Religion und Spiritualität Allgemein Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von regenwald
Glaube und was so dazu gehört
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Hallo Ihr Yopis,
heute schreibe ich einmal einen Bericht über die Religion....
Glaube und Wissen: Biblisches und modernes Wissen
Glaube im religiösen Sinn unterscheidet sich qualitativ vom Wissen und vom Wissen im modernen Sinn des Wortes. Der Glaube hat zwar auch Inhalte , wie das Wissen, aber der wesentliche Inhalt ist der unbegreifliche Gott. Die Weise des Glaubens, auf den einzigartigen Gott bejahend einzugehen und an ihm festzuhalten ist ganz anders als alle Weisen des Wissens.
Die Weise des Wissens ist nicht durch Exaktheit bestimmt und sie ist auch nicht durch Objektivität und Intersubjektivität ausgezeichnet. Das Grundverhalten zu Gott hat auch nicht den Charakter der Gewissheit des Wissens, denn es hat was mit dem Unverfüglichen zu tun.
Dies heißt aber nicht, dass
der Glaube nur eine subjektive Beliebigkeit ist
seine Begründungen nicht zureichend sind
es sich um eine nicht begründete Meinung handelt
Glaube ist aber nicht eine unvollständige Form des Wissen, vielmehr etwas qualitativ anderes als Wissen. Deswegen kann man den Glauben auch nicht nach den oben genannten Punkten betrachten, sonst würde man ihn wieder vom Wissen her beurteilen und als unvollständige Form des Wissens ansehen.
Die Glaubensgewissheit ist auch etwas anderes als die Gewissheit des Wissens.
Symbolisches und wissenschaftliches Denken
Der biblische Mensch betrachtet seine Mitmenschen, die Natur und die Gegebenheiten, diese führen zur Erkenntnis der Sinnhaftigkeit > existentielle Betroffenheit. Es muss einen Gott geben. Der Gesetzgeber aus Sicht der Religion ist der Schöpfer.
Die Betrachtung des modernen, wissenschaftlichen Menschen führt zur Erkenntnis der in der Natur innewohnenden Naturgesetze (Gesetzmäßigkeiten) > Forschung. In der Wissenschaft gibt es keinen Schöpfer, die Gesetze erklären die Gegebenheiten.
Das Problem des Leids
1. Das Leid nicht suchen sondern ertragen.
2. Das Leid nicht nur ertragen, sondern auch bekämpfen
3. Das Leid nicht nur bekämpfen, sondern verarbeiten
4. Freiheit im Leid
In diesem Glauben werden völlig neue Lebensmöglichkeiten eröffnet:
1. Leid kann einen positiven Sinn haben
2. Es gibt keine absolute Sinnlosigkeit
3. Gotteserfahrung ist in Freud und leid zu erfahren
Gott Im Glaubenszeugnis von AT und NT
Typisch jüdisch ist:
Ändert sich die Lebenssituation der Menschen wesentlich, wird auch das Gottesbild geändert!
Meistens: Änderung durch Ergänzung
Ziel: Der Glaube bleibt aktuell!
Bewähren statt bewahren
Dabei bleibt als Konstante:
Gott ist ein Gott der Erfahrung
Die Menschen sind von Gott betroffen
Menschliches Denken und Reden von Gott muss immer wieder korrigiert werden
Gott ist letztlich unbegreiflich, ist und bleibt für den Menschen Mysterium
Grundlegende Wesenszüge Gottes:
Polarität von Nähe und Unverfügbarkeit Gottes
Transzendenz
Universalität/Absolutheit
Personalität
Personalität:
Eine Person ist philosophisch gesehen eine geistbegabte, seiner selbst bewusste , freie, einmalige Einzelexistenz.
Für den christlichen Glauben ist Gott nicht nur ein ununterscheidbarer Einer (Monotheismus), sondern in drei Personen existierend (Dreifaltigkeit), d.h. als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die Einheit Gottes wird durch die Einheit der göttlichen Natur (des Wesens) gewahrt.
Der Mensch wird nicht Mensch, sondern ist Mensch, Person, von Anfang an.
Transzendenz:
(etwas überschreiten, übersteigen)
Das Überschreiten der Grenzen der Erfahrung und des Diesseits. Seinsweise Gottes jenseits der empirischen Realität, die sich nicht der sinnlichen Erfahrung, wohl aber der philosophischen Reflexion erschließt, wenn diese von den Gegebenheiten der Welt zu der Bedingung ihrer Möglichkeit aufsteigt.
Gegenbegriff: Immanenz, eine Geisteshaltung, die sich auf das Erkennen und die Erfahrung des innerweltlichen Seins beschränkt.
Judentum: Fremdgötterverbot und Jahwebilderverbot. Abwehr magischer Verfügbarkeit über Gott. Gottheit überschreitet Bild, das Gottesbild ist kein Gott > Gott ist unvorstellbar – unaussprechbar. Gott ist hörbar, erfahrbar, aber nicht sichtbar. Verhinderung einer festgelegten Gottesvorstellung. Alle Analogien reichen nicht aus Gottes Wesen zu erfassen. Gott ist ursprünglich polytheistisch (Judentum).
Gott ist vollkommen anders wie wir ihn uns denken.
Unverfügbarkeit:
Hier entseht ein Handel zwischen dem Gläubigen und Gott. Er schmeißt das Gebet in den Gnadomaten und heraus kommt die Gnade. Das „Do ut Des“. Nach diesem Prinzip des Geben und Nehmens funktioniert auch die Kirchenstaatfinanzierung.
Universalität:
In Gott dem Ankläger und Richter, vollzieht sich ein Umbruch. Gottes Wesen geht nicht in Gottes Gerechtigkeit auf, sondern ist letztlich unbegreifliche Liebe. Der Mensch ist sich selbst ausgeliefert, seinen Stimmungen und Affekten, in vielen Situationen ist er nicht Herr seiner selbst. Er klammert sich an dieses oder jenes, an sich selbst, zumeist jedoch an Falsches. Gott dagegen ist unabhängiger, absoluter Souverän, Herr auch seiner Affekte, etwa seines Zornes. Seiner Liebe freilich scheint er ausgeliefert zu sein, weil er sie ist.
Der rote Faden AT/NT
Gott hat die Welt gut geschaffen in der Einheit des Anfangs. Gott übergibt dem Menschen die Welt. Der Mensch stört die Gutheit . (Kain und Abel) Es folgt die Verheißung des Messias. Das NT sendet Sohn Gottes, Jesus von Nazareth zur Heilung der Gutheit. Jesus soll die Gutheit verdeutlichen und aufbauen. Als Nachfolger Jesus tritt die Kirche an. Das Judentum warten immer noch auf den Messias.
Das Gottesbild des NT
Die Anthropologie ( Wissenschaft vom Menschen) ist die Konstante, die Theologie die Variable. Das NT hat kein einheitliches Gottesbild.
Jesus verschärft die Forderungen Gottes, also die Forderungen im AT. Dies sind radikale Forderungen, die Jesus selbst erfüllt. Jesus streicht das Lohnstreben und Ansprucherheben. Jesus spricht das Heil den Gottlosen, Verachteten und Sündern zu. Gott nimmt die Gottlosen an, Jesus gesellt sich zu ihnen und provoziert die Frommen. Gottes Erbarmen ist grenzenlos, er pocht nicht auf Frömmigkeit. Jesus verschärft Gebote, Gesetze hat aber ständig mit Ausgestoßenen, Gesetzesbrüchigen zu tun. Er erbarmt sich derer, die seine Forderungen nicht erfüllen. Der radikal fordernde Gott ist derselbe, der radikal begnadet. Diese ist eine paradoxe Denkform, ein Paradoxon.
Es handelt sich nicht um allgemeine Lehren, sondern um ein Geschehen, das die Menschen in der Umgebung Jesu erfahren ! Das Wesentliche des Gottesbildes Jesu erschließt sich nicht in der Lehre, sondern im Vollzug.
Der Fehler des Christentums ist: Jesus wurde aristotelisch logisch ausgelegt, obwohl sein Logik paradox ist.
Liebe Grüße,
regenwald
18.02.2002 (c)
heute schreibe ich einmal einen Bericht über die Religion....
Glaube und Wissen: Biblisches und modernes Wissen
Glaube im religiösen Sinn unterscheidet sich qualitativ vom Wissen und vom Wissen im modernen Sinn des Wortes. Der Glaube hat zwar auch Inhalte , wie das Wissen, aber der wesentliche Inhalt ist der unbegreifliche Gott. Die Weise des Glaubens, auf den einzigartigen Gott bejahend einzugehen und an ihm festzuhalten ist ganz anders als alle Weisen des Wissens.
Die Weise des Wissens ist nicht durch Exaktheit bestimmt und sie ist auch nicht durch Objektivität und Intersubjektivität ausgezeichnet. Das Grundverhalten zu Gott hat auch nicht den Charakter der Gewissheit des Wissens, denn es hat was mit dem Unverfüglichen zu tun.
Dies heißt aber nicht, dass
der Glaube nur eine subjektive Beliebigkeit ist
seine Begründungen nicht zureichend sind
es sich um eine nicht begründete Meinung handelt
Glaube ist aber nicht eine unvollständige Form des Wissen, vielmehr etwas qualitativ anderes als Wissen. Deswegen kann man den Glauben auch nicht nach den oben genannten Punkten betrachten, sonst würde man ihn wieder vom Wissen her beurteilen und als unvollständige Form des Wissens ansehen.
Die Glaubensgewissheit ist auch etwas anderes als die Gewissheit des Wissens.
Symbolisches und wissenschaftliches Denken
Der biblische Mensch betrachtet seine Mitmenschen, die Natur und die Gegebenheiten, diese führen zur Erkenntnis der Sinnhaftigkeit > existentielle Betroffenheit. Es muss einen Gott geben. Der Gesetzgeber aus Sicht der Religion ist der Schöpfer.
Die Betrachtung des modernen, wissenschaftlichen Menschen führt zur Erkenntnis der in der Natur innewohnenden Naturgesetze (Gesetzmäßigkeiten) > Forschung. In der Wissenschaft gibt es keinen Schöpfer, die Gesetze erklären die Gegebenheiten.
Das Problem des Leids
1. Das Leid nicht suchen sondern ertragen.
2. Das Leid nicht nur ertragen, sondern auch bekämpfen
3. Das Leid nicht nur bekämpfen, sondern verarbeiten
4. Freiheit im Leid
In diesem Glauben werden völlig neue Lebensmöglichkeiten eröffnet:
1. Leid kann einen positiven Sinn haben
2. Es gibt keine absolute Sinnlosigkeit
3. Gotteserfahrung ist in Freud und leid zu erfahren
Gott Im Glaubenszeugnis von AT und NT
Typisch jüdisch ist:
Ändert sich die Lebenssituation der Menschen wesentlich, wird auch das Gottesbild geändert!
Meistens: Änderung durch Ergänzung
Ziel: Der Glaube bleibt aktuell!
Bewähren statt bewahren
Dabei bleibt als Konstante:
Gott ist ein Gott der Erfahrung
Die Menschen sind von Gott betroffen
Menschliches Denken und Reden von Gott muss immer wieder korrigiert werden
Gott ist letztlich unbegreiflich, ist und bleibt für den Menschen Mysterium
Grundlegende Wesenszüge Gottes:
Polarität von Nähe und Unverfügbarkeit Gottes
Transzendenz
Universalität/Absolutheit
Personalität
Personalität:
Eine Person ist philosophisch gesehen eine geistbegabte, seiner selbst bewusste , freie, einmalige Einzelexistenz.
Für den christlichen Glauben ist Gott nicht nur ein ununterscheidbarer Einer (Monotheismus), sondern in drei Personen existierend (Dreifaltigkeit), d.h. als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die Einheit Gottes wird durch die Einheit der göttlichen Natur (des Wesens) gewahrt.
Der Mensch wird nicht Mensch, sondern ist Mensch, Person, von Anfang an.
Transzendenz:
(etwas überschreiten, übersteigen)
Das Überschreiten der Grenzen der Erfahrung und des Diesseits. Seinsweise Gottes jenseits der empirischen Realität, die sich nicht der sinnlichen Erfahrung, wohl aber der philosophischen Reflexion erschließt, wenn diese von den Gegebenheiten der Welt zu der Bedingung ihrer Möglichkeit aufsteigt.
Gegenbegriff: Immanenz, eine Geisteshaltung, die sich auf das Erkennen und die Erfahrung des innerweltlichen Seins beschränkt.
Judentum: Fremdgötterverbot und Jahwebilderverbot. Abwehr magischer Verfügbarkeit über Gott. Gottheit überschreitet Bild, das Gottesbild ist kein Gott > Gott ist unvorstellbar – unaussprechbar. Gott ist hörbar, erfahrbar, aber nicht sichtbar. Verhinderung einer festgelegten Gottesvorstellung. Alle Analogien reichen nicht aus Gottes Wesen zu erfassen. Gott ist ursprünglich polytheistisch (Judentum).
Gott ist vollkommen anders wie wir ihn uns denken.
Unverfügbarkeit:
Hier entseht ein Handel zwischen dem Gläubigen und Gott. Er schmeißt das Gebet in den Gnadomaten und heraus kommt die Gnade. Das „Do ut Des“. Nach diesem Prinzip des Geben und Nehmens funktioniert auch die Kirchenstaatfinanzierung.
Universalität:
In Gott dem Ankläger und Richter, vollzieht sich ein Umbruch. Gottes Wesen geht nicht in Gottes Gerechtigkeit auf, sondern ist letztlich unbegreifliche Liebe. Der Mensch ist sich selbst ausgeliefert, seinen Stimmungen und Affekten, in vielen Situationen ist er nicht Herr seiner selbst. Er klammert sich an dieses oder jenes, an sich selbst, zumeist jedoch an Falsches. Gott dagegen ist unabhängiger, absoluter Souverän, Herr auch seiner Affekte, etwa seines Zornes. Seiner Liebe freilich scheint er ausgeliefert zu sein, weil er sie ist.
Der rote Faden AT/NT
Gott hat die Welt gut geschaffen in der Einheit des Anfangs. Gott übergibt dem Menschen die Welt. Der Mensch stört die Gutheit . (Kain und Abel) Es folgt die Verheißung des Messias. Das NT sendet Sohn Gottes, Jesus von Nazareth zur Heilung der Gutheit. Jesus soll die Gutheit verdeutlichen und aufbauen. Als Nachfolger Jesus tritt die Kirche an. Das Judentum warten immer noch auf den Messias.
Das Gottesbild des NT
Die Anthropologie ( Wissenschaft vom Menschen) ist die Konstante, die Theologie die Variable. Das NT hat kein einheitliches Gottesbild.
Jesus verschärft die Forderungen Gottes, also die Forderungen im AT. Dies sind radikale Forderungen, die Jesus selbst erfüllt. Jesus streicht das Lohnstreben und Ansprucherheben. Jesus spricht das Heil den Gottlosen, Verachteten und Sündern zu. Gott nimmt die Gottlosen an, Jesus gesellt sich zu ihnen und provoziert die Frommen. Gottes Erbarmen ist grenzenlos, er pocht nicht auf Frömmigkeit. Jesus verschärft Gebote, Gesetze hat aber ständig mit Ausgestoßenen, Gesetzesbrüchigen zu tun. Er erbarmt sich derer, die seine Forderungen nicht erfüllen. Der radikal fordernde Gott ist derselbe, der radikal begnadet. Diese ist eine paradoxe Denkform, ein Paradoxon.
Es handelt sich nicht um allgemeine Lehren, sondern um ein Geschehen, das die Menschen in der Umgebung Jesu erfahren ! Das Wesentliche des Gottesbildes Jesu erschließt sich nicht in der Lehre, sondern im Vollzug.
Der Fehler des Christentums ist: Jesus wurde aristotelisch logisch ausgelegt, obwohl sein Logik paradox ist.
Liebe Grüße,
regenwald
18.02.2002 (c)
13 Bewertungen, 1 Kommentar
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18.02.2002, 16:27 Uhr von Netti1982
Bewertung: sehr hilfreichauch mal nicht schlecht zu wissen...
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