Polen Testbericht

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Erfahrungsbericht von Kikakeks

Wroclaw...Polens viertgrößte Stadt

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Mile widziany! (Willkommen!) Da es leider noch keine Kategorie für Wroclaw gibt, schreibe ich hier rein.

Wroclaw (deutsch: Breslau) ist mit 700.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Polens. Wroclaw ist das Verwaltungszentrum, also die Hauptstadt, der Woiwodschaft Niederschlesien. Die Stadt an der Oder ist ein wichtiges Wirtschafts- und Wissenschaftszentrum. Im Jahre 2000 feierte Wroclaw die Gründung des Bistums vor genau 1000 Jahren. Die Stadt ist slawischen Ursprungs, war aber jahrhundertelang in deutscher Hand.
Wroclaw besitzt ein aufregendes Großstadt-Flair - hinter einer lebhaften Kulisse verbirgt sich eine außerordentliche Geschichte des Neubeginns nach fast völliger Zerstörung.

Kurzer Einblick in die Geschichte:

Der Ursprung von Wroctaw ist unbekannt. Der erste Beleg ist eine Aufzeichnung aus dem 9. Jahrhundert über eine slawische Marktstadt namens Wortizlawa auf einer großen Insel, bei der drei Nebenflüsse in die Oder münden.
Später wurde der Ort zu Ehren des, von Boleslalaw dem Tapferen im Jahr 1000 gegründeten Bistums, als Dominsel „Ostrow Tumski“ bekannt. Deutsche Absichten auf Wortizlawa wurden erstmals 1109 erkennbar. Aber das Heer von Kaiser Heinrich V. wurde von Boleslaw III. Schiefmund geschlagen.

Für die Deutschen war dies jedoch nur ein vorübergehender Rückschlag. Als nach dem Tod von Boleslaw III. Schiefmund im Jahr 1138 das Herzogtum Niederschlesien entstand, wurde schon wenig später von deutschen Siedlern am Südufer des Flusses eine neue Stadt erbaut. Sie wurde aber im Mongolensturm von 1241 zerstört; jedoch im gleichen Muster wieder aufgebaut. Im Jahr 1261 erhielt Breslau die Stadtrechte nach dem Magdeburger Stadtrecht.
1259 wurde die allgemein als Breslau bekannte Stadt zur Hauptstadt eines unabhängigen Herzogtums. Sie wurde Mitglied der Hanse. Seit dem Jahr 1266 ist der Name Breslau beurkundet

Das Herzogtum existierte nur bis 1335. Dann annektierten bömische Könige Breslau und wehrten die Versuche von Kazimierz III.dem Großen ab, es mit Polen zu vereinen . Zwei Jahrhunderte lang lebte die aus Deutschen, Polen und Tschechen bestehende Bevölkerung harmonisch zusammen.
Im dreisigjährigen Krieg wurde seine Wirtschaft ruiniert, und es verlor die Hälfte der Bevölkerung.

Zur Zeit der österreichischen Herrschaft wurde Breslau immer stärker germanisiert. 1763 wurde die Stadt unter Friedrich dem Großen ein Teil Preußens wurde. Bald darauf stieg Breslau - nach Berlin - zur wichtigsten Stadt in Preußens auf.
Während der Napoleonischen Kriege besetzten die Franzosen Breslau zweimal, wurden aber immer wieder vertrieben.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Breslau dank der industriellen Revolution zu einer der größten Städte der deutschen Nation.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel Breslau wieder an Polen zurück und wurde in Wroclaw umbenannt. Da die Regierung für den Wiederaufbau der Stadt geringe finanzielle Mittel zur Verfügung stellte, lag sie noch jahrzehntelang in Trümmern.

Sehenswürdigkeiten:

Rathaus „Ratusz“
Das bedeutenste Baudenkmal Wroclaws ist das gotische Rathaus am Marktplatz \"Rynek\". Mit dem Bau wurde im 13. Jahrhundert begonnen und bis zum 16. Jahrhundert wurde es immer wieder um- und ausgebaut. Die Ostfassade schmückt eine astronomische Uhr aus dem Jahr 1580. An der Südseite findet sich der Eingang zum historischen Schweidnitzer Bierkeller \"Piwnica Swidnicka\".

Der alte Markt
Den alten Markt und den benachbarten Salzmarkt \"Plac Solny\" umgeben schöne Bürgerhäuser, die im gotischen und barocken Stil wieder aufgebaut wurden. Die Maria-Magdalena-Kirche am Markt stammt aus dem 14. Jahrhundert. Ihr wertvolles romanisches Portal ist noch 200 Jahre älter.

Die Dominsel
Die Dominsel \"Ostrow Tumski\" gilt als der älteste Teil der Stadt. Die Spuren einer ehemaligen Fürstenburg stammen aus dem 9. und 10. Jahrhundert. Der zweitürmige Johannesdom entstand zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert, die Sankt Ägidienkirche und die Kirche Sankt Martin reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück.

Die Sandinsel
Auf der Sandinsel \"Wyspa Piaskowa\" befindet sich die Kirche Sankt Maria auf dem Sande. Sie entstand im 14. Jahrhundert und besitzt einige wertvolle gotische Altare. Daneben befindet sich die Universitätsbibliothek im Augustiner-Chorherrenstift, das den Nationalsozialisten als Militärzentrale diente.

Die Universität
Die kunstvoll ausgemalte Leopoldina-Aula im Hauptgebäude der traditionsreichen Universität gilt als einer der wertvollsten Barockräume Polens.

Der Szczytnicki Park
Er wurde im 18. Jahrhundert angelegt und befindet sich im Zentrum der Stadt. Im Szczytnicki Park gibt es 370 verschiedene Sträucher und Bäume und einem japanischen Garten.

Botanischer und Zoologischer Garten
Für Spaziergänge eignen sich auch der botanische Garten mit dem grössten Kaktushaus Polens und der Zoo, mit über 650 verschiedenen Tierarten.

Kulturelles:
Wroclaw ist bekannt für die vielen internationalen kulturellen Veranstaltungen, die das ganze Jahr über stattfinden. Die bekanntesten sind \"Wratislavia Cantans\", ein Musik und Kunstfestival und \"Jazz an der Oder\".
Die Oper, Theater, Philharmonie und viele Clubs and Galerien sorgen dafür, dass es dem Besucher in Wroclaw nicht langweilig wird.

Essen:
Lohnenswert ist der Besuch von bekannten Fast-Food-Anbietern, wie zum Beispiel Mc Donalds und Pizza Hut, da die polnischen Preise fast nur die Hälfte der deutschen Preise betragen.
Ein absolutes Muss sind Piroggen – Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen und dazu ein leckeres polnisches Bier; zum Beispiel Zywiec, Eb, Tyskie.

Zum Abschluss:
Wroclaw als eine gastfreundliche, schöne, sich heftig entwickelnde Stadt, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Zwischen vielen interessanten Bauten gibt es noch genügend Grün, um sich zu entspannen. Wroclaw hat wirklich für jeden Geschmack etwas zu bieten.

Szczesliwej podrózy! (Gute Reise!)

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