Reichtum Testbericht

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Erfahrungsbericht von niehls0815

Wer ist reich?

Pro:

Wahrer Reichtum ist ein Schatz

Kontra:

Geld allein macht nicht reich

Empfehlung:

Ja

Hallo Community!

Was wäre, wenn ich reich wäre. Ja reich woran? Es gibt doch verschiedene Möglichkeiten, reich zu sein. Und ist es immer gut, reich zu sein? Ist es wirklich erstrebenswert? Macht es glücklich?

Ich möchte dieses Thema daher einmal aus mehreren Sichtweisen betrachten:

1. Reich an materiellen Dingen
2. Reich an Erfahrung
3. Reich an Freunden


zu 1.: Reich an materiellen Dingen
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Tja was wäre, wenn ich reich wäre an materiellen Dingen. Und ich meine jetzt nicht nur ein paar Millionen, denn die wären schnell alle, wenn man sich alle Wünsche erfüllen will. Heutzutage wird ja alles teurer. Mit reich meine ich unter diesem Aspekt unermesslich reich, Geld ohne Ende. Für diesen Fall hätte ich mehrere Visionen.

Da wäre zunächst die Tilgung der Staatsverschuldung. Die finanziellen Probleme des Staates und der Kommunen haben einen nicht unerheblichen Grund darin, dass Unmengen von Geld dafür aufgebracht werden müssen, allein die Zinsen für die laufenden Kredite zu bezahlen. Wenn man sich die Zahlen mal anschaut, kann einem schwindelig werden. Und da ist die Tilgung noch gar nicht berücksichtigt. Wenn nun auf einen Schlag sämtliche Kredite des Staates und der Kommunen bezahlt wären, würde bedeutend mehr Geld für wirklich wichtige Aufgaben zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel für die Bildung. Auch müsste man dann wohl nicht mehr darüber nachdenken, welche Steuer noch erhöht werden könnte um mehr Geld in die Kasse zu bringen.

Ich würde auch meiner Heimatstadt einen nicht unerheblichen Geldbetrag spenden, mit der Auflage, dieses Geld unter anderem zur Verbesserung der örtlichen Straßen und Sanierung der Öffentlichen Einrichtungen (Schwimmbad, Kindergarten, Schule, Bibliothek) zu verwenden. Denn auch auf diesem Gebiet ist vieles liegen geblieben, weil einfach das Geld fehlt. Aber genau diese Einrichtungen machen doch eine Gemeinde oder Stadt erst attraktiv.

Ich würde auch dem Gesundheitssystem finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um eine unentgeltliche Grundversorgung für alle zu ermöglichen. Heutzutage gehen viele kranke Menschen nicht mehr zum Arzt, weil sie es sich einfach nicht mehr leisten können. Und auch in der Apotheke kommt man sich manchmal vor, als ob von jedem erwartet würde, eine eigene Gelddruckmaschine zu haben.

Auch für die Bildung würde ich Mittel zur Verfügung stellen. Anhand der Pisa-Studie konnte man ja unschwer feststellen, wie es um das Bildungsniveau der heutigen Jugend bestellt ist. Da sind erhebliche Mittel notwendig, um den Rückstand wieder aufzuholen. Wobei man hier zugeben muss, dass es nicht nur allein am Geld liegt, sondern auch zum großen Teil an der Politik. Aber das soll nicht Thema dieses Berichtes sein.

Es gibt sicher noch viele weitere Vereine, Stiftungen und Einrichtungen, denen mehr finanzielle Mittel gut tun würden. Ich denke da an die Kindernothilfe, das Rote und das Blaue Kreuz, den Katastrophenschutz, den WWF, die Aktion Mensch, verschiedenen Forschungsprojekte (vor allem im Bereich Umweltschutz und umweltfreundlichere Technologien aber auch im Gesundheitswesen) und viele andere mehr. Wenn ich unendlich reich wäre, würde ich sicherlich all diesen Organisationen beachtliche finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.

Doch nicht nur für das Allgemeinwohl würde ich etwas tun. So manche Sache würde ich auch unternehmen, weil es mir einfach Spaß macht oder mich etwas ziemlich nervt.

Ich würde mit meiner Frau eine Weltreise unternehmen und überall dort, wo es uns gefällt, solange bleiben, wie wir wollen.

Ich würde mir eine Südseeinsel kaufen, um fernab der Zivilisation mich erholen und entspannen zu können.

Ich würde jedem Kind in dieser Welt genug zu Essen zur Verfügung stellen und eine grundlegende Schulbildung ermöglichen. Ach was – jedem Menschen.

Ich würde meiner leider in der 2. Liga spielenden Lieblingsfußballmannschaft Geld zur Verfügung stellen, damit sie sich auch mal einige Super-Spieler leisten können.

Ich würde der Firma Müllermilch Geld dafür geben, dass Sie uns mit der Werbung mit dem Dieta verschonen.

Ich würde allen Fernsehsendern und Zeitungen Geld dafür bezahlen, dass sie das Daniel nie wieder erwähnen.



Doch ist materieller Reichtum wirklich erstrebenswert und macht glücklich? Ist ein Mensch zufrieden, wenn er Millionen auf dem Konto hat, aber an Krebs erkrankt ist? Nutzt ihm da sein Geld etwas? Oder macht die Menge der angeblichen Freunde glücklich, die nur solange da ist, wie man ihnen etwas bietet, aber dich sofort im Stich lassen, wenn es dir mal schlecht geht oder du Probleme hast? Und was nutzt all der materielle Reichtum, wenn du deswegen von anderen überfallen und ausgeraubt wirst oder gar umgebracht? Und wenn man aufgrund des Reichtums einen Bekanntheitsgrad erreicht hat, dass man sich nirgendwo mehr unbeobachtet frei bewegen kann, so ist das auch nicht unbedingt erstrebenswert.

Materieller Reichtum hat durchaus seine positiven Seiten. Aber ein glückliches und sorgenfreies Leben ist allein damit sicher nicht möglich. Dafür sind andere Dinge bedeutend wichtiger. Geld ist nicht das, was wirklichen Reichtum in meinen Augen ausmacht. Kommen wir damit zur nächsten Möglichkeit, reich zu sein.



zu 2.: Reich an Erfahrung
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Erfahrung ist ja, wenn man hinterher weiß, dass es besser gewesen wäre, vorher auf andere zu hören.

Diesen Reichtum an Erfahrung erlangt man auch nicht von heute auf morgen. Als Neugeborener hat man noch keinerlei Erfahrungen. Weder im Umgang mit anderen Menschen noch andere Dinge. Erst im Laufe des Lebens eignet man sich diesen Schatz an.

Doch dabei gehen die Menschen äußerst unterschiedlich vor. Manch einer redet viel mit anderen, um aus deren Fehler zu lernen und so davor bewahrt zu werden, die gleichen Fehler ebenfalls zu machen. Andere wiederum wollen alles selbst probieren und machen daher auch viele Fehler. Dabei kommt es nun wiederum darauf an, wie schwerwiegend die Sache ist. Gerade die kleinen Fehler und Missgeschicke machen das Leben und die Menschen doch gerade so interessant. Wenn jedoch andere Menschen davon betroffen sind oder gar geschädigt werden, dann ist es wohl besser, gleich auf andere zu hören.

Was würde ich aber anfangen, wenn ich bereits als Kind oder Jugendlicher alle Erfahrungen und Erkenntnisse, also alles Wissen gehabt hätte, das sich normalerweise erst im Laufe des Lebens ansammelt? Sicher wäre ich dadurch vor mancher Fehleinschätzung und Fehlinvestition verschont geblieben. Außerdem kann ich in meinem Alter noch nicht einschätzen, wie sich meine Entscheidungen, die ich vor 5 Jahren oder 1 Woche getroffen habe, auf lange Sicht auswirken werden. Einige Dinge hätte ich aber sicher anders gemacht. Sei es der Kauf eines, wie sich erst im Nachhinein herausstellte, äußerst reparaturanfälligen Autos oder der Abschluss von (ebenfalls erst im Nachhinein ersichtlichen) verlustreichen Versicherungen und Anlagen. Wobei man viele Dinge einfach nicht vorhersehen kann. Aber sind es nicht die kleinen oder größeren Fehler, die dem Leben erst den gewissen Pep geben und an die man sich auch immer wieder oft mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurückerinnert?

Ich erinnere mich da an einen Teil der „Zurück in die Zukunft“ Filme, in dem einer der Darsteller ein Buch mit sämtlichen Sportergebnissen (?) von ich glaube 25 Jahren oder so in die Vergangenheit beförderte. Dort konnte man erkennen, welchen „Nutzen“ ein solches Wissen haben kann. Klar, man könnte auf diese Weise sämtliche Sportwetten gewinnen und damit reich werden. Aber wäre man damit glücklicher?

Macht nicht gerade die Unwissenheit über den Ausgang bestimmter Dinge den Reiz der Sache aus? Welchen Sinn macht es, zu wetten, wenn man schon vorher weiß, wer gewinnt. Oder warum soll ich zu einem Fußballspiel gehen, wenn ich schon vorher weiß, dass der von mir eigentlich favorisierte Verein sowieso 5:1 verliert? Oder warum sollte ich eine Frau ansprechen oder versuchen mit ihr zu flirten, wenn ich schon vorher wüsste, dass ich eine Abfuhr erhalte? Oder wenn ich wüsste, wer diesen Cup gewinnt, warum sollte ich dann noch daran teilnehmen, wenn ich es nicht wäre?

Wenn man alles vorher wüsste, bräuchte man sich doch gar nicht erst anstrengen, um gewisse Dinge zu erreichen, da man ja vorher schon weiß, ob es funktioniert oder nicht. Dem Leben würde der Schwung fehlen und man hätte keinen Elan, etwas Neues zu versuchen.

Und dann gibt es natürlich auch noch solche Erfahrungen, auf die man gern verzichtet, seien es nun Erlebnisse des Krieges, gesundheitliche Probleme oder sozialer und finanzieller Absturz und Ähnliches. Aber oft lassen sich auch solche Erfahrungen nicht vermeiden, wenn man davon betroffen ist, da diese Dinge meist von anderen oder der Gesellschaft allgemein verursacht werden und man oft nicht in der Lage ist, diese Dinge aktiv zu beeinflussen.

Nein, ich bin froh, noch nicht so reich an Erfahrungen zu sein, wie z. B. mein Opa. Gerade das Nichtwissen von Dingen macht oft das Leben erst lebenswert, denn LEBEN heißt Erfahrungen SAMMELN und nicht Erfahrung HABEN. Ich freue mich jedenfalls darauf, im Laufe meines Lebens noch viele Erfahrungen sammeln zu können und dann im Alter darauf zurückblicken zu können.

Reichtum an Erfahrung macht dann glücklich, wenn man diese Erfahrungen selbst erworben hat bzw. aus den Warnungen anderer Nutzen gezogen hat, also etwas daraus gelernt hat. Und diesen Reichtum kann jeder erlangen, ungeachtet der Höhe seines Bankkontos und seiner sozialen Stellung.



zu 3.: Reich an Freunden
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Und ich meine hier wirklich echte Freunde. Nicht solche, die gern mit dir zusammensind, solange es dir gut geht, aber wenn du Probleme hast plötzlich nur noch sich selbst kennen. Sondern Menschen, mit denen du über alles reden kannst, die dir Helfen Probleme zu lösen (ob deine oder ihre ist dabei egal), die sich mit dir freuen und mit dir gemeinsam traurig sind. Menschen, die dich loben, wenn du etwas gut gemacht hast, die dir aber auch ins Gesicht sagen, wenn du mal danebenliegst. Die dir zuliebe auch mal auf persönliche Vorteile verzichten und für die zu verzichten du bereit bist. Menschen, die du in deinen schwersten Stunden anrufen kannst und die dann sofort zu dir kommen um dich zu trösten und dir zu helfen. Mit denen du deine schönsten Erinnerungen teilen kannst.

Sicherlich ist es nicht einfach, solche Freunde zu finden. Oft erkennt man erst in Zeiten, wo es einem schlecht geht, wer ein wirklicher Freund ist. Ein Sprichwort sagt: „Freunde finden ist leicht, sie behalten ist schwer“.

Doch genau solche Menschen sind es, die wirkliches Glück und echten Reichtum für mich bedeuten. Es geht dabei weniger darum, wie viele Freunde man hat, als vielmehr wie innig diese Freundschaft ist. Besser ein richtiger Freund als 10 halbe.



Abschluss
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Materiell gesehen bin ich nicht reich. Ich habe weder im Lotto gewonnen noch eine Erbschaft gemacht oder noch zu erwarten. Aber ich kann mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln durchaus ein ruhiges, wenn auch bescheidenes Leben führen.

Ich habe auch schon einige Erfahrungen gesammelt, auch wenn ich dabei nicht behaupten möchte, dass ich da wirklich reich wäre. Das können wohl eher würdig ergraute Großväter jenseits der 60 von sich behaupten (und auch da sicherlich nicht alle). Aber ich versuche, aus meinen Fehlern zu lernen und bin auch für nützliche Ratschläge von Anderen aufgeschlossen.

Aber ich habe Freunde.

Zwar nicht zahlenmäßig viele, aber dafür einige sehr gute.

Und eine ganz besondere Freundin.

Meine geliebte Frau, die wir uns gelobt haben, „in guten wie in schlechten Zeiten“ zusammenzubleiben und dies auch schon praktiziert haben.


Ich bin reich.



Wirklich reich.





Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.

Ciao am 17.03.2004
Yopi: 14.04.2004

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