Oregon Testbericht

Oregon
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Erfahrungsbericht von denali

Highway 101 - I'm taking a ride....

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Was haben die  Great Ocean Road  im Süden Australiens, der  Alaska Highway 
und der  Icefield Parkway  in den kanadischen Rockies gemeinsam? Richtig, sie
zählen alle zu den Traumstraßen der Welt, die mitten durch beeindruckende
Naturgebiete führen.

In die selbe Kategorie stufe ich auch den Highway 101 im US-Bundesstaat Oregon
ein. Der Highway führt den Reisenden immer schön an der Pazifik-Küste entlang.
Was daran aufregend ist? Nun, die Vielfalt lädt auch hier den Urlauber zur
Entspannung ein und sorgt für Erholung. Was man alles sehen und erleben kann,
will ich nachfolgend schildern.

Meine Tour begann in Coos Bay (mein südlichster Punkt auf dieser Tour), einem
noch bedeutenden Hafen für die pazifische Wirtschaftsregion. Praktisch von Coos
Bay bis hinauf nach Florence, der nächst größeren Ortschaft, erstreckt sich die
Oregon Dunes National Recreation Area. Immer wieder gibt es vom Highway
Abzweige an den Strand. Teilweise werden hier Tagesgebühren vom Reisenden
verlangt, doch dazu später mehr. Jedenfalls wird man so immer wieder zu
Strandspaziergängen eingeladen. Und da die Dünen teilweise Höhen bis zu 150
Metern erreichen können, ist auch etwas Kondition gefragt. Bei auffrischendem
Wind kann der gemütliche Spaziergang aber auch sehr schnell in eine Flucht vor
dem Sandsturm umschlagen. Dann ist leider auch die Aussicht auf das Meer etwas
getrübt...

Kurz vor Florence bieten dann auch verschiedene Anbieter Touren mit sogenannten
ATV s (= All Terrain Vehicle) in den Dünen an. Egal, ob man selbst das Steuer in
der Hand halten will oder sich lieber einer Gruppe anschließt. Über Preise kann ich
nichts schreiben, da ich außerhalb meines Wohnmobiles lieber per Pedes
unterwegs war.
Fans des Reitsports haben auch die Möglichkeit eines berittenen Ausfluges am
Strand. Praktischerweise befindet sich auf dem Gelände auch gleich ein
Campingplatz.

In der Gegend um Florence laden auch viele Binnenseen zu einem Abstecher ein.
Viele Wanderwege gibt es dort allerdings nicht, aber man findet immer wieder
hübsche Plätzchen zum Beobachten und Studium der zahlreichen Angler.
Gleich nach der Überquerung der Brücke über den Siuslaw River führt ein Abzweig
zur Old Town von Florence. Na ja, mehr Touristennepp....

Der nächste Halt ist dann schon 3 Meilen bzw. 5 km nördlich von Florence. Hier
befindet sich die Sea Lions Cave. In einer großen Höhle tummeln sich Dutzende
von den Meeresbewohnern, wenn sie denn da sind. Immerhin erhält man Auskunft
darüber, bevor man ein Ticket für 6,50 $ löst. Im Erlebnisfalle führt dann ein
Fahrstuhl in die Höhle hinab, in der angeblich das Gebrüll der Löwen
markerschütternd von den Wänden widerhallt.
Pech, als ich da war, waren die Tierchen gerade fischen....

Der mittlerweile felsige Strand bietet aber nun andere interessante Fotomotive mit
immer merkwürdigeren Gesteinsformen. Kurz hinter den Höhlen bieten der Devils
Elbow State Park eine gute Aussicht auf den Leuchtturm von Heceta Head. Nit den
vorgelagerten Felsen ein schönes Fotomotiv.
Kurz darauf ist das Cape Perpetua erreicht. Die 248 Meter hohe Klippe ist der
höchste Punkt an Oregons Küste. Nehmt Euch dafür etwas Zeit, denn hier sind
einige schöne Wege zu erkunden. Ausgangspunkt ist das Besucherzentrum. Hier
kann man sich einen Videofilm über die Entstehung der Küstenformation durch
Wind und Wellen ansehen. Ausnahmsweise wird hierfür kein Eintrittsgeld verlangt.
Im Süden des Kaps liegt das Spouting Horn. Das Wasser der Wellen, die in
unterirdischen Höhlen brechen, sucht seinen Ausweg durch dieses Loch im Felsen.
Eine 2 Meilen (=3,2km) lange Straße führt direkt zum Kap. Sportliche können das
natürlich auch zu Fuß erledigen. Hier oben genießt man eine wunderschöne
Aussicht über diesen Küstenabschnitt.

Bei Seal Rock haben Wind und Wetter dann besonders bizarre
Gesteinsformationen entstehen lassen. Hier lohnt ein Spaziergang.
Den folgenden Abzweig zum Yaqina Head Lighthouse kann man getrost auslassen.
Der Leuchtturm ist von der Straße aus zu sehen. Wer doch näher heran will, darf
mal wieder die Geldbörse zücken.

Als nächstes erreicht man die Stadt Newport. Die Stadt liegt auf einer Landzunge
und ist eine der ältesten Siedlungen an Oregons Küste. Besonders deutlich wird
dieses in der Altstadt (Abzweig gleich nach Überquerung der Yaqima Bay-Brücke).
Direkt zu Beginn erreicht man das Leuchthaus von 1871 der Bucht. Liebevoll
restauriert und mit Originalrelikten aus der damaligen Zeit versehen, lädt es den
Besucher ein (Öffnungszeiten im Sommer von 11 bis 17 Uhr, im Winter von 12 bis
16 Uhr). Wohlgemerkt, es lädt ein, aber gegen eine Spende hat man nichts
einzuwenden. Im Keller des Hauses informiert ein Film über die Geschichte des
Hauses. Der Weg zum Leuchtfeuer bleibt dem Besucher allerdings verwehrt.
Sehenswert und ein Erlebnis für die Kiddies ist das Marine Science Visitor Center,
das von der Oregon State University unterhalten wird. Hier lassen sich einige
Meeresbewohner auch anfassen, doch bei der Riesenkrake würde ich vorsichtig
sein. Des weiteren kann man den Rufen der verschiedensten Walarten lauschen
oder mit den Geräuschen von Seebeben bzw. Vulkanausbrüchen am Meeresgrund
vergleichen. Man erhält auch Informationen über die Auswirkungen El Ninos auf die
Region undundundund. Sehr informativ bei freiem Eintritt.
Der Bay Boulevard ist dann  das  Touristenziel. Von den Kuttern lassen sich Fisch
und Krabben erwerben, ansonsten herrscht das übliche Tohuwabohu vieler
Souvenirläden. Achtet zwischen den vielen Bootsstegen auf Seelöwen. Irgendwo
halten die in der Sonne bestimmt ihr Verdauungsschläfchen.

Von Newport sind es nur wenige Autominuten bis zum Otter Crest. Hier hat die
Wassergewalt schon so erfolgreich den Felsen bearbeitet, dass ein Bogen
entstanden ist. Der Abzweig führt Euch weiter zum Cape Foulweather, um dann
wieder auf den Highway 101 zu münden.

Lincoln City heißt die nächste Ortschaft. Das El Arenal unter Oregons Badeorten.
Sonnenanbeter bevölkern den Strand. Wer  in  sein will, bastelt sich einen Drachen
und lässt diesen dann zwischen den Dutzend anderen in die Luft. Genügend
Geschäfte bieten dafür entsprechende Bausätze an. Ansonsten ist ein Factory
Outlet Center der Besuchermagnet.

Nördlich von Lincoln City verlässt der Highway für einige Zeit die Küste. Hinter dem
Dörfchen Oretown führt ein Abzweig zur Küste zurück, der dann weiter nördlich
wieder in den Highway mündet. Aber was für eine Straße. So gut die Aussicht, so
schlecht der Belag. Und sehr eng geht s hier zu, völlig unamerikanisch. Völlig
spontan viel mir hier der Vergleich zu irischen Straßen ein...

Pacific City ist nicht nur Sonnenhungrigen vorbehalten. Hier treten in Mengen auch
Surfer in Erscheinung. Von Kopf bis Fuß in Neopren gepackt, stürzt sich Groß und
Klein in die Fluten. Die Spezies der Gummigekleideten mit ihren Brettern sind auch
bei Sandlake zu finden. Die Stille wird hier aber wieder mal durch ATV S gestört.
Anschließend windet sich die Straße ein weiteres Mal auf Klippen hinauf zum schön
gelegenen Cape Meares. Der Leuchtturm dort ist noch immer in Betrieb.
In Tillamook wird der Highway 101 wieder erreicht. Zur Abwechslung säumt jetzt
weitläufiges Farmland die Straße. Die Stadt selbst bietet zwei Ausflüge anderer Art.
Einerseits werden Führungen in der Cheese Factory angeboten und andererseits
kommen Liebhaber alter Flugzeuge im Air Museum halbwegs auf ihre Kosten.
Angeblich sollen die Veteranen noch alle flugtauglich sein, doch ist die Anzahl sehr
übersichtlich.

Durch weitere Badeorte hindurch erreicht man kurz nach Cannon Beach den Ecola
State Park. Hier erhascht man, um die Vielfalt der verschiedenen Leuchttürme
abzurunden, einen Blick auf das Tillamook Head Lighthouse. Dieser Leuchtturm
befindet sich auf einer Felseninsel vor der Küste, die allerdings in Privatbesitz ist
und somit nicht besichtigt werden kann.

Nach Seaside (auch hier ein großes Factory Outlet Center, in dem auch Nike und
Adidas vertreten sind) erreicht man letztendlich die Stadt Astoria. Der Fort Stevens
State Park lockt mit vielfältigen Möglichkeiten Besucher an. Der Park erstreckt sich
entlang des mächtigen Columbia Rivers bis zu seiner Mündung in den Pazifik. Viele
Radwege durchziehen das Gebiet des ehemaligen Militärgeländes. Aber auch
Spaziergänger kommen nicht zu kurz. Eine Besichtigung der Ruinen des
ehemaligen Forts ist natürlich wieder von Kosten begleitet (3 $ pro Auto).
Informationen über die einzelnen Gebäude sind auch in deutscher Sprache
erhältlich, aber am Dienstag, den 11. September, war dieses nicht wirklich wichtig.

Zusammenfassung:

Länge der Strecke, ohne Fahrten zu irgendwelchen Aussichtspunkten 240 Meilen
bzw. 385 km. Beste Reisezeit: Montags bis Freitags (an Wochenenden steppt der
Bär). Dauer der Fahrt: je nach Laufbereitschaft und Sightseeing-Durst 2 bis 10
Tage.

Unterkünfte wie Motels und Campingplätze sind am Highway 101 überall zu finden.
Ebenso Tankstellen, Supermärkte und Restaurants. Für letzteres kann ich
allerdings keine Empfehlungen aussprechen, da ich als Selbstversorger unterwegs
war.

Jedenfalls bereist man eine wunderschöne Region, die erkundet werden will.
Vielfältige Möglichkeiten laden überall zum Verweilen ein. Unterwegs kann man
auch an verschiedenen Weinverköstigungen teilnehmen, um auch die
Traubenerzeugnisse dieser Region einer Probe zu unterziehen.


Kosten:

Für viele Parkplätze und Attraktionen wird eine Gebühr in Höhe von 5 $ pro Tag
und Auto verlangt. Ist man im Besitze des Northwest Passes (Jahresgebühr 30 $)
entfällt diese  Wegelagerei , außer am Heceta Leuchtturm. Der Pass ist in den
Besucherzentren erhältlich und gilt nicht nur in Oregon. Verwenden kann man
diesen pass auch am Mount St. Helens oder im North Cascade Nationalpark.

Eigene Reisezeit: September 2001


Viele Grüße
denali

18 Bewertungen, 2 Kommentare

  • scherpe

    18.03.2002, 21:16 Uhr von scherpe
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mensch Onkel, am Layout muß etwas getan werden!

  • owesen

    15.03.2002, 14:01 Uhr von owesen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht, aber ändere mal Deinen Zeilenumbruch ! *g* Gruß, Sönke ( owi13 )