Physik Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2007
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Erfahrungsbericht von leser@tte
Diplom Physik in Braunschweig
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Eigentlich hatte es mich ja interessiert, was andere über das Physikstudium in Braunschweig denken, aber Alles was ich bei ciao fand, wo ich zuerst nachschaute, war eine Aufforderung: Schreiben Sie den ersten
Bericht zu Physik - Techn. Uni, Braunschweig – die ich jetzt einfach mal in die Tat umsetze. Da auch bei Yopi lediglich ein Beitrag zu dem Themengebiet existiert werde ich auch mal hier zu einer Erweiterung beitragen.
Schließlich habe ich ja Physik in Braunschweig studiert und sollte eigentlich einiges darüber schreiben können.
Wer nach Braunschweig kommt um Physik zu studieren mag die unterschiedlichsten Gründe haben. Fachlich gibt es bei uns eigentlich zwei große Bereiche: Geophysik und Festkörperphysik, wobei die letztere sich auf mehrere Institute verteilt.
Dabei muß ich sagen, daß ich zu Beginn meines Studiums gar nicht wußte, was Festkörperphysik eigentlich ist. Ich befürchte auch, daß es kaum jemandem helfen wird, wenn ich jetzt sage, daß es sich um die Physik der kondensierten Materie handelt. Nun jedenfalls ist es ein recht weites Feld von Supraleitung bis Halbleitertechnik – von mechanischen über magnetische und optische zu elektrischen Eigenschaften von allem möglichen eigentlich...
Nun, da ich lediglich mal in die Geophysik reingeschnuppert habe und auch nicht auf Lehramt studiert habe möchte ich hier etwas zum Diplomstudiengang Physik schreiben.
Dabei ist in Braunschweig auch noch zwischen dem normalen und dem intensiven Studiengang zu unterscheiden. Den Intensivstudiengang gibt es erst recht neu. Dieser ermöglicht es das Studium in 8 Semestern – also 4 Jahren – abzuschließen, ist dafür aber in meinen Augen sehr verschult. Als ich angefangen habe zu studieren gab es den jedenfalls noch nicht und auch heute hätte ich keine Lust auf diesen Studiengang. Aber es gibt ja auch noch weiterhin die Möglichkeit ganz normal zu studieren.
WIE ALLES ANFÄNGT
Das Grundstudium beläuft sich auf 4 Semester und vermittelt einige mathematische und chemische Grundlagen, sowie die ersten 4 Vorlesungen in Experimentalphysik und 2 Vorlesungen in theoretischer Physik (Mechanik und Elektrodynamik). In der Regel müssen für alle Scheine Klausuren geschrieben werden. Um für die Mathe und Theorie Klausuren zugelassen zu werden ist zudem notwendig einen gewissen Prozentsatz (meist 2/3) aller Hausaufgaben richtig gelöst zu haben. Das kann schon ganz schön nerven.
Zusätzlich muß ein chemisches Praktikum absolviert werden, welches ich damals eher halbherzig von den Chemikern betreut empfand, und 40 Praktikumsversuche zur Experimentalphysik sind zu bewältigen. Hier wird oft gesagt, daß Braunschweig recht großen Wert auf die Praktika legt. Meist fand ich die Versuche auch sehr nett.
Hat man das hinter sich kann man sich zur Vordipomsprüfung anmelden und anschließend mit dem Hauptstudium beginnen. Bis zu diesem Punkt hatten etwa die Hälfte derer, die mit mir das Studium begonnen haben, aufgehört oder gewechselt. Wer das Vordiplom besteht macht aber dann aber in der Regel auch das Diplom.
IM HAUPTSTUDIUM...
... beginnt dann etwas die Spezialisierung. Grob gesehen gibt es die Wahl zwischen der Geophysik, sowie Theoretischer Physik oder Experimentalphysik. Neben den allgemeinen Pflichtveranstaltungen sollte man sich hier einige Spezialvorlesungen anhören um irgendwann in einem der Institute seine Diplomarbeit zu machen.
Zu den Pflichtveranstaltungen gehören weitere Mathevorlesungen wie DGL oder Funktionentheorie, weitere Experimentalphysikvorlesungen und theoretische Vorlesungen in Quantenmechanik und Thermodynamik bzw. Statistischer Physik. Auch weitere Praktikumsversuche sind zu erfüllen, wobei diese jetzt in der Regel nich an einem Nachmittag zu bewältigen sind und einen tieferen Einblick in die einzelnen Institute ermöglichen sollen.
Zudem ist es nötig sich ein Nebenfach zu suchen, den zum Diplom kommen neben der schriftlichen Arbeit – welche bei uns ein Jahr dauert – auch noch vier Prüfungen in theoretischer, technischer und experimenteller Physik, sowie in dem Nebenfach. Oft bietet sich hier sicher Mathe oder Chemie an, man kann aber auch etwas anderes beantragen, was dann aber oft einer Begründung bedarf. So habe ich mich für Philosophie entschieden, was ich als sehr interessant empfand.
UND DAS ENDE
Ist dann mit der Abgabe der Arbeit und der letzten Prüfung besiegelt.
WEITERE INFOS
Sollten nach meiner Meinung auf keinen Fall bei der Zentralen Studienberatung eingeholt werden. Dort war ich einmal und nie wieder und habe eigentlich nur mitbekommen, daß man nach deren Meinung vielleicht besser überhaupt nicht studiert.
Die aktuellen Regularien finden sich in der Diplomprüfungsordnung, welche man beim Fachbereichssekretariat bekommt. Der Fachbereich (Nummer 2!) ist auch im Internet vertretten, allerdings werden die Seiten gerade umgestaltet und ihr müßt Euch wohl über www.tu-braunschweig.de dort hinklicken. (Die alten Seiten waren unter der kurzen www.tu-bs.de Adresse schneller eingetippt...)
Eine gute Adresse ist sicher auch die Fachgruppe/Fachschaft. (Auch im Internet vertreten und über die Fachbereichsseiten zu finden!) Dort bekommt man z. B. auch alte Prüfungprotokolle und alte Arbeiten um sich vorzubereiten.
UND SONST:
Angenehm empfand ich am Studium in Braunschweig, daß der Fachbereich eine überschaubare Größe hat und man irgendwann alle Studenten und Dozenten kennt. In größeren Unis ist das schon mal oft unpersönlicher.
Auch die Stadt hat eine angenehme Größe. Es ist eigentlich immer irgendwo etwas los, aber man verliert sich auch nicht so leicht aus den Augen.
Zudem gibt es im Umfeld auch einige Institute, wie die DLR, die PTB oder das Fraunhofer IST. Hier bietet sich u.a.die Möglichkeit ein Praktikum oder auch eine externe Diplomarbeit zu machen.
Ich denke das Physikstudium in Braunschweig kann ich durchaus weiterempfehlen.
P.S.: Die Angaben zu Handhabung und Preis/Leistungverhältnis bitte ich nicht zu sehr beachten. Wieso man dies hier bei einem Studium angeben soll ist mir nicht ganz klar.
Bericht zu Physik - Techn. Uni, Braunschweig – die ich jetzt einfach mal in die Tat umsetze. Da auch bei Yopi lediglich ein Beitrag zu dem Themengebiet existiert werde ich auch mal hier zu einer Erweiterung beitragen.
Schließlich habe ich ja Physik in Braunschweig studiert und sollte eigentlich einiges darüber schreiben können.
Wer nach Braunschweig kommt um Physik zu studieren mag die unterschiedlichsten Gründe haben. Fachlich gibt es bei uns eigentlich zwei große Bereiche: Geophysik und Festkörperphysik, wobei die letztere sich auf mehrere Institute verteilt.
Dabei muß ich sagen, daß ich zu Beginn meines Studiums gar nicht wußte, was Festkörperphysik eigentlich ist. Ich befürchte auch, daß es kaum jemandem helfen wird, wenn ich jetzt sage, daß es sich um die Physik der kondensierten Materie handelt. Nun jedenfalls ist es ein recht weites Feld von Supraleitung bis Halbleitertechnik – von mechanischen über magnetische und optische zu elektrischen Eigenschaften von allem möglichen eigentlich...
Nun, da ich lediglich mal in die Geophysik reingeschnuppert habe und auch nicht auf Lehramt studiert habe möchte ich hier etwas zum Diplomstudiengang Physik schreiben.
Dabei ist in Braunschweig auch noch zwischen dem normalen und dem intensiven Studiengang zu unterscheiden. Den Intensivstudiengang gibt es erst recht neu. Dieser ermöglicht es das Studium in 8 Semestern – also 4 Jahren – abzuschließen, ist dafür aber in meinen Augen sehr verschult. Als ich angefangen habe zu studieren gab es den jedenfalls noch nicht und auch heute hätte ich keine Lust auf diesen Studiengang. Aber es gibt ja auch noch weiterhin die Möglichkeit ganz normal zu studieren.
WIE ALLES ANFÄNGT
Das Grundstudium beläuft sich auf 4 Semester und vermittelt einige mathematische und chemische Grundlagen, sowie die ersten 4 Vorlesungen in Experimentalphysik und 2 Vorlesungen in theoretischer Physik (Mechanik und Elektrodynamik). In der Regel müssen für alle Scheine Klausuren geschrieben werden. Um für die Mathe und Theorie Klausuren zugelassen zu werden ist zudem notwendig einen gewissen Prozentsatz (meist 2/3) aller Hausaufgaben richtig gelöst zu haben. Das kann schon ganz schön nerven.
Zusätzlich muß ein chemisches Praktikum absolviert werden, welches ich damals eher halbherzig von den Chemikern betreut empfand, und 40 Praktikumsversuche zur Experimentalphysik sind zu bewältigen. Hier wird oft gesagt, daß Braunschweig recht großen Wert auf die Praktika legt. Meist fand ich die Versuche auch sehr nett.
Hat man das hinter sich kann man sich zur Vordipomsprüfung anmelden und anschließend mit dem Hauptstudium beginnen. Bis zu diesem Punkt hatten etwa die Hälfte derer, die mit mir das Studium begonnen haben, aufgehört oder gewechselt. Wer das Vordiplom besteht macht aber dann aber in der Regel auch das Diplom.
IM HAUPTSTUDIUM...
... beginnt dann etwas die Spezialisierung. Grob gesehen gibt es die Wahl zwischen der Geophysik, sowie Theoretischer Physik oder Experimentalphysik. Neben den allgemeinen Pflichtveranstaltungen sollte man sich hier einige Spezialvorlesungen anhören um irgendwann in einem der Institute seine Diplomarbeit zu machen.
Zu den Pflichtveranstaltungen gehören weitere Mathevorlesungen wie DGL oder Funktionentheorie, weitere Experimentalphysikvorlesungen und theoretische Vorlesungen in Quantenmechanik und Thermodynamik bzw. Statistischer Physik. Auch weitere Praktikumsversuche sind zu erfüllen, wobei diese jetzt in der Regel nich an einem Nachmittag zu bewältigen sind und einen tieferen Einblick in die einzelnen Institute ermöglichen sollen.
Zudem ist es nötig sich ein Nebenfach zu suchen, den zum Diplom kommen neben der schriftlichen Arbeit – welche bei uns ein Jahr dauert – auch noch vier Prüfungen in theoretischer, technischer und experimenteller Physik, sowie in dem Nebenfach. Oft bietet sich hier sicher Mathe oder Chemie an, man kann aber auch etwas anderes beantragen, was dann aber oft einer Begründung bedarf. So habe ich mich für Philosophie entschieden, was ich als sehr interessant empfand.
UND DAS ENDE
Ist dann mit der Abgabe der Arbeit und der letzten Prüfung besiegelt.
WEITERE INFOS
Sollten nach meiner Meinung auf keinen Fall bei der Zentralen Studienberatung eingeholt werden. Dort war ich einmal und nie wieder und habe eigentlich nur mitbekommen, daß man nach deren Meinung vielleicht besser überhaupt nicht studiert.
Die aktuellen Regularien finden sich in der Diplomprüfungsordnung, welche man beim Fachbereichssekretariat bekommt. Der Fachbereich (Nummer 2!) ist auch im Internet vertretten, allerdings werden die Seiten gerade umgestaltet und ihr müßt Euch wohl über www.tu-braunschweig.de dort hinklicken. (Die alten Seiten waren unter der kurzen www.tu-bs.de Adresse schneller eingetippt...)
Eine gute Adresse ist sicher auch die Fachgruppe/Fachschaft. (Auch im Internet vertreten und über die Fachbereichsseiten zu finden!) Dort bekommt man z. B. auch alte Prüfungprotokolle und alte Arbeiten um sich vorzubereiten.
UND SONST:
Angenehm empfand ich am Studium in Braunschweig, daß der Fachbereich eine überschaubare Größe hat und man irgendwann alle Studenten und Dozenten kennt. In größeren Unis ist das schon mal oft unpersönlicher.
Auch die Stadt hat eine angenehme Größe. Es ist eigentlich immer irgendwo etwas los, aber man verliert sich auch nicht so leicht aus den Augen.
Zudem gibt es im Umfeld auch einige Institute, wie die DLR, die PTB oder das Fraunhofer IST. Hier bietet sich u.a.die Möglichkeit ein Praktikum oder auch eine externe Diplomarbeit zu machen.
Ich denke das Physikstudium in Braunschweig kann ich durchaus weiterempfehlen.
P.S.: Die Angaben zu Handhabung und Preis/Leistungverhältnis bitte ich nicht zu sehr beachten. Wieso man dies hier bei einem Studium angeben soll ist mir nicht ganz klar.
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