Paris Testbericht

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Erfahrungsbericht von Panda

Ein Schweizer im Geschwindigkeitsrausch

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallöchen zusammen

Nach den Ostertagen, wo ich leider arbeiten musste, wollte ich die beiden freien Tage nutzen und ne "kleine" Rundreise machen.
Diese führte mich von Olten mit dem TGV "Lyria" nach Paris, von dort gings weiter mit dem Thalys nach Köln und anschliessend mit der CityNightLine zurück in die Schweiz.

TGV "Lyria"

Unter diesem Namen versteckt sich die ehemalige "Ligne de Coeur" (Linie des Herzens), welche die TGV-Linien von Zürich/Bern und Lausanne nach Paris zusammenfasst.
Ab Zürich fahren täglich zwei TGVs, einer davon mit Halt in Aarau und Olten, via Neuchâtel - Pontarlier - Frasne - Dijon nach Paris-Gare de Lyon.
Ab Lausanne verkehren sogar deren 5 Züge pro Tag.

Die Fahrt im TGV kann nur antreten, wer eine Reservation für diesen Zug vorweisen kann. Auf demselben Fahrschein sind übrigens Billett+Reservation zusammen drauf. Die Preiskategorien sind, ähnlich wie bei Flugreisen, kontingentiert, das heisst wer früh reserviert, kann unter Umständen von einen günstigeren Tarif profitieren. Für mein Junior-Ticket zahlte ich CHF 90.--, was ca. EUR 60.-- entspricht.

Zufälligerweise landete ich in dem Wagen, der zur Hälfte aus der Bordbar und zur anderen aus 2.Klasse-Sitzplätze besteht. Das war praktisch, denn so konnte ich mir meine Croissants und den Kaffee besorgen, ohne durch den halben Zug watscheln zu müssen :-)
Andererseits war es dann mit der Zeit störend, dass die ganze Zeit die Türe auf und zu ging, weil hungrige Mitreisende die Bar aufsuchen wollten...
Über die Mittagszeit kann man hier auch warme Speisen/Snacks zu sich nehmen.

Die Beinfreiheit ist eindeutig mangelhaft, wenn man überdurchschnittlich lange Beine hat. Immer wieder musste ich die Füsse querstellen, Sitzposition verändern etc., damit mir nicht alles einschlief ;-)
In der ersten Klasse wäre dieses Problem weniger vorhanden, mehr als einmal probesitzen konnte ich mir aber nicht leisten...

Zwischen Neuchâtel und Pontarlier wird die Bar rund 45 Minuten lang geschlossen, da hier die Zollformalitäten im Zug erliedigt werden. Befürchten muss man hier selten was, ausser die übliche Fragen nach zu Verzollenden Waren. Höchstens bei Passagieren mit erkennbarer Herkunft von anderen Kontinenten werden Pässe/Visa genauer kontrolliert...

Beim nächsten Bahnhof, Frasne, folgt ein ca. 10minütiger Aufenthalt, da hier die beiden TGV aus Lausanne und Zürich zu einem einzigen Zug vereinigt werden.

Bis Dijon fragt man sich, wieso dieser Zug eigentlich TGV (Train à grande vitesse; Hochgeschwindigkeitszug) heisst, denn wirklich schnell gehts nirgends vorwärts. Zeitweise wars eher ein TPV (Train à petite vitesse)...
In der Schweiz fährt man (momentan zumindest noch) allerhöchstens 160 km/h, auf der französischen Seite siehts nicht anders aus...
Erst auf dem letzten Teilstück gibt der Zug richtig Gas. Handgestoppt ca. 270 km/h bringt der TGV hier hin, für einen nicht tempoverwöhnten Schweizer ein Geschwindigkeitsrausch sondergleichen :-)))

An Bord des Zuges gibt es übrigens auch ein Telefon, über dessen Preise kann ich leider keine Auskunft geben, da ich auch Handy-Besitzer bin und mich daher nicht sonderlich für diese Installation interessierte *gg*

Nach fünfeinhalb Stunden Fahrzeit püntklich in Paris-Lyon angekommen machte ich mich auf zum "Forum des Halles", welches sich auf dem Weg zum Gare du Nord befindet. Hier genoss ich ein wenig Shopping, das herrliche Wetter und die tolle Stimmung im obendran liegenden Park.
Da ich Paris sonst schon recht gut kenne, machte ich hier nur einen Zwischenstopp und begab mich zum Gare du Nord, wo der Thalys nach Köln bereits auf mich wartete.

Thalys
Der Thalys unterscheidet sich von den anderen TGV vorallem durch seine Form und Farbe (weinrot). Er verkehrt vom Pariser Gare du Nord nach Bruxelles - Oostende / Amsterdam / Köln oder Düsseldorf, sowie nach Namur und von Genève zum Eurodisneyland und Bruxelles.
Die Fahrzeit nach Köln beträgt bloss 4 Stunden, der Zug erreicht eine (handgemessene) Höchstgeschwindigkeit von gegen 300 km/h...

In Paris fanden viele der Reisenden trotz Reservationspflicht keinen Platz. Grund: Probleme mit der Zollabfertigung für den Eurostar-Zug nach london. Deshalb wurden viele Passagiere via Bruxelles umgeleitet, was zu einer hoffnungslosen Überfüllung des Zuges führte. Der freundliche, aber bestimmte Schaffner konnte die Aufregung allerdings mindern und fand schlussendlich für fast alle einen (Not-)Sitzplatz.

Das Fahrkartensystem ist übrigens das gleiche wie schon oben beim TGV geschrieben. Als Junior legte ich hier 56 Fränkli, bzw. ca 37 € aus.

Auch hier gibt es eine Bar und ein Bordtelefon, also ähnlich wie oben beschrieben.
Die Hochgeschwindigkeitsstrecke endete hier in Brüssel, allerdings waren einige Bauwerke zu sehen, welche auf eine Verlängerung der Hochgeschwindigkeitsstrecke bis Lüttich hindeuten. Dann wird die Fahrzeit nochmals um ein beachtliches Stück gesenkt werden können.

Im Zug war übrigens ein buntes Nationengemisch. Amerikaner, Deutsche, Schweizer, Franzosen, Belgier, Engländer, Niederländer, Japaner, kaum eine Nation war hier nicht vertreten.
Dies führt zu kuriosen Situationen. Ein amerikanischer Passagier regte sich fürchterlich über eine Französin auf, die ihm sein schönes Jacket zerknitterte. Die Französin fluchte auf Französisch zurück, was aber der Ami nicht verstand. Ein kurioses Sprachenmischmasch war die Folge, welches den ganzen Wagen unterhielt :-)

Die Durchsagen werden in Deutsch, Französisch, Englisch und Flämisch (?) ausgerufen.

Vor Aachen passiert man die Deutsche Grenze, der Bundesgrenzschutz beehrte uns mit einem Besuch und punktueller Passkontrolle. Danach setzten wir die Fahrt fort und erreichten mit bloss fünfminütiger Verspätung Köln Hbf.

Über die Reise mit der CityNightLine werde ich dann schreiben, sobald die entsprechende Kategorie eröffnet wurde :-)

21 Bewertungen, 1 Kommentar

  • larshermanns

    08.04.2002, 17:08 Uhr von larshermanns
    Bewertung: sehr hilfreich

    Du gehst leider nur auf den TGV und Thalys ein. Ein bisschen wenig...immerhin sollte es um den SNCF selbst gehen! Man kann ja auch nicht nur einen Bericht ueber den ICE schreiben, wenn es um die DB allgemein gehen soll!