Rock'n'Roll Realschule - Die Ärzte Testbericht
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von bananajack
Die Rock'n'roll Realschule
Pro:
S.o.
Kontra:
S.o.
Empfehlung:
Ja
Es ist kalt. Es ist Winter. Ich friere. Doch, nein! Meine Ohren brennen – mein Radio brennt?! Nein, keineswegs brennt mein Radio. Aber es gibt mitten in der kalten Jahreszeit heißen Stoff für meine Gehörgänge. Mit einer Live-CD setzen die Ärzte auf den Sprung auf die Album-Charts an. Eine CD, die bei einem Auftritt bei „MTV unplugged“ mitgeschnitten wurde (Uraufgeführt am 02. November 20:00 Uhr). Daraus entstanden ist ein Album, das (soviel vorab) Die Ärzte als spielfreudige, vielseitige und einzigartige Band rechtfertigt und den Ruf als „Beste Band der Welt“ festigt.
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.:| Die Ärzte – Rock’n’Roll Realschule |:.
Das Album ist statistisch gesehen noch keine Sensation. Mitgeschnitten in oben genannter TV-Sendung wurden insgesamt 19 Titel auf die CD und für die Ewigkeit geb(r)annt. Daraus ergibt sich eine Gesamtspieldauer von runden 70 Minuten. Die CD ist wie üblich zu den Marktpreisen zwischen 10 und 20 Euro in diversen Plattenläden und im Versandhandel zu haben. So gesehen also keine Besonderheit.
Und doch! Denn als die Ärzte sich zu diesem Live-Konzert entschlossen, setzten sie nicht auf eine klinische Atmosphäre sondern ließen via TV-Sender und Gewinnspiel eine Lokation auslosen. Heraus kam die Aula des Albert-Schweitzer-Gymnasium in Hamburg. Das ist eine zwar nicht kleine aber doch recht durchschnittliche Schul-Aula, die sich allenfalls dadurch auszeichnen konnte, dass der dortige Leiter der Schulband einst den Ärzte-Musiker Rod(rigo) Gonzales unterrichten durfte.
Und weil der gute Lehrer Rodrigo nicht vergessen konnte, hielt er den Kontakt – zumindest eben so lange, dass er noch in Rods Gedächtnis war und so der Entschluss wuchs, dass sich die Ärzte in der Aula tatsächlich von dem Schulorchester in einigen Punkten unterstützen ließen. Eine Idee, die dem Album ein hohes Maß an individuellem Charme verleiht und die Titel der Ärzte auf eigentümliche Weise „anders“ aber dadurch auf keine Weise schlechter erscheinen lassen.
Die Stücke sind nämlich alle umgeschrieben, leicht abgewandelt, auf die ungewöhnliche Gelegenheit zugeschnitten. So erklingt alles in einem Klangzustand, der mich auf das erste Hinhören nur an eins erinnert hat: Die Ärzte im Buena Vista Social Club! Ungewohnt langsam, aber mit spanisch antreibender rhythmischen Untermalung. Paradox und doch unerhört hörenswert und gelungen.
Die Ärzte zeigen sich die gesamte Zeit als wahrlich würdige „Beste Band der Welt“ und begeistern durch unglaublichen Spielwillen und ihre ansteckende Begeisterung an der Musik und dem Publikum. So kommen die Ärzte einfach geil an und überzeugen auf ganzer Linie, musikalisch rein, spontan und eigen, individuell ansteckend!
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.:| Die Ärzte – Die Lieder im Überblick |:.
1. Schrei nach Liebe (3:54 Minuten)
Die Cd beginnt bärenstark. Das Lied, mit dem sich die Ärzte vor gut 10 Jahren zurückmeldeten wird hier sehr eigen vorgetragen. Das, was ich im Vorspann als „Buena Vista Social Club“-Version bezeichnete, kommt hier voll zum tragen. Das Lied klingt südländisch, durch schnelle Drums und eine akustische Gitarre – eine Einleitung, die gewöhnungsbedürftig ist, aber Lust auf mehr macht!
2. Ich ess Blumen (3:23 Minuten)
Ein Lied, dass ich bislang nicht kannte (Schande über mein Haupt). Es behandelt einen überzeugten Vegetarier, der aus Liebe zu seinem Leben fortan Blumen ist und den Fleischverzicht übt. Auch hier dieser spanische Touch, der das Lied schnell und leicht werden lässt.
3. Langweilig (3:42 Minuten)
Wie für die Ärzte bei Live-Gigs typisch, wurde das Lied kurzerhand an einigen Stellen ein wenig umgedichtet. Hinzugemischt wurde eine Tempoverschärfung, äh Verlangsamung, die das Stück in meinen Ohren dann doch eine Spur „Langweilig“ werden lässt. Ob besser oder schlechter als die CD-Version, kann ich nicht endgültig entscheiden.
4. Meine Ex(plodierte Freundin) (2:04 Minuten)
Eins meiner persönlichen Highlights. Denn zum einen gab es das Lied noch nicht auf einer der bisherigen Live-CDs, zum Anderen ist das Lied locker, leicht und flockig. Fröhlich, spaßig und mit einem ironischen Text. Im Vergleich zur Alben-Version stakr gekürzt und ein wenig anders vorgetragen: Trotzdem klasse!
5. Monsterparty (3:28 Minuten)
Wow! Da kauft man sich ein Live-Album und findet einen Titel, den man noch gar nicht kannte. Einen Titel, der so uralt ist und doch noch nie dagewesen. Seit gut 20 Jahren soll er bei den Ärzten eingespielt rumgelegen haben – welche Band kann sich das heute noch leisten? Denn der Titel ist einsame spitze. Rod spielt Kontrabass und schafft damit den Einstieg in das Stück, in welchem super lustig und unheimlich Ärzte-like über eine „Monsterparty“ von Graf Dracula in Transylvanien gesungen wird (Bela und Farin). Eine Kostprobe? Nein – selbst anhören und Spaß haben!
6. Hurra (3:46 Minuten)
Die Ossi-Hymne der Wende. „Hip, hip, hurra, alles ist besser, als es damals war,...“ – viele werden es kennen. Während des MTV-Gigs wurde der Titel ultra verlangsamt. In meinen Ohren macht es das Lied nur noch besser, denn dadurch können selbst die etwas Langsameren endlich begreifen, welch Satire uns da in Feinkost aufgetischt wird. Topp!
7. Kopfhaut (2:42 Minuten)
Ein absolut verrücktes Stück, schnell, hell, grell, kindisch – klasse! Urkomisch ist auch diese Version des Klassikers, in dem ein einsamer Mann im wilden Westen zwar gehen darf, aber die Indianer seinen Skalp behalten wollen. Gelungene Live-Version.
8. Zu spät (3:41 Minuten)
Der Worte sind hierüber genug gefallen. Das Stück behandelt eine der gescheiterten Beziehungen des armen Farin Urlaubs... Begonnen mit dem Intro (hier mit Bass) wird hier der Text so variiert, wie er es oft tut. Obwohl von den Alben-Versionen abgewandelt, kenne ich die Variationen (sind übrigens mittlerweile auch recht alt ;-)) und finde sie wie auch das begeisternd mitgehende Publikum einfach klasse.
9. Westerland (4:18 Minuten)
Sehr ungewöhnlich angekündigt und mindestens ebenso ungewohnt instrumentiert (mit dem Schulchor und dem Schul-Orchester) aber ein Hammer. Ich hatte bei den Ankündigungen immer einen leisen Schauder auf der Haut – Die Ärzte und eine Schulbegleitung, das soll gut gehen? Es geht nicht nur gut, sondern ist ein klasse Arrangement und ein Hinhörer.
10. 1/2 Lovesong (4:14 Minuten)
Ich mochte das Stück nie besonders, aber ich kann hinhören. Live ertrage ich es besser, entwickle gar eine gewisse Sympathie. Mit der akustischen Gitarre wirkt es auf mich passender, authentischer und frischer. Dennoch: Ausnahmsweise wurde hier fast genau so gespielt, wie es auf dem Album gefunden wurde.
11. Komm zurück (3:29 Minuten)
Ein altes Lied der Ärzte über eine gescheiterte Beziehung. Manche mögen es, verkörpert es doch den alten Farin Urlaub recht gut. Dem Hören-Sagen nach, soll die Nummer demnächst auch als Single rauskommen und so den sicherlich verdienten Ruhm einheimsen. Schräg ist es auf jeden Fall, denn außer dem leicht schief singenden Chor, bemüht sich auch Farin, nicht alle Töne zu treffen und so eine berauschende Disharmonie zu kreieren.
12. Der Graf (3:34 Minuten)
Bela B’s persönliches Highlight. Klingt wesentlich glaubwürdiger und atmosphärisch wesentlich gelungener als die elektrischen Versionen. Durch Streicher und Harfe gewinnt das Stück unheimlich und ich finde es um Meilen besser als auf dem Album.
13. Ignorama (2:58 Minuten)
Ignorama ist ein Lied eines Alles-Hassers. Ihm geht sprichwörtlich alles „am Arsch vorbei“. Bekannter Titel, der durch das Fehlen der elektrischen Gitarren ungewöhnlich und paradoxer daherkommt. Kleine Textvariation: Die Backstreet Boys lösen sich nicht auf – dieses mal hat es Bro’Sis erwischt ;-)
14. Is ja irre (1:36 Minuten)
Auch noch nie von mir gehört, weil’s nur auf ner Single drauf war. Wie der Titel sagt – ein durch Xylophon-Gehämmer bestimmtes und total Irres Lied auf dessen Text man lieber nicht achten sollte... Allenfalls das feine Trompetensolo sind was für feine Gemüter.
15. Bitte, bitte (2:59 Minuten)
Auch ein Klassiker. Irgendwie bizarr, dass durch das Schulorchester begleitet der gesamte Chor mitsingt: „...lass mich dein Sklave sein!\" Ebenso neu: Die Geräuschkulisse, die Bela und Rod dabei veranstalten – wer, was und wie dabei die Auswahl der metallischen Klangkörper (Blechtöpfe, Ketten,...) getroffen hat, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Nett ;-)
16. Mit dem Schwert nach Polen (4:36 Minuten)
Ein wenig schwach im Vergleich zu den anderen Titeln dieser CD. Das Original und auch die Live-Version der „Wir wollen nur Deine Seele, Unsichtbarer“ waren extrem besser. Dieses Mal sind die Töne ein wenig anders, der Text bleibt gleich. (Für alle, die dieses auch ältere Stück noch nicht kennen: Es geht um ein perspektivloses Dasein, dass durch einen RUN auf Polen ein dramatisches Ende nimmt.)
17. Die Banane (4:59 Minuten)
Geht mir mächtig auf den Keks, weil ich diese Art der Erotik einfach nicht mag. Musikalisch im Ärzte-Mittelfeld angesiedelt wird es wohl die erste Single sein – schade, denn da gibt es Besseres. Dennoch eine gut gemachte Live-Version.
18. Manchmal haben Frauen (5:28 Minuten)
Klasse! Schon die Original-Version ist klasse, aber das hier ist meines Erachtens nach noch um Weiten besser. Mit leiser Klavierbegleitung und einem engagiert, niederknienden Schulchor sehr gelungen und ein großer Wurf des Arrangements des ehemaligen Musiklehrers des Rod.
19. Medley (4:59 Minuten)
Wenn Farin sankündigt, für ein Lied 3 ½ Wochen geprobt zu haben, dann wird es sich lohnen. Und das sicherlich. Maximal 40 Sekunden dauern die einzelnen Titel (Ohne dich,
Paul, Quark, Schunder-Song, Meine Freunde, Nie wieder Krieg, nie mehr Las Vegas, Rettet die Wale, Der lustige Astronaut und wieder Las Vegas) und vermischen sich in einer genialen Mischung aus Rhythmus (schnelle Ska-Riffs), Textwirrwarr und Spaß. Ein gelungener Abschluss!
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.:| Rock’n’Roll-Realschule - FAZIT |:.
Ein wenig einfallslos kommt die CD schon daher. Statt Plüsch oder Papphülle ein einfaches Hartplastikcase mit recht einfallsloser Optik. Aufgemacht mit Motiven des (ehemaligen) Maskottchen Gwendoline und sonst Ärzte-typisch verspielt zeigt sich sonst alles in gewohnter Form. Das Booklet enthält noch diverse Fotos vom MTV-Konzert, natürlich die Auflistung der Titel und das um Beifall heischende Impressum.
Zuletzt bleibt alles beim Alten: Ein Aufkleber mit dem CD-Cover ist noch beigelegt und da haben wir’s: Nach zwei Jahren wieder eine CD, die uns die Ärzte bringt – in Reinform der heutigen Zeit, nicht mehr so ursprünglich laut und punkig wie einst, aber mindestens so spektakulär verrockt und in berauschender Form.
PS:
Nette Idee gegen CD-Brände und Downloads: Durch eine Codenummer bei der CD erhält man einen Internetzugang in einen Fanbereich der Ärztehomepage (Bademeister.com) wo es diverse Downloads, Fotos, Filme und Spiele mehr gibt – für den \"Besserpunk\" eben.
Bananajack
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.:| Die Ärzte – Rock’n’Roll Realschule |:.
Das Album ist statistisch gesehen noch keine Sensation. Mitgeschnitten in oben genannter TV-Sendung wurden insgesamt 19 Titel auf die CD und für die Ewigkeit geb(r)annt. Daraus ergibt sich eine Gesamtspieldauer von runden 70 Minuten. Die CD ist wie üblich zu den Marktpreisen zwischen 10 und 20 Euro in diversen Plattenläden und im Versandhandel zu haben. So gesehen also keine Besonderheit.
Und doch! Denn als die Ärzte sich zu diesem Live-Konzert entschlossen, setzten sie nicht auf eine klinische Atmosphäre sondern ließen via TV-Sender und Gewinnspiel eine Lokation auslosen. Heraus kam die Aula des Albert-Schweitzer-Gymnasium in Hamburg. Das ist eine zwar nicht kleine aber doch recht durchschnittliche Schul-Aula, die sich allenfalls dadurch auszeichnen konnte, dass der dortige Leiter der Schulband einst den Ärzte-Musiker Rod(rigo) Gonzales unterrichten durfte.
Und weil der gute Lehrer Rodrigo nicht vergessen konnte, hielt er den Kontakt – zumindest eben so lange, dass er noch in Rods Gedächtnis war und so der Entschluss wuchs, dass sich die Ärzte in der Aula tatsächlich von dem Schulorchester in einigen Punkten unterstützen ließen. Eine Idee, die dem Album ein hohes Maß an individuellem Charme verleiht und die Titel der Ärzte auf eigentümliche Weise „anders“ aber dadurch auf keine Weise schlechter erscheinen lassen.
Die Stücke sind nämlich alle umgeschrieben, leicht abgewandelt, auf die ungewöhnliche Gelegenheit zugeschnitten. So erklingt alles in einem Klangzustand, der mich auf das erste Hinhören nur an eins erinnert hat: Die Ärzte im Buena Vista Social Club! Ungewohnt langsam, aber mit spanisch antreibender rhythmischen Untermalung. Paradox und doch unerhört hörenswert und gelungen.
Die Ärzte zeigen sich die gesamte Zeit als wahrlich würdige „Beste Band der Welt“ und begeistern durch unglaublichen Spielwillen und ihre ansteckende Begeisterung an der Musik und dem Publikum. So kommen die Ärzte einfach geil an und überzeugen auf ganzer Linie, musikalisch rein, spontan und eigen, individuell ansteckend!
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.:| Die Ärzte – Die Lieder im Überblick |:.
1. Schrei nach Liebe (3:54 Minuten)
Die Cd beginnt bärenstark. Das Lied, mit dem sich die Ärzte vor gut 10 Jahren zurückmeldeten wird hier sehr eigen vorgetragen. Das, was ich im Vorspann als „Buena Vista Social Club“-Version bezeichnete, kommt hier voll zum tragen. Das Lied klingt südländisch, durch schnelle Drums und eine akustische Gitarre – eine Einleitung, die gewöhnungsbedürftig ist, aber Lust auf mehr macht!
2. Ich ess Blumen (3:23 Minuten)
Ein Lied, dass ich bislang nicht kannte (Schande über mein Haupt). Es behandelt einen überzeugten Vegetarier, der aus Liebe zu seinem Leben fortan Blumen ist und den Fleischverzicht übt. Auch hier dieser spanische Touch, der das Lied schnell und leicht werden lässt.
3. Langweilig (3:42 Minuten)
Wie für die Ärzte bei Live-Gigs typisch, wurde das Lied kurzerhand an einigen Stellen ein wenig umgedichtet. Hinzugemischt wurde eine Tempoverschärfung, äh Verlangsamung, die das Stück in meinen Ohren dann doch eine Spur „Langweilig“ werden lässt. Ob besser oder schlechter als die CD-Version, kann ich nicht endgültig entscheiden.
4. Meine Ex(plodierte Freundin) (2:04 Minuten)
Eins meiner persönlichen Highlights. Denn zum einen gab es das Lied noch nicht auf einer der bisherigen Live-CDs, zum Anderen ist das Lied locker, leicht und flockig. Fröhlich, spaßig und mit einem ironischen Text. Im Vergleich zur Alben-Version stakr gekürzt und ein wenig anders vorgetragen: Trotzdem klasse!
5. Monsterparty (3:28 Minuten)
Wow! Da kauft man sich ein Live-Album und findet einen Titel, den man noch gar nicht kannte. Einen Titel, der so uralt ist und doch noch nie dagewesen. Seit gut 20 Jahren soll er bei den Ärzten eingespielt rumgelegen haben – welche Band kann sich das heute noch leisten? Denn der Titel ist einsame spitze. Rod spielt Kontrabass und schafft damit den Einstieg in das Stück, in welchem super lustig und unheimlich Ärzte-like über eine „Monsterparty“ von Graf Dracula in Transylvanien gesungen wird (Bela und Farin). Eine Kostprobe? Nein – selbst anhören und Spaß haben!
6. Hurra (3:46 Minuten)
Die Ossi-Hymne der Wende. „Hip, hip, hurra, alles ist besser, als es damals war,...“ – viele werden es kennen. Während des MTV-Gigs wurde der Titel ultra verlangsamt. In meinen Ohren macht es das Lied nur noch besser, denn dadurch können selbst die etwas Langsameren endlich begreifen, welch Satire uns da in Feinkost aufgetischt wird. Topp!
7. Kopfhaut (2:42 Minuten)
Ein absolut verrücktes Stück, schnell, hell, grell, kindisch – klasse! Urkomisch ist auch diese Version des Klassikers, in dem ein einsamer Mann im wilden Westen zwar gehen darf, aber die Indianer seinen Skalp behalten wollen. Gelungene Live-Version.
8. Zu spät (3:41 Minuten)
Der Worte sind hierüber genug gefallen. Das Stück behandelt eine der gescheiterten Beziehungen des armen Farin Urlaubs... Begonnen mit dem Intro (hier mit Bass) wird hier der Text so variiert, wie er es oft tut. Obwohl von den Alben-Versionen abgewandelt, kenne ich die Variationen (sind übrigens mittlerweile auch recht alt ;-)) und finde sie wie auch das begeisternd mitgehende Publikum einfach klasse.
9. Westerland (4:18 Minuten)
Sehr ungewöhnlich angekündigt und mindestens ebenso ungewohnt instrumentiert (mit dem Schulchor und dem Schul-Orchester) aber ein Hammer. Ich hatte bei den Ankündigungen immer einen leisen Schauder auf der Haut – Die Ärzte und eine Schulbegleitung, das soll gut gehen? Es geht nicht nur gut, sondern ist ein klasse Arrangement und ein Hinhörer.
10. 1/2 Lovesong (4:14 Minuten)
Ich mochte das Stück nie besonders, aber ich kann hinhören. Live ertrage ich es besser, entwickle gar eine gewisse Sympathie. Mit der akustischen Gitarre wirkt es auf mich passender, authentischer und frischer. Dennoch: Ausnahmsweise wurde hier fast genau so gespielt, wie es auf dem Album gefunden wurde.
11. Komm zurück (3:29 Minuten)
Ein altes Lied der Ärzte über eine gescheiterte Beziehung. Manche mögen es, verkörpert es doch den alten Farin Urlaub recht gut. Dem Hören-Sagen nach, soll die Nummer demnächst auch als Single rauskommen und so den sicherlich verdienten Ruhm einheimsen. Schräg ist es auf jeden Fall, denn außer dem leicht schief singenden Chor, bemüht sich auch Farin, nicht alle Töne zu treffen und so eine berauschende Disharmonie zu kreieren.
12. Der Graf (3:34 Minuten)
Bela B’s persönliches Highlight. Klingt wesentlich glaubwürdiger und atmosphärisch wesentlich gelungener als die elektrischen Versionen. Durch Streicher und Harfe gewinnt das Stück unheimlich und ich finde es um Meilen besser als auf dem Album.
13. Ignorama (2:58 Minuten)
Ignorama ist ein Lied eines Alles-Hassers. Ihm geht sprichwörtlich alles „am Arsch vorbei“. Bekannter Titel, der durch das Fehlen der elektrischen Gitarren ungewöhnlich und paradoxer daherkommt. Kleine Textvariation: Die Backstreet Boys lösen sich nicht auf – dieses mal hat es Bro’Sis erwischt ;-)
14. Is ja irre (1:36 Minuten)
Auch noch nie von mir gehört, weil’s nur auf ner Single drauf war. Wie der Titel sagt – ein durch Xylophon-Gehämmer bestimmtes und total Irres Lied auf dessen Text man lieber nicht achten sollte... Allenfalls das feine Trompetensolo sind was für feine Gemüter.
15. Bitte, bitte (2:59 Minuten)
Auch ein Klassiker. Irgendwie bizarr, dass durch das Schulorchester begleitet der gesamte Chor mitsingt: „...lass mich dein Sklave sein!\" Ebenso neu: Die Geräuschkulisse, die Bela und Rod dabei veranstalten – wer, was und wie dabei die Auswahl der metallischen Klangkörper (Blechtöpfe, Ketten,...) getroffen hat, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Nett ;-)
16. Mit dem Schwert nach Polen (4:36 Minuten)
Ein wenig schwach im Vergleich zu den anderen Titeln dieser CD. Das Original und auch die Live-Version der „Wir wollen nur Deine Seele, Unsichtbarer“ waren extrem besser. Dieses Mal sind die Töne ein wenig anders, der Text bleibt gleich. (Für alle, die dieses auch ältere Stück noch nicht kennen: Es geht um ein perspektivloses Dasein, dass durch einen RUN auf Polen ein dramatisches Ende nimmt.)
17. Die Banane (4:59 Minuten)
Geht mir mächtig auf den Keks, weil ich diese Art der Erotik einfach nicht mag. Musikalisch im Ärzte-Mittelfeld angesiedelt wird es wohl die erste Single sein – schade, denn da gibt es Besseres. Dennoch eine gut gemachte Live-Version.
18. Manchmal haben Frauen (5:28 Minuten)
Klasse! Schon die Original-Version ist klasse, aber das hier ist meines Erachtens nach noch um Weiten besser. Mit leiser Klavierbegleitung und einem engagiert, niederknienden Schulchor sehr gelungen und ein großer Wurf des Arrangements des ehemaligen Musiklehrers des Rod.
19. Medley (4:59 Minuten)
Wenn Farin sankündigt, für ein Lied 3 ½ Wochen geprobt zu haben, dann wird es sich lohnen. Und das sicherlich. Maximal 40 Sekunden dauern die einzelnen Titel (Ohne dich,
Paul, Quark, Schunder-Song, Meine Freunde, Nie wieder Krieg, nie mehr Las Vegas, Rettet die Wale, Der lustige Astronaut und wieder Las Vegas) und vermischen sich in einer genialen Mischung aus Rhythmus (schnelle Ska-Riffs), Textwirrwarr und Spaß. Ein gelungener Abschluss!
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.:| Rock’n’Roll-Realschule - FAZIT |:.
Ein wenig einfallslos kommt die CD schon daher. Statt Plüsch oder Papphülle ein einfaches Hartplastikcase mit recht einfallsloser Optik. Aufgemacht mit Motiven des (ehemaligen) Maskottchen Gwendoline und sonst Ärzte-typisch verspielt zeigt sich sonst alles in gewohnter Form. Das Booklet enthält noch diverse Fotos vom MTV-Konzert, natürlich die Auflistung der Titel und das um Beifall heischende Impressum.
Zuletzt bleibt alles beim Alten: Ein Aufkleber mit dem CD-Cover ist noch beigelegt und da haben wir’s: Nach zwei Jahren wieder eine CD, die uns die Ärzte bringt – in Reinform der heutigen Zeit, nicht mehr so ursprünglich laut und punkig wie einst, aber mindestens so spektakulär verrockt und in berauschender Form.
PS:
Nette Idee gegen CD-Brände und Downloads: Durch eine Codenummer bei der CD erhält man einen Internetzugang in einen Fanbereich der Ärztehomepage (Bademeister.com) wo es diverse Downloads, Fotos, Filme und Spiele mehr gibt – für den \"Besserpunk\" eben.
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