Paddy - Paddy Goes To Holyhead - \ Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von emmtie
Paddytales - Wieder guter Irish Folk und mehr aus Darmstadt
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Mit der 2000 veröffentlichen CD „Paddy Tales“ hat die aus Darmstadt stammende Irisch Folk Band „Paddy goes to Holyhead“ wieder ein Meisterwerk vorgelegt.
Die bei Puristen des Irish Folks nicht unumstrittene Band, geht auch hier wieder ihre eigenen Wege und kombiniert Traditionals mit eigenen Stücken und auch Anspielungen aus anderen Musikrichtungen, auf dieser Platte insbesondere der Jazz, werden eingeflochten. Wer den Weg von „Paddy..“ etwas länger verfolgt, kann an ihrer Musik erkennen, daß sie aus den Anfängen mit dem reinen Nachspielen bekannter Traditionals mittlerweile einen ganz eingenen Stil des Irish Folks entwickelt haben, der vielleicht nicht ganz den Traditionen entspricht, aber dafür ganz sicher eines ist: Unglaublich spritzig und erfrischend.
(Ich will mich im Bezug auf den Streit ja nicht in jeder Meinung wiederholen, wer mehr dazu lesen will, siehe meine Meinung zur CD \"Ready for Paddy\").
Nach einigen Wirrungen u.a. mit Besetzungswechseln und einer kurzfristigen, etwas unerfreulichen Verbindung mit einem Major Label und dabei dem Versuch der „Kommerzialisierung“, hat „Paddy..“ mit „Paddytales“ und dem Vorgängeralbum „Hooray“ wieder „zu sich selbst“ gefunden. „Paddy Tales“ bietet wieder einen Mix aus überschwänglichen Partysongs und nachdenklichen Balladen.
„Take me home tonight“ beginnt mit Mandoline und Akkordeon und im ersten Moment habe ich fast geglaubt, ich hätte eine Platte der „Hooters“ gekauft. Ein unglaublich spritziges Lied mit einem sehr schönen Refrain, prädestiniert zum live „mitgröhlen“. Dominiert von der Stimme von Schmidt, dem Sänger und Hauptsongschreiber, der seinen Vornamen Harald zumeist verschweigt, wahrscheinlich um Verwechslungen zu vermeiden.
Auch beim nächsten Lied „ Raggle Taggle Gipsies“ ist der Beginn gleich wieder ein Knalleffekt: Eine einzelne E-Gitarre und Sprechgesang. Erst später setzen die dann bestimmende Geige und der Rest der Band ein.
Danach wird es akkustisch und nachdenklich mit der Ballade „Tales of never ending days“. Gitarre, Streicher und wieder dies Stimme, von der man gar nicht glauben will, daß sie nicht einem Iren gehört, sondern aus Darmstadt stammt, machen diese Ballade zu einem der Höhepunkt der CD.
Aber gleich im nächsten Lied beweisen die Paddies wieder, daß ein weiteres festes Element ihres Repertoire das ist, was ich immer als „Fun-Folk“ bezeichne: „A day on the run“. Ein richtiger „Gute-Laune-Song“, obwohl der Text eigentlich genau das Gegenteil ist („..a hit in the balls ..“ : -). Spritzige Musik, gute Hooks, wer dabei ruhig sitzenbleibt, ist scheintot :-) Besonders die Stelle, an der der Refrain fast Acapella gesungen wird, ist ein weiteres Highlight der CD. Übrigens genau wie der Vorgänger eine Eigenkomposition von Schmidt. Sehr vielseitig, auch als Komponist.
Bei „Crooked Jack“ wird einem Traditional mit Hilfe eines ziemlich rockigen Grundsounds neues Leben eingehaucht. Die Geige sorgt aber dafür das der Folk nicht ganz in den Hintergrund gedrängt wird.
Auch auf Hymnen versteht sich Paddy goes to Holyhead, wie man an „We stand together“ erkennen kann. Sehr schöne Chorpassagen und ein fast schon simpler und knapp am Schnulzigen vorbeischrammender Text. Dazu im Hintergrund ein ungewöhliches Klavier, das ein wenig an Brunce Hornsby erinnert.
„Spring Hill mine desaster“, ein Stück im original von Pete Seeger, ist mit Stehbaß- und Barpiano-Soli und etwas hervorgehobenem Schlagzeug fast schon als Jazz zu bezeichnen, nur die vorlaute Mandoline (oder ist es eine gezupfte Geige?) zeigt auf, wo die Band verwurzelt ist.
Und im Anschluß gibt es wieder mal Party pur, wie soll es auch anders sein bei einem Titel, der „Celebrate“ heißt? Besonders die treibende Geige beeindruckt sehr. Und es gibt wieder Hooks zum mitgröhlen.
„Johnny Cope“ ist mal wieder ein bearbeitete Traditional, vom Text eindeutig irisch, doch durch die Instrumentierung musikalisch eher in Richtung Australien angesiedelt .
Auch „Whiskey when I‘m dry“, klingt fast wie eine Traditional, doch wer auf den Text achtet („Harley Davidson“), erkennt, daß es ein neuer Song ist. Musikalisch ein wenig in Richtung Souternrock und Hillybilly gehend und mit einem schönen Bluesharp-Solo.
„Every word..“ glänzt mit einer sehr schönen, geigenbetonten Anfang, der dann wieder in ein „Gute-Laune-Lied“ gipfelt, bei dem das Akkordeon und die Chor-Refrains den Ton angeben.
Gegen Ende der CD gibt es mit „I don’t want to say“ eine akkustische Ballade mit einem nachdenklichen Text. Aus meiner Sicht gerade wegen seinem im Vergleich zu den anderen Liedern sehr zu zurückhaltenden Stil ein weiterer Höhepunkt.
Und als letztes Lied mit „Elias“ noch ein Instrumental mit vielfältiger Instrumentierung und Wiedererkennungseffekt: Das Jazzklavier, das Akkordeon und natürlich die Geige vereint in einem sehr melodiösen Stück, das in manchen Passagen wie ein Seemanns-Shanty klingt, dann wieder Jazzvariation oder echtes Folk-Feeling beinhaltet. Besser kann eine so vielseitige CD nicht enden.
Eine rundum gelungene CD mit einem Schwerpunkt auf „Guter Laune“ mit aber durchaus leisen und nachdenklichen Einstreuungen. Für mich erste Wahl, wenn ich Aufheiterung benötige.
Nachtrag: Mittlerweile hat sich der Kopf der Band, \"Paddy\" Schmidt, vom Rest wegen musikalischer Differenzen getrennt und will im herbst 2002 mit einer neuen Band antreten.
Die bei Puristen des Irish Folks nicht unumstrittene Band, geht auch hier wieder ihre eigenen Wege und kombiniert Traditionals mit eigenen Stücken und auch Anspielungen aus anderen Musikrichtungen, auf dieser Platte insbesondere der Jazz, werden eingeflochten. Wer den Weg von „Paddy..“ etwas länger verfolgt, kann an ihrer Musik erkennen, daß sie aus den Anfängen mit dem reinen Nachspielen bekannter Traditionals mittlerweile einen ganz eingenen Stil des Irish Folks entwickelt haben, der vielleicht nicht ganz den Traditionen entspricht, aber dafür ganz sicher eines ist: Unglaublich spritzig und erfrischend.
(Ich will mich im Bezug auf den Streit ja nicht in jeder Meinung wiederholen, wer mehr dazu lesen will, siehe meine Meinung zur CD \"Ready for Paddy\").
Nach einigen Wirrungen u.a. mit Besetzungswechseln und einer kurzfristigen, etwas unerfreulichen Verbindung mit einem Major Label und dabei dem Versuch der „Kommerzialisierung“, hat „Paddy..“ mit „Paddytales“ und dem Vorgängeralbum „Hooray“ wieder „zu sich selbst“ gefunden. „Paddy Tales“ bietet wieder einen Mix aus überschwänglichen Partysongs und nachdenklichen Balladen.
„Take me home tonight“ beginnt mit Mandoline und Akkordeon und im ersten Moment habe ich fast geglaubt, ich hätte eine Platte der „Hooters“ gekauft. Ein unglaublich spritziges Lied mit einem sehr schönen Refrain, prädestiniert zum live „mitgröhlen“. Dominiert von der Stimme von Schmidt, dem Sänger und Hauptsongschreiber, der seinen Vornamen Harald zumeist verschweigt, wahrscheinlich um Verwechslungen zu vermeiden.
Auch beim nächsten Lied „ Raggle Taggle Gipsies“ ist der Beginn gleich wieder ein Knalleffekt: Eine einzelne E-Gitarre und Sprechgesang. Erst später setzen die dann bestimmende Geige und der Rest der Band ein.
Danach wird es akkustisch und nachdenklich mit der Ballade „Tales of never ending days“. Gitarre, Streicher und wieder dies Stimme, von der man gar nicht glauben will, daß sie nicht einem Iren gehört, sondern aus Darmstadt stammt, machen diese Ballade zu einem der Höhepunkt der CD.
Aber gleich im nächsten Lied beweisen die Paddies wieder, daß ein weiteres festes Element ihres Repertoire das ist, was ich immer als „Fun-Folk“ bezeichne: „A day on the run“. Ein richtiger „Gute-Laune-Song“, obwohl der Text eigentlich genau das Gegenteil ist („..a hit in the balls ..“ : -). Spritzige Musik, gute Hooks, wer dabei ruhig sitzenbleibt, ist scheintot :-) Besonders die Stelle, an der der Refrain fast Acapella gesungen wird, ist ein weiteres Highlight der CD. Übrigens genau wie der Vorgänger eine Eigenkomposition von Schmidt. Sehr vielseitig, auch als Komponist.
Bei „Crooked Jack“ wird einem Traditional mit Hilfe eines ziemlich rockigen Grundsounds neues Leben eingehaucht. Die Geige sorgt aber dafür das der Folk nicht ganz in den Hintergrund gedrängt wird.
Auch auf Hymnen versteht sich Paddy goes to Holyhead, wie man an „We stand together“ erkennen kann. Sehr schöne Chorpassagen und ein fast schon simpler und knapp am Schnulzigen vorbeischrammender Text. Dazu im Hintergrund ein ungewöhliches Klavier, das ein wenig an Brunce Hornsby erinnert.
„Spring Hill mine desaster“, ein Stück im original von Pete Seeger, ist mit Stehbaß- und Barpiano-Soli und etwas hervorgehobenem Schlagzeug fast schon als Jazz zu bezeichnen, nur die vorlaute Mandoline (oder ist es eine gezupfte Geige?) zeigt auf, wo die Band verwurzelt ist.
Und im Anschluß gibt es wieder mal Party pur, wie soll es auch anders sein bei einem Titel, der „Celebrate“ heißt? Besonders die treibende Geige beeindruckt sehr. Und es gibt wieder Hooks zum mitgröhlen.
„Johnny Cope“ ist mal wieder ein bearbeitete Traditional, vom Text eindeutig irisch, doch durch die Instrumentierung musikalisch eher in Richtung Australien angesiedelt .
Auch „Whiskey when I‘m dry“, klingt fast wie eine Traditional, doch wer auf den Text achtet („Harley Davidson“), erkennt, daß es ein neuer Song ist. Musikalisch ein wenig in Richtung Souternrock und Hillybilly gehend und mit einem schönen Bluesharp-Solo.
„Every word..“ glänzt mit einer sehr schönen, geigenbetonten Anfang, der dann wieder in ein „Gute-Laune-Lied“ gipfelt, bei dem das Akkordeon und die Chor-Refrains den Ton angeben.
Gegen Ende der CD gibt es mit „I don’t want to say“ eine akkustische Ballade mit einem nachdenklichen Text. Aus meiner Sicht gerade wegen seinem im Vergleich zu den anderen Liedern sehr zu zurückhaltenden Stil ein weiterer Höhepunkt.
Und als letztes Lied mit „Elias“ noch ein Instrumental mit vielfältiger Instrumentierung und Wiedererkennungseffekt: Das Jazzklavier, das Akkordeon und natürlich die Geige vereint in einem sehr melodiösen Stück, das in manchen Passagen wie ein Seemanns-Shanty klingt, dann wieder Jazzvariation oder echtes Folk-Feeling beinhaltet. Besser kann eine so vielseitige CD nicht enden.
Eine rundum gelungene CD mit einem Schwerpunkt auf „Guter Laune“ mit aber durchaus leisen und nachdenklichen Einstreuungen. Für mich erste Wahl, wenn ich Aufheiterung benötige.
Nachtrag: Mittlerweile hat sich der Kopf der Band, \"Paddy\" Schmidt, vom Rest wegen musikalischer Differenzen getrennt und will im herbst 2002 mit einer neuen Band antreten.
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