Lasst Knochen sprechen (gebundene Ausgabe) Testbericht

Kathy-reichs-lasst-knochen-sprechen-gebundene-ausgabe
ab 7,57
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
5 Sterne
(1)
4 Sterne
(4)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von fuerstklaas

Redseliges Gebein

Pro:

unterhaltsam, spannend

Kontra:

Hektisches Ende

Empfehlung:

Ja

1. Vorbemerkung

Kathy Reichs hat bislang 5 Bücher geschrieben, in denen Temperance Brennan die Hauptfigur ist. 3 davon habe ich gelesen, und vielleicht hätte es sich angeboten, daraus eine Serie in chronologischer Reihenfolge zu machen. „Lasst Knochen sprechen“ ist die Nr. 3 (vorher erschienen die Titel „Tote lügen nicht“ und „Knochenarbeit“), aber ich hab´s gerade fertig gelesen, die Eindrücke sind noch frisch (ich hätte nun auch zugeben können, dass ich mir so was auch nie wirklich lange merken kann), und deshalb schreibe ich über dieses Buch. Keine Ahnung, ob ich mir die anderen auch noch vornehme.

2. Die Autorin

Kathy Reichs, die Autorin dieses Buches, ist tatsächlich eine Fachfrau. Sie schreibt über Dinge, die Teil Ihres beruflichen Alltags sind, denn sie arbeitet neben Ihrer Autorentätigkeit als forensische Anthropologin an den gerichtsmedizinischen Instituten in Montreal, Kanada und Charlotte, USA. Für diejenigen, die nicht wissen, was eine forensische Anthropologin ist: Sie untersucht Leichen, um Todesursache, Todeszeitpunkt und andere Begleitumstände zu ermitteln. Die Bücher von Kathy Reichs ranken sich rund um dieses Thema, und spätestens seit uns der ältliche und etwas verschrobene (und mir komplett am A... vorbeigehende) Quincy auf dem Bildschirm bewiesen hat, dass man neben einem Fulltime-Job als forensischer Anthropologe auch noch klasse Detektiv spielen kann, ist auch das unstrittig.

2. Das Buch

Heldin der Bücher von Kathy Reichs ist Temperance Brennan (ihre Freunde nennen Sie „Tempe“), eine ... na, wer rät es? ... Richtig, eine forensische Anthropologin, die, wie der Zufall so spielt, in Montreal am „Laboratoire de Sciences Judiciaires et de Médicine Légale“, dem Institut für Forensik und Gerichtsmedizin arbeitet, und zwar im Rahmen eines Fakultätsaustausches zwischen der dortigen McGill- und ihrer Heimatuniversität in ? .. Charlotte, genau.

Frau Brennan plagen durch alle Bücher hindurch 3 Probleme:

- Sie hat keinen Mann,
- der Stress macht sie eines Tages noch fertig,
- sie muss ihre Nase überall reinstecken.

Okay, es gibt da zwar eine sich durch alle „Brennan“-Bücher ziehende Lovestory mit Andrew Ryan, dem blauäugigsten Polizisten der Welt, aber irgendwie kriegen die beiden nichts auf die Reihe. A propos: Der Reihe nach.

In „Lasst Knochen sprechen“ geht es um einen Bandenkrieg zwischen rivalisierenden Motorradgangs. Auf der einen Seite sind da die Hells-Angels und ihre Handlanger, auf der anderen Seite steht die „Rock-Machine“, ebenfalls verstärkt durch eine Horde willfähriger Hilfsknechte. Bei einem Anschlag auf einen dieser bösen Onkels (genannt „Die Spinne“) wurde versehentlich die 9-jährige Emily Anne Toussaint getötet. Temperance Brennan weigert sich, diesen Tod als „Collateral Damage“ einfach hinzunehmen und meldet sich zu der Sonderkommission „Carcajou“, die die Fälle im Zusammenhang mit den Kriegen der Motorradbanden untersucht. Und während Tempe immer neue Leichen aufgetischt werden und sie immer mehr von den Abscheulichkeiten im Umfeld der Biker-Gangs erfährt, taucht ihr 19-jähriger Neffe Kit bei ihr auf, der zu allem Übel auch noch eine unselige Affinität zu den Rockern hat. Temperance steht nun vor dem ehrgeizigen Unterfangen, einerseits die Mörder der kleinen Emily Anne dingfest zu machen, wobei sie selbst andererseits immer mehr ins Schussfeld (wörtlich) der Gangs rückt, denen es natürlich nicht gefällt, wenn da jemand unbequeme Fragen stellt, und andererseits sich selbst und ihre Lieben dabei nicht in Gefahr zu bringen. Und als wäre das nicht schon anstrengend genug, läuft gegen Andrew Ryan, ihren einzigen Anker, auch noch ein Verfahren wegen Drogenhandels und Hehlerei. Blöd, so als Polizist.

343 Seiten (Danksagung nicht mitgerechnet), Paperback, erschienen im Blanvalet-Verlag (www.blanvalet-verlag.de), ISBN 3-442-35590-7, für 8,90 €.

3. Die Meinung

Grundsätzlich: Wer die Wortgewalt eines Günter Grass oder eine Vielzahl von parallelen Handlungssträngen braucht, um ein Buch gut zu finden, der ist hier falsch. Die Bücher von Kathy Reichs sind einfache, gute Unterhaltung. Das gilt auch für dieses hier. Und auch, wenn es nur einen Handlungsstrang gibt, so bin ich doch am Ende jedes Kapitels gespannt, wie es im nächsten weitergeht. Nur am Ende des Buches, da wird die Handlung plötzlich etwas zu sehr beschleunigt, als ob jemand gesagt hätte: „So, Leute, fertig werden, 343 Seiten (Danksagung nicht mitgerechnet) sind gleich erreicht, macht hin!“

Dass Kathy Reichs eine Fachfrau ist, ist nicht unbedingt schädlich. Sie wirft nicht unkontrolliert mit Fachbegriffen um sich, sie führt die Leser vorher an das Thema heran, z.B. bei der Interpretation von Blutspritzermustern, indem sie ihre Heldin einen Experten aufsuchen lässt, der das Thema in verständlichen Worten erklärt.

Die Autorin verfügt zudem über eine sehr lässige, sehr natürliche Schreibe, die Freunde gestelzter Worte werden hier nicht fündig werden.

Nicht so gut gefällt mir, dass die Nebencharaktere oft sehr farblos bleiben. Das betrifft den Angebeteten Andrew Ryan, von dem man in diesem Buch nur etwas über die Augenfarbe erfährt (hier hilft Insiderwissen aus vorangegangenen Bänden, das Bild zu vervollkommnen: Er soll auch über einen ansehnlichen Knackarsch verfügen, sagt man...), ihre Schwester Harry und auch ihren Neffen Kit, obwohl der in diesem Buch recht häufig vorkommt.

4. Fazit

Lesenswert! Ich war vorher nicht wirklich Fan von Kriminalromanen, bin es durch Kathy Reichs auch nicht geworden, aber ich werde mir mit Sicherheit auch ihr viertes Buch „Durch Mark und Bein“ sowie die Nr. 5 \"Knochenlese\" zu Gemüte führen. Die Frage ist immer, was man von einem Buch erwartet. Ich erwarte in erster Linie, auf irgendeine Art unterhalten zu werden. Und genau das schafft Kathy Reichs bei mir jedes Mal. Klare Empfehlung, die paar Schwachpunkte ändern daran nichts.

Liebe Grüße, Fürst Klaas

30 Bewertungen, 2 Kommentare

  • anonym

    19.03.2006, 17:41 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    *** sh & lg *** Lg, Christina

  • WreckRin

    11.03.2006, 20:01 Uhr von WreckRin
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller Bericht, freu mich über Gegenlesungen <br/>Viele Grüße, Sandra