Oberhausen Testbericht

Oberhausen
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Erfahrungsbericht von newsboard

Wo es Kastell, Burg, Schloss und Kaisers Garten gibt

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Daneben gibt es übrigens auch noch den größten Gasometer der Welt und um ihn herum das größte Europäische Shopping- und Freizeit-Areal, das Centro, wo könnte das sein?

In der Dreistadt Oberhausen-Sterkrade-Osterfeld, an Rhein und Ruhr bzw. Emscher, heute bekannt als die ¼ Millionenstadt Oberhausen/Rheinland.

Seit mehr als 1000 Jahren kannte man das Kastell Holten, im Norden des flächengroßen Sterkrade, seit mehr als 600 Jahren die Burg Vondern in der kleineren Bergbaustadt Osterfeld, seit mehr als 200 Jahren das Schloss Oberhausen, Residenz der Grafen von Westerholt, seit etwa 100 Jahren daneben, am Ufer der Emscher, den Kaiser Garten, auf gut englisch „Imperial Gardens“.

Seit weniger als 50 Jahren gesellt sich dazu das größte und heute wohl vielleicht bekannteste Baudenkmal dazu, der weltgrößte Gasometer, heute weithin sichtbares Herzstück des Centro Oberhausen-Parks, ehemals riesiges Stahlwerksgelände, dann Industriebrache, jetzt Europas größtes Shopping- und Freizeit-Areal und erheblich populärer als die historischeren Nachbarn.

Dennoch wollen wir uns heute vorwiegend mit Schloss Oberhausen (zurückgehend auf den ursprünglichen ritterlichen Stammsitz Overhus = oberes Haus ab dem 12./13. Jahrhundert), vor 200 Jahren Sitz der Grafen von Westerholt, die hier übrigens ein weiß-blau-rautiertes Wappen ihr eigen nennen, (man kommt sich fast vor wie in Bayern). Nach dem Kriege wurde das Schloss umfunktioniert in eine Gedenkstätte für Nazi-Opfer, e4ines davon der Vater der langjährigen Oberbürgermeisterin Luise Albertz, deren Vater dem Deutschen Reichstag als SPD-Abgeordneter gedient hatte, bis ihn die Nazis mit unsanfter Gewalt entfernten.

Das Haupthaus diente als Ausstellungsfläche und als Gemäldegalerie, das Seitengebäude als Gaststätte, die Schlossgaststätte Oberhausen, auch jetzt Schlossgaststätte Graf Westerholt“ oder Schlossgastronomie Kaisergarten genannt. Nachdem diese Restauration in den gräflichen Räumen über lange zeit ein etwas stieftöchterliches Dasein führte, mauserte sich der Laden in den letzten Jahren zusehends. Frühjahr 1998 wurde das Haus voll renoviert. Damit war die Grundlage dafür geschaffen, dass auch die Küche, die bis dahin nicht schlecht, aber auch nicht übermäßig ausgefallen war, sich entfalten, fast sollten wir sagen austoben konnte.

Als wir vor einigen Monaten zufällig mal wieder dort vorbeikamen, nach langen Jahren, waren wir auf das höchste überrascht. Da gab es doch sage und schreibe insgesamt ein Angebot von, nebeneinander 16 verschiedenen, wirklich erlesenen (Standard-) Menus, von

Einem Süppchen mit Brunnenkresse und Eismeershrimps zu mild mariniertem Badischem Sauerbraten mit Calvadosapfelsauce an Rotkraut mit kleinen Semmelknödeln, als Dessert Walnussparfait auf süßen Beeren in Sauerrahm, das ganze zu umgerechnet 28,50 €, und Perlhuhn-Terrine mit Morcheln, knackigem Rapunzelsalat und süßer Preiselbeervinaigrette, dazu Champignoncremesüppchen mit gebackenen Krabben, Hauptgericht Milchkalbsrücken in Steinpilzpfefferrahm an getrüffeltem Selleriepüree und gebackenem Kartoffelgratin, Dessertauswahl Kaisergarten, d.h. nach Art des Hauses) zu 48,50 €. Doch auch das Forellenfilet, der Anglerdorsch, und die geschmorten Rinderbraten sollen einen guten Ruf haben. Auch sind auf der reichhaltigen schlosslichen Speisekarte Fasan, Damhirsch, aber auch Argentinischer Ochse oder heimische Entenbrust zu finden, um nur einige weitere zu nennen. Um es kurz zu machen, der Gräfliche Tisch ist auch heute nochwirklich überreichloich gedeckt und das noch zu relativ erschwinglichen Preisen, auf die heutigen Euros umgerechnet zwischen 10,00 € (Minimum) und etwa 50,00 € (Maximum) einschließlich Nebengedecken. Wie ich hörte rühmt sich die Küche heute, dass man innerhalb kürzester Zeit bereit und in der Lage ist bis zu 100 verschiedene gute Menu-Vorschläge zu realisieren.

Da zwei Leute bei einem Anlass in der Regel eben nur zwei Menus schaffen, konnten wir nur ... und ... probieren. Einschließlich mehrerer Getränke lagen wir immer noch um die (heutigen) 60 € für zwei Personen. Doch man hat noch mehr zu bieten. Inzwischen richtet man regelmäßig für Gäste eine „Hochzeit im Schloss“ aus, so richtig mit allen (kulinarischen) Schikanen (kostet dann schon etwas mehr), wenn es wieder wärmer wird gibt es einen weitflächigen Biergarten draußen. Obwohl die Schlossanlage heute zwar direkt an einer großen Hauptverkehrsstraße liegt, vorgelagert nur einige von Sträuchern umgebene Parkplätze, ist die gesamte Anlage gebettet in einen riesigen parkähnlichen Garten, der nach norden bis an die Emscher reicht. Viel interessanter ist jedoch die noch weiter dahinter liegende zweite, noch erheblich größere Parkanlage, die den Namen „Kaisergarten“ trägt. Wohl schon seit Kaiser Wilhelms Zeiten dient diese schöne Parkanlage der öffentlichen Naherholung. Hier spazieren an Sonn- und Feiertagen, oder sonst wenn es angenehm warm und sonnig ist, Hunderte und Tausende von naturliebenden Bürgern, - um den Besuchern einen noch größeren Anreiz zu bieten beherbergt diese Parkanlage eine Anzahl von sehr gepflegten Wildgehegen mit mehr oder weniger prominenten in- und ausländischen rassigen Tierarten, - vielleicht sollte ich es mal wieder auf den Punkt bringen, und feststellen, wenn ich sagen würde, dass sich Rehe, Füchse und Hasen hier abends Gute Nacht wünschen, dann würde ich fürwahr nicht lügen. Jedenfalls erfreuen sich die Tiere dieses sagen wir Kuschelzoos wie man die Gehege manchmal respektlos nennt, größter Beliebtheit bei nicht nur allen kleinen Besuchern, die immer gerne wieder mit den Eltern die Tiere im Kaisergarten besuchen wollen.

Somit können wir eines feststellen: da gibt es mitten im westlichen Ruhrrevier, direkt an einem der schmutzigsten Flüsse und einer der hektisch-verkehrsreichsten Straßen in Nordrhein-Westfalen eine gastfreundliche Idylle mit Top-Verpflegung, Kunst und Kultur, sowie hinreichend Natur, pflanzlich grüne sowie bunt blühende, wie tierische von Fell tragender brauner über schnatternd bunte. Im Übrigen liegt das ganze beschauliche Paradies mal eben über die Straße nur entfernt vom Centro Oberhausen, der neuzeitlichen Monsteranlage des Shopping und Entertainment! Wo gibt es das alles mal eben einfach so am Stück? Ein vergleichbarer Ort ist mir in Deutschen Breiten nicht bekannt.

Oder umgekehrt: Wer warum auch immer einer der vielen Besucher des Centro ist, der kann, mal eben, zwischendurch, für 1 oder 2 Stunden sich abseilen und in die Ruhe und Gemütlichkeit des Schlosses im Kaiserlichen Garten retten. Auch das dürfte keine schlechte Idee sein.

24 Bewertungen, 5 Kommentare

  • Goldband

    17.03.2002, 17:53 Uhr von Goldband
    Bewertung: sehr hilfreich

    Leider war ich dieser Gegend noch nie.

  • anonym

    09.03.2002, 01:04 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das ist Werbung für unsere Stadt! Weiter so! Gruß daka79

  • Maeuschen21

    26.02.2002, 09:10 Uhr von Maeuschen21
    Bewertung: sehr hilfreich

    jetzt habe ich 17 berichte verpasst naja ich mach mich jetzt erstmal an die arbeit ;o)

  • NB112

    25.02.2002, 15:14 Uhr von NB112
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klingt nicht schlecht... Gruß Norbert

  • quedlinburgerin

    25.02.2002, 15:13 Uhr von quedlinburgerin
    Bewertung: sehr hilfreich

    hört sich gut an