Original Wagner Pizza Amerikanische Art Testbericht

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ab 34,30
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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  gut
  • Geruch:  sehr gut
  • Zubereitung:  sehr schwierig

Erfahrungsbericht von jozeil

*** Der Thunfisch schwimmt wohl noch im Meer ***

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Eigentlich kommt diese Art von Pizza, anders als von vielen unter euch wohl gedacht, nicht aus Italien, nein, aus dem größer, dicker, besser Amerika, noch genauer aus dem mittleren Westen, wo sie unter dem Titel Chicago-Style ihre Geburt feierte.

Nun bin ich natürlich nicht über den großen Teich geflogen, um mich an einer Pizza zu laben. Warum auch, wenn sich doch mit ner Scheibe Teig aus dem Tiefkühlregal von Wagner auch ne wesentlich günstiger Möglichkeit bietet an ein lecker Mahl zu kommen.

Nun wurde dieses aus Weizenmehl, Olivenöl, Hefe und Salz geknetete und durch Tomaten Thunfisch (mit gerade mal 9 % nicht unbedingt berauschend), roter Zwiebel (geringe 7 % und damit zu wenig für meine Bedürfnisse), Mozzarella (nicht oft auf Fertigpizzen zu finden), Kapern, Knoblauch (könnte mehr sein) sowie Kräutern reichlich belegte Frisbee geradezu für mich entworfen, da Fisch durchwegs positiv gestimmt, Zwiebeln und Knoblauch ohnehin in allen Formen liebend und Mozzarella für ein gutes Essen immer wieder mal seine Anwendung findet. Was liegt da also näher, all die leckeren Magenfüller mit einer Mahlzeit auf den Tisch zu bringen, in den nächsten Laden zu laufen, bei Hunger mal eben 2,19 Euro auf den Tresen zu legen und so gleich noch Wasser, Lecithin, Guarkernmehl, Hefe, Margarine, Zitronensäure und modifizierte Stärke ins traute Heim zu holen.

Da ich mich und meine Vorlieben ja mittlerweile 28 Jahre lang kenne, is es ein muss, die entkleidete Scheibe, „Mann is die dick Mann“ schreit es mir aus der Kehle beim Anblick des 1,5 cm dicken Monstrums auf dem Blech, noch etwas mit Knoblauch, Zwiebelringen und den noch gar nicht vorhandenen aber geliebten Oliven aufzupeppen. Eh klar, dumm bin ja nun mal nicht, lass ich ein Stück unbehandelt, da sonst das von euch erwartete Resümee über die geschmackliche Seite etwas verfälscht und nicht mehr dem Original entsprechen würde.

Fast schon verzweifelt nach dem Lesen der Gebrauchsanweisung auf der Rückseite, wonach ich die Pizza im Rohr bei 200 ° C bis zur erwünschten Bräunung (etwa 20 - 25 Minuten) parken müsste, was je nachdem, ob vorgeheizt, aufgetaut oder eben nicht, stand ich vor einem großen Problem. Ich hab keinen Backofen, aber, und das hab ich ja schon öfter gemacht, schoss es mir durch den Kopf, kann ich die Pizza in meiner Mikrowelle mit Grill nach gerade mal 10 Minuten und die ganze Wohnung mit duft einhüllend, auf dem Teller landen lassen.

Knusprig, Brösel über den Tellerrand springend, macht mir die luftig, lockere Unterlage schon beim Anschnitt den Mund wässrig. Herrlich, wenn auch sehr zurück haltend, der Geruch nach Thunfisch, Gewürzen und schön der Anblick von sich lang ziehendem Käse.

Angenehm gesalzen, mit Basilikum und Oregano bestreut und die bei genauem Hinsehen beinahe dem Bildchen auf der Packung gleichende Pizza, heilloses Durcheinander matschiger Substanz, ist diese entgegen aller Befürchtungen durch den luftigen Boden überhaupt nicht teiglastig, sondern besticht mit Luftblasen durchzogene Lockerheit, angenehm mundenden und den Gaumen zu Freudensprüngen nötigende, wenngleich doch leider etwas im Hintergrund sich verbergende Thunfischgeschmack, gepaart mit appetitlichen Gewürzen und für mich ab Werk zu wenig Zwiebeln sowie gesellschaftsfeindlicher Knolle. Obwohl ich nix gegen eine doppelte Portion an schwimmendem Getier hätte auszusetzen, kommt gut aufeinander abgestimmte auch der dazugehörende und von mir geliebte Tomatengeschmack nicht zu kurz, sodass ein dickes Lob meine Lippen verlässt.

Fazit:

Nicht jedermanns Geschmack, alleine schon des Fisches wegen, dessen größtes Stück wohl bei Wagner geblieben ist, aber dennoch, wer zur Abwechslung mal ne Dicke haben will, dem kann ich dieses gute Stück auf jeden Fall empfehlen. Auch wenn mit 237 kcal/100g nicht gerade an Brennwerten sparend, so ist sie, eventuell noch mit Zwiebeln, Knoblauch und Oliven verfeinert, nicht nur eine Augenweide sondern auch ne Gaumenlust.

Ad rem

Euer Jörg

© by Jozeil 1/2003

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