Oleander Testbericht

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Erfahrungsbericht von catmother

Ideales Material für die angehende Giftmischerin

Pro:

tolle Pflanze, blüht den ganzen Sommer, relativ pflegeleicht, kaum anfällig

Kontra:

giftig, braucht viel Wasser

Empfehlung:

Ja

Als ich letztens über meine liebste und schönste Pflanze zu Hause, die Bougainvillea berichtet habe, erwähnte ich auch, wie ich dazu kam – nämlich durch Pflanzentriebe, die wir von Kreta mitgebracht hatten. Die zweite Errungenschaft, die von dort herrührt, ist mein Oleander. Schon immer war ich ganz neidisch auf das fast 2 m große Prachtstück auf dem Balkon meiner Mutter. Und so hat sie mir aus den geschmuggelten Trieben eine neue gezogen (ihr wißt ja, bei meiner Mutter kriegen sogar noch Stuhlbeine Wurzeln).


** Herkunft **
Die lateinische Bezeichnung lautet Nérium L.
Der Name der Pflanze wurde vom griechischen Wort nérion abgeleitet, was „naß“ bedeutet und darauf hinweist, daß diese Pflanze vor allem an feuchten Standorten ihrer Heimat vorkommt.

Die Gattung umfasst 3 Arten, die wiederum haben inzwischen weit mehr als 40 Sorten mit den verschiedensten Farbgebungen. Man findet sie vom Mittelmeergebiet, wo sie sicher schon jedem von uns mal aufgefallen ist, bis ins subtropische Asien.


** Die Pflanze **
Nérium sind immergrüne Sträucher mit schmalen, ledrigen Blättern. Die Blüten, die in endständigen Trugdolden wachsen, sind das eigentlich schöne an dieser Pflanze. Hier unterscheidet man einfache oder gefüllte Blüten, wobei die gefüllten häufiger duften, die rosa, rot, weiß, gelb, selten sogar gestreift sein können.

Die bekannteste Sorte ist der Nérium oleánder. Oleander bedeutet „Ölbaumrose“ und wurde im Mittelmeergebiet bereits vor 1550 eingeführt.
Eine weitere Sorte ist Nérium oleánder Varietatum, ein Kultivar, dessen Blätter am Rand breit und unregelmäßig gezeichnet sind.

Mein eigenes Exemplar ist ein normaler Nérium oleánder, oder auch kurz Oleander, mit schönen, aber nur einfachen rosa Blüten. Irgendwann gelingt es mir sicher mal, einen gefüllten mitzubringen.


** Pflege **
Die Pflege des Oleander ist gottseidank nicht ganz so anspruchsvoll wie bei der Bougainvillea.
Dieser reichblühende Strauch, der durchaus mittlere Baumhöhe erreichen kann, eignet sich besonders für helle, luftige Räume. Oft wird er deshalb im Treppenhaus gehalten. Während der Sommermonate stellt man ihn jedoch am besten auf die Terasse, in den Garten oder auf den Balkon.
Der Oleander liebt generell viel Licht, ständig frische Luft und im Sommer möglichst volle Sonne an einem geschützten, warmen Ort.

Meine Pflanze steht den Winter über im Treppenhaus am Fenster. Dort ist es zwar manchmal sehr kühl, aber da sie Temperaturen bis knapp über den Gefrierpunkt durchaus verträgt, ist das kein Problem. Ich muß nur darauf achten, daß wir nie richtigen Frost im Haus haben, was aber nun wirklich höchst selten vorkommt. Dabei sollte man aber auch das Gießen nicht vergessen; mäßige Ballenfeuchte ist ausreichend.
Wenn der letzte Frost vorbei ist, stelle ich ihn dann hinaus in den Hof, wo er bis zu den ersten kalten Nächsten im Herbst stehen bleibt. Dort kommt eben seine Blütenpracht am ehesten zur Geltung und auch die anderen Hausbewohner können sich an dem Anblick freuen.
Dieses Jahr hatte er bereits Anfang Juni die ersten Blütenstände, von denen einige noch jetzt zu sehen sind. Aber er hat auch kräftig ausgetrieben und an den Triebspitzen bilden sich schon neue Blüten. So wird er vermutlich noch ein zweites Mal blühen.

Oleander braucht generell viel Wasser. Vor allem in der Wachstumsphase im Sommer muß er reichlich gewässert werden. Dabei schadet zeitweilig im Untersatz stehendes Wasser aber nicht.

Und: der Oleander sollte regelmäßig gedüngt werden. Vor allem im Sommer muß man dem Wasser alle 1 bis 2 Wochen einen Volldünger hinzufügen. Günstig ist auch Düngergranulat, das sich durch das Gießwasser nach und nach auflöst und so seine Düngung schubweise abgibt. Aber diesem Mittel stehe ich immer kritisch gegenüber. Wenn die Sonne auf die Erde und den Dünger brennt, ist das sicher nicht so gut. Außerdem könnten meine Katzen auf die Idee kommen, daran zu knabbern. Ich nehme also immer flüssigen Dünger ins Gießwasser.

Da Oleander sehr kräftig und schnell wächst – meiner hat es seit der Bewurzelung der Triebe vor drei Jahren schon auf eine stattliche Höhe von 1,20 m gebracht – sollte man ganz große Pflanzen zurückschneiden. Das geschieht am besten im Frühjahr, denn für einen reichlichen Blütenansatz soll man die Triebe im Herbst ausreifen lassen. Jährliches Rückschneiden, wie z. B. bei der Engelstrompete, ist nicht notwendig.


** Schädlinge **
Auch solche robusten, hartblättrigen Pflanzen wie der Oleander kann von Schädlingen befallen werden. Auch wenn mein eigener bisher – dreimal auf Holz geklopft – noch keinen unliebsamen Besuch hatte, will ich euch einiges aufzählen. Das sind aber alles theoretische Erkenntnisse, die ich zum Teil aus dem Internet habe.
Blattläuse – kleine grüne oder schwarze Viecher, die sich rasant vermehren, den Blättern den Saft aussaugen und alles klebrig hinterlassen. Sie bekämpft man am schnellsten mit Brennesseljauche oder Insektiziden.
Schildläuse – Läuse mit einem braunen, harten Schild. Sie sehen bald aus wie die Pocken auf Muscheln (bin halt Taucher). Bei geringem Befall kann man sie ablesen, aber sonst ist nur Insektizid wirksam.
Spinnmilben – die kleinen, roten Milben erkennt man oft nur mit der Lupe; ein anderes Zeichen sind feines Spinngewebe an den Blattachsen. Insektizide nehmen.
Grauschimmel und Rußmehltau – treten häufig bei zu hoher Luftfeuchtigkeit auf. Erkennbar am schimmeligen Aussehen oder schwarzen Belag von Blüten oder Blättern. Bessere Frischluftzufuhr schaffen.
Ascochyta – Pilzerkrankung, bei der die Triebe und Blätter einfach vertrocknen. Oleanderkrebs – verursacht Flecken auf den Blättern bis hin zu Geschwüren.

Genauere Auskunft über diese Krankheiten bzw. Schädlinge findet man auf der Seite http://people.freenet.de/Oleanderfee/Nerium6.htm.


** Vermehrung **
Eine Vermehrung kann durch Stecklinge erfolgen. Dazu schneidet man wenig verholzte Triebe unter der zweiten Blattspitze ab, stellt sie in ein Glas mit nicht zu viel Wasser und harrt der Dinge, die da kommen. In der Regel treiben die Wurzeln schon nach wenigen Monaten aus. Ich selbst habe das erfolgreich praktiziert, als mit eine große Engelstrompete auf den Oleander gekippt ist und einen Trieb abgeschlagen hat. Nun steckt er im Topf mit der Mutterpflanze.


** Umtopfen **
Umtopfen sollte man junge Exemplare jährlich, ältere nach jeweils 3 bis 4 Jahren. Erde ist keine besondere nötig. Das Substrat kann aus nährstoffreicher Garten- oder Einheitserde bestehen, allerdings mit einem reichlichen Lehm- und Sandanteil.
Vor allem die Töpfe aber sollten nicht zu klein sein. Ich merke das jeden Sommer bei meinem eigenen Oleander: wenn der Topf zu klein ist, wird er bei jedem Windstoß umgestoßen, denn die langen Triebe bieten schon ganz schön Widerstand im Wind.


** Besonderheit: Gift! **
Der Oleander zählt zu den Hundsgiftgewächsen. Alle Pflanzenteile sind giftig, wobei der Gehalt in den verschiedenen Pflanzenteilen unterschiedlich ist. Sie enthalten Glukosid, das zu Herzrhytmusstörungen, bei Überdosis sogar zu Herzlähmung führen kann.
Zwar ist die Pflanze so bitter, daß einen der Genuß schon von vornherein abschreckt, aber man sollte Kinder trotzdem warnen oder sich diese Pflanze erst gar nicht anschaffen.

Ich habe mal einen Krimi gelesen, bei dem getrocknete Blüten zerstoßen und zermahlen in eine Arznei gemischt für einen Mord verwendet wurde – das zumindest habe ich immer im Hinterkopf. Man weiß ja nie, wozu man diese Information mal braucht.


** Mein Fazit **
Wie schon die bereits beschriebene Bougainvillea verbreitet der Oleander ein besonderes, südländisches Flair auf Balkon, Terrasse und im Garten. Es sind relativ pflegeleichte Pflanzen, die jedoch wegen ihres hohen Wasserbedarfs nicht für Leute geeignet sind, die selten zu Hause sind.

Ich werde mir jedenfalls noch mal eine andere Farbe mitbringen, wenn ich das nächste Mal im Süden bin.

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