Polizeivollzugsbeamt(er/in) - Bundesgrenzschutz (mittl. Dienst) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Einstellungschancen:  gut
  • Aufstiegschancen:  gut
  • Verdienstmöglichkeiten:  gut
  • Sozialleistungen:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Tini15

"Diensthundestaffel"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Der Polizeiberuf ist ein Beruf mit vielen Möglichkeiten!! Ich habe vor einem Jahr dort ein Praktikum gemacht, und musste sämtliche Dienststellen in Essen durchlaufen. Darunter war auch die Diensthundestaffel, die mir sehr gefallen hat! Ich werde euch heute meinen Praktikumsbericht vorstellen, um euch einen Einblick in diesen schönen Beruf zu geben:

Heute besuchten wir die Diensthundestaffel in der Polizeischule in der Norbertstrasse 164. Wir wurden äußerst freundlich von Herrn Lambeck, unserem Betreuer im Büro empfangen, wo ausserdem noch dreier seiner Kollegen waren, und zwar ein Schutzhundführer und zwei Spürhundführer: einmal für Rauschgift und einmal für Sprengstoff. Herr Lambeck erzählte uns zu allererst das Gröbste und Wichtigste über die Hunde und dem Beruf als Hundeführer. Dabein herrschte eine äußerst lockere, gelassene und freundschaftliche Atmosphäre, was mir sehr gefallen hat; die Beamten waren alle sehr nett, sie boten uns Kaffee, Brötchen und Wasser an, und beantworteten unsere Fragen über die Hunde sofort und ausführlich.

Folgendes wurde uns nahegelegt:
Die Hundestaffel hier in der Norbertstrasse ist die einzige Dienststelle in ganz Essen. Bevor man den Beruf als Polizei-Hundeführer bei der Diensthundestaffel ergreifen kann, muss man erstmal eine 3-jährige Polizeiausbildung machen, die Grundvoraussetzung für alle Bereiche ist. Danach muss man eine 6 monatige Ausbildung als Hundeführer machen, wodurch auch gesehen wird, ob man überhaupt mit einem Hund umgehen kann und man für den Beruf tauglich ist. Denn das wichtigste für diesen Beruf ist, das man den Hund als Mitgeschöpf und nicht als Sache oder Ding sieht und das man Gefühl für seinen Hund entwickelen kann, ausserdem braucht man den dauerhaften Willen und das Interesse immer weiterzumachen, sprich also viel Zeit. Zeit ist wohl das wichtigste und meiste, was man braucht, denn man muss eine Menge Zeit in den Hund investieren, die noch weit über die Dienstzeit hinausgeht. Ausserdem hängt die Einstellung auch davon ab, ob Stellen frei sind.

Der Hund wird zuhause gehalten, wie jeder normale Familienhund auch, und wird auch als Familienmitglied behandelt. So wird die Bindung zum Hundeführer, zum Herrchen, auch viel größer, als wenn der Hund in einem Zwinger in der Polizeischule gehalten wird. Prinzipiell liegt der einzige Unterschied zu einem normalen Haushund darin, das der Polizeihund morgens mit zur Arbeit geht, und das Futter für den Hund von der Polizei bezahlt wird.

Die Grundausbildung eines jeden Polizeihundes ist die viermonatige Schutzhundausbildung in der nicht nur der Gehorsam des Tieres trainiert wird sondern in der das Tier auch auf sogenannte \"Umweltprobleme\" geprüft wird (er muss beispielsweise Höhenangstfrei sein, in einem Hubschrauber ohne Probleme mitfliegen können, also nervenstark sein, bei Pistolenschüssen ruhig bleiben, etc.), sind diese Erwartungen nicht erfüllt, kann der Hund kein Polizeihund werden. Als Schutzhund ist es erst einmal wichtig, das der Hund seinem jeweiligen Hundeführer ausgezeichnet gehorcht. Er ist dazu da, um Personen aufzuspüren, und sie in Schach zu halten: Täter, oder Tatverdächtige, vor allem aber auch flüchtende Personen. Ausserdem, wie der Name schon sagt, um seinen Hundeführer oder auch unschuldige Personen zu schützen. Sobald der Hund auf eine Person, die beispielsweise flüchtet losgelassen wird, darf der Hund solange die Person sich nicht bewegt, nur auf die Person \"aufpassen\", d.h. sie nicht aus den Augen zu lassen und darauf zu achten, dass sie nicht flüchtet. Der Hund darf die Person zwar anbellen, aber nicht beißen oder angreifen, und er muss auf die Befehle und kleinsten Zeichen des Hundeführers perfekt reagieren. Sobald die Person aber flüchten will, darf der Hund ohne das er auf ein Kommando warten muss, zubeißen. Am Ende der Ausbildung wird der Hund auf seine einwandfreie Tauglichkeit geprüft, bevor er in den Polizeidienst aufgenommen wird.

Nach dieser Ausbildung, kann man den Hund weiter zu einem Spürhund für Rauschgift oder für Sprengstoff ausbilden. Hier wird der Spiel-und Beutetrieb des Hundes ausgenutzt. Die Hunde werden mit selbstgebastelten Spielzeugen trainiert. In diese Spielzeuge wird je nachdem Sprengstoff oder Rauschgift in allen Varianten gepackt, und die Hundeführer spielen die erste Zeit nur mit ihren Hunden damit. So gewöhnt sich der Hund an den Geruch des Stoffes, und denkt gleichermaßen, wenn er dann im Ernstfall oder auch in praktischen Übungen einen bestimmten Stoff suchen muss, das er nach seinem Spielzeug suche. Die Sprengstoffausbildung ist ein wenig schwieriger als die Rauschgift-Spürhundausbildung, da der Sprengsstoffspürhund, sobald er den Sprengstoff gefunden hat, sich nur hinsetzen darf, also weder bellen noch an dem Stoff kratzen oder reinbeißen darf, wie es Hunde im Normalfall tun, da der Sprengstoff sonst in die Luft gehen kann. Da hat es der Rauschgiftspürhund ein wenig leichter:sobald er den Stoff gefunden hat, darf er nach Belieben an dem Stoff herumkratzen oder hineinbeißen.

In der Diensthundestaffel gibt es alle zwei Wochen einen Ausbildungstag, an dem der Hundeführer mit seinem Hund an praktischen Übungen durch, die Ernstfälle nachspielen sollen. Beispielsweise fahren die Polizisten mit den Hunden in einen Wald und lassen sie dort verstecktes Rauschgift finden. Ausserdem trainieren die Hundeführer auch privat mit ihren Hunden, beispeilsweise auf Hundeplätzen den Gehorsam.
Die Prüfung, die der Hund in seiner jeweiligen Ausbildung gemacht hat, wird jährlich wiederholt, um zu gucken, ob der Hund dem Leistungsstand und der Tauglichkeit immer noch entspricht.

In ganz NRW gibt es 70-80 Rauschgifthunde, davon 4 in Essen und 38 Sprengstoffspürhunde, davon 3 in Essen. Der Hund ist im Polizeodienst sehr hilfreich, da er durch sein ausgeprägtes Riechorgan Dinge aufspüren können, die ein Mensch nie finden würde. Als Polizeihund steht an erster Stelle der deutsche Schäferhund, an zweiter dicht gefolgt der belgische Schäferhund und an dritter Stelle der Riesenschnauzer, der hauptsächlich als Rauschgiftspürhund eingesetzt wird.

Nach diesen Erklärungen wurden uns verschiedene Übungen mit den Hunden gezeigt. Als erster wurde uns gezeigt, wie ein Rauschgiftspürhund ausgebildet wird. Dazu wurde in einer Lagerhallenähnlichen KFZ-Werksatt Marihouana versteckt, und zwar hat der Hundeführer vor den Augen des Hundes so getan als würde er das Spielzeug verstecken. Der Riesenschnauzer, der dem Rauschgiftspürhundführer gehört, musste auf Befehl, der immer \"Spüren\" lautet, den Stoff dann suchen. Als er es nach kurzer Zeit gefunden hat, das er uns durch Bellen und wildes Kratzen am Versteck anzeigte, wurde er mit seinem Spielzeug belohnt. Danach wurde uns der Sprengstoffspürhund vorgeführt, ein Schäferhund. Der Sprengstoff wurde in einer Tankklappe in einem Polizeiauto versteckt. Wieder wurde vor dem Hund aber so getan, als würde das Spielzeug versteckt werden. Auf Befehl durfte der Hund dann spüren und wir konnten sehen, das der Hund das gefundene Versteck zwar durch himnsetzen angezeigte, aber weder genbellt, noch gekratzt hat. Dafür wurde der Hund auch wieder mit seinem Spielzeug belohnt.
Die dritte und letzte Übung (die des Schutzhundes) wurde uns auf einem Parklplatz gezeigt, wo der Sprengstoffhundeführer sich einen Ganzkörperschutz umlegte, und den flüchtenden Täter darstellte. Wir konnten u.a. sehen, das der Hund auf kleinstes Kommando den Täter zwar in Schach hielt, jedoch nicht biss, doch als der Täter wegrannte sofort zubiss. Doch der Hund musste auf Kommando auch wieder loslassen. Dann durfte ich selbst mal einen Armschutz umlegen, und die tatverdächtige Person spielen.

Alles in allem war der Tag sehr interessant und es hat mir dort großen Spaß gemacht!!

So, das war mein Bericht! Nun, man muss natürlich beachten , das man warten muss, bis Stellen frei sind, bevor man sich Diensthundeführer nennen darf. Aber ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in den Beruf geben! Ihr müsst aber beachten, dass es nur ein kleiner Ausschnitt, so das Gröbste, ist, und noch lange nicht alles, was ein Beruf in der Diensthundestaffel zu bieten hat.

Danke fürs lesen und bewerten!!

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