Physik Testbericht

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Erfahrungsbericht von Dr_Test

Physikstudium an der Universität Leipzig

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Eines erstmal vorweg... Physik gehört zu den schwersten Studiengängen überhaupt und ist nicht für Leute gedacht, die einfach mal so studieren wollen um zu studieren. Solche Leute bestimmen eintscheidend das Niveau der Ausbildung an einer Hochschule mit, in dem sie es einfach nach unten korrigieren.
An der Universität Leipzig bleiben von diesen Leuten allerdings nach dem Vordiplom nicht mehr viele übrig. Ich möchte auch hier nur den Weg bis dorthin beschreiben und bewerten, da ich selbst erst im 5. Semester bin.

Der Physikstudiengang ist hier NICHT Zulassungsbeschränkt, jeder mit Abitur darf hier Physik studieren.

Das Grundstudium belegen Physik-Diplom-, Meteorologie-, Lehramt Physik-, Geologie- und Geophysikstudenten bis auf das nebenfach (welches bei den NichtPhysikern aus Vorlesungen aus Ihrem Fachbereich besteht) weitestgehend zusammen. Nach dem Vordiplom hat man ohne hindernisse die Möglichkeit zwischen diesen Studiengängen zu wechseln.

Zunächst hat man also im ersten Semester Experimentalphysik, Lineare Algebra, Analysis und ein Nebenfach...(im normalfall -> und auch empfehlenswert Chemie).
Der 2-Semestrige Chemiekurs wird auf eins komprimiert (2 Vorlesungen statt einer) und endet mit einem 2 Wochen Blockpraktikum in den Semesterferien, und der Möglichkeit gleich nach dem ersten Semester die Vordiplomprüfung abzulegen. Dazu würd ich jedem raten, da nach dem 4. Semester die anderen 3 Prüfungen folgen und diese nicht zu den leichtesten gehören. Alternativ kann man sich auch ein anderes Nebenfach nehmen allerdings muss man sich hier selbst um die Lehrveranstaltungen kümmern.
Die Mathematikvorlesungen werden die ganzen 4 Semester speziell für Physiker gehalten. Sie Unterscheiden sich im Inhalt besonders dadurch von den Vorlesungen für Mathematiker, dass die gebrachten Rechenbeispiele / Übungs- und Klausuraufgaben zum Teil aus Physikalischen Anwendungen kommen. Das Niveau der Mathematik Vorlesungen:
1. Semster Algebra und Analysis I
2. Semester Analysis II und Gewöhnliche Differentialgleichungen
3. Semester Analysis III (Funktionentheorie)
4. Semester Analysis IV (Partielle Differentialgleichungen)
ist hoch. Man muss aber nur in 3 dieser Vorlesungen die Klausuren bestehen und die Übungsaufgaben machen (den Leistungsschein machen) um zur Prüfung zugelassen zu werden.. aber HÜTET EUCH davor.. macht so viel wie möglich.. den in der Prüfung wird alles verlangt und wer gleich mitarbeitet hats leichter.
Es empfiehlt sich auch unbedingt die im ersten Semester angebotene Zusatzvorlesung \"Mathematische Hilfsmittel für Physiker\" zu besuchen.
Die ist a) richtig gut und b) erleichtert sie den Einstig und die Arbeit mit der Mathematik sehr.

Weiter gehts mit Experimentalphysik..die Qualität der Vorlesung hängt sehr vom Professor ab. Wir haben hier von allem was dabei. Auf jeden Fall ist aber Ex-Physik das Fach wo man am ehesten bestehen sollte. Wer merkt dass er mit Experimentalphysik NICHT klarkommt wird wohl kaum die Theoretische Physik schaffen in Leipzig.
Die hat hier ein Sehr hohes Niveau. und stellt extrem hohe Anforderungen an die Studenten. Es beginnt im 3. Semester mit theoretischer Mechanik, gefolgt von Theoretischer Elektrodynamik im 4. und der Quantenmechanikreihe sowie statistischer Physik im 5.-7. Semester. Studenten die von anderen Universitäten nach Leipzig wechseln, müssen errungene Leistungsscheine in theoretischer Physik wegen des hohen Niveaus hier zum Teil wiederholen.

Weiterhin gibt es noch das Praktikum ... jeden Donnerstag 4 Stunden mit sofortiger Auswertung des Experiments vom 2.-4. Semster.. hier sind Experimente aller SChwierigkeitsstufen enthalten die einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit geben und die Grundlage für das weitestgehend selbstständigere Fortgeschrittenenpraktikum im Hauptstudium bilden.

Hat man nach dem 4. Semster alle vorraussetzungen für die Prüfungen erfüllt (2 Scheine Ex-Physik, 3x Mathe, 3x Praktikum, 1x Theoretische Physik).. so kann man sofort das Vordiplom machen (man hat dazu bis zum 6. Semster zeit wenn man durchfallen sollte oder die Vorraussetzungen noch nicht sofort hat).

Die allesamt mündlichen Prüfungen sind grundsätzlich in lockerer Atmosphäre, fair und angenehm (ist aber vom Professor abhängig -> meine Prüfungen waren es).
Man bekommt besonders in der Theoretischen Physik prüfung detailliert eine mündliche Auswertung und eine sicherlich strenge aber gerechte Bewertung. Dabei lassen die Professoren auch die Vorleistungen (wann hat man wie Übungsaufgaben abgegeben..-> je mehr und kontinuierlicher man im vorfeld gearbeitet hat desto einfacher die Prüfung) mit einfließen. Bei Versagen ist eine Nachprüfung ohne weiteres nach Absprache mit dem Professor möglich.

Nach dem Vordiplom geht es dann mit einer Pflichtvorlesung Theoretische Physik und einer in Experimentalphysik, sowie dem Fortgeschrittenenpraktikum..(die Pflichtvorlesungen verhindern das total zum Fachidioten verkommen).

Alles Weitere muss man sich selbst organisieren...das sind dann die Nebenfächer (Physikalisches und Nichtphysikalisches).. das Angebot an physikalischen Wahlfächern ist groß und Niveauvoll.. es reicht von Biophysik über Theorie der elementarteilchen bis zu Spektroskopie und Astrophysik. Hier finden dann Kurse im kleinen Kreis (mit 3 bis 10 Leuten zum Teil) in einer sehr angenehmen Atmosphäre statt. Allerdings weiß irgendwie immer keiner so richtig wie das mit den nebenfächern funktioniert. (hier gibt es vielleicht in der Organisation und INformation noch das eine oder andere zu verbessern).

Das 8. Semester steht voll und ganz für die Wahlpflichtfächer zur Verfügung bevor man dann im 9. und 10. an der Diplomarbeit schreibt.

Allgemein finden die Lehrveranstaltungen (Vorlesungen mit dazugehörigen Seminaren) in modern ausgestatteten und angenehmen Räumen / Hörsäälen statt. Auch die Praktikumsausstattung ist zeitgemäß. -> Da haben wir einfach Glück, dass die Physik-Uni erst renoviert wurde.. udn die Chemie einen kompletten Neubau bekommen hat :).

Alles in Allem kann ich jedem empfehlen, der Physik auf hohem Niveau studieren will, oder sich auf theoretische Physik spezialisieren will nach Leipzig zu gehen. Hier ist NOCH keine Massenabfertigung wie in anderen Universitäten.. (auch wenn es von Jahr zu Jahr mehr Studenten werden) und im Grundstudium die Hörsääle voll sind.
Ein wenig fehlt es vielleicht an der Praxis. Es wird vielleicht zu wenig Praktikum gemacht. Dies lässt sich aber im Hauptstudium durch die Wahl eines Physikalischen Nebenfachs mit Praktikum ausgleichen.

Noch kurz allgemein zum Studium:

Man bezahlt im Semster einen Beitrag von 56 Euro .. der einen Zuschuss zum Mensaessen enthält sowie einen Sockelbeitrag für das Semesterticket, durch den man jeden Tag von 19-4 Uhr und am Wochenende kostenlos straßenbahn fahren kann (das echte semesterticket für den rest der woche kostet dann nochmal 49 euro). ist aber wenn man in den Studentenwohnheimen Phillip-Rosenthalstraße oder Straße des 18. Oktober wohnt (die übrigens sehr angenehm überraschen) nicht von nöten da man dann einen Weg zur Uni hat von so 5 Min zu Fuss.
Ich empfehle aber, sich bereits im April um einen Wohnheimplatz in einem dieser Wohnheime zu bemühen.

So das wars aber nu und viel Spaß beim Studieren.

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