Rauhaardackel Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Hanni64
So mutig und so verschmust!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Viele von Euch werden wissen, dass ich ein richtiger Tiernarr bin. Wenn ich mehr Platz hätte, dann könnte ich so manchem Zoo bestimmt Konkurrenz machen.
Neben Fischen, Degus und Hamstern habe ich noch einen Collie mit Namen Basco.
Doch jedes Jahr in den Pfingstferien bekomme ich noch einen kleinen, frechen und doch liebenswerten Rauhhardackel dazu. Die kleine „Gundel“. Sie ist mittlerweile 3 Jahre alt und ein wirklicher Draufgängertyp. Wenn ich sie mit meinem Basco vergleiche sind das nicht nur von der Größe her zwei total verschiedene Hundetypen, sondern auch in ihrem Charakter total unterschiedlich.
Momentan ist mein „Leasinghund“ wieder bei uns zu Gast und ich möchte Euch gerne etwas über den Rauhhaardackel allgemein berichten. Ich möchte Euch auch einen kleinen Einblick darüber geben, wie es ist mit einem Dackel zu leben und wie unser Alltag mit diesem kleinen „Besen“ bei uns mittlerweile aussieht!
Ich warne Euch vor, denn wenn ich über Hunde schreibe, dann wird das mit Sicherheit ein langer Bericht. Ich hoffe, Ihr haltet durch.
Zuerst möchte ich Euch die Geschichte der Dackel näher bringen.
Jeder kennt sie, doch weniger werden wissen woher diese Rasse ihren Ursprung hat.
Man weiß es nicht genau, aber soll Vorfahren aus dem alten Ägypten und der europäischen Steinzeit gehabt haben. Sicher ist auf jeden Fall, dass dackelähnliche Hunde im Mittelalter zur Jagd unter der Erde eingesetzt wurden. Im Laufe der Zeit wurde unser heute bekannter Dackel als Jagdgebrauchshund herangezüchtet. Wie viele andere bekannte Rassen ist auch er das Resultat aus Kreuzungen. So wurde der klassische Rauhhaardackel mit einem Zwergschnauzer und einem Dandie Dinmont Terrier gekreuzt. Das ist wohl auch ein Grund, warum bei den Rauhhaardackeln die Dackellähmung seltener vorkommt als bei Langhaardackeln.
Nach vielen Jahren der Züchtung nahm der Rauhhaardackel langsam die Gestalt an, die wir heute an ihm kennen.
Am 8.Mai 1925 wurde der erste Standart Rauhhaardackel veröffentlicht.
Es gab ihn in drei Gewichtsklassen:
Den schweren Typ 7 bis 13 kg
Den mittleren Typ 5 bis ca. 7 kg
Den leichten Typ mit maximal 4 kg.
Über 20 Jahre später wurde der Dackel aber vom Deutschen Teckelklub auf den kleinen Typ modifiziert, da man ihn überwiegend zur Jagd auf Kaninchen einsetzte und er mühelos in deren Bau gelangte.
In den 60er Jahren war der Langhaardackel sehr beliebt, doch mittlerweile hat sich das sehr geändert. Der Rauhhardackel steht steht auf Platz 1 der Beliebtheitsskala unter den Dackeln.
Ich glaube, ich brauche das Aussehen dieses Hundes nicht groß zu beschreiben. Er wird so ungefähr 25 cm groß und sein drahtiges Fell erinnert farblich an ein Wildschwein. Deshalb wird er auch als „schweinsfarben“ bezeichnet.
Besonders süß finde ich an den Dackeln allgemein ihr Gesicht. Sie haben so eine süßes Näschen und so liebvoll, treue, schwarze Knopfaugen mit dem sie einen wirklich weichkochen können.
Auf das Wesen und auf die Haltung möchte ich näher eingehen. Ein Dackel ist bestimmt nicht Jedermanns Sache und wenn man sich vor Augen hält, dass er für die Jagd eingesetzt wird, dann ist es auch Selbstverständlich, dass diese kleinen Kerlchen einen sehr großen Bewegungsdrang haben. Sie brauchen sehr viel Auslauf. Ein Garten wäre nicht schlecht und drei – viermal am Tag Gassi gehen ist angebracht. Er ist ein ausdauernder Läufer und rennt auch sehr gerne.
Zudem ist der kleine Kerl sehr mutig. Er kennt so gut wie keine –Furcht und verteidigt sein Revier bis auf`s Blut. Er versucht alles zu verbellen, was sich bewegt und wenn man das ignoriert, dann hat „Dackel“ schon mal bissfeste Argumente. Das trifft aber nicht auf alle Dackel zu. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.
Sie sind auch sehr neugierig und stecken ihre Nase überall rein. Alles wird erforscht und erkundet.
Aber auf Schmusestunden wollen diese Draufgänger auch nicht verzichten. Sie sind sehr anhänglich und treu. Man kann fast schon sagen, dass sie besitzergreifend sind. Ich bin froh, dass mich die Gundel für die kurze Zeit als ihr Frauchen anerkennt und ich weiß gar nicht, wie oft ich schon über sie gestolpert bin, weil sie mir ständig nachläuft und mich nie aus den Augen lässt.
Nun zur Pflege!
Obwohl sie ein kurzes und drahtiges Haarkleid haben sollte man sie regelmäßig bürsten und kämmen. Sie sehen bei zu wenig Pflege schnell ungepflegt aus. Was aber ein richtiger Dackel ist, der hat kein Schleifchen im Haar oder duftet nach Shampoo. Nein! Ein Dackel hat meiner Meinung nach den richtigen Dackellook, wenn ihm die Haare in die Augen hängen. Ein Dackel braucht eine Wuschelfrisur und ich verabscheue diese Ausstellungen bei denen die Hunde getrimmt und geföhnt werden bis sie aussehen wie geölte und gepuderte Kreaturen die einem Leid tun können. Das hat mit einem Hund, egal welche Rasse, nichts mehr zu tun. Das allerletzte sind Schleifchen im Haar. Habt ihr schon mal einen Wolf mit Schleifchen gesehen? Ich finde das ist eine Verarschung dem Tier gegenüber und hat mir Tierliebe nichts mehr zu tun. Hund soll Hund bleiben.
Jetzt muss ich das Thema wechseln, sonst geht es mit mir durch!
Ich hoffe ich konnte Euch einen Überblick über die Herkunft und das Wesen eines Dackels verschaffen und nun möchte ich gerne über das tägliche zusammenleben mit unserer Gundel berichten. Ich werde nicht daran vorbei kommen, Vergleiche zwischen meinem Collie und dem Dackel zu ziehen. Da wird deutlich wie grundverschieden diese beiden Hundearten sind.
Gundel kommt:
°°°°°°°°°°°°°°°°
Einen Tag vor der Abreise nach Italien bringt meine Bekannte die Gundel zu uns. Gundel kennt mich gut, denn ich bin einmal wöchentlich bei ihr im Haus um „ihren Kindern“ Musikunterricht zu geben. Sie liegt oft während des Unterrichts neben uns und jault mit, wenn ihr die Töne zu hoch werden. Ist eben ein musikalischer Dackel.
Als sie bereits das erste Mal bei uns erkundigte sie unerschrocken die Wohnung. Die Anwesenheit von Basco störte sie nicht besonders. Es schien ihr egal zu sein, dass hier ein anderer Hund Revieransprüche hat. Da war ich schon sehr froh, dass mein Basco Gentleman ist und das zu ignorieren schien.
Als ihr Frauchen allerdings gegangen war zeigte sich, dass sie wirklich anhänglich ist und auch weinen kann. Wir dachten schon, dass sie nachweinen würde und gingen deshalb mit ihr spazieren, als ihr Frauchen fuhr. Doch als wir zurückkamen suchte sie die ganze Wohnung ab, setzte sich vor die Tür und weinte. Zum Glück gab es Basco, der sie mit Spielen bald ablenkte.
Sie lebte sich überraschend schnell ein und wenn sie heute kommt, dann gehört alles sofort ihr.
Ich mit eingenommen. Manchmal versucht sie Basco von mir fern zu halten indem der David dem großen Goliath die Zähne zeigt. Das lässt Basco kalt. Nur als sie mal versucht hat ihn in die Schnauze zu zwicken, packte er sie etwas überraschen am Nacken und sofort unterwarf sie sich ihm. Diesem Hündchen muss man schon zeigen was Sache ist, denn sie werden schnell aufmüpfig und denken, sie sind der große Anschaffer.
Eckbank, Couch und Bett schienen sofort ihr zu gehören. Beim Bett habe ich da meine Einwände und musste gewaltig durchgreifen. Auch auf der Eckbank hat sie nichts verloren, denn am Tisch essen ist doch wohl uns Menschen vorbehalten. Das hat sie aber erstaunlich schnell kapiert.
Ich weiß nicht, ob das an der Erziehung oder an der Rasse liegt, aber die Gundel hört nur was sie will und wann sie will. Auf das Kommando „steh“ reagiert sie trotzig mit einem „sitz“ und wenn man meint sie soll sich hinsetzen, dann steht sie da wie ein Esel.
Manchmal denke ich sie ist taub. Wenn man sie zu sich rufen möchte, dann schreit man sich die Kehle aus dem Leib. Wenn sie nicht will, dann will sie nicht. Mein Sohnemann meinte neulich spöttisch:“ Vielleicht heißt sie ja gar nicht Gundel? Vielleicht kann sie kein Deutsch? Probier es doch mal mit einer Fremdsprache!“
Doch böse kann ich ihr nicht sein. Im Gegenteil! Wenn sie einen mit diesem Dackelblick ansieht, dann muss ich immer den Kopf schütteln und lachen.
Das bin ich von Basco nicht gewöhnt. Er folgt fast auf`s Wort und bleibt auch automatische stehen, wenn er zu weit von uns entfernt ist. Er achtete stets darauf, dass seine „Herde“ zusammenbleibt. Doch was geht das Gundel an?
Wenn sie läuft sollen die anderen gefälligst zusehen, dass sie ihr nachkommen und auch dorthin laufen wo sie möchte. Jawoll!
Gundel und Gewitter!
Da merkt man wie unerschrocken diese Rasse ist. Manchmal denke ich, sie hat vor gar nichts Angst.
Mein Basco verzieht sich schon lange bevor das Gewitter bei uns ist unter einem Tisch oder am letzten Ende des Ganges. Auch an Sylvester oder wenn bei einem Spaziergang mal ein Jäger schießt oder es knallt was, dann zieht er den Schwanz ein und zittert wie Espenlaub.
Gundel zuckt da nicht einmal mit der Wimper. Das ist ihr wurscht! Soll es doch Krachen und Scheppern. Was kümmert das einen Dackel? Sie liegt da und kann Basco`s Aufregung scheinbar nicht verstehen.
Ich finde das einen sehr guten Charakterzug, denn da braucht man bestimmt keine Angst zu haben, dass sie sich zu einem Angstbeißer entwickelt.
Gundel und Wasser!
Wasser? Bitte nur zum trinken!
Wenn es regnet, dann ist sie blitzschnell mit ihrem Geschäftchen fertig. Dann heißt es nix wie zurück ins Trockene – unmittelbar gefolgt von Basco. Das einzige Lebewesen dass scheinbar nicht wasserscheu ist, scheine ich zu sein. Muss das ein komisches Bild für meine Nachbarn abgeben, wenn ich Mühe habe einen Dackel und einen Collie bei Regen zu einem Spaziergang zu überreden. Jede Minute schüttelt sie sich und ich muss sie regelrecht hinterher ziehen. Rufen nützt nix, denn da ist sie wieder taub.
Gundel und Autofahren!
Fein! Da freut sie sich! Für einen furchtlosen Hund eine tolle Sache, so lange man sich frei bewegen kann. Dieser kleine Besen hält allerdings nicht still und bis man sich versieht steigt sie vom Rücksitz durch auf den Beifahrersitz. Dort ist es aber auch nur gut, so lange sie das möchte. Man macht es sich mal auf der Handbremse bequem und wenn man gar aussteigt, dann ist sie natürlich auf dem Fahrersitz. Das kann zur Gefahr werden und deshalb muss sie jetzt immer in eine Transportbox, was ihr aber nicht so richtig passt. Doch da kommt sie nicht dran vorbei.
Basco hingegen bleibt gelangweilt auf seiner Decke auf dem Rücksitz liegen. Was er sich wohl immer so denkt, wenn er diesen kleinen Besen beobachtet?
Gundel und Aufpassen!
Aber Hallo! An ihr kommt keiner vorbei. Lieber einmal zuviel Gebellt als einmal zu wenig. In einer Mietwohnung bekommt man bestimmt Ärger, weil jedes Geräusch wahr genommen wird und sie natürlich anschlägt. Ein klingeln an der Tür und Gundel legt los. Doch nur so lange die Tür geschlossen ist. Öffnet man, dann ist sie friedlich und gewährt höflich Einlaß.
Gundel und Schmusen!
Ach ja! Das ist eine Lieblingsbeschäftigung von ihr. Wenn ich Abends auf der Couch liege, dann legt sie sich auf meinen Bauch und dann ist streicheln angesagt. Es ist auch nicht gut für mich, wenn ich am Bettrand liege und das Gesicht zur Tür habe, denn dann werde ich Morgens garantiert „wachgeküsst“.
Gundel schläft in ihrer „Dackelgarage“ vor meinem Bett.
Was eine Dackelgarage ist? Die hat sie sich selber ausgesucht.
Bei mir stehen mehrere Akkordeons im Wohnzimmer und die sind nicht in einem Koffer, sondern in einem Tragerucksack speziell für Akkordeons verstaut. Darunter ist ein kleinerer, der immer offen ist, da er meinem Sohn gehört und er täglich übt.
(oder auch mal nicht) Als wir Gundel das erste Mal bei uns hatten, suchten wir sie und entdeckten sie später in diesem Rucksack. Mittlerweile bekommt sie eine Decke hinein und er ist ihr Schlafplatz geworden.
Gundel und Fressen!
VORSICHT! Da geht Basco ihr aus dem Weg, denn sie ist extrem Futterneidisch. Sogar von der Wasserschüssel versuchte sie ihn weg zu jagen. Das lies er sich aber doch nicht gefallen. Ein Mensch darf ihren Fressnapf wegnehmen, aber einen anderen Hund lässt sie nicht hin.
Sie bekommt eingeweichtes Trockenfutter mit Flocken, das mag Basco sowieso nicht, doch Gundel zeigt da vorsichtshalber die Zähne.
Gundel und Kinder!
Kein Problem! In ihrem Haus sind zwei Kinder im Alter von
11 und 13 Jahren. Da sie in einer Spielstraße leben sind dort stets Kinder in allen Alterstufen die auch bei ihrer Familie ein und aus gehen. Es gab noch nie Probleme. Auch wenn sie mal unsanft angepackt wird schnappt sie nicht zu.
Ich kann allerdings nicht generell sagen ob Dackel kinderlieb sind. Das kann man bei keiner Rasse, denn jeder Hund hat seine Eigenarten. Besonders bei Kleinkindern sollte man verantwortungsbewusst sein und sie nie mit einem Hund alleine lassen, da Kinder wie Hunde unberechenbar sind.
Wenn Gundel wieder abgeholt wird, dann kehrt bei uns wieder etwas Ruhe ein, doch fehlt eine Zeit lang etwas. An diesen kleinen Racker kann man sich durchaus sehr schnell gewöhnen und ihn lieb gewinnen. Auch wenn er seinen eigenen sturen Kopf hat.
In den vielen Wochen, in denen ich mich schon um sie kümmern durfte, konnte ich viel Einblick in die Seele eines Rauhharrdackels gewinnen und so meine Erfahrungen mit ihr sammeln.
Für mich käme ein Dackel als Hund zwar nie in Frage, weil ich eher zu größeren Hunden tendiere, doch für Liebhaber kleiner Rassen ist ein Rauhhardackel ein treuer und auch lustiger Weggefährte mit dem es bestimmt nie langweilig wird.
Ich danke allen, die meinen Bericht wirklich durchgelesen haben und verbleibe als
*Eure Hanni64*
Neben Fischen, Degus und Hamstern habe ich noch einen Collie mit Namen Basco.
Doch jedes Jahr in den Pfingstferien bekomme ich noch einen kleinen, frechen und doch liebenswerten Rauhhardackel dazu. Die kleine „Gundel“. Sie ist mittlerweile 3 Jahre alt und ein wirklicher Draufgängertyp. Wenn ich sie mit meinem Basco vergleiche sind das nicht nur von der Größe her zwei total verschiedene Hundetypen, sondern auch in ihrem Charakter total unterschiedlich.
Momentan ist mein „Leasinghund“ wieder bei uns zu Gast und ich möchte Euch gerne etwas über den Rauhhaardackel allgemein berichten. Ich möchte Euch auch einen kleinen Einblick darüber geben, wie es ist mit einem Dackel zu leben und wie unser Alltag mit diesem kleinen „Besen“ bei uns mittlerweile aussieht!
Ich warne Euch vor, denn wenn ich über Hunde schreibe, dann wird das mit Sicherheit ein langer Bericht. Ich hoffe, Ihr haltet durch.
Zuerst möchte ich Euch die Geschichte der Dackel näher bringen.
Jeder kennt sie, doch weniger werden wissen woher diese Rasse ihren Ursprung hat.
Man weiß es nicht genau, aber soll Vorfahren aus dem alten Ägypten und der europäischen Steinzeit gehabt haben. Sicher ist auf jeden Fall, dass dackelähnliche Hunde im Mittelalter zur Jagd unter der Erde eingesetzt wurden. Im Laufe der Zeit wurde unser heute bekannter Dackel als Jagdgebrauchshund herangezüchtet. Wie viele andere bekannte Rassen ist auch er das Resultat aus Kreuzungen. So wurde der klassische Rauhhaardackel mit einem Zwergschnauzer und einem Dandie Dinmont Terrier gekreuzt. Das ist wohl auch ein Grund, warum bei den Rauhhaardackeln die Dackellähmung seltener vorkommt als bei Langhaardackeln.
Nach vielen Jahren der Züchtung nahm der Rauhhaardackel langsam die Gestalt an, die wir heute an ihm kennen.
Am 8.Mai 1925 wurde der erste Standart Rauhhaardackel veröffentlicht.
Es gab ihn in drei Gewichtsklassen:
Den schweren Typ 7 bis 13 kg
Den mittleren Typ 5 bis ca. 7 kg
Den leichten Typ mit maximal 4 kg.
Über 20 Jahre später wurde der Dackel aber vom Deutschen Teckelklub auf den kleinen Typ modifiziert, da man ihn überwiegend zur Jagd auf Kaninchen einsetzte und er mühelos in deren Bau gelangte.
In den 60er Jahren war der Langhaardackel sehr beliebt, doch mittlerweile hat sich das sehr geändert. Der Rauhhardackel steht steht auf Platz 1 der Beliebtheitsskala unter den Dackeln.
Ich glaube, ich brauche das Aussehen dieses Hundes nicht groß zu beschreiben. Er wird so ungefähr 25 cm groß und sein drahtiges Fell erinnert farblich an ein Wildschwein. Deshalb wird er auch als „schweinsfarben“ bezeichnet.
Besonders süß finde ich an den Dackeln allgemein ihr Gesicht. Sie haben so eine süßes Näschen und so liebvoll, treue, schwarze Knopfaugen mit dem sie einen wirklich weichkochen können.
Auf das Wesen und auf die Haltung möchte ich näher eingehen. Ein Dackel ist bestimmt nicht Jedermanns Sache und wenn man sich vor Augen hält, dass er für die Jagd eingesetzt wird, dann ist es auch Selbstverständlich, dass diese kleinen Kerlchen einen sehr großen Bewegungsdrang haben. Sie brauchen sehr viel Auslauf. Ein Garten wäre nicht schlecht und drei – viermal am Tag Gassi gehen ist angebracht. Er ist ein ausdauernder Läufer und rennt auch sehr gerne.
Zudem ist der kleine Kerl sehr mutig. Er kennt so gut wie keine –Furcht und verteidigt sein Revier bis auf`s Blut. Er versucht alles zu verbellen, was sich bewegt und wenn man das ignoriert, dann hat „Dackel“ schon mal bissfeste Argumente. Das trifft aber nicht auf alle Dackel zu. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.
Sie sind auch sehr neugierig und stecken ihre Nase überall rein. Alles wird erforscht und erkundet.
Aber auf Schmusestunden wollen diese Draufgänger auch nicht verzichten. Sie sind sehr anhänglich und treu. Man kann fast schon sagen, dass sie besitzergreifend sind. Ich bin froh, dass mich die Gundel für die kurze Zeit als ihr Frauchen anerkennt und ich weiß gar nicht, wie oft ich schon über sie gestolpert bin, weil sie mir ständig nachläuft und mich nie aus den Augen lässt.
Nun zur Pflege!
Obwohl sie ein kurzes und drahtiges Haarkleid haben sollte man sie regelmäßig bürsten und kämmen. Sie sehen bei zu wenig Pflege schnell ungepflegt aus. Was aber ein richtiger Dackel ist, der hat kein Schleifchen im Haar oder duftet nach Shampoo. Nein! Ein Dackel hat meiner Meinung nach den richtigen Dackellook, wenn ihm die Haare in die Augen hängen. Ein Dackel braucht eine Wuschelfrisur und ich verabscheue diese Ausstellungen bei denen die Hunde getrimmt und geföhnt werden bis sie aussehen wie geölte und gepuderte Kreaturen die einem Leid tun können. Das hat mit einem Hund, egal welche Rasse, nichts mehr zu tun. Das allerletzte sind Schleifchen im Haar. Habt ihr schon mal einen Wolf mit Schleifchen gesehen? Ich finde das ist eine Verarschung dem Tier gegenüber und hat mir Tierliebe nichts mehr zu tun. Hund soll Hund bleiben.
Jetzt muss ich das Thema wechseln, sonst geht es mit mir durch!
Ich hoffe ich konnte Euch einen Überblick über die Herkunft und das Wesen eines Dackels verschaffen und nun möchte ich gerne über das tägliche zusammenleben mit unserer Gundel berichten. Ich werde nicht daran vorbei kommen, Vergleiche zwischen meinem Collie und dem Dackel zu ziehen. Da wird deutlich wie grundverschieden diese beiden Hundearten sind.
Gundel kommt:
°°°°°°°°°°°°°°°°
Einen Tag vor der Abreise nach Italien bringt meine Bekannte die Gundel zu uns. Gundel kennt mich gut, denn ich bin einmal wöchentlich bei ihr im Haus um „ihren Kindern“ Musikunterricht zu geben. Sie liegt oft während des Unterrichts neben uns und jault mit, wenn ihr die Töne zu hoch werden. Ist eben ein musikalischer Dackel.
Als sie bereits das erste Mal bei uns erkundigte sie unerschrocken die Wohnung. Die Anwesenheit von Basco störte sie nicht besonders. Es schien ihr egal zu sein, dass hier ein anderer Hund Revieransprüche hat. Da war ich schon sehr froh, dass mein Basco Gentleman ist und das zu ignorieren schien.
Als ihr Frauchen allerdings gegangen war zeigte sich, dass sie wirklich anhänglich ist und auch weinen kann. Wir dachten schon, dass sie nachweinen würde und gingen deshalb mit ihr spazieren, als ihr Frauchen fuhr. Doch als wir zurückkamen suchte sie die ganze Wohnung ab, setzte sich vor die Tür und weinte. Zum Glück gab es Basco, der sie mit Spielen bald ablenkte.
Sie lebte sich überraschend schnell ein und wenn sie heute kommt, dann gehört alles sofort ihr.
Ich mit eingenommen. Manchmal versucht sie Basco von mir fern zu halten indem der David dem großen Goliath die Zähne zeigt. Das lässt Basco kalt. Nur als sie mal versucht hat ihn in die Schnauze zu zwicken, packte er sie etwas überraschen am Nacken und sofort unterwarf sie sich ihm. Diesem Hündchen muss man schon zeigen was Sache ist, denn sie werden schnell aufmüpfig und denken, sie sind der große Anschaffer.
Eckbank, Couch und Bett schienen sofort ihr zu gehören. Beim Bett habe ich da meine Einwände und musste gewaltig durchgreifen. Auch auf der Eckbank hat sie nichts verloren, denn am Tisch essen ist doch wohl uns Menschen vorbehalten. Das hat sie aber erstaunlich schnell kapiert.
Ich weiß nicht, ob das an der Erziehung oder an der Rasse liegt, aber die Gundel hört nur was sie will und wann sie will. Auf das Kommando „steh“ reagiert sie trotzig mit einem „sitz“ und wenn man meint sie soll sich hinsetzen, dann steht sie da wie ein Esel.
Manchmal denke ich sie ist taub. Wenn man sie zu sich rufen möchte, dann schreit man sich die Kehle aus dem Leib. Wenn sie nicht will, dann will sie nicht. Mein Sohnemann meinte neulich spöttisch:“ Vielleicht heißt sie ja gar nicht Gundel? Vielleicht kann sie kein Deutsch? Probier es doch mal mit einer Fremdsprache!“
Doch böse kann ich ihr nicht sein. Im Gegenteil! Wenn sie einen mit diesem Dackelblick ansieht, dann muss ich immer den Kopf schütteln und lachen.
Das bin ich von Basco nicht gewöhnt. Er folgt fast auf`s Wort und bleibt auch automatische stehen, wenn er zu weit von uns entfernt ist. Er achtete stets darauf, dass seine „Herde“ zusammenbleibt. Doch was geht das Gundel an?
Wenn sie läuft sollen die anderen gefälligst zusehen, dass sie ihr nachkommen und auch dorthin laufen wo sie möchte. Jawoll!
Gundel und Gewitter!
Da merkt man wie unerschrocken diese Rasse ist. Manchmal denke ich, sie hat vor gar nichts Angst.
Mein Basco verzieht sich schon lange bevor das Gewitter bei uns ist unter einem Tisch oder am letzten Ende des Ganges. Auch an Sylvester oder wenn bei einem Spaziergang mal ein Jäger schießt oder es knallt was, dann zieht er den Schwanz ein und zittert wie Espenlaub.
Gundel zuckt da nicht einmal mit der Wimper. Das ist ihr wurscht! Soll es doch Krachen und Scheppern. Was kümmert das einen Dackel? Sie liegt da und kann Basco`s Aufregung scheinbar nicht verstehen.
Ich finde das einen sehr guten Charakterzug, denn da braucht man bestimmt keine Angst zu haben, dass sie sich zu einem Angstbeißer entwickelt.
Gundel und Wasser!
Wasser? Bitte nur zum trinken!
Wenn es regnet, dann ist sie blitzschnell mit ihrem Geschäftchen fertig. Dann heißt es nix wie zurück ins Trockene – unmittelbar gefolgt von Basco. Das einzige Lebewesen dass scheinbar nicht wasserscheu ist, scheine ich zu sein. Muss das ein komisches Bild für meine Nachbarn abgeben, wenn ich Mühe habe einen Dackel und einen Collie bei Regen zu einem Spaziergang zu überreden. Jede Minute schüttelt sie sich und ich muss sie regelrecht hinterher ziehen. Rufen nützt nix, denn da ist sie wieder taub.
Gundel und Autofahren!
Fein! Da freut sie sich! Für einen furchtlosen Hund eine tolle Sache, so lange man sich frei bewegen kann. Dieser kleine Besen hält allerdings nicht still und bis man sich versieht steigt sie vom Rücksitz durch auf den Beifahrersitz. Dort ist es aber auch nur gut, so lange sie das möchte. Man macht es sich mal auf der Handbremse bequem und wenn man gar aussteigt, dann ist sie natürlich auf dem Fahrersitz. Das kann zur Gefahr werden und deshalb muss sie jetzt immer in eine Transportbox, was ihr aber nicht so richtig passt. Doch da kommt sie nicht dran vorbei.
Basco hingegen bleibt gelangweilt auf seiner Decke auf dem Rücksitz liegen. Was er sich wohl immer so denkt, wenn er diesen kleinen Besen beobachtet?
Gundel und Aufpassen!
Aber Hallo! An ihr kommt keiner vorbei. Lieber einmal zuviel Gebellt als einmal zu wenig. In einer Mietwohnung bekommt man bestimmt Ärger, weil jedes Geräusch wahr genommen wird und sie natürlich anschlägt. Ein klingeln an der Tür und Gundel legt los. Doch nur so lange die Tür geschlossen ist. Öffnet man, dann ist sie friedlich und gewährt höflich Einlaß.
Gundel und Schmusen!
Ach ja! Das ist eine Lieblingsbeschäftigung von ihr. Wenn ich Abends auf der Couch liege, dann legt sie sich auf meinen Bauch und dann ist streicheln angesagt. Es ist auch nicht gut für mich, wenn ich am Bettrand liege und das Gesicht zur Tür habe, denn dann werde ich Morgens garantiert „wachgeküsst“.
Gundel schläft in ihrer „Dackelgarage“ vor meinem Bett.
Was eine Dackelgarage ist? Die hat sie sich selber ausgesucht.
Bei mir stehen mehrere Akkordeons im Wohnzimmer und die sind nicht in einem Koffer, sondern in einem Tragerucksack speziell für Akkordeons verstaut. Darunter ist ein kleinerer, der immer offen ist, da er meinem Sohn gehört und er täglich übt.
(oder auch mal nicht) Als wir Gundel das erste Mal bei uns hatten, suchten wir sie und entdeckten sie später in diesem Rucksack. Mittlerweile bekommt sie eine Decke hinein und er ist ihr Schlafplatz geworden.
Gundel und Fressen!
VORSICHT! Da geht Basco ihr aus dem Weg, denn sie ist extrem Futterneidisch. Sogar von der Wasserschüssel versuchte sie ihn weg zu jagen. Das lies er sich aber doch nicht gefallen. Ein Mensch darf ihren Fressnapf wegnehmen, aber einen anderen Hund lässt sie nicht hin.
Sie bekommt eingeweichtes Trockenfutter mit Flocken, das mag Basco sowieso nicht, doch Gundel zeigt da vorsichtshalber die Zähne.
Gundel und Kinder!
Kein Problem! In ihrem Haus sind zwei Kinder im Alter von
11 und 13 Jahren. Da sie in einer Spielstraße leben sind dort stets Kinder in allen Alterstufen die auch bei ihrer Familie ein und aus gehen. Es gab noch nie Probleme. Auch wenn sie mal unsanft angepackt wird schnappt sie nicht zu.
Ich kann allerdings nicht generell sagen ob Dackel kinderlieb sind. Das kann man bei keiner Rasse, denn jeder Hund hat seine Eigenarten. Besonders bei Kleinkindern sollte man verantwortungsbewusst sein und sie nie mit einem Hund alleine lassen, da Kinder wie Hunde unberechenbar sind.
Wenn Gundel wieder abgeholt wird, dann kehrt bei uns wieder etwas Ruhe ein, doch fehlt eine Zeit lang etwas. An diesen kleinen Racker kann man sich durchaus sehr schnell gewöhnen und ihn lieb gewinnen. Auch wenn er seinen eigenen sturen Kopf hat.
In den vielen Wochen, in denen ich mich schon um sie kümmern durfte, konnte ich viel Einblick in die Seele eines Rauhharrdackels gewinnen und so meine Erfahrungen mit ihr sammeln.
Für mich käme ein Dackel als Hund zwar nie in Frage, weil ich eher zu größeren Hunden tendiere, doch für Liebhaber kleiner Rassen ist ein Rauhhardackel ein treuer und auch lustiger Weggefährte mit dem es bestimmt nie langweilig wird.
Ich danke allen, die meinen Bericht wirklich durchgelesen haben und verbleibe als
*Eure Hanni64*
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