigt.
Im Stadtverkehr ist der Primera mit etwa 16-17 Liter dabei gewesen. Dabei beziehe ich mich auf die rollende Blechlawine von Ulm. Soll heißen „Stop & go“ Verkehr an Ampeln und in der „Rush Hour“ nach Feierabend.
Außerorts liegt der Verbrauch des Primera erfahrungsgemäß so zwischen 10-11 Liter, die jedoch je nach Fahrstil und Einstellung der Automatik (D, 1, 2) gemindert werden kann. Meiner Meinung nach ist der Verbrauch nach heutigen Kriterien nicht mehr tragbar, aber das Fahrzeug wurde vor 11 Jahren gebaut und nicht heute. Doch auch für 1991 ist der Verbrauch zu hoch. Eine Tankfüllung reicht etwa für 600 Kilometer.
Bewertung: +++
••••• Zuverlässigkeit •••••
Im Punkto Zuverlässigkeit ist der Primera das stabilste Auto das ich kenne. In 11 Jahren hatte mein Onkel nur zwei Defekt am Auto und bei denen handelt es sich auch noch um klassische Verschleißteile. Die Rede ist von einer Lichtmaschine, die bei zahlreichen Langzeittests der diversen Autozeitschriften in der Regel innerhalb der ersten 100.000 km den Hut nimmt. Der andere Defekt war ein durchgerosteter Endtopf des Auspuffs. Also wirklich nichts weltbewegenes. Hinzu kommen die üblichen Abnutzungserscheinungen wie die Bremsbeläge, was jedoch nicht als Mangel zu verstehen ist. Wer viel fährt, bremst eben auch viel.
Also hier bin ich voll zufrieden. Die Zuverlässigkeit spricht für die hohe Verarbeitungsqualität von Nissan. Dickes Kompliment!
Bewertung: +++++
••••• Preis-Leistungsverhältnis •••••
Der Preis-Leistungsvergleich lässt nur einen Schluss zu. Welcher 4 Zylinder der Mittelklasse kann schon behaupten, daß er 210.000 km ohne größeren Defekt durchgestanden hat? Wirklich nicht viele. Für die 36.500 DM (oder heute 18.700 Euro) bekam mein Onkel ein Fahrzeug, daß ihm 11 Jahre lang die Treue gehalten hat und das ist ja bei einem Auto das Wichtigste. Es muß laufen und laufen und laufen...
Auch das Verhältnis von Qualität zu Preis stimmt, wie ich denke ich schon eingehend beschrieben habe.
Bewertung: +++++
••••• der Primera in der Praxis •••••
Ich würde sagen, der Primera ist aus meiner Erfahrung heraus ein klassisches Langstreckenfahrzeug. Das Auto verhält sich extrem unterschiedlich, daher möchte ich meine Erfahrungen hier unterteilen. Leider habe ich gerade im Fahrverhalten den einzigen Punkt gefunden, der mir nicht passt und sehr schwerwiegend ist.
~~~ Stadtverkehr ~~~
Der Stadtverkehr ist eine einzige Quälerei. Zwar kann man gerade in der Stadt den Komfort einer Automatik wunderbar ausspielen, jedoch offenbart der Primera im Stadtverkehr seine größte Schwäche. Der Wendekreis des Primera ist ein Graus und ist mit dem Wendekreis eines Vierzigtonner vergleichbar.
Gerade in kleinen, engen Wohngebieten oder beim Wenden im Straßenverkehr macht sich dieser Mängel bemerkbar. 2 von 5 Sternen.
~~~ Landstraßen ~~~
Auf Landstraßen bin ich mit dem Nissan auch nicht sonderlich zufrieden. Mit seiner schlechten Beschleunigung wird jedes Überholmanöver zum Erlebnis. Man kann wahrlich nur beten, dass man nicht allzu oft in diese Situation kommt. Der Überholweg ist so was von lang, dass es praktisch unmöglich ist auf den winkligen Straßen in meiner Umgebung alles zu überholen, was schneller als ein Traktor ist.
Jedoch ist positiv zu bewerten, dass der Wendekreis hier nicht weiter stört. Ebenso ist die Laufkultur des Primera beispielhaft. 3 von 5 Sternen
~~~ Autobahnen ~~~
Mal ein Punkt, wo sich der Nissan sehen lassen kann. Deswegen würde ich ihn ja auch als Langstreckenfahrzeug sehen.
Ist der Nissan einmal auf eine angemessene Reisegeschwindigkeit gekommen (bei mir so 150 km/h), dann merkt man, wie gut der Nissan abgestimmt ist. Bodenwellen bewältigt der Nissan mit Bravour und auch unterschiedliche Bodenbeläge bekommen die Insassen akustisch kaum mit. Ein wirkliches angenehmes Fahrzeug für lange Reisen. 5 von 5 Sternen.
~~~ Parken ~~~
Beim Parken hat man grundsätzlich das selbe Problem wie unter Stadtverkehr beschrieben. Der Wendekreis des Primera macht sich hier natürlich besonders stark bemerkbar. Je kleiner die Parklücke, um so mehr muss der arme Fahrer am Steuer rudern. Jedoch ist positiv anzumerken, dass die Sicht durch die Heck –und Seitenscheiben sehr gut ist. Der Fahrer hat also wahrlich keine Entschuldigungen für Rempler beim Einparken. 3 von 5 Sternen.
~~~ Gesamturteil ~~~
Stadt pfui, Land hui. Ich denke ein gutes Auto sollte bei beiden seine Leistung voll entfalten können. Leider ist der Primera für die Stadt sehr schlecht zu fahren. Deswegen bin ich mit dem Fahrverhalten insgesamt recht unzufrieden. Der Wendekreis ist ein wahrer Alptraum.
Bewertung : ++
••••• Vorteile •••••
- Zuverlässig und langlebig
- wenig Reparaturen in den 11 Jahren
- Fahrverhalten auf Autobahnen
- Komfort und Innenausstattung
- Anordnung und Übersicht des Armaturenbrettes
- Ladevolumen
- Preis/Leistungsverhältnis
- Ausstattung, insbesondere Klimaanlage
- Optik (am Ende doch Geschmackssache)
- Verarbeitungsqualität
••••• Nachteile •••••
- Benzinverbrauch
- zu wenig Leistung für das Gewicht
- Wendekreis
- Sicherheitslücken, insbesondere fehlende Airbags
- kein ABS
••••• abschließendes Fazit •••••
Der Primera in der Form wie ich ihn euch vorgestellt habe ist heute sicherlich nicht mehr zeitgemäß. Soll heißen, so ein Auto ist nicht zu empfehlen. Doch für die Verhältnisse der frühen 90er Jahre ist das Fahrzeug top.
Besonders ansprechend finde ich die Verarbeitungsqualität, die es zulässt so ein Auto 210.000 km ohne größere Probleme zu fahren, aber der Wendekreis ist gerade für Anfänger ein echtes Hindernis. Aber man merkt, dass die Technik doch deutlich in den letzten Jahren vorangeschritten ist.
Mit freundlichen Grüssen
Cassiopeia81 (21.3.2002 15:00; 1.656 Worte)
26 Bewertungen, 2 Kommentare
-
21.03.2002, 16:20 Uhr von bianca24
Bewertung: sehr hilfreichDer neue sieht ganz schick aus....
-
21.03.2002, 16:08 Uhr von liskailonka
Bewertung: sehr hilfreich15081965 war hier ;-)
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