Polen Testbericht

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Erfahrungsbericht von Pici16

Czesc!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die etwa 312 000 Quadratkilometer große Republik im Osten, genannt Polen. Die meisten verbinden bei diesem Land sofort Verbrechen, Armut und vor allem Autodiebstähle. Doch diese Personen müssen eines besseren belehrt werden! Und das sage ich nicht nur, weil ich selber Polin bin...

Polen liegt eingekreist von Deutschland im Westen, der Tschechoslowakei im Süden, im Osten von Weißruland und der Ukraine sowie im Nordosten von Litauen an der Ostsee. Das Land hat etwa 40 Millionen Einwohner, die Hauptstadt ist Warschau.

Seit 1989 hat die Republik eine demokratische Verfassung. Die höchste politische Instanz ist das Parlament, der sogenannte „Sejm“. Dieses wird zusammengesetzt aus insgesamt 460 Abgeordneten aus Parteien oder gesellschaftlichen Vereinigungen. Des weiteren gibt es einen Präsidenten, der alle fünf Jahre vom Volk gewählt wird.

Polen hat eine sehr lebhafte Geschichte hinter sich. Gegründet wurde der polnische Staat angeblich um 960 rum. Der Herrscher war der piastische Herzog Mieszko I. Bis zum 13 Jahrhundert gewann Polen mehrere Gebiete in Mähren, Pommern, Lausitz und Kiew. Während des 13. Und 14. Jahrhunderts breitete sich in Folge der Ansiedlung deutscher Bauern und Handwerker die deutsche Staatsführung aus, wodurch es zur Bildung der „ostdeutschen Siedlung“ kam.

Anfang des 14. Jahrhunderts wurde Polen durch die Krönung des Herzogs Wladislaw Lokietek zum Königreich.

Von 1795 bis 1918 war Polen nicht mehr als Staat auf der Landkarte zu finden. Der Staat wurde erstmals 1772 durch Russland, 1793 durch Preußen und 1795 von Österreich geteilt. Erst nach der Kapitulation der Mittelmächte nach dem ersten Weltkrieg ergriff Pilsudski die Initiative und baute Polen zunächst als provisorischer Regent als Republik auf.

Während des zweiten Weltkrieges besetzten deutsche Truppen die polnischen Städte. Es wurden Konzentrationslager (Auschwitz) eingerichtet, in denen Juden aus Deutschland und auch aus Polen dem brutalen Mord zum Opfer fielen.

Nach dem Ende des Krieges 1945 wurde Polen zunächst bis 1956 unter Stalins Herrschaft genommen. Nach der Verkündung der Entstalinisierung auf dem Parteitag der KpdSU kam es zu zahlreichen Massenaufständen. Als Gomulka wieder an die Spitze kommt, weckt dieser durch Ziele wie bessere Kirchenpolitik, Ende der Zwangskollektivierung, stärkerer Berücksichtigung der Konsumwaren und die Neuorganisation der Verwaltung, großes Vertrauen bei den Bürgern. Doch schon wenige Jahre später kommt es zu erneuten Unruhen bei der Bevölkerung.

Nach dem Ausnahmezustand 1983 wird der Staat unter die neue Regierung von Walesa gestellt. Die Bevölkerung bekommt neue Hoffnung. 1990 werden mit der Abschließung eines Grenzabkommens die westlichen Grenzen Polens endgültig anerkannt.


Doch nun zum heutigen Polen. Das Land ist recht arm, doch hat es sich in den vergangenen Jahren sehr entwickelt und modernisiert. Die Landschaft ist im Norden überwiegend flach, im Südwesten befinden sich Anteile an den Karpaten mit der Hohen Tatra.
Die Natur wird in Polen größtenteils in ihrer Ursprungsfrom gelassen. Es gibt sehr viele Grünflächen und Wälder, die sich prima für einen Spaziergang in der freien Wildnis eignen.

Zu den bekanntesten Städten zählen neben der Hauptstadt Warschau Stettin (Sczecin), Katowice, Danzig (Gdansk) sowie Krakau (Krakow) und Lodz. Charakteristisch für die Städte sind große Kirchen, da die polnische Bevölkerung stark gläubig (orthodox) ist, und Wohnblocks. Die Häuser sind meist grau oder beige. Die Straßen sind teils noch sehr baubedürftig, zumindest in den kleineren Städten.
Häufig findet man auch Spielplätze für die Kinder.

Die Leute sind meist freundlich und offen. Viele sprechen auch deutsch. In den Geschäften kommt es schon mal vor, dass man schief angeguckt wird, wenn man den Einkaufswagen mit Waren voll packt. Die Preise sind dort etwas niedriger als bei uns, allerdings nicht bedeutend – dabei liegt das durchschnittliche Einkommen aber bei umgerechnet etwa 900 DM pro Monat. Deswegen sollte man vielleicht nicht mit seinem Reichtum protzen, den Leuten dort geht es finanziell wirklich nicht besonders gut.

Meine Tante wohnt in Katowice. Sie muss sich mit ihren beiden Kindern im Alter von elf und neun Jahren sowie ihrem Ehemann eine etwa 20 Quadratmeter kleine Wohnung teilen. Das Mal als Beispiel.

Doch natürlich geht es nicht allen schlecht! Ich kenne auch eine Familie, die in Danzig einen Supermarkt betreiben und sie können sich sogar ein Haus mit Garten leisten. Doch die Stimmung ist allgemein etwas gedämpft wegen der Armut.

Seinen Urlaub dort zu verbringen, wäre sicherlich mal eine nette Abwechslung. Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass uns ein Auto geklaut wurde – ja, ich bekenne mich! Dennoch ist es kein Grund, die ganze Zeit in Angst und Schrecken im Hotel zu sitzen und das Auto zu bewachen. Mittlerweile gibt es in jeder Stadt einen bewachten Parkplatz, der wirklich nicht teuer ist. Für einen Tag haben wir fünf bis sechs Euro gezahlt.

Hotels und Pensionen gibt es sehr viele. Meistens hängt sogar ein deutsches Schild an der Straße mit der Aufschrift „Zimmer frei“. Die Preise sind mit etwa 15-20 Euro pro Übernachtung angemessen. Natürlich gibt es auch teurere, aber wenn man sich ein Zimmer oder eine Wohnung auf eigene Faust statt per Reisebüro aussucht, kommt man sicherlich billiger bei weg.

Auch wie in Mazedonien kann ich behaupten, dass die Leute dort sehr gastfreundlich sind. Wenn sie Gäste haben, seien es Bekannte, Freunde oder eben Untermieter, so tun sie alles, um ihrem Gast entgegen zu kommen und sein Wohlbefinden zu erreichen. Seien sie selber noch so arm...

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