Knochenarbeit (Taschenbuch) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von catmother
Mein erster Vergleich zwischen Cornwell und Reichs
Pro:
spannend, sehr wissenschaftlich
Kontra:
Story ist unglaubwürdig, zu wissenschaftlich
Empfehlung:
Ja
Nach einem kurzen Austausch über die Unterschiede zwischen Patricia Cornwell und Kathy Reichs – beide die großen Damen der Gerichtsmediziner-Thriller – mit einem Reichs-Fan hatte ich versprochen, mir selbst einmal ein Bild letzterer Autorin zu machen, die ich bisher nicht kannte und mich dann in die Diskussion einzumischen.
Hier also das Ergebnis:
** Die Geschichte **
Manchmal scheint es, als gäbe es nur eine Frau auf der Welt, die sich mit Knochen beschäftigt. Temperance Brennan ist eigentlich hauptberuflich Dozentin für Anthropologie an der Universität von Charlotte in North Carolina. Doch in den
Semesterferien arbeitet sie als forensische Anthropologin für die Provinz Quebec, genauer gesagt, am gerichtsmedizinischen Institut der kanadischen Metropole Montreal. Und weil sie sonst nichts zu tun hat und die Studenten ja viel Verständnis für plötzlich verschwundene Professoren aufbringen, nimmt sie zwischendurch noch reichlich andere Aufträge an, wo immer es um Knochen geht.
So zum Beispiel den Auftrag der Erzdiözese von Montreal, die eine einstmals sehr mildtätige Ordensschwester heilig sprechen möchte, aber zur Sicherheit deren Überreste finden und bestimmen lassen muß. Nach einigen Anläufen werden die öfter umgebetteten Knochen von Élisabeth Nicolet gefunden – doch dann ruft ein anderer Fall. In St. Jovite, einem Vorort von Montreal, brannte ein Wohnhaus nieder, während sich seine Bewohner noch darin befanden. In den Trümmern findet die Polizei die Leichen von drei Menschen, wovon zwei völlig verkohlt sind. Zumindest eine erlebte den Brand nicht mehr – der älteren Frau wurde in den Kopf geschossen, bevor das Haus wie Zunder brannte.
In der Zwischenzeit sucht Brennan eine junge Frau an der McGill-Universität auf, die dort Professorin für Religiöse Studien ist. Da Prof. Daisy Jeanotte sich außerdem noch für die Geschichte in Quebec interessiert, erhofft sich Tempe einiges an Material für den Fall Elisabeth Nicolet. Als sie mit ihr zusammentrifft, fällt ihr als erstes auf, daß ihre wissenschaftlichen Hilfskräfte einen Heidenrespekt bzw. furchtbare Angst vor der Lehrkraft haben. Als sie Jeanotte wenig später noch einmal sieht, weil die tatsächlich Material zur Familie Nicolet gefunden hat, wird sie von ihr in eine kontroverse und fast dogmatische Diskussion über Sekten und Kulte verwickelt, in der die Professorin schon einige seltsame Ansichten äußert. Außerdem scheint die junge Studentin, mit der sie beim letzten Mal zusammengetroffen ist, in Schwierigkeiten zu stecken, wie ihre Vertretung meint.
Dann werden in St. Jovite noch vier Leichen gefunden – zwei Erwachsene und zwei Kleinstkinder. Den 8 Monate alten Säuglingen wurde bei lebendigem Leib das Herz herausgeschnitten. Nun wird dieser Fall immer undurchsichtiger. Waren die sieben Personen schon tot, als der Brand gelegt wurde? Wurde der Brand gelegt, um die Morde zu vertuschen, oder starben sie qualvoll in den Flammen?
Dann muß sich die Anthropologin noch mit anderen Dingen herumschlagen: Schwester Julienne aus dem Orden in Montreal sucht verzweifelt ihre Nichte Anna, die an der McGill studierte und bittet um Hilfe. Außerdem taucht unvermittelt Tempes flattrige Schwester Harriet auf, die in einem Selbstfindungsseminar ihr verkorkstes Leben in den Griff bekommen will.
Als sie zu ihrem anstehenden Turnus nach Charlotte/ North Carolina geht und vorher noch mit ihrer Tochter kurz Urlaub auf einer kleinen Insel macht, auf der ein Freund eine ökologische Affenkolonie eingerichtet hat, ereilt sie auch da ihr Beruf: Ausgerechnet hier findet sie zwei Leichen.
Dann stellt sich heraus, daß die Spuren von St. Jovite zu einer ominösen Sekte führen, die hier in St. Helena/ North Caroline ein Camp betreibt und scheinbar weit verzweigt und geheimnisvoll ist.
** Buchkritik **
Da ich ja quasi in der Pflicht stehe, eine ordentliche Begründung für oder gegen Kathy Reichs zu liefern, habe ich das Buch ziemlich sorgfältig gelesen. Es gibt einige positive, aber auch einige negative Aspekte, die ich hier natürlich erläutern will.
Was mir gut gefiel
Die Figur der Temperance Brennan ist recht problemlos, unkompliziert, ohne Psychospielchen und ziemlich sympathisch. Wenn auch, wie ihre Kollegin Kay Scarpetta, dauernd unbemannt, leicht spröde und asexuell, ist sie bei weitem nicht so konfliktbeladen wie jene, mit Aversionen gegen die Homosexualität ihrer Nichte oder ihre gelegentliche Zickigkeit. Brennan hat ein gutes und herzliches Verhältnis zu ihrer Tochter und überhaupt eines zu ihrer Schwester, und offensichtlich eine ganze Reihe Freunde und Bekannte, zu denen sie immerhin Kontakt pflegt, wenn etwas anliegt.
Menschlich macht sie vor allem, daß sie sich auch emotional auf ihre Fälle einlässt.
Die Vorgänge bei den forensischen Ermittlungen werden recht präzise, fast penibel dargestellt, sind sehr detailreich und durch eine ausgesprochen wissenschaftliche Note geprägt. Obwohl mir manches schon zu unverständlich war und für den Laien nicht richtig erklärt wird – was mich ärgert, denn seit der Serie C.S.I. bin ich ein echter Fan von Spurensuche - kann man das noch durchgehen lassen.
Was mir nicht gefiel
Leider ist das nun einiges mehr als die positiven Punkte.
Gleich am Anfang habe ich mich erst einmal fragen müssen, wer zum Henker ist denn jetzt Temperance? Die ganze Zeit war von Tempe die Rede, was an sich schon ein bescheuerter Name ist, dann taucht plötzlich noch eine Figur mit einem solch dämlichen, unaussprechlichen Namen auf. Na klar, habe ich dann mitbekommen, daß die gleiche Person gemeint ist, aber es war schon irritierend, wenn die Personen nicht ordentlich eingeführt werden.
Da hat mich des weiteren die Tatsache gestört, daß im Roman viele französische Begriffe, Redewendungen und sogar Unterhaltungen verwendet werden. Was soll das? Ich meine, ich habe damit insofern keine Schwierigkeiten, weil ich französisch kann, aber ich sehe einfach keinen Sinn darin. Und manch einer wird sich nämlich überlegen, was es denn überhaupt bedeutet, denn nicht jedes Mal ist die korrekte Übersetzung aus dem Folgetext zu ersehen.
Die Story ist ziemlich unglaubwürdig gestrickt. In der Geschichte gibt es 15 Tote und alle werden entweder durch die Heldin untersucht oder überhaupt erst gefunden, weil man sie z. B. gerade da abgelegt hat, wo die Heldin Urlaub macht. Das ist schon so hanebüchen, daß ich manches Mal gestöhnt habe, als Tempe wieder über eine Leiche stolperte, weil sie ja im ganzen Land offensichtlich die einzige ist, die was davon versteht und der man eine anvertrauen möchte. Die Krönung waren wirklich die zwei toten Frauen auf der Insel – wer hat sich diesen Verlauf nur ausgedacht?
Die Autorin versteht es meisterhaft, die Spannung aufrecht zu erhalten. Aber eigentlich übertreibt sie es mit ihrem Stil. Sie läßt nämlich den Leser zu oft einfach in der Luft hängen. Ein Beispiel: Ein Kapitel endet mit den Worten „Oh Gott!“. Erst 15 Seiten später geruht die Autorin erstmals, die angefangene Sache aufzuklären oder zu beenden. Ich hasse so was. Und bei dem Skelett von Elisabeth Nicolet dauert es bis zum Ende des Buches, bis wir erfahren, was Brennan schon auf Seite 308 klar wird. Aber dafür kriegen wir auch gleich die komplette Zusammenfassung von A-Z. Da bin ich einfach nicht das richtige Publikum für. Ich mag mehr die dosierte, häppchenweise Beteiligung meiner Leserschaft und nicht diese plumpe Effekthascherei.
Den langatmigen Exkurs in die Quebecer Geschichte (als es um die Herkunft der Nonne ging) fand ich ebenfalls überflüssig. Das ist wohl eher für das kanadische Publikum gedacht, die sich daran erfreuen dürften.
** Meine Meinung **
Ich bin wohl ziemlich ins Gericht gegangen mit dieser (meiner) Neuentdeckung auf dem Gerichtsmediziner-Markt. Momentan steht bei mir nach wie vor Patricia Cornwell auf der Liste vorn, da sie mir gefälliger schreibt und meinen Ansprüchen an einen guten Krimi eher genügt. Aber ich gebe Reichs trotzdem noch eine Chance.
Insgesamt bewerte ich den Roman dennoch mit gut, denn er ist eine gute Mischung aus Wissenschaft und Crime, wenn auch in dieser Konstruktion unglaubwürdig.
** Über die Autorin **
“Kathy Reichs wurde 1950 in Chicago geboren. Sie besuchte dort auch die High School und schloß ihr Studium an der University Northwestern als Ph.D. mit Auszeichnung ab. Heute arbeitet sie als eine von nur 50 zertifizierten forensischen Anthropologinnen in den USA und Kanada für das \"Office of the Chief Medical Examiner\" in North Carolina und für das \"Laboratoire des Sciences Judiciaires et de Médecine Légale\" für die kanadische Provinz Quebec. Außerdem ist sie Professorin für Anthropologie an der Universität von North Carolina und ist häufig Expertenzeugin bei Kriminalfällen. Sie doziert beim FBI in Quantico über Spurenerkennung und -sammlung. Für die Regierung war sie bei der Identifizierung von Leichen aus verschiedenen Kriegsschauplätzen tätig.
Ihr erster Temperance-Brennan-Roman gewann 1997 den \"Crime Writers of Canada´s Arthur Ellis Award\" für die beste Erstveröffentlichung. Der Roman wurde bereits in 15 Sprachen übersetzt und war ein großer internationaler Erfolg, den sie mit Death du Jour noch steigern konnte.“ (www.krimi-couch.de/krimis/kathy-reichs.html)
** Daten **
Karl Blessing Verlag
Originaltitel: Death du Jour
Übersetzung: Klaus Berr
gebunden 416 Seiten
Preis: 22 €
ISBN 3-8966-7044-1
Hier also das Ergebnis:
** Die Geschichte **
Manchmal scheint es, als gäbe es nur eine Frau auf der Welt, die sich mit Knochen beschäftigt. Temperance Brennan ist eigentlich hauptberuflich Dozentin für Anthropologie an der Universität von Charlotte in North Carolina. Doch in den
Semesterferien arbeitet sie als forensische Anthropologin für die Provinz Quebec, genauer gesagt, am gerichtsmedizinischen Institut der kanadischen Metropole Montreal. Und weil sie sonst nichts zu tun hat und die Studenten ja viel Verständnis für plötzlich verschwundene Professoren aufbringen, nimmt sie zwischendurch noch reichlich andere Aufträge an, wo immer es um Knochen geht.
So zum Beispiel den Auftrag der Erzdiözese von Montreal, die eine einstmals sehr mildtätige Ordensschwester heilig sprechen möchte, aber zur Sicherheit deren Überreste finden und bestimmen lassen muß. Nach einigen Anläufen werden die öfter umgebetteten Knochen von Élisabeth Nicolet gefunden – doch dann ruft ein anderer Fall. In St. Jovite, einem Vorort von Montreal, brannte ein Wohnhaus nieder, während sich seine Bewohner noch darin befanden. In den Trümmern findet die Polizei die Leichen von drei Menschen, wovon zwei völlig verkohlt sind. Zumindest eine erlebte den Brand nicht mehr – der älteren Frau wurde in den Kopf geschossen, bevor das Haus wie Zunder brannte.
In der Zwischenzeit sucht Brennan eine junge Frau an der McGill-Universität auf, die dort Professorin für Religiöse Studien ist. Da Prof. Daisy Jeanotte sich außerdem noch für die Geschichte in Quebec interessiert, erhofft sich Tempe einiges an Material für den Fall Elisabeth Nicolet. Als sie mit ihr zusammentrifft, fällt ihr als erstes auf, daß ihre wissenschaftlichen Hilfskräfte einen Heidenrespekt bzw. furchtbare Angst vor der Lehrkraft haben. Als sie Jeanotte wenig später noch einmal sieht, weil die tatsächlich Material zur Familie Nicolet gefunden hat, wird sie von ihr in eine kontroverse und fast dogmatische Diskussion über Sekten und Kulte verwickelt, in der die Professorin schon einige seltsame Ansichten äußert. Außerdem scheint die junge Studentin, mit der sie beim letzten Mal zusammengetroffen ist, in Schwierigkeiten zu stecken, wie ihre Vertretung meint.
Dann werden in St. Jovite noch vier Leichen gefunden – zwei Erwachsene und zwei Kleinstkinder. Den 8 Monate alten Säuglingen wurde bei lebendigem Leib das Herz herausgeschnitten. Nun wird dieser Fall immer undurchsichtiger. Waren die sieben Personen schon tot, als der Brand gelegt wurde? Wurde der Brand gelegt, um die Morde zu vertuschen, oder starben sie qualvoll in den Flammen?
Dann muß sich die Anthropologin noch mit anderen Dingen herumschlagen: Schwester Julienne aus dem Orden in Montreal sucht verzweifelt ihre Nichte Anna, die an der McGill studierte und bittet um Hilfe. Außerdem taucht unvermittelt Tempes flattrige Schwester Harriet auf, die in einem Selbstfindungsseminar ihr verkorkstes Leben in den Griff bekommen will.
Als sie zu ihrem anstehenden Turnus nach Charlotte/ North Carolina geht und vorher noch mit ihrer Tochter kurz Urlaub auf einer kleinen Insel macht, auf der ein Freund eine ökologische Affenkolonie eingerichtet hat, ereilt sie auch da ihr Beruf: Ausgerechnet hier findet sie zwei Leichen.
Dann stellt sich heraus, daß die Spuren von St. Jovite zu einer ominösen Sekte führen, die hier in St. Helena/ North Caroline ein Camp betreibt und scheinbar weit verzweigt und geheimnisvoll ist.
** Buchkritik **
Da ich ja quasi in der Pflicht stehe, eine ordentliche Begründung für oder gegen Kathy Reichs zu liefern, habe ich das Buch ziemlich sorgfältig gelesen. Es gibt einige positive, aber auch einige negative Aspekte, die ich hier natürlich erläutern will.
Was mir gut gefiel
Die Figur der Temperance Brennan ist recht problemlos, unkompliziert, ohne Psychospielchen und ziemlich sympathisch. Wenn auch, wie ihre Kollegin Kay Scarpetta, dauernd unbemannt, leicht spröde und asexuell, ist sie bei weitem nicht so konfliktbeladen wie jene, mit Aversionen gegen die Homosexualität ihrer Nichte oder ihre gelegentliche Zickigkeit. Brennan hat ein gutes und herzliches Verhältnis zu ihrer Tochter und überhaupt eines zu ihrer Schwester, und offensichtlich eine ganze Reihe Freunde und Bekannte, zu denen sie immerhin Kontakt pflegt, wenn etwas anliegt.
Menschlich macht sie vor allem, daß sie sich auch emotional auf ihre Fälle einlässt.
Die Vorgänge bei den forensischen Ermittlungen werden recht präzise, fast penibel dargestellt, sind sehr detailreich und durch eine ausgesprochen wissenschaftliche Note geprägt. Obwohl mir manches schon zu unverständlich war und für den Laien nicht richtig erklärt wird – was mich ärgert, denn seit der Serie C.S.I. bin ich ein echter Fan von Spurensuche - kann man das noch durchgehen lassen.
Was mir nicht gefiel
Leider ist das nun einiges mehr als die positiven Punkte.
Gleich am Anfang habe ich mich erst einmal fragen müssen, wer zum Henker ist denn jetzt Temperance? Die ganze Zeit war von Tempe die Rede, was an sich schon ein bescheuerter Name ist, dann taucht plötzlich noch eine Figur mit einem solch dämlichen, unaussprechlichen Namen auf. Na klar, habe ich dann mitbekommen, daß die gleiche Person gemeint ist, aber es war schon irritierend, wenn die Personen nicht ordentlich eingeführt werden.
Da hat mich des weiteren die Tatsache gestört, daß im Roman viele französische Begriffe, Redewendungen und sogar Unterhaltungen verwendet werden. Was soll das? Ich meine, ich habe damit insofern keine Schwierigkeiten, weil ich französisch kann, aber ich sehe einfach keinen Sinn darin. Und manch einer wird sich nämlich überlegen, was es denn überhaupt bedeutet, denn nicht jedes Mal ist die korrekte Übersetzung aus dem Folgetext zu ersehen.
Die Story ist ziemlich unglaubwürdig gestrickt. In der Geschichte gibt es 15 Tote und alle werden entweder durch die Heldin untersucht oder überhaupt erst gefunden, weil man sie z. B. gerade da abgelegt hat, wo die Heldin Urlaub macht. Das ist schon so hanebüchen, daß ich manches Mal gestöhnt habe, als Tempe wieder über eine Leiche stolperte, weil sie ja im ganzen Land offensichtlich die einzige ist, die was davon versteht und der man eine anvertrauen möchte. Die Krönung waren wirklich die zwei toten Frauen auf der Insel – wer hat sich diesen Verlauf nur ausgedacht?
Die Autorin versteht es meisterhaft, die Spannung aufrecht zu erhalten. Aber eigentlich übertreibt sie es mit ihrem Stil. Sie läßt nämlich den Leser zu oft einfach in der Luft hängen. Ein Beispiel: Ein Kapitel endet mit den Worten „Oh Gott!“. Erst 15 Seiten später geruht die Autorin erstmals, die angefangene Sache aufzuklären oder zu beenden. Ich hasse so was. Und bei dem Skelett von Elisabeth Nicolet dauert es bis zum Ende des Buches, bis wir erfahren, was Brennan schon auf Seite 308 klar wird. Aber dafür kriegen wir auch gleich die komplette Zusammenfassung von A-Z. Da bin ich einfach nicht das richtige Publikum für. Ich mag mehr die dosierte, häppchenweise Beteiligung meiner Leserschaft und nicht diese plumpe Effekthascherei.
Den langatmigen Exkurs in die Quebecer Geschichte (als es um die Herkunft der Nonne ging) fand ich ebenfalls überflüssig. Das ist wohl eher für das kanadische Publikum gedacht, die sich daran erfreuen dürften.
** Meine Meinung **
Ich bin wohl ziemlich ins Gericht gegangen mit dieser (meiner) Neuentdeckung auf dem Gerichtsmediziner-Markt. Momentan steht bei mir nach wie vor Patricia Cornwell auf der Liste vorn, da sie mir gefälliger schreibt und meinen Ansprüchen an einen guten Krimi eher genügt. Aber ich gebe Reichs trotzdem noch eine Chance.
Insgesamt bewerte ich den Roman dennoch mit gut, denn er ist eine gute Mischung aus Wissenschaft und Crime, wenn auch in dieser Konstruktion unglaubwürdig.
** Über die Autorin **
“Kathy Reichs wurde 1950 in Chicago geboren. Sie besuchte dort auch die High School und schloß ihr Studium an der University Northwestern als Ph.D. mit Auszeichnung ab. Heute arbeitet sie als eine von nur 50 zertifizierten forensischen Anthropologinnen in den USA und Kanada für das \"Office of the Chief Medical Examiner\" in North Carolina und für das \"Laboratoire des Sciences Judiciaires et de Médecine Légale\" für die kanadische Provinz Quebec. Außerdem ist sie Professorin für Anthropologie an der Universität von North Carolina und ist häufig Expertenzeugin bei Kriminalfällen. Sie doziert beim FBI in Quantico über Spurenerkennung und -sammlung. Für die Regierung war sie bei der Identifizierung von Leichen aus verschiedenen Kriegsschauplätzen tätig.
Ihr erster Temperance-Brennan-Roman gewann 1997 den \"Crime Writers of Canada´s Arthur Ellis Award\" für die beste Erstveröffentlichung. Der Roman wurde bereits in 15 Sprachen übersetzt und war ein großer internationaler Erfolg, den sie mit Death du Jour noch steigern konnte.“ (www.krimi-couch.de/krimis/kathy-reichs.html)
** Daten **
Karl Blessing Verlag
Originaltitel: Death du Jour
Übersetzung: Klaus Berr
gebunden 416 Seiten
Preis: 22 €
ISBN 3-8966-7044-1
22 Bewertungen, 1 Kommentar
-
19.02.2007, 13:57 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichDas habe ich noch nicht gelesen, aber das eine oder andere kenne ich schon von ihr.Lg Chrissy
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