Ozeanarium (Oceanário de Lisboa) Testbericht

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Erfahrungsbericht von ute161

Das Haus der Ozeane

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Anlässlich der Weltausstellung 1998, die unter dem Motto „Die Ozeane – Vermächtnis für die Zukunft“ in Lissabon stattfand, wurde das Oceanário de Lisboa als größtes Aquarium Europas eingeweiht.


Das Gebäude
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Entworfen hat das Gebäude der amerikanische Architekt Peter Chermayeff, der weltweit schon für einige Aquarien den Zeichenstift schwang. Neben dem Oceanário de Lisboa war er beteiligt am Bau des Aquariums von Genua und ist derzeit im Gespräch, die Erweiterung bzw. den Neubau des Aquazoos Düsseldorfs zu übernehmen. Auch das größte Aquarium der Welt, das Osaka Aquarium in Japan, wurde von ihm entworfen.

Das Ozeanarium, nach dem Osaka Aquarium sogar das zweitgrößte der Welt, ruht auf Betonsäulen in einem ehemaligen Hafenbecken im Park der Nationen, der früher ein Petroleumhafen war. Vom Tejo aus betrachtet sieht es so aus, als treibe das Gebäude wie ein Floß auf dem Wasser, was dem Gebäude, so groß und wuchtig es auch ist, eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Der Eingang des Ozeanariums befindet sich im ersten Stock und ist über eine Brücke erreichbar, so dass die Besucher glauben könnten, ein Schiff zu betreten, das bald ablegt zu einer Reise rund um die Welt.


Das Thema
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Das Ozeanarium hat es sich zum Ziel gesetzt, die Einheit der Ozeane zu verdeutlichen. Hierzu wurde ein zentrales Hauptbecken eingerichtet, das diesen „Globalen Ozean“ darstellen soll. Umgeben ist dieser Tank von vier kleineren Aquarien, Habitate genannt, die die Tierwelt der Küstenregionen des Nordatlantiks, der Antarktis, des Pazifischen Ozeans sowie des Indischen Ozeans zeigen.


Die Umsetzung
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Der Rundgang führt die Besucher zunächst entlang der Wasseroberfläche durch die verschiedenen Kontinente, bevor im Erdgeschoss die Unterwasserwelt entdeckt werden kann.
Der „Globale Ozean“ mit einem Durchmesser von 70 Metern beherbergt große Meeresbewohner, die gewisse Freiräume benötigen, um in Ruhe ihre Bahnen ziehen zu können. Neben verschiedenen Haien (z. B. Tigerhai, Hammerhai) und Rochen finden sich Schwärme von Sardinen und Makrelen, Barsche und auch Meeresschildkröten. Da alle Tiere, inklusive der Haie, regelmäßig gefüttert werden, ist der Jagdinstinkt der Tiere auf ein Minimum reduziert und die Gefahr von Attacken auf andere Beckenbewohner äußerst gering.

Am „Atlantik“ leben 60 Wasservögel an einer zerklüfteten Felsküste. Der Tank ist nicht komplett verglast, sondern nur bis zu einer Höhe von ca. 1,20 Metern. So kann das Treiben der Wasservögel intensiver wahrgenommen werden, und wenn die Tiere sehr übermütig sind, bekommt der Besucher auch schon mal ein paar Wasserspritzer ab.

Die „Antarktis“ ist die Heimat der Pinguine. Bei einer Temperatur von 12 °C lebt eine Kolonie verschiedener Pinguinarten, die putzmunter von den Felsen ins Wasser hüpfen und zu den Publikumslieblingen zählen.

Die anderen Publikumslieblinge finden sich im „Pazifik“. Mali und Zebio, zwei Seeotter, sind die absoluten Stars des Ozeanariums, wohl auch bedingt durch die Tatsache, dass nur zwei Wochen vor Eröffnung der Expo im Jahre `98 das Seeotterbaby Maré das Licht der Welt erblickte. Da Seeottergeburten sich nur äußerst selten in Gefangenschaft ereignen, war dies natürlich eine Sensation und Publikumsmagnet schlechthin.

Im „Indischen Ozean“ schillern die Fische in allen Regenbogenfarben und ziehen in Schwärmen durch das warme Wasser, während oberhalb der Wasseroberfläche tropische Vögel zwitschern und um die Kokospalmen schwirren.

Nach der Umrundung des Haupttanks werden die Besucher ins Erdgeschoss geführt. Dort sind 30 kleine Aquarien um den großen Haupttank gruppiert, die spezialisierte Biotope nachbilden. Seepferdchen, Seedrachen und Seesterne können ebenso besichtigt werden wie Kraken, Quallen und lumineszierende Tiefseefische. Die einzelnen Habitate sind auch aus der Unterwasserperspektive faszinierend anzusehen. Wo sonst kann man spielende Seeotter, Pinguine, Haie, Rochen und Meeresschildkröten aus dieser Nähe beobachten.

Ergänzt wird der Besuch des Ozeanariums durch die vier mulimedialen Galerien, die auf interaktive Weise die Beziehung der Menschheit zu den Ozeanen begreiflich macht. Der Einfluss der Meeresströmungen auf die Umwelt, der Ablauf eines Seebebens und die Nahrungsketten der Fische sind einige Beispiele. Eine andere Tafel beschäftigt sich mit dem Gesang der Wale, und in einer Nische des Aquariums wird die weltweite Vielfalt der Muscheln präsentiert.


Öffnungszeiten und Preise
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Das Ozeanarium ist täglich geöffnet im Sommer von 10-20.00 Uhr, im Winter von 10-19.00 Uhr. Die Winterzeit beginnt mit der offiziellen Zeitumstellung. Geschlossen ist am 25. Dezember.

Die Eintrittspreise betragen: 1700 Esc (€ 8,48) für Erwachsene und 900 Esc (€4,49) für Jugendliche im Alter von 6 – 17 Jahren und Senioren. Für Kinder bis 5 Jahren ist der Eintritt frei.


Mein Fazit
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Die Eintrittspreise sind wohlgemerkt ziemlich hoch angesetzt, doch ist meines Erachtens alleine der zentrale Tank sein Geld absolut wert. Die Möglichkeit, den Tank auf zwei Ebenen komplett zu umrunden und die einzelnen Tiere aus verschiedenen Blickwinkeln beobachten zu können, hat dazu geführt, dass unser Besuch im Ozeanarium mehrere Stunden dauerte.
Positiv fiel mir auf, dass die Erläuterungen nicht nur in portugiesischer, sondern auch in englischer Sprache angebracht waren. Negativ anzumerken ist die Tatsache, dass die Felsen und Korallen aus Metall und Beton hergestellt wurden, die Algen aus Plastik und die Muscheln nur aufgeklebt sind.

Wer einen ersten Blick auf das Ozeanarium werfen möchte, dem sei die offizielle Homepage empfohlen. Unter

www.oceanario.pt

findet sich allerhand Wissenswertes rund um Europas größtes Aquarium, ansprechend dargestellt und in portugiesischer, spanischer, englischer und französischer Sprache abrufbar.

Ich kann jedem Lissabon-Urlauber den Besuch des Ozeanariums uneingeschränkt weiterempfehlen. Ein wunderschöner Tag mit neuen Erkenntnissen und bleibenden Erinnerungen ist garantiert

6 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Maeuschen21

    15.02.2002, 19:20 Uhr von Maeuschen21
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönes WE wünscht dir Mandy