Oldenburg Testbericht
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Erfahrungsbericht von Levay
Stadt meiner Träume
Pro:
Grüne Großstadt
Kontra:
teilweise Einschränkungen im Freizeitbereich
Empfehlung:
Ja
Die erste urkundliche Erwähnung der „Alden Burg“ datiert aus dem Jahre 1108. Fast zweieinhalb Jahrhunderte später wurde Oldenburg bremisches Stadtrecht verlieren. Von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges – wie übrigens dank des diplomatischen Geschicks Anton Günthers, Graf zu Oldenburg und Del(l)menhorst, auch schon von jenen des Dreißigjährigen Krieges – verschont, wuchs die Stadt nach 1945 zu ihrer heutigen Größe heran und ist nun administratives Zentrum des Regierungsbezirkes Weser-Ems. Universität und Oberlandesgericht sowie ein attraktives Kultur- und Freizeitangebot verleihen der Stadt weitere, jedenfalls regionale Bedeutung. Für mich ist Oldenburg vor allem die innig geliebte Heimat, für die mein lokalpatriotisches Herz schlägt. Diese Heimat möchte ich dem geneigten Leser nun vorstellen:
Im Herzen des Oldenburger Landes liegt die Stadt Oldenburg, die in Abgrenzung zum gleichnamigen Ort in Holstein auch Oldenburg in Oldenburg (Oldenburg i.O.) genannt wird; Ostfriesland, Bremen, Hamburg, die Nordseeküste und die Niederlande sind schnell erreicht. Auf einer Fläche von 10.297 ha, die von 56 km Stadtgrenze umzäunt werden, leben ca. 157.000 Einwohner, Tendenz ob der hohen Lebensqualität gegen den Bundestrend steigend. Oldenburg ist damit per Definition eine Großstadt, verfügt aber dank einer sehr niedrigen Einwohnerdichte weitgehend über ein regelrecht dörfliches Flair und vereint gewissermaßen die Vorzüge urbaner Lebensqualität mit denen ländlicher Schönheit. Die überwiegende Mehrheit der Oldenburger wohnt in Einfamilienhäusern, wohingegen Blocks und vor allem Hochhäuser die Ausnahme sind. Das, was ich hier lobend „dörfliches Flair“ nenne, findet sich wohl in kaum einer anderen Stadt derselben Größenordnung!
Das Stadtbild wird folglich in erster Linie von Wohngegenden geprägt, die in den meisten anderen Städten förmlich als Nobelgegend gelten würden. Weniger attraktive Stadtviertel, zumindest aber Straßenzüge sind vorhanden, aber immer noch zumindest von einem gewissen Niveau. Das, was ich in anderen Städten, ob groß, ob klein, an heruntergekommenen und dreckigen Gegenden gesehen habe, ist in Oldenburg schlicht und ergreifend nicht existent. Es ist, als herrsche ein Pakt zwischen Stadtverwaltung und Bürgern, dass ein jeder sich Mühe gebe, Oldenburg zu hegen und zu pflegen, um es als das zu erhalten, was es derzeit ist: die reinste Bilderbuchstadt.
So ist Oldenburg ergo sehr sauber, und während Altes umsorgt wird, spielen zumindest auch ästhetische Gesichtspunkte bei Planung und Bau von Neuem eine gewichtige Rolle; das Ergebnis ist eine wunderbare Topographie, die das Fundament für glänzende Fassaden darstellt. Prägend für die Topographie ist vor allem Großzügigkeit: breite Straßen, große Plätze, viele Grünanlagen und quer durch die Stadt verteilt ein ausnehmend großer Baumbestand, diverse Bäche, kleine Flüsse und Seen – wobei der schönste See, den ich kenne, in der Tat knapp hinter der Oldenburger Stadtgrenze liegt: der Tweelbäker See nämlich.
Die wichtigste Grünanlage ist neben dem Botanischen Garten der Schlossgarten, der alles in allem der mir liebste Park überhaupt ist. Er zeigt sich natürlich je nach Jahreszeit in einem anderen Gesicht, eines interessanter als das andere, und während seine Wiesen im Frühjahr und vor allem im Sommer Treffpunkt gerade auch für die junge Bevölkerung sind und mitunter als Veranstaltungsort etwa für Freiluftkino oder Chorkonzerte dienen, ist der Schlossgarten das ganze Jahr hinüber eine der schönsten Möglichkeiten, in Oldenburg spazieren zu gehen. Wohlgemerkt aber bei weitem nicht die einzige: Zwar ist die Stadt nicht eben eine Touristenhochburg, in der eine Sehenswürdigkeit neben der anderen steht; aber ob nun stilvolle Villengegenden, ob moderne Wohngebiete voller schöner Straßen, Häuser und Gärten, ob in den äußeren Bezirken Wege, die nur noch zwischen vereinzelten Gebäuden entlang führen und eher von Feldern oder Wäldern gesäumt werden, ob direkt an Hunte, Haaren, Küstenkanal, ob durch einen Wald oder eine Parkanlage – Oldenburg ist ein Paradies für Spaziergänge und übrigens auch für Radtouren. Im Schlossgarten sei noch die Möglichkeit empfohlen, sommers auf einem malerischen Bächlein mit einem Tretboot zu fahren. Und als besonders attraktives Ausflugsziel außerhalb der Stadtgrenzen möchte ich noch das Bad Zwischenahner Meer benennen, vor allem abends oder sogar nachts; besonders schön ist es am Ufer innerhalb der Ortschaft Dreibergen.
Doch gleich zurück nach Oldenburg: Wohnhäuser sind hier, so ich dies mit meinen restringierten Architetkurkenntnissen sagen kann, zumindest im Stadtkern und den angrenzenden Vierteln oft klassizistisch und neoklassizistisch (ich lasse mich hier aber gern belehren!); außerhalb davon sind im Laufe der letzten Jahrzehnte viele Gebiete neu besiedelt worden, wobei Großzügigkeit, Ästhetik und Topographie wie gesagt stets eine Rolle spielten und auch in heutigen Neubausiedlungen noch spielen. Die Häuser werden nach moderner Architektur gebaut und auffällig oft, in vielen Siedlungen auch ausnahmslos verklinkert, was sie pflegeleichter macht und zwangsläufig für kaum gefährdete Schönheit sorgt. Viele Häuser sind von recht großen Gärten umgeben, die in aller Regel aufwändig bestellt werden – dies alles zu besitzen ist in Oldenburg bei (vergleichsweise) geringem Gehalt möglich und deswegen zumindest eher Standard denn Ausnahme.
Erwähnenswert ist weiterhin das hervorragend ausgebaute Netz an Radwegen; Oldenburg ist überhaupt eine Radfahrerstadt par excellence, im Niveau erreicht vielleicht noch von Münster. Durch den guten Ausbau an breiten Radwegen ist die Nutzung des Zweirades in Oldenburg sehr attraktiv und folglich auch sehr beliebt und verbreitet. Glück für die Oldenburger, denn der öffentliche Nahverkehr ist eher bescheiden. Ein Grund für den großen Erfolg des Rades mag auch die geographische Lage sein: Von wenigen Brücken abgesehen, sind Stadt und Umland absolut flach. Andererseits trifft dies auch auf anderer Ortschaften mit deutlich weniger Radverkehr zu.
Während das Freizeitangebot im Allgemeinen von hoher Qualität ist, ist im Besonderen die geringe Anzahl an Museen und Bühnen zu bemängeln. Naturkunde, Geschichte und moderne sowie historische Kunst werden zwar ausgestellt, aber an relativ wenig Stätten; auch unrühmlich die dünne Theaterszene, in der das Oldenburgische Staatstheater, so repräsentativ sein Haus und so gut die Qualität seiner Aufführungen auch sein mögen, den einzigen wirklichen Höhepunkt darstellt. Andererseits habe ich mich hier stets bestens amüsiert, was ich etwa vom viel renommierteren Kölner Schauspielhaus und der Kölner Oper nicht behaupten kann – in beiden werden namentlich hochmoderne Inszenierungen für ein intellektuell-weltfremdes Publikum geboten, was zumindest meinen Geschmack nun gar nicht trifft. In Oldenburg sind neben den Bühnen des Staatstheaters vor allem das Laboratorium, ein populäres Puppenspiel, sowie die Kulturetage zu nennen, die Künstler verschiedenster Richtungen auftreten lässt.
Während das restringierte Kulturangebot durch die geographische Nähe etwa zur Metropole Hamburg kompensiert wird, sind die übrigen Möglichkeiten, in Oldenburg die Freizeit zu gestalten, durchaus beachtlich: Die Stadt verfügt nicht über die größte, aber über die fürwahr und mit Abstand schönste Kneipen- und Lokalszene, die ich persönlich kenne. Während es mir zugegebenermaßen an zahlreichen Vergleichsmöglichkeiten mangelt, muss ich andererseits betonen, dass mir die Unterschiede schon immer deutlich aufgefallen sind. Zu meinen Favoriten gehören beispielsweise Der Schwan direkt am Hafen, das Havanna und ehemals der Zauberkessel, die Cafés am Markt und nachts das New York, New York, ferner das Schmizz.
Des Weiteren veranstalten die Oldenburger nebst Kramermarkt (die größte regionale „Kirmes“), Hafenfest, Weihnachts- und Ostermarkt, Kultursommer etc pp. das ganze Jahr hindurch viele Floh-, Hobby- und Töpfermärkte. Zu nennen sind an dieser Stelle noch Stadtfest und Wallring Sause, auf denen im Innenstadtbereich Livemusik kostenlos feilgeboten wird. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass große Stars hier nicht in aller Regelmäßigkeit auftreten, wie sich überhaupt nur selten eine Größe von Weltruf in die Gegend verirrt. Hier genießt der Oldenburger aber wieder die schnelle Erreichbarkeit Bremens und vor allem Hamburgs…
Ein modernes Groß- und diverse kleinere, alternative Programmkinos, verschiedene Sporthallen und –plätze, Schwimmbäder, die Shoppingmöglichkeiten, kleine Discotheken in der Stadt und Großraumdiskotheken im Umland, vor allem aber auch ein buntes Vereinsleben und noch einiges mehr runden das Freizeitangebot ab, das im Großen und Ganzen für regelmäßige Aktivitäten keine Wünsche offen lässt und im Übrigen durch die Angebote der benachbarten Großstädte ergänzt werden kann.
Nun noch ein Wort zu den Menschen: Die den Norddeutschen allgemein unterstellte kühle Mentalität kann ich speziell für die Oldenburger nicht bestätigen; ich würde sie, so ich solche Verallgemeinerungen überhaupt zulasse, vielmehr also offen, tolerant und sehr freundlich bezeichnen. Das mag, möchte man darüber spekulieren, an der hohen Zufriedenheit der Oldenburger mit ihrer Stadt liegen: Darf man Umfragen glauben, lebt es sich in Oldenburg von allen Großstädten des ganzen Bundesgebietes am schönsten. Nirgendwo sonst ist die Zufriedenheitsquote der Bürger mit ihrem Wohnort so groß! Ob aber nun Platz 1 oder 2 oder vielleicht auch nur 3, die steigende Einwohnerzahl der Stadt ist weniger den übermäßigen Aktivitäten ihrer Bewohner in puncto puncti zu verdanken als natürlich vielmehr einer hohen Zuzugsquote; und warum sich so viele Menschen dafür entscheiden, ausgerechnet nach Oldenburg zu ziehen, das möge jeder für sich selbst beantworten, nachdem er sich zwei, drei Tage Zeit genommen hat, die Stadt kennen und lieben zu lernen…
Im Herzen des Oldenburger Landes liegt die Stadt Oldenburg, die in Abgrenzung zum gleichnamigen Ort in Holstein auch Oldenburg in Oldenburg (Oldenburg i.O.) genannt wird; Ostfriesland, Bremen, Hamburg, die Nordseeküste und die Niederlande sind schnell erreicht. Auf einer Fläche von 10.297 ha, die von 56 km Stadtgrenze umzäunt werden, leben ca. 157.000 Einwohner, Tendenz ob der hohen Lebensqualität gegen den Bundestrend steigend. Oldenburg ist damit per Definition eine Großstadt, verfügt aber dank einer sehr niedrigen Einwohnerdichte weitgehend über ein regelrecht dörfliches Flair und vereint gewissermaßen die Vorzüge urbaner Lebensqualität mit denen ländlicher Schönheit. Die überwiegende Mehrheit der Oldenburger wohnt in Einfamilienhäusern, wohingegen Blocks und vor allem Hochhäuser die Ausnahme sind. Das, was ich hier lobend „dörfliches Flair“ nenne, findet sich wohl in kaum einer anderen Stadt derselben Größenordnung!
Das Stadtbild wird folglich in erster Linie von Wohngegenden geprägt, die in den meisten anderen Städten förmlich als Nobelgegend gelten würden. Weniger attraktive Stadtviertel, zumindest aber Straßenzüge sind vorhanden, aber immer noch zumindest von einem gewissen Niveau. Das, was ich in anderen Städten, ob groß, ob klein, an heruntergekommenen und dreckigen Gegenden gesehen habe, ist in Oldenburg schlicht und ergreifend nicht existent. Es ist, als herrsche ein Pakt zwischen Stadtverwaltung und Bürgern, dass ein jeder sich Mühe gebe, Oldenburg zu hegen und zu pflegen, um es als das zu erhalten, was es derzeit ist: die reinste Bilderbuchstadt.
So ist Oldenburg ergo sehr sauber, und während Altes umsorgt wird, spielen zumindest auch ästhetische Gesichtspunkte bei Planung und Bau von Neuem eine gewichtige Rolle; das Ergebnis ist eine wunderbare Topographie, die das Fundament für glänzende Fassaden darstellt. Prägend für die Topographie ist vor allem Großzügigkeit: breite Straßen, große Plätze, viele Grünanlagen und quer durch die Stadt verteilt ein ausnehmend großer Baumbestand, diverse Bäche, kleine Flüsse und Seen – wobei der schönste See, den ich kenne, in der Tat knapp hinter der Oldenburger Stadtgrenze liegt: der Tweelbäker See nämlich.
Die wichtigste Grünanlage ist neben dem Botanischen Garten der Schlossgarten, der alles in allem der mir liebste Park überhaupt ist. Er zeigt sich natürlich je nach Jahreszeit in einem anderen Gesicht, eines interessanter als das andere, und während seine Wiesen im Frühjahr und vor allem im Sommer Treffpunkt gerade auch für die junge Bevölkerung sind und mitunter als Veranstaltungsort etwa für Freiluftkino oder Chorkonzerte dienen, ist der Schlossgarten das ganze Jahr hinüber eine der schönsten Möglichkeiten, in Oldenburg spazieren zu gehen. Wohlgemerkt aber bei weitem nicht die einzige: Zwar ist die Stadt nicht eben eine Touristenhochburg, in der eine Sehenswürdigkeit neben der anderen steht; aber ob nun stilvolle Villengegenden, ob moderne Wohngebiete voller schöner Straßen, Häuser und Gärten, ob in den äußeren Bezirken Wege, die nur noch zwischen vereinzelten Gebäuden entlang führen und eher von Feldern oder Wäldern gesäumt werden, ob direkt an Hunte, Haaren, Küstenkanal, ob durch einen Wald oder eine Parkanlage – Oldenburg ist ein Paradies für Spaziergänge und übrigens auch für Radtouren. Im Schlossgarten sei noch die Möglichkeit empfohlen, sommers auf einem malerischen Bächlein mit einem Tretboot zu fahren. Und als besonders attraktives Ausflugsziel außerhalb der Stadtgrenzen möchte ich noch das Bad Zwischenahner Meer benennen, vor allem abends oder sogar nachts; besonders schön ist es am Ufer innerhalb der Ortschaft Dreibergen.
Doch gleich zurück nach Oldenburg: Wohnhäuser sind hier, so ich dies mit meinen restringierten Architetkurkenntnissen sagen kann, zumindest im Stadtkern und den angrenzenden Vierteln oft klassizistisch und neoklassizistisch (ich lasse mich hier aber gern belehren!); außerhalb davon sind im Laufe der letzten Jahrzehnte viele Gebiete neu besiedelt worden, wobei Großzügigkeit, Ästhetik und Topographie wie gesagt stets eine Rolle spielten und auch in heutigen Neubausiedlungen noch spielen. Die Häuser werden nach moderner Architektur gebaut und auffällig oft, in vielen Siedlungen auch ausnahmslos verklinkert, was sie pflegeleichter macht und zwangsläufig für kaum gefährdete Schönheit sorgt. Viele Häuser sind von recht großen Gärten umgeben, die in aller Regel aufwändig bestellt werden – dies alles zu besitzen ist in Oldenburg bei (vergleichsweise) geringem Gehalt möglich und deswegen zumindest eher Standard denn Ausnahme.
Erwähnenswert ist weiterhin das hervorragend ausgebaute Netz an Radwegen; Oldenburg ist überhaupt eine Radfahrerstadt par excellence, im Niveau erreicht vielleicht noch von Münster. Durch den guten Ausbau an breiten Radwegen ist die Nutzung des Zweirades in Oldenburg sehr attraktiv und folglich auch sehr beliebt und verbreitet. Glück für die Oldenburger, denn der öffentliche Nahverkehr ist eher bescheiden. Ein Grund für den großen Erfolg des Rades mag auch die geographische Lage sein: Von wenigen Brücken abgesehen, sind Stadt und Umland absolut flach. Andererseits trifft dies auch auf anderer Ortschaften mit deutlich weniger Radverkehr zu.
Während das Freizeitangebot im Allgemeinen von hoher Qualität ist, ist im Besonderen die geringe Anzahl an Museen und Bühnen zu bemängeln. Naturkunde, Geschichte und moderne sowie historische Kunst werden zwar ausgestellt, aber an relativ wenig Stätten; auch unrühmlich die dünne Theaterszene, in der das Oldenburgische Staatstheater, so repräsentativ sein Haus und so gut die Qualität seiner Aufführungen auch sein mögen, den einzigen wirklichen Höhepunkt darstellt. Andererseits habe ich mich hier stets bestens amüsiert, was ich etwa vom viel renommierteren Kölner Schauspielhaus und der Kölner Oper nicht behaupten kann – in beiden werden namentlich hochmoderne Inszenierungen für ein intellektuell-weltfremdes Publikum geboten, was zumindest meinen Geschmack nun gar nicht trifft. In Oldenburg sind neben den Bühnen des Staatstheaters vor allem das Laboratorium, ein populäres Puppenspiel, sowie die Kulturetage zu nennen, die Künstler verschiedenster Richtungen auftreten lässt.
Während das restringierte Kulturangebot durch die geographische Nähe etwa zur Metropole Hamburg kompensiert wird, sind die übrigen Möglichkeiten, in Oldenburg die Freizeit zu gestalten, durchaus beachtlich: Die Stadt verfügt nicht über die größte, aber über die fürwahr und mit Abstand schönste Kneipen- und Lokalszene, die ich persönlich kenne. Während es mir zugegebenermaßen an zahlreichen Vergleichsmöglichkeiten mangelt, muss ich andererseits betonen, dass mir die Unterschiede schon immer deutlich aufgefallen sind. Zu meinen Favoriten gehören beispielsweise Der Schwan direkt am Hafen, das Havanna und ehemals der Zauberkessel, die Cafés am Markt und nachts das New York, New York, ferner das Schmizz.
Des Weiteren veranstalten die Oldenburger nebst Kramermarkt (die größte regionale „Kirmes“), Hafenfest, Weihnachts- und Ostermarkt, Kultursommer etc pp. das ganze Jahr hindurch viele Floh-, Hobby- und Töpfermärkte. Zu nennen sind an dieser Stelle noch Stadtfest und Wallring Sause, auf denen im Innenstadtbereich Livemusik kostenlos feilgeboten wird. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass große Stars hier nicht in aller Regelmäßigkeit auftreten, wie sich überhaupt nur selten eine Größe von Weltruf in die Gegend verirrt. Hier genießt der Oldenburger aber wieder die schnelle Erreichbarkeit Bremens und vor allem Hamburgs…
Ein modernes Groß- und diverse kleinere, alternative Programmkinos, verschiedene Sporthallen und –plätze, Schwimmbäder, die Shoppingmöglichkeiten, kleine Discotheken in der Stadt und Großraumdiskotheken im Umland, vor allem aber auch ein buntes Vereinsleben und noch einiges mehr runden das Freizeitangebot ab, das im Großen und Ganzen für regelmäßige Aktivitäten keine Wünsche offen lässt und im Übrigen durch die Angebote der benachbarten Großstädte ergänzt werden kann.
Nun noch ein Wort zu den Menschen: Die den Norddeutschen allgemein unterstellte kühle Mentalität kann ich speziell für die Oldenburger nicht bestätigen; ich würde sie, so ich solche Verallgemeinerungen überhaupt zulasse, vielmehr also offen, tolerant und sehr freundlich bezeichnen. Das mag, möchte man darüber spekulieren, an der hohen Zufriedenheit der Oldenburger mit ihrer Stadt liegen: Darf man Umfragen glauben, lebt es sich in Oldenburg von allen Großstädten des ganzen Bundesgebietes am schönsten. Nirgendwo sonst ist die Zufriedenheitsquote der Bürger mit ihrem Wohnort so groß! Ob aber nun Platz 1 oder 2 oder vielleicht auch nur 3, die steigende Einwohnerzahl der Stadt ist weniger den übermäßigen Aktivitäten ihrer Bewohner in puncto puncti zu verdanken als natürlich vielmehr einer hohen Zuzugsquote; und warum sich so viele Menschen dafür entscheiden, ausgerechnet nach Oldenburg zu ziehen, das möge jeder für sich selbst beantworten, nachdem er sich zwei, drei Tage Zeit genommen hat, die Stadt kennen und lieben zu lernen…
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