Pariser Katakomben Testbericht

No-product-image
ab 6,09
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(2)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von willibald-1

Ein Ort, der nachdenklich macht

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ein wirklich lohnendes Besichtigungsziel in Paris sind die Katakomben.

Diese Katakomben waren ursprünglich Steinbrüche. Als die Pariser Friedhöfe in den vergangenen Jahrhunderten, wohl in Folge der Pest, vielleicht auch anderer Epidemien, nicht mehr ausreichten, hat man die Überreste der Verstorbenen - teilweise bereits 10 Jahre nach dem Tod -ausgegraben und in diesen Steinbrüchen untergebracht. Es handelt sich dabei um mehr oder weniger gut erhaltenen Knochen. Für jeden Friedhof gibt es einen eigenen Bereich. Mit Gedenktafeln wird auf die Todesjahrgänge und auf das Umbettungsjahr hingewiesen. Auf z.T. kunstvolle Weise wurden mit den Knochen \"Mauern\" errichtet, hinter denen dann die weniger gut erhaltenen Knochen abgeladen wurden.

Manch ein Besucher mag vorher nicht gewußt haben, was ihn hier unter den Straßen von Paris erwartet. Wir konnten das feststellen an der Hast, mit der manch einer durch die Gänge raste. Es war vielleicht die unerwartete Konfrontation mit dem Lebensende, die diese Leute so eilen ließ.

Ich konnte an diesen vielen Schädeln und anderen Knochen nicht so schnell vorbeigehen. Jeder dieser Schädel bedeutete einmal ein Menschenleben. Einige waren schon seit mehr als 200 Jahren tot. Eine unvorstellbare Zahl von Schädeln liegt hier, mehr oder weniger sichtbar. Manchmal hat man das Gefühl, sie würden einen anschauen. Jeder einzelne hatte eine Geschichte. - Man versteht den Spruch aus dem Buch der Prediger in der Bibel: alles ist nur ein Hauch, ein Nichts... Nach 200 Jahren - vermutlich noch eher - wird sich niemand mehr an Dich erinnern. - Andererseits führt es einem auch vor Augen, wie wichtige diese kurze Zeit des Lebens ist, denn nur jetzt sind wir in der Lage, an unserer Geschichte zu \"schreiben\", nur jetzt leben wir. Irgendwann bleiben von uns auch nur noch so ein paar Knochen übrig, die sich nicht mehr rühren und nur schienbar jemanden anblicken. - Nur jetzt können wir auch unseren Lieben zeigen, was sie uns bedeuten!

Wir haben uns anschließend auf der Straße erst mal ganz fest in den Arm genommen!

7 Bewertungen