Wer hat Angst vorm Schattenmann? (Taschenbuch) / Patterson James Testbericht


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Erfahrungsbericht von vampire-lady
Langeweilige Killerei
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Ich glaube ich geb’s auf. Ich bin wohl kein Thrillertyp – obwohl ich mir wirklich Mühe gebe, aber bei mir kommt meistens dann doch gepflegte Langeweile auf. Den James Patterson Band „wer hat Angst vorm Schattenmann“ habe ich in einem Ramschbuchladen gegriffen (Bastei-Lübbe 399 Seiten, vormals € 8,90). Irgendwo war Patterson mir ein Begriff, da ich mal einen Krimi mit seinem Ermittler Alex Cross in der Glotze gesehen hatte und ganz gut fand, soweit ich mich erinnern kann. (Mit dem Schauspieler von dem ich immer den Namen vergesse. Morgan Freeman???)
Der Inhalt und die Idee hinter der Story und auch der Killer Geoffrey Shafer sind dabei eigentlich gut. Der Exgeheimdienstkiller und jetziger Botschaftssesselfurzer Shafer soll dabei einen würdigen Gegenspieler für den Polizeipsychologen Cross abgeben, denn letzterer wird in das private Rollenspiels Shafers mit reingezogen.
Shafer nämlich ist einer der apokalyptischen Reiter – natürlich der Tod in Person. Zunächst ist das Spiel „die vier Reiter“ nur ein Rollenspiel zwischen vier Kollegen, nur eine Spur makabrer (=chaotisch böse). Statt fröhliche Elfen mit lustigen Zwergen durch Mittelerde traben zu lassen, verbreiten die vier Reiter – rein fiktiv – Mord und Totschlag. Bis Shafer durchknallt und fröhlich massakrierend durch die Lande zieht und das Spiel in die Tat umsetzt. Auch seine Mitspieler können ihn nicht stoppen. Dabei ist er so geschickt in Stadtteilen zu morden, wo gewisse Opfer nicht vermisst werden. Und da seine Würfel seine Taten bestimmen, folgt er keinen bestimmten Mordschema – von Messermetzeleien, Totschlägereien oder simplen Kopfschüssen mit und ohne Vergewaltigung – sein Repertoire ist unerschöpflich. Wie genau Cross auf die Idee kommt, daß er es mit einem Serienkiller zu tun hat, ist mir schleierhaft geblieben. Aber er kommt Shafer auf die Spur. Shafer sieht in Cross einen würdigen Mitspieler und ernennt ihn intern zum 5ten Reiter... und noch bevor Cross das begreift, erhöht Shafer den Einsatz und entführt dessen Verlobte. Die Geschichte wird soweit auf die Spitze getrieben, daß Shafer sogar wegen des Mordes an einer Polizistin vor Gericht gestellt wird, wobei es ihm gelingt, nicht nur freigesprochen zu werden, sondern auch, daß Cross als Mörder da steht. Shafer entwickelt sich eigentlich zurück in das Klischee eines Kindes, das nur im Sinn hat, andere zu quälen, das Frösche aufbläst, Fliegen mit der Lupe grillt und kleine Katzen am Schwanz zieht. Und wirklich, Patterson teilt dem Leser dies auch bald eindeutlich mit: Shafer war als Kind schon scheiße. Seine Ausbildung beim Geheimdienst hat dies noch gefördert.
Die Idee mit der Realisierung des makabren Rollenspiels gefällt mir wirklich gut – hätte für meinen Geschmack noch detaillierter dargestellt werden können. Vor allem hätte ich gern mehr über die anderen drei Mitspieler gewusst. So richtige Sympathlinge sind das nämlich auch nicht. Shafer steht selbst ständig kurz vor der Eskalation und es ist interessant zu erleben, wie er völlig die Grenzen verliert. Leider finde ich den Bezug zum Geheimdienst etwas dick aufgetragen – der Showdown erinnert an einen Bondfilm, wobei Bond wenigstens nicht so blöd ist, sich am Ende auch noch veräppeln zu lassen. Ich will nicht zu viel verraten nur eins: „I’ll be back!“ wie man es aus jedem Horrorfilm kennt.
Von Alex Cross war ich enttäuscht. Im Film kam er charismatischer rüber. In diesem Buch ist er eher langweilig. Der Haupthandlungsstrang ist zwar ganz ok, was anödet ist das drum herum. Alex Privatleben finde ich zum Gähnen. Von seiner Mama und seinen Ablegern will ich echt einfach nichts wissen und auch die Beziehung zu seiner Verlobten ist eher zum abschnarchen. Daher war es mir auch herzlich gleichgültig, als die Gute entführt wurde. Wäre vielleicht ein Grund für mehr Schwung in der Geschichte, war aber dann auch nur eine vorbeischleichende Hoffnung. Natürlich mag es sein, daß man für den Privatplot mehr Sinn hat, wenn man die Bände vorher gelesen hat, weil man dann wahrscheinlich einem roten Faden folgen kann. Das Ende diesen Handlungsstrang ist in diesem Buch auf jeden Fall dann noch einmal ganz dick durch den Honigtopf gezogen worden, was nahezu unerträglich wäre, würde Shafer nicht noch einen drauf setzen können.
Richtig Langeweile kam in den Passagen auf, in denen sich Cross mit seinem verbiesterten Vorgesetzten herumschlagen muß. Ein typisches Krimielement – der heldenhafte Ermittler, der es nicht nur mit Massenmördern aufnimmt, sondern auch heldenhaft gegen miesgelaunte Chefs kämpft. Wie abgedroschen ist das denn? Ich verspürte eine stetige Neigung zum überblättern.
Ein wenig seltsam finde ich die Erzählweise des Buches. Zunächst erwartete ich durchgehend einen Ich-Erzähler, nämlich Herrn Cross. Allerdings wechseln sich diese Passagen mit einem allwissenden Erzähler ab. Dieser berichtet in erster Linie über Shafer, aber auch über einige Nebenfiguren. Als Leser ist man daher informierter als Cross, wenn es darum geht, was Shafer treibt. Auf der anderen Seite ist man uninformierter, wenn es um die Ermittlungsseite geht, weil Cross selbst nicht der Typ ist, der alles erzählt. Gestört wird die Geschichte durch die zeitliche Entwicklung – für meine Begriffe stimmt das Timing einfach nicht. Wenn man bedenkt, daß der Zeitrahmen mehr als ein Jahr umfasst, was man eigentlich erst gegen Buchende realisiert, wirkt die ganze Erzählung nur szenenhaft. Denn von meinem Zeitgefühl beim Lesen, hätte ich behauptet, sie decke etwa 2-3 Monate ab.
Abschließend betrachtet, war ich ungemein enttäuscht. Am meisten weil die gute Grundidee so verhunzt worden ist.
Der Inhalt und die Idee hinter der Story und auch der Killer Geoffrey Shafer sind dabei eigentlich gut. Der Exgeheimdienstkiller und jetziger Botschaftssesselfurzer Shafer soll dabei einen würdigen Gegenspieler für den Polizeipsychologen Cross abgeben, denn letzterer wird in das private Rollenspiels Shafers mit reingezogen.
Shafer nämlich ist einer der apokalyptischen Reiter – natürlich der Tod in Person. Zunächst ist das Spiel „die vier Reiter“ nur ein Rollenspiel zwischen vier Kollegen, nur eine Spur makabrer (=chaotisch böse). Statt fröhliche Elfen mit lustigen Zwergen durch Mittelerde traben zu lassen, verbreiten die vier Reiter – rein fiktiv – Mord und Totschlag. Bis Shafer durchknallt und fröhlich massakrierend durch die Lande zieht und das Spiel in die Tat umsetzt. Auch seine Mitspieler können ihn nicht stoppen. Dabei ist er so geschickt in Stadtteilen zu morden, wo gewisse Opfer nicht vermisst werden. Und da seine Würfel seine Taten bestimmen, folgt er keinen bestimmten Mordschema – von Messermetzeleien, Totschlägereien oder simplen Kopfschüssen mit und ohne Vergewaltigung – sein Repertoire ist unerschöpflich. Wie genau Cross auf die Idee kommt, daß er es mit einem Serienkiller zu tun hat, ist mir schleierhaft geblieben. Aber er kommt Shafer auf die Spur. Shafer sieht in Cross einen würdigen Mitspieler und ernennt ihn intern zum 5ten Reiter... und noch bevor Cross das begreift, erhöht Shafer den Einsatz und entführt dessen Verlobte. Die Geschichte wird soweit auf die Spitze getrieben, daß Shafer sogar wegen des Mordes an einer Polizistin vor Gericht gestellt wird, wobei es ihm gelingt, nicht nur freigesprochen zu werden, sondern auch, daß Cross als Mörder da steht. Shafer entwickelt sich eigentlich zurück in das Klischee eines Kindes, das nur im Sinn hat, andere zu quälen, das Frösche aufbläst, Fliegen mit der Lupe grillt und kleine Katzen am Schwanz zieht. Und wirklich, Patterson teilt dem Leser dies auch bald eindeutlich mit: Shafer war als Kind schon scheiße. Seine Ausbildung beim Geheimdienst hat dies noch gefördert.
Die Idee mit der Realisierung des makabren Rollenspiels gefällt mir wirklich gut – hätte für meinen Geschmack noch detaillierter dargestellt werden können. Vor allem hätte ich gern mehr über die anderen drei Mitspieler gewusst. So richtige Sympathlinge sind das nämlich auch nicht. Shafer steht selbst ständig kurz vor der Eskalation und es ist interessant zu erleben, wie er völlig die Grenzen verliert. Leider finde ich den Bezug zum Geheimdienst etwas dick aufgetragen – der Showdown erinnert an einen Bondfilm, wobei Bond wenigstens nicht so blöd ist, sich am Ende auch noch veräppeln zu lassen. Ich will nicht zu viel verraten nur eins: „I’ll be back!“ wie man es aus jedem Horrorfilm kennt.
Von Alex Cross war ich enttäuscht. Im Film kam er charismatischer rüber. In diesem Buch ist er eher langweilig. Der Haupthandlungsstrang ist zwar ganz ok, was anödet ist das drum herum. Alex Privatleben finde ich zum Gähnen. Von seiner Mama und seinen Ablegern will ich echt einfach nichts wissen und auch die Beziehung zu seiner Verlobten ist eher zum abschnarchen. Daher war es mir auch herzlich gleichgültig, als die Gute entführt wurde. Wäre vielleicht ein Grund für mehr Schwung in der Geschichte, war aber dann auch nur eine vorbeischleichende Hoffnung. Natürlich mag es sein, daß man für den Privatplot mehr Sinn hat, wenn man die Bände vorher gelesen hat, weil man dann wahrscheinlich einem roten Faden folgen kann. Das Ende diesen Handlungsstrang ist in diesem Buch auf jeden Fall dann noch einmal ganz dick durch den Honigtopf gezogen worden, was nahezu unerträglich wäre, würde Shafer nicht noch einen drauf setzen können.
Richtig Langeweile kam in den Passagen auf, in denen sich Cross mit seinem verbiesterten Vorgesetzten herumschlagen muß. Ein typisches Krimielement – der heldenhafte Ermittler, der es nicht nur mit Massenmördern aufnimmt, sondern auch heldenhaft gegen miesgelaunte Chefs kämpft. Wie abgedroschen ist das denn? Ich verspürte eine stetige Neigung zum überblättern.
Ein wenig seltsam finde ich die Erzählweise des Buches. Zunächst erwartete ich durchgehend einen Ich-Erzähler, nämlich Herrn Cross. Allerdings wechseln sich diese Passagen mit einem allwissenden Erzähler ab. Dieser berichtet in erster Linie über Shafer, aber auch über einige Nebenfiguren. Als Leser ist man daher informierter als Cross, wenn es darum geht, was Shafer treibt. Auf der anderen Seite ist man uninformierter, wenn es um die Ermittlungsseite geht, weil Cross selbst nicht der Typ ist, der alles erzählt. Gestört wird die Geschichte durch die zeitliche Entwicklung – für meine Begriffe stimmt das Timing einfach nicht. Wenn man bedenkt, daß der Zeitrahmen mehr als ein Jahr umfasst, was man eigentlich erst gegen Buchende realisiert, wirkt die ganze Erzählung nur szenenhaft. Denn von meinem Zeitgefühl beim Lesen, hätte ich behauptet, sie decke etwa 2-3 Monate ab.
Abschließend betrachtet, war ich ungemein enttäuscht. Am meisten weil die gute Grundidee so verhunzt worden ist.
56 Bewertungen, 1 Kommentar
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30.05.2005, 13:25 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreichkrieg' ich immer das unwiderstehliche verlangen nach einem weltrekordversuch im 'bücher-weitwurf'<grins>
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