Polen Testbericht

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Erfahrungsbericht von Sunnymaus

Wroclaw- Die Stadt meiner Austauschschülerin

Pro:

interessante Stadt, die für jeden etwas zu bieten hat

Kontra:

*g* Wenn man eher von einem kleinen Örtchen kommt, kann man sich schon mal ab und zu verlaufen

Empfehlung:

Ja

Dzien dobry! (Guten Tag)

Meine Schule hat eine Partnerschule in Wroclaw(Breslau)/ Polen. Ich war Mitte Oktober 2003 für 10 Tage in Wroclaw. Heute möchte ich euch die Stadt von meiner Partnerin Ela vorstellen, die seid heute wieder in Wroclaw ist.

Breslau, die Hauptstadt der Wojewodschaft Niederschlesien, ist eine der ältesten und schönsten Städte in Polen.

Breslau liegt in direkter Nachbarschaft zu der Grenze der Tschechischen Republik und Deutschlands.

Am Fuße des Sudetengebirges, an der Oder gelegen, mit zahlreichen Nebenflüssen und Kanälen durchgeschnitten, begeistert die Stadt mit ihrer Schönheit und dem einmaligen Charakter.

Aufgrund der zahlreichen Brücken und Stege wird die Stadt auch als Venedig Polens bezeichnet.

Breslau hat 634.000 (Stand 2002) Einwohner und ist damit die viertgrößte Stadt Polens.

Breslau hat eine Fläche von 293 km2

Wroclaw ist eine Stadt, in der sich die Einflüsse von verschiedenen Kulturen und Völker gekreuzt haben. Die Geschichte von Wroclaw reicht in das 10. Jahrhundert zurück, als der legendäre Prinz Vratislav die Stadt gründete.

Die mehrmaligen Änderungen der Staatsangehörigkeit von Wroclaw, sowie verschiedene kulturellen Einflüsse haben ihre Spuren in der Sphäre der materiellen und geistigen Kultur hinterlassen.
Der Name der Stadt selbst wurde mehrmals geändert (Wrotizla, Wretslaw, Presslaw, Bresslau, Breslau etc.).

Die letzten Monate des Zweiten Weltkrieges, als während erbitterter Kämpfe 70% der Stadt zerstört wurde, haben sich dramatisch in der Geschichte von Wroclaw eingeschrieben. Trotz enormer Zerstörung, hat die Stadt dank großer Mühe ihren Glanz zurückbekommen und ist heute eine der schönsten Städte Europas.

Breslau ist auch ein wichtiges politisches, ökonomisches, kulturelles und wissenschaftliches Zentrum. Die günstige Lage und das dichte Netz von Straßen und Wasserrouten ermöglichten eine schnelle ökonomische Entwicklung der Stadt und der Region.

Wroclaw ist ein hoch entwickeltes Universitätszentrum mit zwanzig Hochschulen, darunter die Universität und die Technische Universität.

Das zeitgenössische Wroclaw ist ein dynamisches Kulturzentrum. Es ist ein Ort von avantgardistischen Theatervorhaben, wie z.B. Pantomima Theater von Henryk Tomaszewski oder Laboratorium Theater von Jerzy Grotowski, sowie von vielen internationalen Festivals.

Das größte von diesen Festivals ist das internationale Festival \"Vratislavia Cantans\". Festival \"Jazz an der Oder\", Musiktage Alter Meister, Wroclaw Theatertage der Einmanntheater und der kleinen Theaterformen, oder Internationales Festival \"Dialog\" Wroclaw sind auch bemerkenswert. Die Opernaufführungen, die in der Jahrhunderthalle (Hala Ludowa) aufgeführt werden, begeistern mit ihrem monumentalen Charakter.

Sehenswürdigkeiten

Rathaus „Ratusz“

Am Ende des 2. Weltkrieges war Wroclaw zu drei Vierteln zerstört. Heute erstrahlt das Stadtzentrum in neuem Glanz. Bedeutendstes Baudenkmal ist das gotische Rathaus am Rynek. Es wurde im 13. Jh. begonnen und bis zum 16. Jh. immer wieder um- und ausgebaut. Die Ostfassade schmücken zahlreiche Ornamente sowie eine astronomische Uhr aus dem Jahr 1580.

An der Südseite des Rathauses findet sich der Eingang zur Piwnica Swidnicka, dem Schweidnitzer Bierkeller. Seit dem 15. Jahrhundert fließt dort der Gerstensaft. Im Jahr 2003 wurde das Restaurant nach umfassender Sanierung wieder eröffnet. Das Städtische Museum im Rathaus organisiert große Kunstausstellungen. Schönster Saal ist der Remter im 1. Stock des Gebäudes.

Der alte Markt

Den alten Markt und den benachbarten Salzmarkt, Plac Solny, umgeben schöne Bürgerhäuser, die im gotischen und barocken Stil wieder aufgebaut wurden. Das prächtige Greifen-Haus beherbergt in seinem riesigen Kellergewölbe ein bekanntes Restaurant.
Elisabeth-Kirche
Vom Turm der gotischen Elisabeth-Kirche bietet sich ein phantastischer Blick auf die Altstadt. Sehenswert im Inneren sind die zahlreichen Epitaphen der begütertsten Breslauer Familien. Die Maria-Magdalena-Kirche am Markt stammt aus dem 14. Jahrhundert, das wertvolle romanische Portal ist noch 200 Jahre älter.

Die Dominsel

Die Dominsel, Ostrów Tumski, gilt als ältester Teil der Stadt. Spuren einer ehemaligen Fürstenburg stammen aus dem 9. und 10. Jahrhundert. Heute finden sich dort mehrere sehenswerte Sakralbauten. Der zweitürmige Johannesdom entstand zwischen dem 13. und 14. Jh., die St. Ägidienkirche und die Kirche St. Martin reichen bis ins 12. Jh. zurück. Seit im 19. Jahrhundert ein Nebenarm der Oder zugeschüttet wurde, ist die Bezeichnung Dominsel nur noch historisch. Bis heute ist das Viertel eine Oase der Stille. Jeden Abend dreht hier der Laternenanzünder noch seine Runde. Vor der Dominsel starten Ausflugsschiffe und kleine Gondeln zu Rundfahrten auf der Oder.

Die Sandinsel

Die benachbarte Sandinsel, Wyspa Piaskowa, wird nach wie vor von der Oder umflossen. Die dortige Kirche St. Maria auf dem Sande entstand im 14. Jahrhundert und besitzt einige wertvolle gotische Altare.

Schweidnitzer Straße

Die belebte ul. Swidnicka/ Schweidnitzer Straße, größtenteils als Fußgängerzone gestaltet, ist die wichtigste Einkaufsstraße. Neben mehreren Kaufhäusern finden sich hier auch zahlreiche Restaurants und Cafés, ein Theater und das von Carl Gotthard Langhans im klassizistischen Stil entworfene Opernhaus.

Universität

Am Ufer der Oder liegt das frisch sanierte Hauptgebäude der 300 Jahre alten Universität. Die kunstvoll ausgemalte Leopoldina-Aula einer der wertvollsten Barockräume Polens, kann besichtigt werden. In direkter Nähe befindet sich das ebenfalls frisch sanierte Ossolineum, in dem wertvolle Bücher und Handschriften aufbewahrt werden.

Jüdischer Friedhof

Auf dem alten Jüdischen Friedhof in der ul. Slezna 37 kann man die Grabstätten von bekannten Wissenschaftlern oder Kaufleuten finden. Auch der Gründer der Sozialdemokratie, Ferdinand Lassalle, und die „schlesische Nachtigall\" Friedericke Kemper fand dort ihre letzte Ruhestätte. Die von Carl Ferdinand Langhans errichtete Synagoge „Unter dem Weißen Storch\" hat den Krieg und die Nachkriegszeit nur mit schweren Schäden überstanden. Nach der Grundinstandsetzung bildet das klassizistische Bauwerk an der ul. Wlodkowica wieder das Zentrum des Jüdischen Lebens in der Stadt.

Ruheplätze

An den Ufern der Oder und in vielen Breslauer Parks findet man seine Ruhe. Schönste Grünanlage ist der nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné angelegte Park Szczytnicki/ Scheitniger Park.

Japanischer Garten

Am Rande lädt der Japanische Garten „Hakkoen\" zur vollkommenen Entspannung ein. Der nahe gelegene Zoologische Garten wurde bereits im Jahre 1865 gegründet und gilt als älteste und größte Einrichtung dieser Art in Polen.


Meine eigenen Erfahrungen

Mir hat es in Wroclaw sehr gut gefallen, obwohl ich am Anfang in dieser riesigen Stadt immer mal wieder komplett die Orientierung verloren habe. *g* Wie gut, dass ich meine Austauschpartnerin hatte;) Wroclaw ist eine sehr interessante Stadt, in der es viel zu entdecken gibt. Breslau hat für jedes Alter etwas zu bieten: für die Älteren viele schöne Sehenswürdigkeiten und Kulturessen, für die jüngeren ein impulsierendes Nachtleben. In dieser Stadt wird es einem sicher nie langweilig. Wroclaw ist auf jeden Fall eine Reise wert.

In diesem Sinne Szczesliwej podrózy! (Gute Reise!)

Danke fürs Lesen, bewerten und kommentieren.

Czesc( Tschüss)

17 Bewertungen, 3 Kommentare

  • retilein

    26.06.2004, 13:54 Uhr von retilein
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schön geschrieben und informativ

  • eppoh

    23.06.2004, 21:04 Uhr von eppoh
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...vor einer woche für einen tag in breslau. die stadt hat mir auch sehr gut gefallen, nur der straßenverkehr ist chaotisch , LG eppoh

  • antjeeule

    23.06.2004, 20:54 Uhr von antjeeule
    Bewertung: sehr hilfreich

    Dein Bericht ist sehr schön geworden. An diesen Austauschaufenthalt wirst du dich bestimmt immer gerne erinnern. LG, Antje