Römisch-Germanisches Museum Testbericht

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Erfahrungsbericht von maertens

Römer in Köln

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Was macht man als Tourist vormittags in Köln, wenn es in Strömen regnet, der obligatorische Dombesuch hinter einem liegt und noch nicht Zeit zum Kneipenbesuch ist? Man geht in ein Museum! Was liegt da näher, als gleich in eins in Domnähe zu gehen, und so wählten wir letztlich das Römisch-Germanische Museum am Roncalliplatz. Und ich muss sagen, dass wir diesen Entschluss nicht bereut haben! Mir war vorher nicht bewusst, welche großartige römische Geschichte Köln hinter sich hat, und welche reichhaltigen und sehenswerten Fundstücke von dieser Epoche zeugen. Klar hat man im Geschichtsunterricht davon gehört, aber wenn man es selber sieht, ist es etwas ganz anderes.

In Köln auf Spuren der Römer zu treffen, scheint ziemlich wahrscheinlich zu sein, und das, obwohl die letzten „italienischen Besatzer“ vor mehr als 1500 Jahren die Stadt verließen. Der Name Köln geht auf die römische Kaiserin Agrippina zurück, weshalb die Stadt, welche ca. 50 nach Christus gegründet wurde, auch „Colonia Claudia Ara Aggripinensium“ hieß. 455 räumen die Römer Köln und fliehen vor den neuen Herrschern des Rheinlands, den Franken...

Das Museum selber ist bereits 1946 gegründet worden. Seine Vorläufer waren die Antikensammlung des Wallraf-Richartz-Museums seit dem 19.Jh. und das Prähistorischen Museum (1906, später Museum für Vor- und Frühgeschichte). Das Römisch-Germanische Museum wurde an der Stelle der 1941 entdeckten römischen Stadtvilla mit dem bekannten Dionysos-Mosaik und unweit der mittelalterlichen Kaiserpfalz errichtet.
Der Bau des Museums ist gewöhnungsbedürftig, wie so viele Gebäude aus der Siebziger Jahren. Flach und viel Glas + Sichtbeton. Den Eingangsbereich erreicht man durch eine Art überdachten Platz, der schon ein externer Ausstellungsraum ist. Vielerlei Stelen und Sarkophage etc. sind zu sehen, was den zahlreichen Pennern offensichtlich auch gefällt.

Was gibt es zu sehen:
Für mich am eindrucksvollsten waren die Fußbodenmosaike, deren Farbenpracht umwerfend sind, berücksichtigt man deren Alter. Das bekannteste von Ihnen, das Dionysos-Mosaik ist durch eine große Glasfront sogar von außerhalb zu bestaunen, ebenso ein großes und pompöses Grabmal des Legionärs Poblicius.

Hauptausstellungsstücke sind jedoch Fundstücke aus Köln sowie den angrenzenden Römer-Städten wie Aachen und Xanten. In gelungen und gut ausgeleuchteten Vitrinen kann man sich von der Handfertigkeit damaliger Glasmacher, Töpfer, Goldschmiede und Künstler überzeugen. Das Alltagsleben im Römischen „Colonia“ wird durch eine Vielzahl von ausgestellten Gegenständen des täglichen Gebrauchs, Stadtansichten, Architekturteilen, oder Wandbemalungen dem Besucher nähergebracht. Die Anzahl der gezeigten Ausstellungsgegenstände ist dermaßen groß, dass man Stunden damit zubringen könnte, alles in sich auf zu nehmen. Die Beschriftung der Ausstellungsgegenstände ist oft etwas verwirrend, da nur kleine Nummern bei den kleineren Exemplaren auf eine Beschreibung hinweisen, die man dann andernorts, möglicherweise sogar einige Meter vom eigentlichen Ausstellungsstück findet.

Gegenwärtig widmet sich eine Sonderausstellung im Erdgeschoss dem Thema „Pyramiden“, nicht nur denen in Ägypten, sondern Pyramidenbauten in aller Welt, auch denen in Deutschland (Potsdam, Branitz etc.)

Neben den Ausstellungsstücken im Museums-Hauptbau gibt es einige außerhalb liegende Sehenswürdigkeiten zu sehen, von denen das Praetorium, ein Römischer Statthalterpalast unter dem Rathaus, der Römische Abwasserkanal (Zugang durch das Praetorium) sowie das Mikwe (Judenbad) zu nennen wären.

Verkehrsanbindung:

Das Römisch Germanische Museum ist zentral gelegen und am besten mit der U-Bahn oder DB Station „Hauptbahnhof“ zu erreichen. Autofahrern steht das Parkhaus am Dom zur Verfügung.

Kontakt zum Museum ist möglich über:
Telefon 0221-221/2 44 38 und 221/2 45 90
Fax 0221-221/2 40 30
E-Mail [email protected] http://www.museenkoeln.de/rgm/

Die Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag 10 - 17 Uhr

Eintrittspreise:
7 DM, ermäßigt 4 DM
Kombinationspreis während der Sonderausstellung "Pyramide - Haus für die Ewigkeit" 9 DM, ermäßigt 5 DM

Fazit: Wieder mal eins der besonders sehenswerten Museen, gut gestaltet, gut zu erreichen und interessant aufgebaut. Oft sind Aha-Effekte eingebaut, was dem Besuch die Eintönigkeit nimmt. Ich würde eine Empfehlung aussprechen.

16 Bewertungen, 1 Kommentar

  • my-opinion

    06.03.2002, 11:21 Uhr von my-opinion
    Bewertung: sehr hilfreich

    Köln ist von mir zu weit weg. Schade. :-) CU Alex