P.M. Testbericht

P-m
ab 30,20
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Summe aller Bewertungen
  • Informationsgehalt:  sehr gut
  • Qualität der Artikel & Reportagen:  sehr gut
  • Qualität der Bilder und Fotos:  sehr gut
  • Unterhaltungswert:  sehr gut

Erfahrungsbericht von ikaros

Der "Focus" für die Wissenschaft

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Das P.M. Magazin ist sicherlich nicht die renommierteste und informativste Zeitschrift, mit der man sich Monat für Monat über aktuelle wissenschaftliche und technische Neuerungen auf dem Laufenden halten kann, jedoch ermöglicht sie dank einer gewissen "Leichtigkeit" der einzelnen Beiträge doch auch gerade dem technischen oder naturwissenschaftlichen Laien, der nur über geringe oder beinahe keine Kenntnisse auf diesen Wissensgebieten verfügt, einen guten Einblick in die Entwicklungen der letzten Monate vor dem Erscheinen der jeweiligen Ausgabe.

In gewisser Weiße erinnert das P.M. Magazin dabei an Focus, denn auch dort dominieren mehr die Bilder als die Fakten und wird leider auch mal unter der Rubrik "Aktuelles" längst vergangenes aufgewärmt - aber gut, wer nicht unbedingt nach halbseitigen Formelberechnungen lechzt oder den Quantenhalleffekt oder den Zitronensäurezyklus bis ins kleinste Detail "vorgekaut" bekommen möchte, wird sicherlich auch an dieser Zeitschrift sein Freude haben können.

Anders als der zum Vergleich bemühte Focus erscheint P.M. monatlich, kostet jedoch "stolze" 6,- DM am Kiosk bzw. 5,20 DM im Abonnement und ist dafür mit durchschnittlich rund 100 Seiten auch längst nicht so dick wie die wöchentliche Focus-Ausgabe, was man allerdings vielleicht auch unter dem Aspekt, daß dann weniger Platz für noch mehr Unfug vorhanden ist, sehen sollte.

Doch zum Ernst der Sache bzw. der Zeitschrift:

Sie eignet sich mit Sicherheit nicht für Hobbywissenschaftler oder gar Experten auf dem Gebiet von Naturwissenschaft und Technik, da ihr Anspruch an den Lesenden nach meiner persönlichen Einschätzung eher dem eines gymnasialen Zehntkläßlers entspricht als dem eines Diplom-Physikers, -Chemikers, -Biologen, -Ingenieur etc. Damit will ich aber, um in diese Richtung gehenden Kommentaren gleich mal vorzubeugen, in keiner Weise eine Position der "Besserwisserei" für mich in Anspruch nehmen, vielmehr versuchen, den eigentlichen Zielgruppenschwerpunkt darzustellen, der bei P.M., anders etwas als bei Spektrum der Wissenschaft oder bild der Wissenschaft, weniger im naturwissenschaftlich vorgebildeten Publikumssektor zu suchen ist, als vielmehr im Bereich derer, die aus Neugierde, Zeitvertreib oder auch echtem Interesse nicht nur in Wirtschaft und Politik, sondern eben auch Wissenschaft und Technik zumindest grundsätzlich mit reden können wollen.

Eine gewisse Vorsicht ist jedoch hinsichtlich der "Aktualität" der einzelnen Beiträge geboten, da ich schon öfters feststellen mußte, daß außer den Titelthemen, die ja mit immer recht reißerischen Akzenten auf die Zeitschrift aufmerksam machen, die übrigen Artikel nicht selten auch mal Inhalte der letzten Monate und Jahre "aufwärmen". Auch Entdeckungen, die längst durch die internationale Fachpresse und auch schon eben durch manche Tages- und Wochenzeitung gegangen sind, können bei P.M. mit netten Photos einige Wochen später nochmals "taufrisch" entdeckt werden. Kein wirkliches Manko, nur sollte dann vielleicht auch mehr darauf hingewiesen werden als "wie erst kürzlich entdeckt". Paradebeispiel, wenn es auch schon eine Weile her ist, ist für mich ein Artikel über die Spezielle Relativitätstheorie von Albert Einstein gewesen, die bereits in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Physik revolutioniert hat, laut P.M. jedoch - irgendwann 1999 oder 2000 - dank höchstleistungsfähigen Supercomputern eine "neue kopernikanische Wende" ausgelöst hätte - nein, die P.M.-Ausgabe war nicht etwa von 1919 - da es nun endlich gelungen sei, die von Einstein beschriebenen Formeln graphisch zu deuten! Nun ja, mag sein, daß Einstein selbst sich die visuelle Präsentation zumindest für sich selbst vorstellen konnte, seine Kollegen jedoch - IBM kam erst Jahrzehnte später und Bill Gates dürfte erst nach Einsteins Tod (1955) das Licht der Welt erblickt haben - dieses nicht so ganz schafften. Daß jedoch erst die Pentium-II-Generation den Einstein'schen Wert erkannt haben soll, hielt ich damals wie auch heute für ausgesprochen übertrieben - weshalb ich auch in der Nachfolgezeit zunehmend kritischer und distanzierter an P.M. heranging und die Zeitschrift letzten Endes kündigte.

Nichts desto trotz lohnt sich ein Abonnement oder zumindest ein Kauf für all jene, die der Physik oder Chemie schon frühzeitig aus dem Weg gegangen sind, nun aber doch den ein oder anderen Blick "hinter die Kulissen" werfen wollen und sich nicht daran stören, dabei nur die "Requisiten" längst ausgelaufener Stücke zu sehen - sicherlich, veralten kann in der Naturwissenschaft mit wenigen großen Ausnahmen - etwa das ptolemäische Weltbild, die Vier-Elemente-Lehre von Socrates oder die Unbeweisbarkeit des letzten Satzes von Fermat - eher wenig, so daß man sich daran eben auch nicht so sehr stören wird. Wer jedoch bereits, sei es hobby- oder berufsbedingt, einen tieferen Einblick in die Naturwissenschaften genommen hat, wird sich beim Überfliegen der Zeitschrift eher langweilen, weshalb für eben diese auch eine Anschaffung nicht zu empfehlen ist.

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