Olympiapark Testbericht

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Erfahrungsbericht von Prosecco38m

Nehmt euch einen Tag Zeit

Pro:

Alles

Kontra:

Nix

Empfehlung:

Ja

Olympiapark, das ist meine Kindheit, das ist München... den Alten Hof und die Feldherren Halle hab ich gelernt, mit dem Olympiapark bin ich aufgewachsen, habe gesehen wie er selbst gewachsen ist.

Ich erinnere mich noch wie der Fernsehturm gebaut wurde, das war das erste Bauwerk auf dem ehemaligen Oberwiesenfeld, dem ehemaligen Flugplatz von München. Bevor Riem gebaut wurde und lange bevor München-Franz-Josef-Strauss fertig war.

Ich hab den Bau damals gesehen von Küchenfenster von meiner Oma, wie er gewachsen ist der Turm. Knapp unter 300 Meter war er damals und ich habe gehört die 300 wollte man nicht knacken als Freundschaftszeichen an Frankreich, damit er noch etwas niedriger bleibt als der Eifelturm. (Eintrittpreise: ist doch wurscht, ihr fahrt doch eh rauf) Mittlerweile ist er sogar etwas geschrumpft, denn die Technik ist besser geworden und deshalb muss die Antenne auf der Spitze nicht mehr ganz so hoch sein.

Aber vorher war schon der Olympiaberg da. München ist als Stadt fast völlig flach und da ist dieser Berg mitten drin. Der Blick von dort ist einfach genial. Höher sind hier nur die höchsten Kirchtürme. Früher war es einfach der Platz an dem in München nach dem 2. Weltkrieg die Bombentrümmer angehäuft worden sind. Jetzt ist er ca. 50 Meter hoch grün und der schönste Park nach dem Englischen Garten. An schönen Tagen habt ihr dort am Gipfel ein Alpenpanorama wie ihr es sonst nur auf Postkarten seht. Und unten auf dem Plateau wird immer Fußball gespielt. Türken, Griechen, Italiener, Deutsche.... hört mal hin! Wenn ihr garnix versteht, dann liegts einfach dran, dass die alle gemeinsam saugrob bayrisch fluchen. Olympia eben, die Völker der Welt treffen sich. (Eintritt: A bissl Muskelschmalz für den Aufstieg, sonst frei). Ach ja und was gibt’s da noch auf dem Berg? Jaaaaa was darf in München ned fehlen? Klar einen Biergarten. Klein aber fein. Er wird nicht von einer großen Brauerei, sondern Privatleuten nebenher betrieben. Deswegen keine Preisangeben, aber es ist moderat.... für münchner Verhältnisse.

Nun zu den Sportstätten. Drei sind es um genau zu sein: Olympiahalle, Olympiasschwimmhalle und Olympiastadion. Alles zusammen liegt unter einem Zeltdach und Zeltdach ist wörtlich gemeint. Denn es gibt keine tragenden Stützen, das Dach wird ausschließlich von oben gehalten. Eine wohl einzigartige Konstruktion in der Welt. Nur eines habe ich dort noch nicht ausprobiert. Einmal über das Dach zu laufen. Seit dem letzten Jahr sind geführte Touren, natürlich gut gesichert, über das Dach möglich. (Tickets am Stadion, 18 € pro Person)

Die Olympiaschwimmhalle ist über eine Besuchertribüne kostenlos zu besichtigen. Ansonsten wird die Schwimmhalle als öffentliches Bad genutzt. Wer also selber auf den Spuren von Mark Spitz schwimmen möchte, kann dies für 3 € Eintritt. Lohnen tut es sich aber nur unter diesem Gesichtspunkt, ansonsten ist die Anlage nicht diskutabel.

Die Olympiahalle, Kulisse des legendären Films Rollerball, ist heute Veranstaltungsort für das 6-Tage-Rennen und diverse Konzerte. Preise bitte im Einzelfall nachfragen.

Nun zum Olympiastadion. Es gibt verschiedene Besichtungsprogramme für die man im Durchschnitt 4-5 € einkalkulieren sollte, je nach Interesse. Für einmal durch das Stadion laufen ist es günstiger, wenn man die Spielerkabinen sehen will eben es teurer.

Samstags regiert im Olympiapark der Fußball. Rot oder Blau, Sechzig oder Bayern heißt es dann. Auch ein Lebensgefühl in München. Die Sechzger schimpfen über die grosskopferten reichen Bayern und die Bayern lächeln selbstbewusst über den „Turnverein“. Wenn Derby ist laufen die Emotionen hoch. Da gibt’s Watschn auch dem Spielfeld und rote Karten. Selbst ausländische Spieler, das erste Jahr in München, lassen sich da mitreißen. Aber a bissl is es scho anders, wie immer in Bayern. Selbst beim Derby passt halt die Polizei a bissl besser auf, aber so richtig gefährlich wird’s trotz aller Emotionen ned wirklich. Leben und leben lassn halt und wenn de Andern dann gegen a preissische Mannschaft gwinna a Woch späda dann gfrein mir uns scho a.

Wenn ihr ein Spiel live sehen wollt seht am besten unter http://www.fcbayern.t-online.de oder www.tsv1860.de nach. Aber mehr dazu vielleicht später in einer anderen Rubrik


Olympisches Dorf

Tja ein Trabantenstadt aus den 70ern. viel Beton aber doch ein gewisser Charme. Die meisten Wohnungen sind heute Eigentumswohnungen, aber nicht alle. Ein Hochhaus und die kleinen Bungalows im südlichen Teil sind Studenten vorbehalten. Und das sieht man. Nahezu jedes Haus in dem Bungalowdorf wurde von den Bewohnern fantasievoll bemalt. Für eine kleinen Spaziergang dort solltet Ihr eine Stunde einkalkulieren. Zumindest bis Ihr das Haus gefunden habt auf dem ihr die Hütte von Asterix seht, in Lebensgrösse! Und obwohl wir Münchner Faschingsmuffel sind, die Feste in der Oly-Mensa sind legendär und die Events sind einzigartig. Da treten so zwischendurch mal die Studentenweltmeister im Rockn-Roll oder im Trampolinspringen auf. (Studentische Preise). Also wer gerade zu dieser Zeit hier ist: Nicht versäumen!

Wer sich an Olympia 1972 erinnert wird sich auch erinnern, dass die Spiele damals von der Geiselnahme und Ermordung der israelischen Olympiamannschaft überschattet war. Vor dem Haus steht heute eine Gedenktafel. Wer möchte kann den Ort gerne besuchen. Da aber hier heute ganz normale Menschen wohnen, gebe ich die Adresse nicht an. Wer es finden möchte der wird es finden.

Praktische Tipps:

Wie auch sonst bei meinen Berichten über München möchte ich Euch weniger eine Überlebensanweisung geben, als vielmehr ein paar kleine Informationen wie ihr die Stadt besser sehen könnt und erleben. Aber hier 2 wichtige Hinweise:

1. Wer nicht so gut zu Fuß ist und knapp bei Kasse. Den Ausblick über München könnt ihr auch von der Dachterrasse eines der Häuser in dem Olympischen Dorf haben. Es sind ganz normale Wohnhäuser mit Fahrstuhl und natürlich ohne Eintritt. Aber bitte! Rennt nicht alle gleich dorthin, nur weil ihr zu faul seid auf den Olympiaberg zu gehen.

2. Alle Kioske und andere gastronomischen Einrichtungen (mit Ausnahme der Sportalm) werden von einem einzigen Großgastronomen betrieben. Wenn man mal einen Tag hier verbringen möchte und vielleicht noch Kinder dabei hat, kann man sehr schnell sehr arm werden. Aber in den Parkanlagen am Olympiaberg ist Picknick erlaubt. Und in den angrenzenden Wohngebieten gibt es ganz normale Lebensmittelgeschäfte mit normalen Preisen, so auch im Olympischen Dorf. Also ein kleiner Rucksack mit einer Decke zum drauf setzen und ein normaler Geldbeutel reicht völlig, um einen sehr schönen Tag im Olympiapark zu verbringen.

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