Piazza Venezia & Nationaldenkmal Testbericht

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Erfahrungsbericht von direx

Eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

1999 waren meine Frau und ich vier Tage auf einer Städteflugreise in Rom. Von den Hauptstädten, die ich bisher gesehen habe, ist Rom wahrscheinlich eine der schönsten mit vielen und interessanten Sehenswürdigkeiten.

Aber was ich genau so bestaunt habe wie die vielen „normalen“ Sehenswürdigkeiten, war der römische Straßenverkehr.
Und hier vor allem am Piazza Venezia mit dem imposanten Nationaldenkmal im Hintergrund.
Hatte ich gleich zu Beginn am ersten Tag unseres Rundganges durch die Stadt den für mich chaotischen, aber dennoch flüssigen Verkehr bestaunt, so war ich am Piazza Venezia darüber ganz perplex. Wir kamen zu der Kreuzung, die ganau gegenüber dem Nationaldenkmal liegt - hier kommen vier breite, mehrspurige Straßenzüge und eine weniger breite (zweispurig) Straße, die in die Altstadt weiterführt, zusammen. Hunderte, ja tausende Rollerfahrer und ebenso viele Autos kamen aus allen Richtungen, fuhren kreuz und quer, man hörte Hupen, lautes Palaver von den Rollern und - für mich das Wundersame - alles funktionierte reibungslos.
Obwohl keine Ampel den Verkehr regelte - nein, ziemlich in der Mitte der Kreuzung, auf einem kleinen runden Sockel stand ein Polizist und regelte den Verkehr. Aber wie? Er stand da, „arbeitete“ mit seinen Armen wie ein Dirigent und hatte eine Trillerpfeife im Mund. Mit der pfiff er ständig herum, aber nie böse, sondern er lächelte Auto- oder Rollerfahrer sogar an, die seinen Handbewegungen nicht immer sogleich folgten. Manchmal blieb ein Autofahrer mitten auf der Kreuzung neben ihm stehen, wechselte auf die typische laute italienische Art (wo man nicht weiß, ob freundlich oder böse gemeint) ein paar Worte mit ihm und fuhr dann weiter.

An der Straßenecke zur Altstadt saßen wir am Gehsteig an einem Tisch eines Straßencafes und tranken einen Capuccino und danach einige Mineralwasser. Meine Frau wollte schon längst weitergehen, aber ich sagte: „Bleiben wir noch ein wenig, es ist unmöglich, dass hier nichts passiert. Zumindest einen Blechschaden müsste es hier jede halbe Stunde geben.“ Aber nichts passierte. Neben uns am Straßenrand standen zwei oder manchmal auch drei andere Polizisten zusammen und plauderten - der von der Kreuzungsmitte kam auch manchmal dazu und der Verkehr funktionierte ohne Regelung trotzdem. Auto- und Rollerfahrer blieben öfter neben den Polizisten direkt am Straßenrand an der Kreuzung stehen und plauderten auch mit den Polizisten. Alles Dinge, die bei uns undenkbar wären.

Seitdem habe ich schon oft gesagt, dass jeder unserer (oft kleinlichen) Verkehrspolizisten verpflichtet werden müsste, auf Exkursion nach Rom zu fahren und da (besonders am Piazza Venezia) einige Tage den Verkehr beobachten müsste. Viele würden nicht mehr so kleinlich sein.

Fairerweise muss man allerdings auch sagen, dass auch die Autofahrer bei uns eine ganz andere Mentalität haben. Für die Italiener ist das Auto sicher nicht so wie bei uns eine heilige Kuh. Bei uns gibt es nicht annähernd so viele Autos mit kleinen Blechschäden wie in Rom. Die Fahrer sind bei weitem nicht so aggressiv gegeneinander, sondern lachen und winken auch, wenn sie wegen eines anderen einmal bremsen müssen.

Einige werden meine Meinung vielleicht jetzt schlechter bewerten, weil ich ihrer Ansicht nach das Thema verfehlt hätte, aber für mich war neben den vielen interessanten Sehenswürdigkeiten in Rom der Straßenverkehr - und da besonders am Piazza Venezia - ebenso sehenswert. Wer einmal dorthin kommt, soll ein wenig stehen bleiben und den Verkehr beobachten - es ist faszinierend anzusehen wie das funktioniert.

16 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Katja204

    07.05.2008, 13:37 Uhr von Katja204
    Bewertung: sehr hilfreich

    bin da auch immer wieder gern

  • TheGreatMaster

    11.03.2002, 22:27 Uhr von TheGreatMaster
    Bewertung: sehr hilfreich

    Nach Rom würde ich auch gerne mal fahren. Gruß TheGreatMaster.

  • dieda

    11.03.2002, 21:14 Uhr von dieda
    Bewertung: sehr hilfreich

    doch, es wäre gut gewesen, etwas über die Preise und die Sehenswürdigkeiten zu schreiben