Portugal Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Indigo
Urlaub in Portugal nach der EM - erholsam, preiswert und weit weg
Pro:
Nicht so überlaufen
Kontra:
lange Anreise per PKW
Empfehlung:
Ja
Jetzt, im verregneten und viel zu kühlen Juni sind viele vor dem Fernseher und verfolgen die Europameisterschaft in Portugal. Am Sonntag ist alles vorbei. Und schon wird Portugal als Urlaubsziel wieder attraktiv.
Wie finde ich mein Urlaubsziel in Portugal? Wo ist der Erholungswert sehr hoch und wie bekomme ich das preiswert hin? Dieser Beitrag will am praktischen Beispiel Tipps und Anregungen geben.
Vor 20 Jahren standen für mich genau die Fragestellungen erstmalig im Raum. Natürlich sind Urlaubsbedürfnisse sehr unterschiedlich. Will sich der eine erholen, will der andere was erleben. Der Dritte hat wenig Zeit, der nächste viel Zeit. Einer hat viel Geld, ein anderer nur ein knappes Urlaubsbudget.
Welches Land ist touristisch erschlossen, nicht übervölkert und preislich erschwinglich. Meine Schlussfolgerung damals hieß Portugal. Heute gibt es sicherlich mehrere Alternativen. Portugal ist aber immer noch eine gute Wahl, trotz Fussball-EM !!
Zuerst habe ich eine Landkarte genommen und mir fünf Reiseprospekte geholt. Sehr schnell war klar, an der Algarve im Süden tobt der Massentourismus. Da wollte ich schon mal nicht hin. Alle in den Katalogen aufgeführten Orte wurden gestrichen. Leider fanden nun in Mittelportugal, in Coimbra und Aveiro, schon Gruppenspiele statt, so dass davon auszugehen ist, dass auch hier in diesem Sommer einige Touri-Busse ausgekippt wurden.
Als nächstes habe ich die Flughäfen im Land erkundet. Folglich kam auch kein Ort im Umkreis von 100 km der Flughäfen Faro, Lissabon und Porto in Frage. Selbst die Yopi-Kategorien und Rubriken sind da hilfreich, um Ziele auszuschließen und zu konkretisieren.
Wie nun überhaupt noch anreisen? Entweder per Bahn, per Auto oder per Autoreisezug. Damals habe ich mich für das Auto entschieden. Einfache Strecke gleich 2.750 km – das machen nicht viele! Im Ergebnis habe ich mir Orte ausgesucht, die in der Mitte zwischen Porto und Lissabon an der Atlantikküste liegen: Figueira da Foz, Nazare, San Pedro de Muel, Aveiro oder Peniche). Zielgruppe dieser Badeorte sind die Portugiesen selbst sowie vorwiegend spanische Touristen.
Nach zweieinhalb Tagen sollte ursprünglich ein Campingplatz angefahren werden, doch in jedem Küstenort wurden zahlreiche Privatzimmer angeboten. Übernachtung mit Frühstück ca. 20,- DM (heute etwa 15 EURO pro Person im Doppelzimmer). Campingplätze, z.B. von Orbitur mit bester Ausstattung kosten heute etwa 3,50 Euro pro Person und das gleiche für Auto und Zelt. Nähere Infos uner www.orbitur.pt . Ein Bier in der Kneipe kostete im Jahr 1986 ebenso wie im Jahr 2001 etwa 1,00 DM. Ein Kaffee oder eine Cola waren noch günstiger. Ein gutes Essen im Restaurant war in der Mitte Portugals nie teurer als 10,00 DM. Mein Urlaub in 2002 belegt, dass der Euro auch hier kein Teuro war. Ein Essen im Restaurant kostete 5 - 7 Euro und ein Bier vom Faß 0,75 Euro.
Mittelportugal bietet kilometerlange Sandstrände, die alle gut erschlossen sind. Zudem gibt es gerade in dieser Region viele Sehenswürdigkeiten und Tagesziele. Wer will, kann ohne Problem Tagesausflüge nach Porto oder Lissabon unternehmen.
Die lange Fahrt war eindrucksvoll, abwechselungsreich und anstrengend. Das kann aber jeder handhaben, wie er will.
Ich kenne Menschen ,die die Fahrzeit von ca. 30 Stunden (ab Berlin) in zwei Tagen absolvieren, andere nehmen sich vier Tage Zeit. Übernachtungsmöglichkeiten an der Strecke gibt es zuhauf. Man fährt durch Schweiz (Belgien), Frankreich, Spanien und Portugal. Durch Frakreich führt auch eine gut ausgebaute Landstraße gebührenfrei bis nach Spanien (Lyon – Bordeaux), in Spanien bis nach Portugal sind die Autopistas ebenfalls gebührenfrei (Burgos – Salamanca – Guarda).
Fahrtkosten sind individuell zu berechnen, jedoch schon zu zweit von keinem Pauschalreiseangebot mehr zu schlagen. Außerdem lernt man unterwegs und in Portugal jede Menge Leute kennen. Selbst die Touristen aus Holland, Belgien und der Schweiz sind anders, da sie ebenso angereist sind wie man selbst.
Bis heute habe ich diese Tour im abstand von 4 Jahren insgesamt fünfmal gemacht. Inzwischen habe ich in Portugal sogar Bekannte und Freunde. Mir sind kleine Restaurants bekannt, in denen nur die Fischer des Ortes verkehren, wo es nur zwei verschiedene Gerichte gibt und außer mir und meinen Mitreisenden noch nie ein Deutscher eingekehrt ist - auch sonst keine Touristen. Ich spreche jedes Mal zum Reisestart kein Wort portugiesisch und beherrsche am Urlaubsende etwa 50 Vokabeln.
Für die, die gern Auto fahren, die von der Reise ebenso inspiriert werden wollen wie vom eigentlichen Urlaubsaufenthalt, und die Menschen, die drei Wochen Urlaub am Stück realisieren können, eine m.E. heiße Empfehlung.
Gruss Indigo
P.S.:
Wer genaueres wissen möchte, dem ist der Reiseführer vom Michael Müller Verlag über Portugal wärmstens zu empfehlen. Aber das ist schon wieder ein anderer Beitrag.
Wie finde ich mein Urlaubsziel in Portugal? Wo ist der Erholungswert sehr hoch und wie bekomme ich das preiswert hin? Dieser Beitrag will am praktischen Beispiel Tipps und Anregungen geben.
Vor 20 Jahren standen für mich genau die Fragestellungen erstmalig im Raum. Natürlich sind Urlaubsbedürfnisse sehr unterschiedlich. Will sich der eine erholen, will der andere was erleben. Der Dritte hat wenig Zeit, der nächste viel Zeit. Einer hat viel Geld, ein anderer nur ein knappes Urlaubsbudget.
Welches Land ist touristisch erschlossen, nicht übervölkert und preislich erschwinglich. Meine Schlussfolgerung damals hieß Portugal. Heute gibt es sicherlich mehrere Alternativen. Portugal ist aber immer noch eine gute Wahl, trotz Fussball-EM !!
Zuerst habe ich eine Landkarte genommen und mir fünf Reiseprospekte geholt. Sehr schnell war klar, an der Algarve im Süden tobt der Massentourismus. Da wollte ich schon mal nicht hin. Alle in den Katalogen aufgeführten Orte wurden gestrichen. Leider fanden nun in Mittelportugal, in Coimbra und Aveiro, schon Gruppenspiele statt, so dass davon auszugehen ist, dass auch hier in diesem Sommer einige Touri-Busse ausgekippt wurden.
Als nächstes habe ich die Flughäfen im Land erkundet. Folglich kam auch kein Ort im Umkreis von 100 km der Flughäfen Faro, Lissabon und Porto in Frage. Selbst die Yopi-Kategorien und Rubriken sind da hilfreich, um Ziele auszuschließen und zu konkretisieren.
Wie nun überhaupt noch anreisen? Entweder per Bahn, per Auto oder per Autoreisezug. Damals habe ich mich für das Auto entschieden. Einfache Strecke gleich 2.750 km – das machen nicht viele! Im Ergebnis habe ich mir Orte ausgesucht, die in der Mitte zwischen Porto und Lissabon an der Atlantikküste liegen: Figueira da Foz, Nazare, San Pedro de Muel, Aveiro oder Peniche). Zielgruppe dieser Badeorte sind die Portugiesen selbst sowie vorwiegend spanische Touristen.
Nach zweieinhalb Tagen sollte ursprünglich ein Campingplatz angefahren werden, doch in jedem Küstenort wurden zahlreiche Privatzimmer angeboten. Übernachtung mit Frühstück ca. 20,- DM (heute etwa 15 EURO pro Person im Doppelzimmer). Campingplätze, z.B. von Orbitur mit bester Ausstattung kosten heute etwa 3,50 Euro pro Person und das gleiche für Auto und Zelt. Nähere Infos uner www.orbitur.pt . Ein Bier in der Kneipe kostete im Jahr 1986 ebenso wie im Jahr 2001 etwa 1,00 DM. Ein Kaffee oder eine Cola waren noch günstiger. Ein gutes Essen im Restaurant war in der Mitte Portugals nie teurer als 10,00 DM. Mein Urlaub in 2002 belegt, dass der Euro auch hier kein Teuro war. Ein Essen im Restaurant kostete 5 - 7 Euro und ein Bier vom Faß 0,75 Euro.
Mittelportugal bietet kilometerlange Sandstrände, die alle gut erschlossen sind. Zudem gibt es gerade in dieser Region viele Sehenswürdigkeiten und Tagesziele. Wer will, kann ohne Problem Tagesausflüge nach Porto oder Lissabon unternehmen.
Die lange Fahrt war eindrucksvoll, abwechselungsreich und anstrengend. Das kann aber jeder handhaben, wie er will.
Ich kenne Menschen ,die die Fahrzeit von ca. 30 Stunden (ab Berlin) in zwei Tagen absolvieren, andere nehmen sich vier Tage Zeit. Übernachtungsmöglichkeiten an der Strecke gibt es zuhauf. Man fährt durch Schweiz (Belgien), Frankreich, Spanien und Portugal. Durch Frakreich führt auch eine gut ausgebaute Landstraße gebührenfrei bis nach Spanien (Lyon – Bordeaux), in Spanien bis nach Portugal sind die Autopistas ebenfalls gebührenfrei (Burgos – Salamanca – Guarda).
Fahrtkosten sind individuell zu berechnen, jedoch schon zu zweit von keinem Pauschalreiseangebot mehr zu schlagen. Außerdem lernt man unterwegs und in Portugal jede Menge Leute kennen. Selbst die Touristen aus Holland, Belgien und der Schweiz sind anders, da sie ebenso angereist sind wie man selbst.
Bis heute habe ich diese Tour im abstand von 4 Jahren insgesamt fünfmal gemacht. Inzwischen habe ich in Portugal sogar Bekannte und Freunde. Mir sind kleine Restaurants bekannt, in denen nur die Fischer des Ortes verkehren, wo es nur zwei verschiedene Gerichte gibt und außer mir und meinen Mitreisenden noch nie ein Deutscher eingekehrt ist - auch sonst keine Touristen. Ich spreche jedes Mal zum Reisestart kein Wort portugiesisch und beherrsche am Urlaubsende etwa 50 Vokabeln.
Für die, die gern Auto fahren, die von der Reise ebenso inspiriert werden wollen wie vom eigentlichen Urlaubsaufenthalt, und die Menschen, die drei Wochen Urlaub am Stück realisieren können, eine m.E. heiße Empfehlung.
Gruss Indigo
P.S.:
Wer genaueres wissen möchte, dem ist der Reiseführer vom Michael Müller Verlag über Portugal wärmstens zu empfehlen. Aber das ist schon wieder ein anderer Beitrag.
45 Bewertungen, 1 Kommentar
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13.06.2002, 01:37 Uhr von Anachronistin
Bewertung: sehr hilfreichNimm mich mit...! Fragen hätte ich noch zu Deinem Langzeitgedächtnis...
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