Psychosomatische Krankheiten Testbericht

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Erfahrungsbericht von pobrediabla

Ein neuer Lebensanfang???

Pro:

Ein neuer Lebensanfang?

Kontra:

schwere Zeiten

Empfehlung:

Nein

Liebe Leser/innen!

Ich möchte euch hier meine psychomatische Krankheit darlegen und auch zugleich mehrere Menschen motivieren vielleicht auch über ihre Probleme zu reden.


Der Anfang,...

Ich bin mit einer guten Freundin in die Großstadt gefahren. Es war Anfang Februar 2003, ein überraschend warmer Tag für diese Jahreszeit. Wir sind shoppen gewesen da ich für den kommenden Abend etwas Neues zum anziehen brauchte. Der Tag war einfach nur schön und ich habe ihn genossen.
Am Nachmittag gingen wir zur Bushaltestelle. Wir warteten bis der Bus kam. Sie schaute sich die Bustafel an während ich mich auf ein kaltes Rohr setzte, dass am Wegrand entlang ging und etwas Wasser trank.


...ein Alptraum!?

Der Bus kam und wir stiegen ein. Nur 5 Minuten weiter merkte ich, dass ich dringend mal auf Toilette müsste. Ich dachte es geht wieder weg, da ich es ja sonst auch immer anhalten konnte. Aber leider war es genau das Gegenteil. Meine Freundin merkte es und versuchte mich abzulenken. Ich hielt es vielleicht noch eine viertel Stunde aus, bis ich meine Freundin letztendlich fragte ob ich meinen Dad anrufen könnte. Sie gab mir ihr Handy und ich rief ihn an und sagte, er solle mich abholen.
Ich stieg im nächsten Ort aus.
Mir war es leider zu peinlich den Busfahrer zu fragen ob er mal kurz halten könnte. Jedenfalls fuhr der Bus ohne mich weiter und ich lief schnell zur Gaststätte die gleich an der Straße war.
Als ich reingehen wollte merkte ich, dass sie geschlossen war. Ich dachte nur noch an eine Toilette. Also ging ich zu einem Mann der neben der Gaststätte Felle verkaufte und siehe da er hatte einen Schlüssel. Nachdem er mir die Tür aufschloss ging ich schnell auf Toilette.

Nun ich war auf die darauf folgende Situation nicht gefasst, denn ich musste zuerst gar nicht. Ich wartete noch ein bisschen bis ich mich innerlich etwas beruhigt hatte und dann liefs auch schon. Dennoch war ich nicht gerade erleichtert wie es sein sollte nachdem man dringend musste.


Wie es weiterging...

Nachdem mich mein Dad abholte, hatte ich die ganze Fahrt lang diesen Druck auf meiner Blase. Zu Hause ging es langsam wieder aber ich war dennoch geschockt von diesem Tag.
Abends ging ich dann in die Gaststätte wo meine Schwester feierte. Ich weiß schon gar nicht mehr was sie feierte aber meine Mutter war auch schon da und ich erzählte ihr von dem Vorfall. Sie meinte nichts großartig dazu während mir nichts anderes mehr durch den Kopf ging.

In der darauf folgenden Zeit viel es mir kaum noch auf und ich versuchte mir den Vorfall aus dem Kopf zu schlagen. Ich ging zwar ab da an in der Schule auch auf Toilette aber auch das machte mich nicht aufmerksam auf das, was danach kommen sollte.


Es entwickelte sich...!

Nach den Sommerferien wollten wir nun die große Abschlussklassenfahrt machen und ich stand nun vor der großen Entscheidung.

Seit dem Vorfall bin ich nicht mehr mit dem Bus gefahren, da ich Angst hatte ES würde wieder passieren.
Ich ließ mich zum ersten Mal von einem Urologen durchchecken, doch er fand nichts Außergewöhnliches und meinte ich sei vollkommen gesund. Meine Mutter meinte davor immer, es sei psychisch und seit dem Arztbesuch bestätigte es sich dann auch.

Ich dachte mir nun, es ist die einzige Abschlussklassenfahrt in meinem Leben und entschied mich dafür mitzufahren. Der Bus hatte ja wenigstens eine Toilette.


Die Fahrt, die Hölle!?

Es ging los und alle waren aufgeregt. Wir wollten nach Usedom. Die Fahrt ging so halbwegs gut. Ich mein ich saß zwar da wie als wenn es gleich gar nicht mehr geht aber ich musste wenigstens nicht im Bus auf Toilette, da wir regelmäßig an den Raststätten hielten. Wahrscheinlich wäre es mir auch zu peinlich gewesen.

Als wir endlich da waren stiegen wir alle aus und packten unsere Sachen in die Bungalows. Wir sind die Strände abgelaufen und mir ging es ganz gut. Wir haben sehr viel unternommen und ich sagte mir dann auch, dass es gut war mitzufahren.

Am Schluss unserer Reise fuhren wir noch in ein Museum. Nach dem Besuch plante unsere liebe Lehrerin natürlich noch etwas anderes.
Und als sie sagte wir machen eine Rundfahrt auf einem Gelände mit Bunkern ABER mit einem anderen Bus schlug mir das Herz höher.
Wir waren schon mal auf diesem Gelände um Go-Kart zu fahren. Und ich hoffte noch mal schnell auf Toilette gehen zu können bei dem Kiosk der daneben stand.
Leider waren wir etwas früh dran, denn der Kiosk öffnete erst eine Stunde später.

Was sollte ich nun machen? Ich rannte zur Lehrerin und fragte sie ob ich denn mitfahren muss. Leider hatte keiner Bock mit mir vorne zu warten. Sie meinte ich solle schnell unseren Busfahrer fragen ob ich im Bus gehen kann.
Doch der Herr ließ mich nicht mehr rein, da er soeben abgeschlossen hatte. Ich dachte mir na toll und dieses Mal war der Druck noch stärker und ich befürchtete das schlimmste.

Ich fand nichts mehr und stieg eben in dem Bus ein, wo der Fahrer schon aufhörte seine Geschichten zu erzählen.
Ich saß da wie verstört. Ich hatte keine Angst vor anderen Schülern, da sie alle mein Problem schon von der Lehrerin kannten. Die musste immer alles bis ins kleinste Detail erzählen.

Ich schaute grundsätzlich seit dem Vorfall am Anfang des Jahres immer auf eine Uhr, um zu sehen wann es vorbei ist. Ob es die Schulstunde war oder halt im Bus die Fahrt die ca. eine Stunde gehen sollte.

Wir hielten an um uns draußen etwas anzuschauen und die Lehrerin sagte mir ich solle mal schnell gehen. Ich lief schnell los, doch als ich eine Stelle gefunden hatte konnte ich mal wieder nicht. Ich muss euch sagen, es kotzte mich regelrecht an. Also ging ich wieder zurück und ab da an ging die Rundfahrt besser.


Wieder zu Hause, es wird immer schlimmer...

Nach der Fahrt ging ich normal wieder zur Schule. Es hörte nicht auf, mittlerweile hatte ich schon meinen geregelten Plan in der Schule. Ich ging jede Pause genau zwei Mal auf die Toilette. Und wenn nichts kam dann erzwang ich es halt. Und so schaffte ich die 10. Klasse. Es war zwar sehr schwer, da ich mich seit dem Vorfall nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren konnte aber ich schaffte es dennoch.

Mittlerweile ging meine Mutter nach Österreich arbeiten und ich war allein zu Hause. Meine Eltern hatten sich Ende 2002 geschieden. Daher wohnte ich nur mit meiner Mutter zusammen. Und mein Bruder mit meinem Vater.


Ein Besuch von meiner Mutter und alles brach zusammen...!

Ich hatte mich bereits bemüht eine Lehrstelle zu bekommen und ich war fest entschlossen mein Leben weiterzuleben ohne vorrangig an meine Krankheit zu denken. Ich hatte immer noch nichts gefunden und in den Sommerferien besuchte mich meine Mutter. Es war schön für mich sie wieder hier zu sehen, auch wenn es nur für ein zwei Wochen war. Ich merkte ziemlich schnell, dass meine Krankheit schlimmer wurde seit dem sie da war.

Seit dem sie dann gefahren war verließ ich die Wohnung fast gar nicht mehr. Und wenn, dann ging ich zu meinem Vater, der nur ein Stück weiter wegwohnte, wenn es dunkel war.
Ich hatte bzw. habe Glück, dass meine Schwester direkt neben mir wohnt. Sie erledigte meine Einkäufe. Außer, wenn ich merkte das es besser geht, dann ging ich selbst abends einkaufen.


Heute, es ist immer noch da...!

Ich hatte am Anfang schwere Depressionen, jetzt geht es besser.
Heute habe ich eine eigene Therapeutin gefunden, die mich wöchentlich besucht. Ich muss sagen sie ist ganz gut und lässt mich vieles mit anderen Augen sehen.
Meine Mutter zieht jetzt um und dann kommt sie öfters her, da sie nur noch zwei Stunden entfernt wohnt.
Mein Vater und mein Bruder zogen in eine größere Wohnung aber noch in derselben Stadt.
Ich habe jetzt die Wohnung von meiner Mutter übernommen und bin seit der 10. Klasse nicht berufstätig.

Es gibt viele Probleme in meinem Leben die diese Krankheit ausgelöst haben könnten. Und ich bleibe trotz allem noch voller Hoffnung, da ich weiß das ich mein Leben noch vor mir habe und es auch nicht verschwenden will.

Hin und wieder kommt es dennoch vor, dass mich meine Hoffnung etwas verlässt, da ich mir immer diesen Zeitdruck mache. Ich mein ich bin mittlerweile schon 18 und meine Krankheit besteht immer noch.
Aber dann denke ich immer an meine Oma in Kuba die mein liebstes Familienmitglied ist, obwohl ich sie noch nie gesehen habe. Dann wird meine Hoffnung wieder stärker.


Ich hätte nie gedacht, dass ich mal davon schwärmen würde mit Freunden rauszugehen, eine Lehre zu haben um mein eigenes Geld zu verdienen und einfach das Leben zu genießen, ohne diesen Druck.


Ich würde mich freuen, wenn sich Leidensgenossen bei mir melden würden, denn es ist immer wieder gut gleiches von ebenfalls Betroffenen zu hören und auszutauschen.
Oder schreibt auch einen Bericht über eure psychomatische Krankheit.

Viele können sich daran besser orientieren und motiviert werden.


"Denkt daran, dass nur ihr selbst das Problem lösen könnt. Therapeuten und Psychologen sind nur der Anstoß für euch, die Dinge mal ganz anders zu sehen um sie begreifen zu können.
Mir hilft es!"

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