Reptilien Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von Sbrin82

Meine kleinen süßen Mini - Drachen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

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~ ~ ~ Vorweg ~ ~ ~
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Ich bin ein absoluter Terrarien - Fan, jedoch kommt für mich nur ein einziges Tier in Frage, welches ich in meiner Wohnung in einem Terrarium halten würde.

Seit meiner Kindheit bin ich fasziniert von Terrarien. Mit 13 äußerte ich zum ersten mal meinen Eltern gegenüber den Wunsch, ein Terrarium halten zu wollen. Jedoch erklärten meine Eltern mich für völlig verrückt und damit wurde mein Wunsch abgelehnt und gesagt, ich solle mir eine Ratte oder so was zulegen.

Jetzt einige Jahre später, in meiner eigenen Wohnung, kamm dann der Wunsch "Terrarium" wieder in mein Leben zurück und ich machte mir Gedanken, welches Tierchen ich denn darin halten könnte. Eine Vogelspinne kam überhaupt nicht in Frage (wenn die mal ausbüchsen würde) und Schlangen find ich nicht so aufregend.
Nach langem Informieren und Suchen entschied ich mich dann für eine Bartagame.


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~ ~ ~ Die Bartagame ~ ~ ~
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Auch Pogona vitticeps genannt, gehört zur Gattung der Pogona (da die Arten neu eingestuft wurden, werden die meisten sie wahrscheinlich noch unter der Gattung Amphibolurus kennen).
Ihre Heimat sind die Wälder und Grassavannen des Binnenlandes im östlichen Australien.
Ihre Gesamtlänge beträgt 20 bis 60 cm (Weibchen sind wesentlich kleiner als die Männchen).


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~ ~ ~ Eigenschaften ~ ~ ~
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Da sie sehr schnell zutraulich wird und kein agressives Verhalten aufweist, ist die Bartagame in der Terraristik sehr beliebt und auch sehr einfach zu halten. Jedoch sollte man immer nur ein Männchen (zusammen mit einem oder mehreren Weibchen) zusammen halten, weil Männchen sehr territorial veranlagt sind, das soll heißen dass sie sich gegenseitig umbringen würden weil jedes das Terrarium als sein Revier ansieht. Zwei Weibchen kann man ohne Bedenken zusammen halten.


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~ ~ ~ Haltung ~ ~ ~
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Wie oben schon erwähnt, wird die Bartagame im Terrarium gehalten, weil man hier die natürlichen Klimabedingungen des Tieres am besten verwirklichen kann. Eine zweite Möglichkeit der Haltung wäre die Zimmerhaltung. Dabei wird ein komplettes Zimmer zum Terrarium umgebaut, was aber sehr zeitaufwändig und mit hohen Kosten verbunden ist, da Bartagamen eine Raumtemperatur von ca 28 Grad benötigen und die Luftfeuchtigkeit auch nicht gerade sehr niedrig ist.

Ein Terrarium mit den Maßen 1.80m/1.00m/1.00m ist für ein einzelnes Tier zwar ausreichend, jedoch empfehle ich ein größeres Terrarium zu nehmen. Da diese Terrarien nicht gerade billig sind (ab 600€ aufwärts) empfiehlt es sich, eines selber zu bauen. Hierbei sollte man sich allerdings ausgiebig zum Bau informiernen, weil das Ganze wirklich dicht sein muss, um die Temperaturen halten zu können. Eine Anleitung zum Bau werde ich hier jetzt nicht geben, denn das würde den Rahmen zu sehr sprengen.


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~ ~ ~ Einrichtung des Terrariums ~ ~ ~
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Generell sollte man ein Wald/Savannenbiotop nachbauen.
Als Boden verwendet man normalen Vogelsand der etwa 10cm hoch ist. Nun braucht man noch einige Unterschlüpfe wo sich das Tier verstecken kann, einige große Steine und stabile Äste zum klettern. Ganz wichtig und nicht weg zudenken ist mindestens ein Sonnenbadeplatz (am besten ein flacher Stein wo sich die Bartagame drauflegen kann). Darüber wird eine UV-Lampe gehängt. Der UV Wert sollte nicht zu niedrig sein, da sich hierdurch bestimmte Vitamine besser speichern lassen. Am Sonnenbadeplatz sollte die Termperatur 38 Grad betragen.

Um die Termeratur im übrigen Terrarium auch auf 28 Grad halten zu können, nimmt man hierfür einen thermostatgesteuerten Heizstraler. Dieser wird einfach unter die Decke des Terrariums gelegt. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die Bartagame ihn nicht ereichen kann (Verbrennungsgefahr). Zur Beheizung des Terrariums gibt es natürlich noch weit aus mehr Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Unterbodenheizung. Diese wird einfach unter das Terrarium gelegt. Jedoch ist diese Unterbodenheizung sehr teuer und auch der Stromverbrauch schießt drastisch in die Höhe. Zudem kann es bei dieser Heizart sehr schnell zu Verbrennungen des Tieres führen, da Bartagamen sehr gerne buddeln und der Boden des Terrariums schnell heiß wird.

Auf jeden Fall sollte man sich aber nicht auf die Geräte verlassen sondern zusätzlich noch ein paar Thermometer an verschiedenen Stellen ins Terrarium legen, um die Temperatur selbst kontrollieren zu können. Wir wollen unser Tierchen ja schließlich nicht grillen :-))
Es empfiehlt sich auch, ein geeignetes Gerät zu Überprüfung der Luftfeuchtigkeit.

Ach ja, fast hätte ich das Wichtigste vergessen, eine Schale mit frischem Wasser darf natürlich nicht fehlen und um die Luftfeuchtigkeit auch konstant zu halten, sollte mann von Zeit zu Zeit Wasser mit einer Sprühflasche im Terrarium versprühen.

Um dem Terrarium noch ein wenig Optik zu verschaffen, kann man ein paar Pflanzen einbauen. Hier empfiehlt es sich Kakteen oder künstliche Pflanzen zu benutzen, da Pflanzen welche den Klimabedinungen und den Zähnen stand halten, sehr teuer sind. Keine Angst, an den Kakteen werden sich die Tierchen nicht verletzen, da sie diese nicht als Fressen betrachten.


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~ ~ ~ Das Futter ~ ~ ~
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Jetzt komme ich zu meinem absoluten Lieblingsthema, weil ich mich mit dem Futter der Bartagamen nicht so gut verstehe.

Bartargamen ernähren sich carnivor, das will heißen dass sie sowohl planzliche als auch tierische Nahrung zu sich nehmen.

Ein Jungtier frisst zu 80% tierische Nahrung und zu 20% pflanzliche Nahrung. Dies hat den Grund, dass sie im Wachstum viel tierisches benötigen. Sie werden jeden zweiten Tag gefüttert
Ein adultes also ausgewachsenes Tier dagegen frisst zu 80% planzliche Nahrung und wird in der Regel einmal pro Woche gefüttert.

Zur pflanzlichen Nahrung gehören:
* Apfel, Banane, Melone, Möhren, Gurken, Salat, Weintrauben, Mango und so weiter.

Nun zur tierischen Nahrung: (ihhh)
Alles lebend: Schaben, Grillen, Heuschrecken, Heimchen, Zophobas-Larven, Insekten, nackte junge Mäuse, nackte junge Vögel und alles andere, was man generell als "am Boden fleuchend" versteht.
Damit habe ich persönlich die meisten Schwierigkeiten mit, einem Jungtier irgendein Insekt mit der Pinzette zu geben.
Man kann diese Art der Fütterung auch weg lassen, man muss dafür nur ein bestimmtes Pulver füttern, welches aber mit 150€ die Dose schlichtweg zu teuer ist und so füttere ich nun doch wieder Lebendfutter. Theoretisch könnte man auch tote Tiere verfüttern allerdings werden diese kaum gefressen, weil Bartagamen nur das fressen, was sich bewegt. Es sei denn, man wirft die Insekten mit dem Löffel durchs Terrarium, aber wer will das schon?

Die Futtertiere sollten vor dem Füttern mit Vitaminpulver bestäubt werden. Auch sind regelmäßige Gaben eines Vitamin - Calzium Premparates unumgänglich.

Auch wenn man auf die Fütterung von Lebendfutter verzichten kann, rate ich dringend davon ab, weil es den Tieren bestimmt nicht gut tut. Es ist halt die natürliche Ernährung und damit muss man sich abfinden. Ich persönlich füttere nur Insekten, die sich bei dem Klima hier in Deutschland nicht vermehren können. Für den Fall dass eins mal ausbüchsen sollte, habe ich dann nicht gleich die ganze Wohnung verseucht. Es gibt auch bestimmte Insektenarten, dessen Nachkommen so winzig sind, dass man sie mit dem bloßem Auge nicht erkennen kann. Diese Insekten sollte man natürlich auch nicht verfüttern. Es sind schon Personen auf die Idee gekommen, Deutsche Küchenschaben zu verfüttern. Da ist es natürlich vorprogramiert, dass die Wohnung nach spätestens drei Monaten verseucht ist.

Das Lebendfutter kann man natürlich selber züchten. Das ist wesentlich günstiger. Ich werd mich aber davor hüten. Ich kaufe die Insekten direkt vor dem Füttern in der Zoohandlung.


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~ ~ ~ Freilauf ~ ~ ~
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Bartagamen kann man in der Wohnung auch frei laufen lassen, jodoch nicht länger als eine Stunde am Stück, da sie sonst erfrieren würden. Die Temperaturen außerhalb des Terrariums sind viel zu kühl für eine Bartagame


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~ ~ ~ Kosten ~ ~ ~
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Eine Bartagame an sich ist nicht sehr teuer. Dadurch dass sie in Massen gezüchtet werden, bekommt man ein Jungtier schon für ca 15 €. Ein ausgewachsenes Tier dagegen kostet ca 30 €.

Die Futterkosten sind für so ein kleines Tier zwar sehr hoch, jedoch nich höher als bei einem mittelgroßen Hund.

Das einzige was ganz schön teuer werden kann, sind die Stromkosten. Allerdings nur dann, wenn man in der Anschaffung der Geräte spart und welche ohne Thermostat mit hoher Leistung kauft. Es reicht völlig aus, wenn man Geräte mit niedriger Leistung kauft.
Ich zahle durch die Beheizung meines Terrariums, ca 25 bis 30 € mehr im Monat an Stromkosten. Da wir aber den Stromanbieter gewechselt haben, und dieser sehr günstig ist, zahle ich nicht sehr viel drauf, sondern komme ungefähr auf das gleiche raus, als wenn ich bei meinem alten Stromanbieter ohne Terrarium geblieben wäre.

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~ ~ ~ Sonstiges ~ ~ ~
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Die Gemüter streiten sich darüber, ob Bartagamen emotionale Gefühle besitzen oder nicht. Für mich steht eins fest. Meine Bartagamen kommen zwar direkt zum Terrarium geschossen sobald ich die Wohnung betrete, das liegt aber nicht daran dass sie auf den Arm genommen und geknuddelt werden wollen, sondern eher weil sie mich als "Rangobersten" betrachten.
Habe ich meine Bartagamen dann rausgenommen, so sitzen sie zwar auf meinem Schoß und kuscheln sich ein, dass tun sie aber nur wegen meiner Körperwärme.

Zur Paarung und Fortpflanzung kann ich nichts sagen, da ich damit noch nicht beschäftigt habe und auch nur zwei Weibchen besitze. Irgendwann einmal werde ich diese zwar paaren lassen, aber nur um den Verlauf zu beobachten, was sehr spannent sein soll. Das Problem bei dem Züchten ist, dass Bartagamen in der Terraristik halt sehr beliebt sind und daher bis zum Abwinken gezüchtet werden. Es kann also durchaus passieren, dass ich meine Baby-Bartis nicht los werde, weil tausend andere Züchter ununterbrochen züchten.



So, nun habe ich hier schon einiges zum Besten gegeben. Falls irgendetwas fehlen sollte, dann schreibt mir einfach einen Kommentar und ich werde es sofort in meinen Bericht ergänzen.

In diesem Sinne alles Gute und danke fürs Lesen.
Liebe Grüße,
Sabrina

15 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Turok1

    01.02.2003, 14:32 Uhr von Turok1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Finde diese Tiere auch sehr schön.Lies doch mal meinen Bericht über den Gecko!

  • deeperspace

    24.03.2002, 16:18 Uhr von deeperspace
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht, aber für mich wäre das nix.... ich hab lieber einen Hund oder eine Katze *g*.. Gruß Deep