Oleander Testbericht

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Erfahrungsbericht von andre-kr

Soldatenkiller?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Obwohl ja schon eine Menge Berichte zum Oleander geschrieben wurden möchte ich versuchen, Euch noch etwas Neues zur Pflanze nahezubringen.

Um die Pflanze ranken sich eine Menge von Sagen, Halbwahrheiten und Geschichten, von denen mir besonders die gefiel, in der nahezu ein gesamtes römisches Heer vergiftet wurde, weil die Soldaten Fleisch an Stöcken aus Oleanderzweigen über dem Lagerfeuer grillten. Das klingt verdammt giftig. Tiere halten sich vom Oleander fern, es soll allerdings Fälle gegeben haben, bei denen Oleanderblätter ins Heu gerieten und die Tiere nach dem Fressen starben. Der Berichte gibt es viel, und mir scheint, auch nicht ohne Grund.
Und tatsächlich ist Oleander in allen Teilen giftig. Das sollte man sich immer vor Augen halten, will man sich quasi das Mittelmeer ins Zimmer oder auf den Balkon holen. Ist ja komischerweise oft so, dass hübsche Pflanzen giftig sind. Eine Vergiftungsgefahr für Kinder erachte ich als gering, da Oleander in unseren Breiten keine Früchte entwickelt und höchsten Kleinkinder im „Allesankaualter“ auf die Idee kommen, an den Blättern zu nagen. Trotzdem sollte man Vorsicht walten lassen. Man beachte auch, dass das Gift über die Haut ebenfalls aufgenommen werden kann. Ein längerer Kontakt des milchigen Saftes mit der Haut oder gar Wunden sollte vermieden werden. Kommt es doch einmal dazu, auch nicht schlimm, aber bitte schnell abwaschen. Spätestens jedoch, wenn Symptome wie Schwindel, Fieber, Erbrechen, blutiger Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Lähmungserscheinungen auftreten, sollte man den Arzt aufsuchen.

Das alles sollte uns aber nicht davon abhalten, Oleander mit seinen dunkelgrünen Blattwerk und wunderschönen weißen oder rosa Blüten zu als Zierde zu halten. Maiglöckchen, Alpenveilchen, Azaleen, Christusdorn, Weihnachtsstern, Primeln, Efeu und viele andere mehr sind mindestens ebenso giftig!

Zu halten ist Oleander ziemlich einfach, denn er stellt geringe Ansprüche an Boden und Pflege. Einzig einen sonnigen Standort sollt er im Sommer haben. Dabei sollte man aber regelmäßig gießen, sonst verunzieren bald braune Blätter die Pflanze. Über wöchentliche Düngung freut sich der Oleander ebenso und bedankt sich im Juli/August mit Blüten, von denen vor allen die rötlichen einen wundervollen Duft verbreiten.
Mein Oleander steht in der direkten Sonne auf dem Balkon (Süd-West-Seite) und hält ohne Probleme Mittagstemperaturen von 45 °C und mehr aus. Wer Oleander als Straßenbepflanzung in südlichen Ländern sieht, wundert sich oft, wie die Pflanzen derart lebensfeindliche Standorte aushalten. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass im Erdboden ohne Kübel der Oleander ein riesiges Wurzelwerk ausbilden kann, um sich mit Wasser zu versorgen. Diese Möglichkeit hat er im Kübel nicht.

Oleander hält leichte Nachfröste aus, man muss also nicht gleich im Herbst an das Überwintern denken. Sinken die Temperaturen dann unter minus 5 °C, sollte man einen möglichst frostfreien und mäßig hellen Raum suchen. Je kühler der Oleander steht, desto weniger Wasser braucht er. Bei mir im Treppenhaus wird es so ca. 5 bis 10 °C haben im Winter, und ich gieße dann ca. alle 14 Tage, ohne Düngung.

Gießt man zuviel, riskiert man Wurzelfäule. Bei mir traten im Winter ein einziges mal Wollläuse am Oleander auf. Das mehrmalige Abwaschen mit Seifenlaufe beseitigte die Biester jedoch dauerhaft. Andere Schädlinge sind bisher nicht aufgetreten. Allerdings habe ich schon von seltsamen Krankheiten wie „Oleanderkrebs“ gehört. Ist die Pflanze davon befallen, zeigt sich das durch dunkle runde Flecken auf den Blättern. Bakterien sind daran schuld, und nur das großzügige Abschneiden der befallenen Zweige kann hier helfen.

Ganz wichtig ist es auch, die verblühtem Blütenstände nicht abzuschneiden! Denn hier entwickeln sich die Triebe fürs nächste Jahr.
Ist der ganze Oleanderstrauch irgendwann zu groß, zu kahl oder sonst wie unansehnlich geworden, kann man die Pflanze verschneiden. Das sollte man dann aber radikal machen, denn die Pflanze wird im nächsten Jahr nach einer solchen Prozedur ohnehin nicht blühen. Die abgeschnittenen Zweige kann man als Stecklinge in Erde stecken und versuchen, wurzeln zu lassen. Da ich das noch nie geschafft habe, ist die Wahrscheinlichkeit des Anwachsens eher nicht so groß.

Quintessenz:

Allen Unkenrufen zum Trotz ist mir Oleander eine sehr willkommene, hübsche und pflegeleichte Pflanze. Seine Giftigkeit würde mich unter keinen Umständen davon abhalten, Oleander auf dem Balkon stehen zu haben.

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