Stolperschritte (Taschenbuch) Testbericht

Ravensburger-buchverlag-stolperschritte-taschenbuch
ab 5,33
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Erfahrungsbericht von schnubi

Schmökern!!!!

Pro:

es reißt einen mit

Kontra:

/

Empfehlung:

Ja

So, wieder ein Bericht von mir, über mein gerade gelesenes Buch (allerdings schon zum 3.mal):

***Das Cover***
Ich denke hierzu lohnt es sich nicht viel zu sagen, weil einerseits ist eine Abbildung vorhanden und andererseits gibt es das Buch in mehreren verschiedenen Auflagen, mein Buch sieht ganz anders aus, ganz braun und es sieht aus, wie ein Buch vom Krieg.

***Klappentext***
"Thomas, fünfzehn, ist gehbehindert. Seinen Vater sieht er kaum, die Mutter schwankt ständig zwischen Bevormundung und Fürsorge, und bisweilen fehlt ihr auch das Verständnis für seine Situation. Auch Thomas' jüngerer, sensibler Bruder, dem das Lernen schwer fällt, hat unter der dominanten Mutter zu leiden. Eines Tages nimmt er sich das Leben. Nun droht die Beziehung zwischen Thomas und seiner Mutter völlig zu zerbrechen."

***Zahlen, Daten, Fakten***
Autor: Mirjam Pressler
Verlag: Spectrum Verlag Stuttgart
Einbandgestaltung: Robert Griesbeck
Gesamtherstellung: Ebner Ulm
ISBN: 3-797-1354-7
1981
Seiten: 121
Lesealter: ab 13Jahre

***Preis***
Dazu kann ich leider nichts sagen, da ich es für 1€ auf einem Bücherflohmarkt gekauft habe! Áuch im Handel werden die Preise wohl unterschiedlich sein, da es sehr viele verschiedene Ausgaben gibt!

***Die Autorin Mirjam Pressler***
(aus dem Buch übernommen): "geb.1940 in Darmstadt, besuchte die Hochschule für bildene Künste in Frankfurt, lebt mit ihren drei Töchtern in München.
Für ihren Roman "Bitterschokolade" (1980) wurde sie mit dem Oldenburger Jugendbuchpreis 1980 ausgezeichnet."
"Bitterschokolade" habe ich auch schon gelesen, und das Buch hat mich auch sehr überzeugt, lesenswert!

***Die Story***
Thomas ist ein "Krüppel". Das Buch ist aus seiner Sicht, in ich-Form geschrieben. Man kann eigentlich 3Teile erkennen:
*Teil 1: Kennenlernen von Thomas Familie und sein schweres Leben als Behinderter*
In diesem Teil erfährt man einiges über den 15jährigen Thomas und seine Gehbehinderung und die Probleme die er damit hat, oder kurz gesagt sein Selbstmitleid in welchem er erstickt. Thomas hat noch 4 Geschwister, eine ältere Schwester, Elisabeth, welche eigentlich immer seine Ansprechpartnerin ist einen jüngeren Bruder, Frieder, welcher verschlossen und ruhig mit wenig Selbstbewusstsein ist und zwei kleine Schwestern (Zwillinge), welche ihn ziemlich nerven. Die Ehe seiner Eltern ist schon ziemlich kapputt, der Vater hat eine Geliebte und ist nur sehr selten zu Hause, er besorgt eigentlich nur das Geld, und davon haben sie genug. Die Mutter will "Vorzeigekinder" haben, die besser sind als alle anderen, Thomas beschreibt sie an einer Stelle so: "Die Kinder sollen lauter kleine Rubine sein, dieden Diamanten heller strahlen lassen". Im ersten Teil merkt man, dass Thomas, wegen seiner Behinderung, aus dem perfektionistischen Glauben seiner Mutter herausfällt, ein Grund warum Thomas sich so bemitleidet und immer weiter von seiner Mutter distanziert.
*Teil 2: Frieder kommt in den Mittelpunkt*
Im zweiten Teil aber merkt man das der Bruder von Thomas, der eingeschüchterte Frieder auch ´nicht in das Bild seiner Mutter passt, er ist nur eine rote Glasscheibe und kein Rubin, dadurch, dass er in der Schule so schlecht ist und in Aufsätzen und Diktaten nur 5en und 6en schreibt. "Frieder ist ein schönes Kind", aber mehr auch nicht, so kommt es rüber, er hat keine Freunde, und mag nur Blumen, von seiner Mutter bekommt er häufig Ohrfeigen, wegen seiner schlechten Noten. Der 2te Teil endet damit, dass Frider nach der Schule nicht nach Hause kommt. Als Thomas einen Klassenkameraden von Frieder anruft ist klar warum sich Frieder nicht nach Hause traut, sie haben ein Diktat wiederbekommen. Große Sorge in der Familie und Thomas erinnert sich wieder an einen Satz von Frieder, welcher ihm immer mehr ein ungutes Gefühl gibt "Manchmal wünsche ich ich müsste morgens nicht mehr aufstehen". Am nächsten Tag kommt dann die Polizei und bestätigt das, was alle befürchtet haben: Frieder hat sich umgebracht, er hat sich im Wald erhängt.
*Teil 3 (achtung: das Ende wird verraten!)*
Nun ist erst mal die totale Trauer über der Familie. Thomas schiebt die Schuld seinen Eltern zu, der Vater hat sich nie gekümmert und Frieder konnte den Ehrgeiz der Mutter einfach nie befriedigen. Thomas zieht sich noch weiter zurück. Bis er dann der Susi Nachhilfestunden gibt, mit ihr redet er ganz offen, und sie zeigt ihm auch, dass nicht nur seine Eltern Schuld haben, und das er sie aufjeden Fall nicht so schuldig sprechen kann. Eigentlich ist es ein Happy End, Thomas hat Selbstvertrauen gefunden, und sieht, dass es anderen noch viel schlechter gehen kann, als ihm mit seiner Behinderung und seine Eltern leben wieder zusammen und haben viel gelernt, es wäre ein Happy End, wenn der Tod nur nicht so endgültig wäre.

***Leseprobe***
S.59:
"Er erinnert mich an einen geschlagenen Hund, so klein und mager sitzt er da.
"Soll ich mit dir rechtschreiben üben?" Er schaut mich an, überrascht, erfreut, und nickt. "Also dann los, hol deinen Ranzen!"
Ich arbeite zwei Stunden lang mit ihm, lasse ihn immer wieder die Wörter schreiben, die er nicht kan, und versuche, ihm die Regeln klarzumachen. s ist schwierig, doch er gibt sich viel Mühe. Um zehn Uhr sage ich: "Jetzt ist es aber Zeit, dass du ins Bett gehst, sonst kannst du morgen früh nicht aufstehen."
Er schaut mich ernst an. "Das wünsche ich mir oft, nicht mehr aufstehen zu müssen."
Ich erschrecke und versuche, mir das Erschrecken nicht anmerken zu lassen. Das kenne ich ja auch. Aber so kann er es doch nicht gemeint haben. Er ist ja noch ein Kind. Trotzdem fühle ich mich nicht wohl, als ich ihm gute Nacht sage."

***Schreibstil***
Der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach, ist ja auch ein Jugendbuch und dafür angemessen. Durch die Schreibart wird man einfach mit reingezogen in das Buch, in Thomas Gehirn, kann mit ihm mitfühlen, aber trotzdem gelingt es einem leicht auch mal einen Objetktiven Blick darauf zu lenken und zu sehen, dass Thomas Selbstmitleid oftmals unbegründet ist.
Einzelne Kapitel gibt es nicht, aber durch viele Absätze wird einen das Lesen erleichtert.

***Meine Meinung***
Ich habe dieses Buch nun schon einige Jahre und wirklich oft gelesen, aber jedes mal, wenn ich es noch mal lese, werde ich wieder in Thomas und Frieders Welt hineingezogen, es zieht mich immer wieder richtig mit, und ich muss zugeben, ich habe dabei bisher jedes mal wieder geweint ohne Ende, ich konnte die Tränen gar nicht mehr stoppen. Dadurch, dass es aber ein gutes Ende nimmt, fühle ich mich am Ende immer befreit und etwas glücklich, etwas melancholisch und musste jetzt gerade wieder ganz viel Schokolade essen (muss ich immer nachdem ich geheult habe ;-)
Meiner Meinung nach ist es fast unmöglich, dass zu schaffen, was dieses Buch schafft und zwar gleich zwei Riesenprobleme zu thematisieren, Behinderung und Selbstmord (wo auch noch unser Schulsystem mit einspielt) und beides wirklich realitätsnah auf eigentlich so wenig Seiten, so mitfühlend zu vermitteln. Das ist wirklich ganz ganz viel!

***Fazit***
Dieses Buch sollte eigentlich jeder mal gelesen haben, der mal ein gutes Buch lesen will, es ist für Jugendliche besonders geeignet, aber ich denke auch für Erwachsene ist es echt spannend und gut zu lesen. Ich habe es gerade eben in 1,5 Stunden an einem Stück durchgelesen, und das ist auch am besten, man muss es in einmal lesen, am besten wenn, wie heute, draußen weht und gewittert, und man sich schön gemütlich hinlegt! Bei Regen wirklich das allerbeste! Voll zu empfehlen!


Danke fürs Lesen, Bewerten, Kommentieren und viel Spass beim Schmökern (ich hoffe ich hab euch Appetit darauf gemacht!
LG LISA
für ciao und yopi

21 Bewertungen, 9 Kommentare

  • campimo

    09.08.2006, 21:29 Uhr von campimo
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH & LG

  • Madrianda

    04.08.2006, 22:10 Uhr von Madrianda
    Bewertung: sehr hilfreich

    +++sh+++ Gruß Beate

  • bigmama

    03.08.2006, 01:01 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, LG Anett

  • superlativ

    02.08.2006, 12:38 Uhr von superlativ
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüße!

  • waltraud.d

    02.08.2006, 00:20 Uhr von waltraud.d
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • anonym

    01.08.2006, 23:40 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • Django006

    01.08.2006, 23:05 Uhr von Django006
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & *lg* Alan :>))))

  • anonym

    01.08.2006, 22:27 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr schöner Bericht.SH von Mir.LG Bernd

  • anonym

    01.08.2006, 22:18 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ***SH und LG***