Ohne dich - Münchner Freiheit Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  durchschnittlich
  • Klangqualität:  gut

Erfahrungsbericht von Anonym126

Offen für alles !

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es gibt Leute, die sich für eine Musikart völlig begeistern können, sich aber bei einer anderen Musikrichtung kopfschüttelnd abwenden und am liebsten die Ohren zu hielten. Ich denke man sollte in Bezug auf Musik offen sein für alles, was da kommt. Musik wurde immer schon vom Zeitgeschehen beeinflusst und ist von daher auch eine Art akustischer Zeitzeuge. Die neue deutsche Welle, die uns in den 80igern überrollte, hatte es zu Anfang nicht gerade leicht. Denn bis zu diesem Zeitpunkt wurden deutschsprachige Songs verächtlich ignoriert. Englisch war angesagt. Doch selbst die hartnäckigsten Ignoranten kamen um die Deutsche Welle nicht herum, sondern wurden von ihr erfasst. Plötzlich hörte man im Radio und bei Musiksendungen deutsche Töne, die man sofort auf Anhieb verstand. Die Musik war sogar gut und man hörte genauer hin und ließ sich schließlich von der neuen Musikrichtungen mitreißen.

Eine sehr bekannte deutsche Gruppe war damals die Münchner Freiheit, die heute zwar nicht mehr so bekannt ist, jedoch auch noch nicht in Vergessenheit geriet. Dafür waren einige ihrer Songs einfach zu einprägsam. Die Gruppe besteht aus den Bandmitgliedern Stefan Zauner, der seine Stimme zur Verfügung stellt, Aron Strobel, der Sänger und Gitarrist, Michael Kunzi, der den Bass spielt, Alex Grünwald am Keyboard, und Rennie Hatzke am Schlagzeug.

Text der Single:
___________________

Eigentlich wollte ich den Text nicht wiedergeben, doch da es sein kann, dass einige jüngere Leser unter euch, nur den Refrain kennen, habe ich mich entschlossen, es doch zu tun. Hier ist er.

Ich will mich nicht verändern,
um dir zu imponier\'n,
will nicht den ganzen Abend
Probleme diskutier\'n.
Aber eines geb ich zu:
das, was ich will, bist du.

Ich will nichts garantieren,
was ich nicht halten kann,
will mit dir was erleben,
besser gleich als irgendwann,
und ich gebe offen zu:
das, was ich will bist, du

Ohne dich schlaf\' ich heut Nacht nicht ein,
ohne dich fahr ich heut\' Nacht nicht Heim,
ohne dich komm\' ich heut\' nicht zur Ruh\',
das, was ich will, bist du.
Ohne dich schlaf\' ich heut Nacht nicht ein,
ohne dich fahr ich heut\' Nacht nicht Heim,
ohne dich komm\' ich heut\' nicht zur Ruh\',
das, was ich will, bist du.

Ich will nicht alles sagen,
will nicht zu viel erklär\'n,
will nicht mit zu viel Worten
den Augenblick zerstör\'n,
Aber eines geb ich zu:
das, was ich will, bist du.

Ich will auch nichts erzählen,
was dich eh\' nicht interessiert,
will mit Dir was erleben,
was uns beide fasziniert,
und ich gebe offen zu:
das, was ich will, bist du.

Der Song eröffnet mit einfühlsamen Tönen und es setzt auch sofort die angenehme Stimme des Sängers ein. Gitarrenklänge, Keyboard und Schlagzeug steigen ein und steigern sich, bis hin zu dem bekannten Refrain. Das Zusammenspiel der Instrumente ist gelungen und die Melodie einfach und einprägsam ein. Musik und Gesang sind an manchen Stellen ruhig und sentimental aber dann kommen Passagen, da wird Beides laut und fordernd. Der Sänger macht mit dem nötigen Nachdruck klar, was er möchte, er möchte auf keinen Fall allein nach Hause und diskutieren will er auch nicht, er will eigentlich nur „Sie“.

Die Stimme des Sängers steht zwar im Vordergrund, doch an einigen Stellen kommt die ganze Band gesanglich sehr stark mit dazu, was die Aufnahme zwischenzeitlich kraftvoll und hart erscheinen lässt. E-Gitarre, Keyboard und Schlagzeug unterstützen das mit Nachdruck.

Der Text ist sehr einfach geschnitten, doch ausgesprochen aussagekräftig. Ja, zu dieser Zeit wurde nächtelang diskutiert, es wurden zu jeder Gelegenheit Probleme gewälzt und davon hatte der Interpret einfach die Nase voll .Er wollte an nichts denken, außer an das Eine und das natürlich nur mit „Ihr“. Mit dieser Haltung stand er damals und steht er sicher auch heute nicht allein da.

Auch heute empfinde ich die Musik, zusammen mit der Stimme des Sängers und auch dem Text als ein gelungenes Zusammenspiel, dass sich immer noch hören lassen kann. Damals war dieser Song ein Ohrwurm. Selbst dem Desinteressiertesten prägte sich der Refrain auf einer Fete ein, spätestens nach dem zehnmaligen Abspielen der Single an einem Abend. *g* Wir sangen alle lautstark mit, wir tanzten dazu und spürten ein intensives Gruppengefühl. Auf der Tanzfläche wurde verliebt dazu getanzt, man sah sich zärtlich in die Augen und identifizierte sich völlig mit Text und Refrain. Ja, so war das damals. Der Song wirkte auf viele romantisch und bei andere weckte er leidenschaftliche Gefühle. Sicher gab es auch Außenseiter, die der Song kalt ließ und die keinerlei Reaktionen zeigten.

Die Münchner Freiheit hat nicht nur diesen Superhit heraus gebracht, sondern noch einige andere, die ebenfalls noch nicht in Vergessenheit geraten sind. Die Stimmen der Band sind unverkennbar und auch der typische Münchner Freiheit-Sound bleibt bei allen Aufnahmen erhalten, was nicht immer von Vorteil sein muss. Sicher, man erkennt eine Gruppe bereits nach wenigen Takten an ihrem speziellen Sound, doch ändert der sich nie, kann es auch sehr schnell langweilig werden. Der Münchner Freiheit sind noch einige tolle Songs gelungen, ohne dass sich bei mir dieses “Es Reicht- Gefühl“ einstellte.


Für mich ist dieser Song ein Stück Erinnerung an vergangene Zeiten. Wenn ich ihn höre steigen Bilder vor meinem geistigen Auge auf, die schon viele Jahre zurück liegen. Wenn ich mir die aktuelle Musikszene betrachte, stelle ich fest, dass im Augenblick eine ganz kleine „Deutsche Welle“ rollt, in die sich die Münchner Freiheit ganz gut einfügen würde. Warten wir es ab, vielleicht wird diese Band noch ein Mal richtig zum Leben erweckt.

Liebe Grüße

Catty

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