Oxford Street Testbericht

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Erfahrungsbericht von tyranessa

JUGENDHERBERGE, DIE ZWEITE!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

So, lieber Leser, dies wird kein nüchterner Faktenbericht. Ich versuche, in meine Erzählung die Informationen einfließen zu lassen, die Euch interessieren könnten! Also, keine nüchternen Aufzählungen erwarten, sondern einen Etappenbericht unserer GB-Reise, Etappe Jugendherberge Oxford Street:



Bevor wir nun endlich die Sachen packen konnten, sahen wir uns im Internet nach einer Übernachtungsmöglichkeit für die ersten zwei Nächte in London um. Zu unserem Schrecken war allerdings nur noch eine einzige Jugendherberge frei, bzw. hatte Platz für zwei Männchen und ein Weibchen. So buchte ich übers Internet drei Schlafplätze im Youth Hostel Oxford Street per Kreditkarte, erhielt eine Email als Bestätigung, die ich sofort ausdruckte. Dass wir drei nicht in einem Zimmer untergebracht werden würden, trübte unsere Urlaubslaune nur mäßig! Zwei Wochen quer durch England und Schottland lagen vor uns!

Angekommen am Flughafen London-Heathrow nahmen wir den Zug, der uns zur Victoriastation brachte, von dort aus fuhren wir mit der „Underground“ zwei Stationen weiter zur Oxford Street und marschierten noch ca. 1 km mit Sack und Pack zur Herberge, welche an einer Parallelstrasse zur berühmten Oxford Street liegt. Somit haben wir den Teil der Erreichbarkeit auch erledigt.

Äußerlich eher ein Graus, als ein Augenschmaus waren wir auf das Schlimmste gefasst. Wir passierten die schmale Eingangstür, ließen unser Gepäck im Flur, da der vorhandene Fahrstuhl in die dritte Etage zur Herbergsebene nun wahrlich nur für uns drei Leute und den Rucksack mit den Papieren reichte. Vom Fahrstuhl einen schmalen Flur überqueren, eine weitere Tür passieren und schon waren wir da, an der Rezeption. Da es der erste Tag in England war und mein Englisch nun wirklich nicht das Beste ist, reichte ich dem netten jungen Mann verlegen meine Buchungsbestätigung und unsere Ausweise. Freundlich lächelnd schob er uns drei Formulare und Kulis rüber, die wir nun auszufüllen hatten. Dabei ging es wohl um eine statistische Erfassung der Besucher. Zu unserer Überraschung reichte man uns drei Schlüssel mit derselben Zimmernummer. Sie hatten es also geschafft, uns ein Dreierzimmer zu reservieren!
Nun kam aber der unangenehmste Teil, Gepäck schleppen! Wir waren ganz oben, im fünften Stock untergebracht und der Fahrstuhl reichte nur bis zur dritten Etage, also zu Fuß ans Werk. Der Treppenflur war äußerst eng bemessen und als wir endlich alle Gepäckstücke oben hatten, fielen wir auf die Betten und lagen mindestens zehn Minuten, bevor wir uns näher umsahen. Das Zimmer bestand aus einem Einzel- und einem Etagenbett, ein kleiner Schrank mit integriertem abschließbaren Teil war vorhanden. Zum Abschließen des Schränkchens brauchte man lediglich ein Vorhängeschloss, welches wir dabei hatten, hätte man aber auch an der Rezeption leihen können. Sogar ein Waschbecken war im Zimmer. Das war schon mal praktisch, der eine geht duschen, der nächste zur Toilette und der nächste kann in aller Ruhe im Zimmer die Zähne putzen!

Toiletten und Duschen waren auf jedem Flur, die Duschen bestanden aus einzelnen Kabinen, die abschließbar sind. Ein Minivorraum zum Verstauen der Sachen, eine kleine Ablage für Duschzeug und Shampoo und eine Abzugsanlage als Fensterersatz. Wurde gleich ausprobiert! Wie wir erst später erfahren sollten, war es eine der besten Jugendherbergsduschen, obwohl das Wasser gar nicht richtig heiß wurde und nur lässig fließend den Duschkopf verließ. Beim Blick aus dem Zimmerfenster konnten wir leider nur Dächer und das Millenniumrad sehen, aber wer schaut schon aus dem Fenster einer Jugendherberge, wenn er in London ist?

Also auf zur ersten Erkundungstour durch London! Da die Herberge rund um die Uhr geöffnet war, brauchten wir also nicht auf die Uhr zu sehen und da wir zusammen auf einem Zimmer waren, brauchten wir auch keine Rücksicht auf Zimmergenossen nehmen, also ab ins Getümmel!
Bei unserer Rückkehr zur Herberge gab es allerdings einige Schwierigkeiten, wieder hinein zu kommen. Ab 22:00Uhr wurde die Tür abgeschlossen und man erhielt nur Einlass, wenn man sich über die Sprechanlage anmeldete. Leider verstand im ersten Moment niemand, was der gute Mann am anderen Ende von uns wollte! Nuscheliges Englisch plus schnarrende Sprechanlage vertragen sich nicht! Wir sollten lediglich unsere Zimmernummer nennen und schon schnurrte der Summer.

Rauchen war auf den Zimmern verboten, allerdings gab es da diesen gemütlichen Gemeinschaftsraum auf Rezeptionsebene. Ein großer Fernseher, Internetanschluss für teures Geld, eine gemütliche Mitgliederküche, ein Tisch zum Ausbreiten von Karten, ein Regal voll mit Informationsblättchen und eine Menge Bücher. Wie es meistens so ist, kommt man auch mal mit anderen Leuten ins Gespräch. So erklärte uns ein Australier im Gemeinschaftsraum die Spielregeln von Cricket, nachdem mein Freund und ich krampfhaft versucht hatten, das Treiben auf der Mattscheibe in Regeln zu fassen. Bis er aufstand, um nach seiner Wäsche zu sehen, denn eine Waschmaschine und Trockner waren auch vorhanden. An der Rezeption konnte man Minipakete mit Waschmittel oder auch Frühstückchen kaufen. Bestehend aus einer Minipackung Cornflakes, einer Tüte Milch und Brot mit Belag. Wer die Zahnbürste vergessen hatte, für den gab es ein kleines Zahn-Survival-Pack mit Bürste und einer kleinen Tube Zahnpasta.

Eigentlich könnte man hier bleiben, die Herberge sehr zentral, recht gemütlich, nette Menschen, aber ca. 20 GPB pro Person die Nacht sind dann doch etwas zu happig, um länger als zwei Nächte dort zu logieren! Die Herberge lag vom Preis jedoch mit den anderen gleich, Feriensaison halt! Und schlecht war sie sicher nicht, auch wenn ich die tolle Aufgabe hatte, abends mein Bergsteigertalent zu beweisen, denn meine Mitreisenden hatten mich auf das obere Bett verlagert.

Wer nun nach London reisen möchte und eine günstige Unterkunft direkt in London sucht, nicht zu hohe Ansprüche stellt und ein wenig abenteuerlustig ist, der sollte sich unter www.jugendherberge.de einen Ausweis bestellen, der kostet für Familien und Einzelpersonen über 18: 18€ im Jahr, für Einzelpersonen unter 18 Jahren sind es jährlich 10,50€. Wer nun spezielle Infos über Herbergen in GB haben möchte, tippt diese Adresse in seinen Browser ein: www.iyhf.org Geld sparen kann man mit dieser Reiseart auf jeden Fall, denn oft sind Flüge nach London auch schon für wenige Euros zu bekommen!


Ich hoffe, dieser etwas andere Bericht hat Euch gefallen und hilft Euch evtl. bei der Planung einer Londonreise!

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