Övelgönne Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Asmodina
Övelgönne
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Da ich bis zu meinem 13. Lebensjahr im Stadtteil Altona groß geworden bin ist Övelgönne mein ehemaliges „Revier“ und ich möchte heute darüber berichten.
Övelgönne ist ein etwa 1 km langer Uferabschnitt an der Elbe bei Hamburg.
Der Name, in der ältesten Schreibweise „Oevelgönne“ ist plattdeutsch und bedeutet so viel wie „Übelgunst“. In Norddeutschland wurde dieser Ausdruck für Gegenden benutzt welche sich zur Bebauung schlecht eigneten.
In Övelgönne gab es 1745 die erste Lotsenbrüderschaft. Und so waren die ersten Einwohner dieses Hamburger Elbstadtteils zum größten Teil *Lotsen, Kapitäne, Schiffer und Handwerker. Ihre kleinen Häuser bauten sie dicht nebeneinander gereiht am Elbuferhang; mit Erkern, Balkons, Glasveranden und Ziergittern und schufen somit eine überaus idyllische Atmosphäre die bis heute nicht verloren gegangen ist.
Heute sind sie meist Privatbesitz und stehen unter Denkmalschutz.
Alte Straßenlaternen säumen die Fuß-, und neuerdings Radwege welche vor den Häuserzeilen verlaufen.
Man darf sich das so vorstellen das unten der Elbstrand ist, dann eine etwa 2,5 Meter hohe Mauer an den meisten Stellen (gegen das Hochwasser), darüber Gärten die zu den jeweiligen Häusern gehören, dann kommt der Weg (nebenbei gehört dieser Uferanschnitt mit zum Elbewanderweg) und ein paar Meter darüber dann die Häuser zu denen teilweise auch noch kleine Vorgärten gehören. Jedes Haus blickt also auf die Elbe.
Am Ostende Richtung Neumühlen findet man die so genannte „Himmelsleiter“.
Hierbei handelt es sich um eine steile Treppe die nach oben zur parallel verlaufenden Elbchaussee führt. 126 Stufen hat diese und wenn man oben ist weiß man was man grade getan hat *lach* denn sie ist wirklich extrem steil gebaut denn anders ging es nicht auf diesem Elbhang - wir erinnern uns wieder an den Begriff „Übelgunst“…
Hier und da findet man gemütliche Gaststätten wo man meist auch draußen sitzen kann und einen schönen Blick über die, an dieser Stelle ca. 500 Meter breite, Elbe hat.
Man schaut nach u.a. nach Finkenwerder und die ehemalige BP – Raffinerie am Petroleumhafen, nach Waltershof mit seinem Containerterminal und bei gutem Wetter sieht man auch die bekannte Köhlbrandbrücke.
Unten am Elbstrand findet man das Strandcafe „Strandperle“. Mehr unter den Jugendlichen als Insidertipp bekannt kann man sich hier im Sommer wunderbar in den Sand direkt ans Ufer setzen und dabei ein Alsterwasser oder sonstiges genießen. Hier ist es eigentlich, eben grad im Sommer, immer sehr belebt. Stühle, Bänke und Tische gibt es zur Not natürlich auch lol.
Zu Ostern wird hier ein riesiges Osterfeuer aufgeschichtet welches weit zu sehen ist und jedes Jahr eines der größten am Elbstrand ist. Rund ums Jahr ist das Grillen am Strand erlaubt und wird auch rege betrieben.
Bei Niedrigwasser kann man am Elbstrand bei Övelgönne Holzstämme im Sand entdecken. Sie sind parallel in kurzen Abständen zueinander, waagerecht zum Strand gelegt und führen meist vom Strandanfang bis hinunter ins Wasser. Sie sind Überbleibsel der ehemaligen hier gestandenen kleinen Schiffswerften. Über sie wurden die fertigen Schiffe zu Wasser gelassen.
Auch findet man unterhalb der besagten Strandperle einen „Mann im Wasser stehen“.
Es handelt sich hierbei um eine 2,40 Meter große Figur aus Eichenholz welche auf eine Flachwassertonne montiert ist. Aufrecht stehend, die Hände in die Hüften gestützt, den Blick in die Ferne gerichtet steht er etwa 8 Meter vom Strand entfernt im Wasser da. Er trägt ein weißes Hemd und eine schwarze Hose. Er ist einer von 4, fast identischen, Figuren des deutschen Bildhauers Stephan Balkenhol. Seit 1993 stehen sie an vier verschiedenen Orten quer über Hamburg verteilt (einer eben hier, ein anderer auf der Außenalster, einer auf der Süderelbe bei Harburg und der Letzte im Serrahn bei Bergedorf). Von November bis März werden sie allerdings, des winterlichen Frostes wegen, eingesammelt.
Seit 1977 gibt es den „Museumshafen Övelgönne“.
Er wird von einem privaten Verein „Vereinigung zur Erhaltung segelnder Berufsfahrzeuge“ unterhalten.
Ihr Ziel ist es alte Wassernutzfahzeuge aus der nordischen Küstenregion originalgetreu zu restaurieren und zu erhalten. Viele sind auch noch fahrtüchtig und werden hier der Öffentlichkeit präsentiert. Ohne Einsatz dieses Vereins wären viele der Schiffe vermutlich schon längst verschrottet und wer sie heute betrachtet täte mir zustimmen wie schade dies wäre.
Es sind zur Zeit 35 Schiffe hier zu bestaunen darunter **Frachtewer, Fischerewer, ***Kutter, ****Galeassen, *****Tjalken und viele mehr.
Auch das ehemalige Feuerschiff „Elbe 3“ (Baujahr 1888), die Dampfschlepper „Tiger“ (Bj. 1910, kohlebefeuert) und „Claus D“ (Bj. 1913 ölbefeuert), der Finkenwerder Hochseekutter „Präsident Freiherr von Maltzahn“ (Bj. 1928, Segelschiff), die Dampfbarkasse „Otto Lauffer“ (Bj. 1928, Polizeifahrzeug), das Feuerlöschboot „Walter Hävernick“ (Bj. 1932) sowie der Lühe – Ewer „Elfriede“ (Bj. 1904) liegen hier.
Ebenso ein handbetriebener Drehkran von 1880 und ein Schwimmkran von 1928 stehen hier im Museumshafen.
Viele der Oldtimer fahren im Sommer umher und erzählen von der alten Zeit des Hamburger Hafens. Überall im Museumshafen sind Hinweistafeln zu finden auf denen man eine Menge zu den einzelnen Schiffen als auch zur Geschichte des Hafens lesen kann.
Auch hier bei Övelgönne ist die Zeit natürlich nicht stehen geblieben und so wurden in den letzten Jahren vermehrt, grade am Ostende hinter dem Museumshafen, mehrere futuristische Firmen-, und Büroimmobilien gebaut. Auch befinden sich hier neuerdings die Ausgänge der Luftschächte der neuen Röhre des neuen Elbtunnels. Zum Teil versperren die Gebäude die Sicht aufs Wasser und passen nicht wirklich zu dem Bild welches man von diesem Teil der Elbe hat wenn man sie schon ein Leben lang kennt. Dies ist jedoch nur etwa einen Kilometer vor dem eigentlichen Övelgönne der Fall und so hat der wesendliche Teil nichts von seinem Flair verloren!
Wer nun einmal einen Abstecher hier hin wagen möchte:
Övelgönne liegt ca. 6 km westlich der Innenstadt unterhalb des Stadtteils Altona und des Stadtteils Ottensen direkt an der Elbe. Es halten hier die Busse der Linie 112 und 36 (Schnellbus). Auch kann man mit dem HADAG – Schiff Linie 62 ab Landungsbrücken hier her gelangen.
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*Lotse = Ein Lotse ist in der Seefahrt meist ein erfahrener Nautiker (z. B. ein Kapitän) mit mehrjähriger praktischer Erfahrung, der die Gewässer einer Küste, eines Kanals oder eines Flusses so gut kennt, dass er die Führer von Schiffen sicher durch Untiefen vorbei an Schifffahrtshindernissen und den übrigen Schiffsverkehr geleiten kann. Diese Lotsen sind hoch spezialisiert in der Führung von Seeschiffen in engen Fahrwassern. In aller Regel üben sie ihre Tätigkeit als Berater des Kapitäns eines Schiffes aus. Mit Lotsenbooten werden sie von einem Schiff zum anderen gebracht. – Quelle: www.netlexikon.de
**Ewer = Kleine Segelschiffe mit ein oder höchstens zwei Masten.
***Kutter = Kleines Segelschiff mit einem Mast und zwei oder drei Vorsegeln.
****Galeasse = Sowohl Segel-, als auch Ruderschiff. Besegelung meist mit drei Masten.
*****Tjalk = Holländischer Segelschifftyp für das Wattenmeer. Der Boden des Schiffes ist gänzlich glatt um bei Ebbe nicht aufzusetzen. Meist hatten Tjalke Seitenschwerter (parallel zum Wasser gerichtete, durch den Rumpf geschobene Bretter) um die Kollision mit anderen Schiffen oder sonstigem zu vermeiden.
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Vielen Dank fürs lesen, bewerten und kommentieren
Gruß
Asmodina
Övelgönne ist ein etwa 1 km langer Uferabschnitt an der Elbe bei Hamburg.
Der Name, in der ältesten Schreibweise „Oevelgönne“ ist plattdeutsch und bedeutet so viel wie „Übelgunst“. In Norddeutschland wurde dieser Ausdruck für Gegenden benutzt welche sich zur Bebauung schlecht eigneten.
In Övelgönne gab es 1745 die erste Lotsenbrüderschaft. Und so waren die ersten Einwohner dieses Hamburger Elbstadtteils zum größten Teil *Lotsen, Kapitäne, Schiffer und Handwerker. Ihre kleinen Häuser bauten sie dicht nebeneinander gereiht am Elbuferhang; mit Erkern, Balkons, Glasveranden und Ziergittern und schufen somit eine überaus idyllische Atmosphäre die bis heute nicht verloren gegangen ist.
Heute sind sie meist Privatbesitz und stehen unter Denkmalschutz.
Alte Straßenlaternen säumen die Fuß-, und neuerdings Radwege welche vor den Häuserzeilen verlaufen.
Man darf sich das so vorstellen das unten der Elbstrand ist, dann eine etwa 2,5 Meter hohe Mauer an den meisten Stellen (gegen das Hochwasser), darüber Gärten die zu den jeweiligen Häusern gehören, dann kommt der Weg (nebenbei gehört dieser Uferanschnitt mit zum Elbewanderweg) und ein paar Meter darüber dann die Häuser zu denen teilweise auch noch kleine Vorgärten gehören. Jedes Haus blickt also auf die Elbe.
Am Ostende Richtung Neumühlen findet man die so genannte „Himmelsleiter“.
Hierbei handelt es sich um eine steile Treppe die nach oben zur parallel verlaufenden Elbchaussee führt. 126 Stufen hat diese und wenn man oben ist weiß man was man grade getan hat *lach* denn sie ist wirklich extrem steil gebaut denn anders ging es nicht auf diesem Elbhang - wir erinnern uns wieder an den Begriff „Übelgunst“…
Hier und da findet man gemütliche Gaststätten wo man meist auch draußen sitzen kann und einen schönen Blick über die, an dieser Stelle ca. 500 Meter breite, Elbe hat.
Man schaut nach u.a. nach Finkenwerder und die ehemalige BP – Raffinerie am Petroleumhafen, nach Waltershof mit seinem Containerterminal und bei gutem Wetter sieht man auch die bekannte Köhlbrandbrücke.
Unten am Elbstrand findet man das Strandcafe „Strandperle“. Mehr unter den Jugendlichen als Insidertipp bekannt kann man sich hier im Sommer wunderbar in den Sand direkt ans Ufer setzen und dabei ein Alsterwasser oder sonstiges genießen. Hier ist es eigentlich, eben grad im Sommer, immer sehr belebt. Stühle, Bänke und Tische gibt es zur Not natürlich auch lol.
Zu Ostern wird hier ein riesiges Osterfeuer aufgeschichtet welches weit zu sehen ist und jedes Jahr eines der größten am Elbstrand ist. Rund ums Jahr ist das Grillen am Strand erlaubt und wird auch rege betrieben.
Bei Niedrigwasser kann man am Elbstrand bei Övelgönne Holzstämme im Sand entdecken. Sie sind parallel in kurzen Abständen zueinander, waagerecht zum Strand gelegt und führen meist vom Strandanfang bis hinunter ins Wasser. Sie sind Überbleibsel der ehemaligen hier gestandenen kleinen Schiffswerften. Über sie wurden die fertigen Schiffe zu Wasser gelassen.
Auch findet man unterhalb der besagten Strandperle einen „Mann im Wasser stehen“.
Es handelt sich hierbei um eine 2,40 Meter große Figur aus Eichenholz welche auf eine Flachwassertonne montiert ist. Aufrecht stehend, die Hände in die Hüften gestützt, den Blick in die Ferne gerichtet steht er etwa 8 Meter vom Strand entfernt im Wasser da. Er trägt ein weißes Hemd und eine schwarze Hose. Er ist einer von 4, fast identischen, Figuren des deutschen Bildhauers Stephan Balkenhol. Seit 1993 stehen sie an vier verschiedenen Orten quer über Hamburg verteilt (einer eben hier, ein anderer auf der Außenalster, einer auf der Süderelbe bei Harburg und der Letzte im Serrahn bei Bergedorf). Von November bis März werden sie allerdings, des winterlichen Frostes wegen, eingesammelt.
Seit 1977 gibt es den „Museumshafen Övelgönne“.
Er wird von einem privaten Verein „Vereinigung zur Erhaltung segelnder Berufsfahrzeuge“ unterhalten.
Ihr Ziel ist es alte Wassernutzfahzeuge aus der nordischen Küstenregion originalgetreu zu restaurieren und zu erhalten. Viele sind auch noch fahrtüchtig und werden hier der Öffentlichkeit präsentiert. Ohne Einsatz dieses Vereins wären viele der Schiffe vermutlich schon längst verschrottet und wer sie heute betrachtet täte mir zustimmen wie schade dies wäre.
Es sind zur Zeit 35 Schiffe hier zu bestaunen darunter **Frachtewer, Fischerewer, ***Kutter, ****Galeassen, *****Tjalken und viele mehr.
Auch das ehemalige Feuerschiff „Elbe 3“ (Baujahr 1888), die Dampfschlepper „Tiger“ (Bj. 1910, kohlebefeuert) und „Claus D“ (Bj. 1913 ölbefeuert), der Finkenwerder Hochseekutter „Präsident Freiherr von Maltzahn“ (Bj. 1928, Segelschiff), die Dampfbarkasse „Otto Lauffer“ (Bj. 1928, Polizeifahrzeug), das Feuerlöschboot „Walter Hävernick“ (Bj. 1932) sowie der Lühe – Ewer „Elfriede“ (Bj. 1904) liegen hier.
Ebenso ein handbetriebener Drehkran von 1880 und ein Schwimmkran von 1928 stehen hier im Museumshafen.
Viele der Oldtimer fahren im Sommer umher und erzählen von der alten Zeit des Hamburger Hafens. Überall im Museumshafen sind Hinweistafeln zu finden auf denen man eine Menge zu den einzelnen Schiffen als auch zur Geschichte des Hafens lesen kann.
Auch hier bei Övelgönne ist die Zeit natürlich nicht stehen geblieben und so wurden in den letzten Jahren vermehrt, grade am Ostende hinter dem Museumshafen, mehrere futuristische Firmen-, und Büroimmobilien gebaut. Auch befinden sich hier neuerdings die Ausgänge der Luftschächte der neuen Röhre des neuen Elbtunnels. Zum Teil versperren die Gebäude die Sicht aufs Wasser und passen nicht wirklich zu dem Bild welches man von diesem Teil der Elbe hat wenn man sie schon ein Leben lang kennt. Dies ist jedoch nur etwa einen Kilometer vor dem eigentlichen Övelgönne der Fall und so hat der wesendliche Teil nichts von seinem Flair verloren!
Wer nun einmal einen Abstecher hier hin wagen möchte:
Övelgönne liegt ca. 6 km westlich der Innenstadt unterhalb des Stadtteils Altona und des Stadtteils Ottensen direkt an der Elbe. Es halten hier die Busse der Linie 112 und 36 (Schnellbus). Auch kann man mit dem HADAG – Schiff Linie 62 ab Landungsbrücken hier her gelangen.
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*Lotse = Ein Lotse ist in der Seefahrt meist ein erfahrener Nautiker (z. B. ein Kapitän) mit mehrjähriger praktischer Erfahrung, der die Gewässer einer Küste, eines Kanals oder eines Flusses so gut kennt, dass er die Führer von Schiffen sicher durch Untiefen vorbei an Schifffahrtshindernissen und den übrigen Schiffsverkehr geleiten kann. Diese Lotsen sind hoch spezialisiert in der Führung von Seeschiffen in engen Fahrwassern. In aller Regel üben sie ihre Tätigkeit als Berater des Kapitäns eines Schiffes aus. Mit Lotsenbooten werden sie von einem Schiff zum anderen gebracht. – Quelle: www.netlexikon.de
**Ewer = Kleine Segelschiffe mit ein oder höchstens zwei Masten.
***Kutter = Kleines Segelschiff mit einem Mast und zwei oder drei Vorsegeln.
****Galeasse = Sowohl Segel-, als auch Ruderschiff. Besegelung meist mit drei Masten.
*****Tjalk = Holländischer Segelschifftyp für das Wattenmeer. Der Boden des Schiffes ist gänzlich glatt um bei Ebbe nicht aufzusetzen. Meist hatten Tjalke Seitenschwerter (parallel zum Wasser gerichtete, durch den Rumpf geschobene Bretter) um die Kollision mit anderen Schiffen oder sonstigem zu vermeiden.
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Gruß
Asmodina
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