Paris Testbericht




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Erfahrungsbericht von Kunigunde
Paris zu Fuß
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die Entscheidung nach Paris zu fliegen war eigentlich eher spontan. Der Jahresurlaub ist schon lange geplant gewesen und da der etwas ruhiger ausfallen wird – wegen des neuen/alten Autos – blieb der Wunsch übrig, noch irgendwas Verrücktes zu tun. Einige Überstunden hatten sich auch angesammelt und das Finanzamt hatte auch etwas mehr ausgezahlt, als zu erwarten gewesen war. Man brauchte also nur noch ein Ziel. Es durfte nicht zu weit weg sein, denn wir hatten nur 6 Tage zur Verfügung und es sollte auch noch eine gewisse Spannung herrschen, denn nur Sonne und Strand da stehen wir beide nicht drauf.
Eine Städtereise sollte es also sein. London, Prag, Amsterdam oder Paris waren die Städte, die es in die engere Wahl geschafft hatten und Paris war mein eindeutiger Favorit, denn da bin ich nämlich noch nie vorher gewesen. Jetzt musste ich nur noch Überzeugungsarbeit leisten. Ich habe mich also an den Computer gesetzt und Flug und Hotel gesucht und Preise verglichen. Nach einigen Stunden war es dann soweit, der Flug war gebucht und das Hotelzimmer reserviert – es konnte also losgehen...
Über den Flug lässt sich weiter nichts sagen, außer dass ich froh war Air France geflogen zu sein, denn Lufthansa zog es ja vor jeden Donnerstag zu streiken. Am Flughafen angekommen, haben wir uns entschieden den Roissy Bus zu nehmen, denn der fuhr bis zur Opera und unser Hotel lag dort in der Nähe. Nach 45 Minuten Fahrt und um je 48 FRF ärmer standen wir vor diesen wunderschönen und riesigen Gebäude mit der goldverzierten Kuppel – die Opera. Noch 2 Metrostationen und wir hatten auch unser Hotel gefunden – Hotel des Arts in der Cité de bergere in einem Hinterhof mit einigen anderen Hotels gelegen – mitten im 9. Arrondissment (schreibt man das jetzt so?) an den Grand Boulevards gelegen. Nicht sehr fein, aber sehr sauber und recht nett anzuschauen, denn vor dem Eingang stehen lauter Pflanzen und ein Graupapagei begrüßt jeden mit seinem Gepfeife. 420 FRF waren also ganz okay fürs Doppelzimmer, Frühstück hätte man extra zahlen müssen 35 FRF).
Schnell umgezogen und Koffer ausgepackt gings dann los, denn ich wollte ja was sehen von der Stadt, über die ich schon so viel gehört hatte. Unser Spaziergang führte uns zu Les Halles, dem Einkaufszentrumkomplex oder wie man das auch immer nennen mag. Und schon auf dem Weg dorthin hätte ich meine komplette Urlaubskasse ausgeben können. In jedem Schaufenster hat mich irgendein Teil angelacht (das passiert mir in Deutschland fast nie). Aber ich wurde gezügelt und musste mich zusammenreißen, denn wir hatten ja noch gar nichts gesehen. Ein paar Strassenecken weiter fanden wir das Centre Pompidou. Dieses abstrakte Gebäude, was eigentlich eher einem Kühlschrank von hinten gleicht mit seinen bunten Versorgungsleitungen, als einem Museum. Naja, immerhin ist es ein Museum für moderne Kunst – die mich mehr abgeschreckt und den Kopf hat schütteln lassen, als in Schwärmereien zu versetzen. Aber dieses „Vergnügen“ hab ich mir erst am letzten Tag gegönnt. Seitlich davon befindet sich der Brunnen mit den lustigen und bunten Nicci Figuren, die sich im Wind drehen. Von dort aus sind wir dann Richtung Notre Dame geschlendert und haben uns unverschämt gutes Eis gegönnt (selbst in Italien hab ich noch kein besseres gegessen). Der Weg dorthin führte uns über einen wunderschönen Blumen- und Vogelmarkt (einen der letzten und größten der Stadt). Notre Dame hat mich geschockt, niemals hätte ich geglaub, dass es so ein gewaltiger Bau sein könnte, der mich regelrecht sprachlos gemacht hat. Innen allerdings hat mich die Dunkelheit erschreckt, also hab ich nur die schöne Glaskunst an den Seitenschiffen bewundert und bin dann wieder rausgegangen, um weiter zu staunen. An der Seine entlang gings dann gen Hotel zurück, allerdings auf dem Boulevard Haussmann und durchs Galeries Lafayette hindurch – wieder staunen, denn die Kuppel ist wirklich beeindruckend und wunderschön – die Sachen, die es zu kaufen gab, haben mich da gleich gar nicht mehr interessiert. Außerdem kannte ich die Berliner Version schon und wusste, dass ich mir dort nichts leisten konnte. Naja fast nichts, denn eine schönes großes, blaues Badetuch mit Asterix Motiv hatte es uns gleich angetan – und was so ein eingefleischter Asterix Fan ist, der musste das einfach haben. Ein Glas Wein noch in unserem Lieblingscafe „Zephyr“ und dann wie tot ins Bett gefallen, denn die Füße wollten nicht mehr so wie ich.
Der nächste Tag sollte nicht weniger anstrengend sein, denn jetzt sollte es ja erst richtig losgehen. Als erstes haben wir eine Metrokarte und eine Carte Musee für 5 Tage erstanden und waren umgerechnet so um die 300 DM los. Die Metrokarte gilt für die beiden Innenraumzonen – also für alles was man so in Paris sehen möchte, wenn aber nach Versailles oder ins Eurodisney will muß man was extra bezahlen – aber da wollten wir ja gar nicht hin. Die Carte Musee berechtigt zu freiem Eintritt in ungefähr 70 staatliche Museen und Monumente in und um Paris. Außerdem hat man z. B. beim Louvre den Vorteil, dass man durch einen Sondereingang hereinkommt, ohne sich in die Schlange an der Glaspyramide anzustellen. Das war aber auch so ziemlich der einzige Vorteil, den ich im Nachhinein feststellen konnte. Viele Museen, die ich mit der Karte hätte besuchen können, haben mich nicht die Bohne interessiert und andere wiederum waren wegen Restaurierung geschlossen oder es waren Privatsammlungen, die nicht auf der Karte standen. Man sollte sich also vorher gut überlegen, was man alles sehen will und ob es sich lohnt, diese Investition zu tätigen. Auch bedarf es einer gewissen Planung, denn manche Museen sind am Montag geschlossen und andere wiederum am Dienstag oder auch sonntags. Die Metrokarte ist es aber auf jeden Fall wert. Denn kein Verkehrsmittel ist in Paris so effektiv und hat ein so dichtes Netz wie die Metro. Manchmal muß man zwar einige Stufen steigen und lange Gänge durchlaufen bis man zur nächsten Umsteigelinie kommt, aber das nimmt man dann schon in Kauf.
Die Voraussetzungen waren also geschaffen und das Vergnügen konnte beginnen. Es war zwar noch etwas früh, denn die meisten Museen öffnen erst so gegen 10 Uhr. Der Weg führte uns nach Invalides, denn das Musee d’Orsay war noch nicht geöffnet. Den Invalidendom haben wir uns nur von weitem angesehen, denn das Grab von Napoleon war eine Sache, die mich so gar nicht reizte. Außerdem ist der Dom auch sehr schön von Außen anzusehen. Auch das Armeemuseum war noch geschlossen – da wollte ich zwar auch nicht unbedingt rein, aber manchmal muß man ja auch nachgeben können. Das Vergnügen ist mir dann aber erspart geblieben, denn in den Fokus unseres Interesses rückt das Rodin Museum, denn das hatte schon auf! Rodins wunderschöne und beeindruckende Plastiken haben mich auch sofort in denn Bann gezogen, und ich konnte mich daran kaum sattsehen. Der berühmte „Denker“ hatte es mir genauso angetan, wie der „Kuß“ und die Museumskarte hatte uns den Eintritt verschafft. Es wäre ja fast schwer geworden diesen starken Eindruck, den seine Werke bei mir hinterlassen haben noch zu überbieten, aber in Paris ist alles möglich. Das Musee d’Orsay beherbergt nämlich mein absolutes Lieblingssbild und auch sonst eine der größten Ausstellungen des Impressionismus. Genau diese Stilrichtung hat es mir schon in der Schule angetan, ob Van Gogh oder Monets Seerosen, Degas Tänzerinnen, Manets „Olympia“ oder eben Renoirs „Dance at Le Moulin de la Galette“ (welches ihr Euch hier anschauen könnt: http://www.musee-orsay.fr:8081/ORSAY/orsaygb/COLLEC.NSF/f9bd97bac6dfe5e2c12563c900476718/f2cfa307f994afefc12563cc002aa314?OpenDocument), ich liebe sie alle, und ich wollte da nicht mehr weggehen, ehrlich. Auch hier hätte uns die Museums Karte Eintritt verschafft, wenn das Personal nicht gerade gestreikt hätte und so eh jeder gratis reinkonnte.
Irgendwann musste ich mich aber trennen, denn mein Magen verlangte nach Essen. Richtung Studentenviertel haben wir uns dann auch gestärkt und die anschließende Müdigkeit auf einem Stuhl im Jardin de Luxembourg vertrieben. Übrigens ein sehr beliebtes Ziel an heißen Tagen und es war heiß! Die Stühle muß man sich suchen und wenn man Glück hat findet man auch 2 freie, damit man auch die Füße hochlegen kann. Der Park ist recht schön angelegt, das Wasser in den Springbrunnen aber eher superekelig dreckig. Das ist mir dann auch noch öfter aufgefallen, das darauf nicht so viel Wert gelegt wird. Ich hab Bänke gesehen, da konnte man nur noch ahnen, dass unter der Vogelsch... eine Sitzfläche war, von der Farbe will ich hier gar nicht reden.
Für den Samstag hatten wir uns die Orangerie aufgehoben, denn auch da gibt es noch einige Seerosenbilder von Monet zu sehen – und natürlich noch einiges mehr, das will ich hier ja nicht unterschlagen. Zu unserer Enttäuschung war die Orangerie aber geschlossen und wird wohl erst im nächsten Frühling wieder geöffnet. So sind wir also durch den Tuilieres-Park zum Louvre geschlendert, denn die Mona Lisa wollte ich schon sehen, auch wenn das noch so kitschig erscheinen mag. Mein Fazit zum Louvre: Es ist ein Fundgrube, denn jeder wird etwas finden, was er schon immer mal sehen wollte, aber es ist so groß und weitläufig, dass man wohl an einem Tag nie alles sehen kann – und auch kaum will. Nach 3 Stunden hatte ich jedenfalls keine Aufnahmefähigkeit mehr und wollte mal wieder an die frische Luft.
Tja, dann war es auch schon fast Sonntag und wo geht man Sonntags hin? Auf den Friedhof natürlich (oder auch nicht...) Auch hier habe ich nachgegeben, die Katakomben waren ebenfalls wegen Renovierung zu, dann also Pere Lachaise. Dieser berühmte, große, gotische Friedhof – auf dem man die Gräber so manch bekannter Leute finden kann (wenn man einen Plan hat, denn ansonsten hat man keine Übersicht!). Die meisten Leute wollen zu Jim Morrison – ich nicht, denn mit den Doors verbindet mich so gar nichts, aber was solls – auf zu Jim. Der Spaziergang hat mich eigentlich eher nachdenklich gestimmt und ein wenig gruselig fand ich’s auch. Da gibt es eingefallene Grabstätten und Deckel, die nicht mehr so sitzen, wie sie eigentlich sollten – manch einer wird jetzt lachen, aber ich fand es unheimlich. Aber der Friedhof ist sehr schön angelegt und ein Spaziergang lohnt sich allemal. Auch finden sich hier viele Studenten, die auf alten Gräbern sitzen und Eindrücke auf Bildern festhalten. In gut 2 Stunden hatten wir einige Berühmtheiten gefunden (Oscar Wilde, Edith Piaf, Maria Callas-auch wenn ihre Asche ins Meer gestreut wurde, Dominique Perignon, usw.) Für meinen Teil reicht dieser Spaziergang für eine Weile, denn ein schaler Nachgeschmack ist doch irgendwie geblieben.
Dann war da noch das Musee Marmottan (ich glaub, dass es so hieß) wo die Privatsammlung von Monets Sohn zu bewundern ist. Also wieder Seerosen, aber auch einige schöne andere Bilder und Fotos vom Meister – undbedingt hingehen, wenn man den Impressionismus liebt! Außerdem war da noch Picasso, auch wenn ich darüber nicht viel sagen kann, denn seine Kunst gefällt mir im Original noch weniger (auch wenn ich dafür jetzt vielleicht gesteinigt werde). Natürlich haben wir uns auch dem Eiffelturm genähert, wenn wir auch nicht raufgefahren sind, denn so ganz schwindelfrei war meine Begleitung dann doch nicht. Dafür haben wir den Triumpfbogen erklimmt und der Blick von da oben ist sicher nicht minder beeindruckend. Die Champs Elysées sind wir raufflaniert und auch den Blick von Sacre Coer möchte ich nicht vergessen, wenn auch der Weg nach Montmartre sehr steil ist. Die Künstler dort verbreiten ihren ganz eigenen Flair und die vielen Menschen tun das Ihre dazu. Es gibt wohl immer jemanden der auf den Stufen der Kirche musiziert und es gibt auch immer Touristen, die sich anstecken lassen mitzusingen und zu tanzen. Man kann es da also aushalten und den Tag ruhig ausklingen lassen.
Ich seh schon, dass ich mal wieder viel zu viel geschrieben habe. Aber ein paar allgemeine Worte werden mir doch noch erlaubt sein.
Die Stadt hat mich mehr als nur beeindruckt. Diese schönen alten Häuser, die man bei jedem Spaziergang bewundern kann mit ihren kleinen bepflanzten Balkons sind einfach nur schön. Ich weiß nicht wie ich es anders ausdrücken soll. Die Parks sind immer einen für ein Verweilen gut, sie sind meist sehr großzügig angelegt und belebt, aber das ist überhaupt nicht störend. Im Englischen Garten in München fühl ich mich nicht halb so wohl. Aber – ja es gibt auch ein „aber“ – die Sauberkeit wird nicht gerade Großgeschrieben. Ich glaube jeder 2. Pariser hat einen Hund und dementsprechend gibt es genügend Häufchen, die darauf warten, dass man reintritt. Morgens wenn die Strassenreinigung ihre Arbeit getan hat, hängt ein leichter Gestank wie eine Glocke über der Stadt, den ich hier nicht weiter beschreiben will. Die Menschen sind oft etwas reserviert gegenüber Touristen, die kein Französich können. Man kommt mit Englisch ganz gut durch, besser noch mit Italienisch - Deutsch sollte man oft besser nicht versuchen. Hilfsbereit habe ich kaum jemanden erlebt und auch das ist schade, aber das habe ich auch fast nicht erwartet. Allerdings sind viele Sachen auch nicht gerade touristenfreundlich und Beschriftungen in Museen sind meist nur französisch. Aber man kann nicht alles haben und so schau ich da drüberhinweg und mach mir meinen eigenen Reim drauf. Auch die Preise bedürfen eines „aber“, denn alles ist teuer. Teilweise unverschämt teuer, auch wenn man einiges erwartet hat, wird man ganz schön zu schlucken haben. Die Eintrittspreise liegen so bei 15 Mark pro Person, Essen für 2 so um die 150 Mark (nicht im Zentrum und auch nicht außergewöhnlich gut), selbst für Frühstück beim Bäcker (2 Milchkaffe, 5 Brioche und 2 O-Saft) zahlt man gut und gerne seine 30-40 Mark. Aber man hat ja Urlaub und soll nicht jeden Pfennig zählen und deshalb will ich es dabei belassen. Paris ist eine jederzeit eine Reise wert soviel ist sicher. Wenn man dann noch so superschönes Wetter hatte wie wir, dann macht es gleich noch mal so viel Spaß, denn bei Regenwetter (auch das hatten wir am letzten Tag) ist es eher sehr unangenehm, weil sehr unbeständig (mal kalt mal warm – irgendwie komisch halt und schlecht zu beschreiben).
Ich werde auf jeden Fall noch mal hinfahren, denn es gibt noch so viel zu sehen und meine Füße haben sich auch wieder erholt! (Der Geldbeutel noch nicht, aber daran wird gearbeitet!)
Eine Städtereise sollte es also sein. London, Prag, Amsterdam oder Paris waren die Städte, die es in die engere Wahl geschafft hatten und Paris war mein eindeutiger Favorit, denn da bin ich nämlich noch nie vorher gewesen. Jetzt musste ich nur noch Überzeugungsarbeit leisten. Ich habe mich also an den Computer gesetzt und Flug und Hotel gesucht und Preise verglichen. Nach einigen Stunden war es dann soweit, der Flug war gebucht und das Hotelzimmer reserviert – es konnte also losgehen...
Über den Flug lässt sich weiter nichts sagen, außer dass ich froh war Air France geflogen zu sein, denn Lufthansa zog es ja vor jeden Donnerstag zu streiken. Am Flughafen angekommen, haben wir uns entschieden den Roissy Bus zu nehmen, denn der fuhr bis zur Opera und unser Hotel lag dort in der Nähe. Nach 45 Minuten Fahrt und um je 48 FRF ärmer standen wir vor diesen wunderschönen und riesigen Gebäude mit der goldverzierten Kuppel – die Opera. Noch 2 Metrostationen und wir hatten auch unser Hotel gefunden – Hotel des Arts in der Cité de bergere in einem Hinterhof mit einigen anderen Hotels gelegen – mitten im 9. Arrondissment (schreibt man das jetzt so?) an den Grand Boulevards gelegen. Nicht sehr fein, aber sehr sauber und recht nett anzuschauen, denn vor dem Eingang stehen lauter Pflanzen und ein Graupapagei begrüßt jeden mit seinem Gepfeife. 420 FRF waren also ganz okay fürs Doppelzimmer, Frühstück hätte man extra zahlen müssen 35 FRF).
Schnell umgezogen und Koffer ausgepackt gings dann los, denn ich wollte ja was sehen von der Stadt, über die ich schon so viel gehört hatte. Unser Spaziergang führte uns zu Les Halles, dem Einkaufszentrumkomplex oder wie man das auch immer nennen mag. Und schon auf dem Weg dorthin hätte ich meine komplette Urlaubskasse ausgeben können. In jedem Schaufenster hat mich irgendein Teil angelacht (das passiert mir in Deutschland fast nie). Aber ich wurde gezügelt und musste mich zusammenreißen, denn wir hatten ja noch gar nichts gesehen. Ein paar Strassenecken weiter fanden wir das Centre Pompidou. Dieses abstrakte Gebäude, was eigentlich eher einem Kühlschrank von hinten gleicht mit seinen bunten Versorgungsleitungen, als einem Museum. Naja, immerhin ist es ein Museum für moderne Kunst – die mich mehr abgeschreckt und den Kopf hat schütteln lassen, als in Schwärmereien zu versetzen. Aber dieses „Vergnügen“ hab ich mir erst am letzten Tag gegönnt. Seitlich davon befindet sich der Brunnen mit den lustigen und bunten Nicci Figuren, die sich im Wind drehen. Von dort aus sind wir dann Richtung Notre Dame geschlendert und haben uns unverschämt gutes Eis gegönnt (selbst in Italien hab ich noch kein besseres gegessen). Der Weg dorthin führte uns über einen wunderschönen Blumen- und Vogelmarkt (einen der letzten und größten der Stadt). Notre Dame hat mich geschockt, niemals hätte ich geglaub, dass es so ein gewaltiger Bau sein könnte, der mich regelrecht sprachlos gemacht hat. Innen allerdings hat mich die Dunkelheit erschreckt, also hab ich nur die schöne Glaskunst an den Seitenschiffen bewundert und bin dann wieder rausgegangen, um weiter zu staunen. An der Seine entlang gings dann gen Hotel zurück, allerdings auf dem Boulevard Haussmann und durchs Galeries Lafayette hindurch – wieder staunen, denn die Kuppel ist wirklich beeindruckend und wunderschön – die Sachen, die es zu kaufen gab, haben mich da gleich gar nicht mehr interessiert. Außerdem kannte ich die Berliner Version schon und wusste, dass ich mir dort nichts leisten konnte. Naja fast nichts, denn eine schönes großes, blaues Badetuch mit Asterix Motiv hatte es uns gleich angetan – und was so ein eingefleischter Asterix Fan ist, der musste das einfach haben. Ein Glas Wein noch in unserem Lieblingscafe „Zephyr“ und dann wie tot ins Bett gefallen, denn die Füße wollten nicht mehr so wie ich.
Der nächste Tag sollte nicht weniger anstrengend sein, denn jetzt sollte es ja erst richtig losgehen. Als erstes haben wir eine Metrokarte und eine Carte Musee für 5 Tage erstanden und waren umgerechnet so um die 300 DM los. Die Metrokarte gilt für die beiden Innenraumzonen – also für alles was man so in Paris sehen möchte, wenn aber nach Versailles oder ins Eurodisney will muß man was extra bezahlen – aber da wollten wir ja gar nicht hin. Die Carte Musee berechtigt zu freiem Eintritt in ungefähr 70 staatliche Museen und Monumente in und um Paris. Außerdem hat man z. B. beim Louvre den Vorteil, dass man durch einen Sondereingang hereinkommt, ohne sich in die Schlange an der Glaspyramide anzustellen. Das war aber auch so ziemlich der einzige Vorteil, den ich im Nachhinein feststellen konnte. Viele Museen, die ich mit der Karte hätte besuchen können, haben mich nicht die Bohne interessiert und andere wiederum waren wegen Restaurierung geschlossen oder es waren Privatsammlungen, die nicht auf der Karte standen. Man sollte sich also vorher gut überlegen, was man alles sehen will und ob es sich lohnt, diese Investition zu tätigen. Auch bedarf es einer gewissen Planung, denn manche Museen sind am Montag geschlossen und andere wiederum am Dienstag oder auch sonntags. Die Metrokarte ist es aber auf jeden Fall wert. Denn kein Verkehrsmittel ist in Paris so effektiv und hat ein so dichtes Netz wie die Metro. Manchmal muß man zwar einige Stufen steigen und lange Gänge durchlaufen bis man zur nächsten Umsteigelinie kommt, aber das nimmt man dann schon in Kauf.
Die Voraussetzungen waren also geschaffen und das Vergnügen konnte beginnen. Es war zwar noch etwas früh, denn die meisten Museen öffnen erst so gegen 10 Uhr. Der Weg führte uns nach Invalides, denn das Musee d’Orsay war noch nicht geöffnet. Den Invalidendom haben wir uns nur von weitem angesehen, denn das Grab von Napoleon war eine Sache, die mich so gar nicht reizte. Außerdem ist der Dom auch sehr schön von Außen anzusehen. Auch das Armeemuseum war noch geschlossen – da wollte ich zwar auch nicht unbedingt rein, aber manchmal muß man ja auch nachgeben können. Das Vergnügen ist mir dann aber erspart geblieben, denn in den Fokus unseres Interesses rückt das Rodin Museum, denn das hatte schon auf! Rodins wunderschöne und beeindruckende Plastiken haben mich auch sofort in denn Bann gezogen, und ich konnte mich daran kaum sattsehen. Der berühmte „Denker“ hatte es mir genauso angetan, wie der „Kuß“ und die Museumskarte hatte uns den Eintritt verschafft. Es wäre ja fast schwer geworden diesen starken Eindruck, den seine Werke bei mir hinterlassen haben noch zu überbieten, aber in Paris ist alles möglich. Das Musee d’Orsay beherbergt nämlich mein absolutes Lieblingssbild und auch sonst eine der größten Ausstellungen des Impressionismus. Genau diese Stilrichtung hat es mir schon in der Schule angetan, ob Van Gogh oder Monets Seerosen, Degas Tänzerinnen, Manets „Olympia“ oder eben Renoirs „Dance at Le Moulin de la Galette“ (welches ihr Euch hier anschauen könnt: http://www.musee-orsay.fr:8081/ORSAY/orsaygb/COLLEC.NSF/f9bd97bac6dfe5e2c12563c900476718/f2cfa307f994afefc12563cc002aa314?OpenDocument), ich liebe sie alle, und ich wollte da nicht mehr weggehen, ehrlich. Auch hier hätte uns die Museums Karte Eintritt verschafft, wenn das Personal nicht gerade gestreikt hätte und so eh jeder gratis reinkonnte.
Irgendwann musste ich mich aber trennen, denn mein Magen verlangte nach Essen. Richtung Studentenviertel haben wir uns dann auch gestärkt und die anschließende Müdigkeit auf einem Stuhl im Jardin de Luxembourg vertrieben. Übrigens ein sehr beliebtes Ziel an heißen Tagen und es war heiß! Die Stühle muß man sich suchen und wenn man Glück hat findet man auch 2 freie, damit man auch die Füße hochlegen kann. Der Park ist recht schön angelegt, das Wasser in den Springbrunnen aber eher superekelig dreckig. Das ist mir dann auch noch öfter aufgefallen, das darauf nicht so viel Wert gelegt wird. Ich hab Bänke gesehen, da konnte man nur noch ahnen, dass unter der Vogelsch... eine Sitzfläche war, von der Farbe will ich hier gar nicht reden.
Für den Samstag hatten wir uns die Orangerie aufgehoben, denn auch da gibt es noch einige Seerosenbilder von Monet zu sehen – und natürlich noch einiges mehr, das will ich hier ja nicht unterschlagen. Zu unserer Enttäuschung war die Orangerie aber geschlossen und wird wohl erst im nächsten Frühling wieder geöffnet. So sind wir also durch den Tuilieres-Park zum Louvre geschlendert, denn die Mona Lisa wollte ich schon sehen, auch wenn das noch so kitschig erscheinen mag. Mein Fazit zum Louvre: Es ist ein Fundgrube, denn jeder wird etwas finden, was er schon immer mal sehen wollte, aber es ist so groß und weitläufig, dass man wohl an einem Tag nie alles sehen kann – und auch kaum will. Nach 3 Stunden hatte ich jedenfalls keine Aufnahmefähigkeit mehr und wollte mal wieder an die frische Luft.
Tja, dann war es auch schon fast Sonntag und wo geht man Sonntags hin? Auf den Friedhof natürlich (oder auch nicht...) Auch hier habe ich nachgegeben, die Katakomben waren ebenfalls wegen Renovierung zu, dann also Pere Lachaise. Dieser berühmte, große, gotische Friedhof – auf dem man die Gräber so manch bekannter Leute finden kann (wenn man einen Plan hat, denn ansonsten hat man keine Übersicht!). Die meisten Leute wollen zu Jim Morrison – ich nicht, denn mit den Doors verbindet mich so gar nichts, aber was solls – auf zu Jim. Der Spaziergang hat mich eigentlich eher nachdenklich gestimmt und ein wenig gruselig fand ich’s auch. Da gibt es eingefallene Grabstätten und Deckel, die nicht mehr so sitzen, wie sie eigentlich sollten – manch einer wird jetzt lachen, aber ich fand es unheimlich. Aber der Friedhof ist sehr schön angelegt und ein Spaziergang lohnt sich allemal. Auch finden sich hier viele Studenten, die auf alten Gräbern sitzen und Eindrücke auf Bildern festhalten. In gut 2 Stunden hatten wir einige Berühmtheiten gefunden (Oscar Wilde, Edith Piaf, Maria Callas-auch wenn ihre Asche ins Meer gestreut wurde, Dominique Perignon, usw.) Für meinen Teil reicht dieser Spaziergang für eine Weile, denn ein schaler Nachgeschmack ist doch irgendwie geblieben.
Dann war da noch das Musee Marmottan (ich glaub, dass es so hieß) wo die Privatsammlung von Monets Sohn zu bewundern ist. Also wieder Seerosen, aber auch einige schöne andere Bilder und Fotos vom Meister – undbedingt hingehen, wenn man den Impressionismus liebt! Außerdem war da noch Picasso, auch wenn ich darüber nicht viel sagen kann, denn seine Kunst gefällt mir im Original noch weniger (auch wenn ich dafür jetzt vielleicht gesteinigt werde). Natürlich haben wir uns auch dem Eiffelturm genähert, wenn wir auch nicht raufgefahren sind, denn so ganz schwindelfrei war meine Begleitung dann doch nicht. Dafür haben wir den Triumpfbogen erklimmt und der Blick von da oben ist sicher nicht minder beeindruckend. Die Champs Elysées sind wir raufflaniert und auch den Blick von Sacre Coer möchte ich nicht vergessen, wenn auch der Weg nach Montmartre sehr steil ist. Die Künstler dort verbreiten ihren ganz eigenen Flair und die vielen Menschen tun das Ihre dazu. Es gibt wohl immer jemanden der auf den Stufen der Kirche musiziert und es gibt auch immer Touristen, die sich anstecken lassen mitzusingen und zu tanzen. Man kann es da also aushalten und den Tag ruhig ausklingen lassen.
Ich seh schon, dass ich mal wieder viel zu viel geschrieben habe. Aber ein paar allgemeine Worte werden mir doch noch erlaubt sein.
Die Stadt hat mich mehr als nur beeindruckt. Diese schönen alten Häuser, die man bei jedem Spaziergang bewundern kann mit ihren kleinen bepflanzten Balkons sind einfach nur schön. Ich weiß nicht wie ich es anders ausdrücken soll. Die Parks sind immer einen für ein Verweilen gut, sie sind meist sehr großzügig angelegt und belebt, aber das ist überhaupt nicht störend. Im Englischen Garten in München fühl ich mich nicht halb so wohl. Aber – ja es gibt auch ein „aber“ – die Sauberkeit wird nicht gerade Großgeschrieben. Ich glaube jeder 2. Pariser hat einen Hund und dementsprechend gibt es genügend Häufchen, die darauf warten, dass man reintritt. Morgens wenn die Strassenreinigung ihre Arbeit getan hat, hängt ein leichter Gestank wie eine Glocke über der Stadt, den ich hier nicht weiter beschreiben will. Die Menschen sind oft etwas reserviert gegenüber Touristen, die kein Französich können. Man kommt mit Englisch ganz gut durch, besser noch mit Italienisch - Deutsch sollte man oft besser nicht versuchen. Hilfsbereit habe ich kaum jemanden erlebt und auch das ist schade, aber das habe ich auch fast nicht erwartet. Allerdings sind viele Sachen auch nicht gerade touristenfreundlich und Beschriftungen in Museen sind meist nur französisch. Aber man kann nicht alles haben und so schau ich da drüberhinweg und mach mir meinen eigenen Reim drauf. Auch die Preise bedürfen eines „aber“, denn alles ist teuer. Teilweise unverschämt teuer, auch wenn man einiges erwartet hat, wird man ganz schön zu schlucken haben. Die Eintrittspreise liegen so bei 15 Mark pro Person, Essen für 2 so um die 150 Mark (nicht im Zentrum und auch nicht außergewöhnlich gut), selbst für Frühstück beim Bäcker (2 Milchkaffe, 5 Brioche und 2 O-Saft) zahlt man gut und gerne seine 30-40 Mark. Aber man hat ja Urlaub und soll nicht jeden Pfennig zählen und deshalb will ich es dabei belassen. Paris ist eine jederzeit eine Reise wert soviel ist sicher. Wenn man dann noch so superschönes Wetter hatte wie wir, dann macht es gleich noch mal so viel Spaß, denn bei Regenwetter (auch das hatten wir am letzten Tag) ist es eher sehr unangenehm, weil sehr unbeständig (mal kalt mal warm – irgendwie komisch halt und schlecht zu beschreiben).
Ich werde auf jeden Fall noch mal hinfahren, denn es gibt noch so viel zu sehen und meine Füße haben sich auch wieder erholt! (Der Geldbeutel noch nicht, aber daran wird gearbeitet!)
21 Bewertungen, 3 Kommentare
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18.04.2002, 17:27 Uhr von Danczak
Bewertung: sehr hilfreichOh ja! Genauso ausgiebig wie Dein Bericht werden auch die Fußmärsche durch Paris, wenn man die Stadt kennenlernen will - Gruß Thomas
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18.04.2002, 17:25 Uhr von xenophobe
Bewertung: sehr hilfreichParis zu Fuss ist allerdings eine Herausforderung nach dem einem für Tage die Füsse weh tun. Ich spreche aus Erfahrung...Und Euer Glück, dass ihr kein Taxi genommen habt....
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18.04.2002, 17:21 Uhr von kulosa
Bewertung: sehr hilfreichmhm...mein moni ist zu schmal für deinen bericht
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