Roland Testbericht

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Erfahrungsbericht von surround999

Der Kopf ist eine Kopie des Originals

Pro:

Symbol für Freiheit

Kontra:

umzäunt

Empfehlung:

Ja

Wie oft bin ich schon über den Bremer Marktplatz an dem Roland vorbei gelaufen, den viele Touristen hauptsächlich im Sommer besichtigen und sich dabei die Erklärungen der Touristenführer anhören. Auch andere Bremer haben den Roland wohl noch nicht so genau wahr genommen. Möchte man von der Domsheide in die Innenstadt zu Fuß gehen, kommt man automatisch am Roland vorbei. (Die „Domsheide“ ist ein zentraler Umsteigeplatz für Busse und Strassenbahnen in der Bremer City.) Gleich neben dem Roland steht das Bremer Rathaus, das natürlich auch nicht zu übersehen ist. Der grosse Roland ist bis zu den Knien eingezäunt.


Geschichte:

Um den Roland gibt es Sagen und historische Schriften. Bei dem Roland handelte es sich um einen Herzog. Er lebte im 9. Jahrhundert. Um 1100 gab es das „Rolandslied“. Aus dem Text des Rolandliedes geht hervor, dass er der Neffe Karls des Großen gewesen sein soll, der im Kampf gegen die Mauren in Spanien umkam. Christliche Mönche machten aus ihm einen Märtyrer. Händler und Spielleute verbreiteten die Sage um den Roland und machten ihn zu einem Helden.
Zuerst war das Roland-Denkmal aus Holz, bis es 1366 von den Knechten oder Soldaten des Erzbischofs Adalbert II. verbrannt worden sein soll. Der Roland wurde noch einmal aus Holz errichtet. Danach gab es ab 1404 den Bremer Roland aus Stein. Er wurde vor das Rathaus gestellt und wurde mit dem Kaiserwappen ausgestattet. Der Stein war bunt bemalt. Im 18. Jahrhundert wurde der Roland grau.

Es gibt eine Überlieferung, nach der die Unabhängigkeit der Stadt nicht ernsthaft gefährdet ist, solange der Roland auf dem Marktplatz steht. Der Roland war früher das Symbol für die Markt- und Zollfreiheit sowie für die Gerichtsfreiheit und das Stadtrecht. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Denkmal zum Wahrzeichen der Freiheit.


Denkmal:

Der Roland ist 5,55 m hoch und steht seit 1404 an dem Platz auf dem Bremer Marktplatz, auf dem er jetzt auch noch zu finden ist. Der heutige Roland hat keinen Originalkopf mehr auf seinem Hals. Nach einigen Restaurationen wurde der Rolandkopf 1983 erneuert. Der Originalkopf aus dem Jahr 1404 befindet sich im Bremer Focke-Museum.

Der Roland trägt Schwert und ein Schild, auf dem der „doppelköpfige Reichsadler“ abgebildet ist. Auf dem Schild steht geschrieben: „Freiheit verkündige ich Euch, die Karl und mancher andere Fürst fürwahr dieser Stadt gegeben hat. Dafür dankt Gott, dies ist mein Rat.

Wenn Ihr über die Umzäunung auf die Füsse des Rolands guckt, dann seht ihr dort eine kleine flache Figur. Diese Figur soll an das Jahr 1032 erinnern. In dem Jahr klagten Abgeordnete der Bremer Bürgerschaft bei der Gräfin Emma von Lesum über den Mangel an Weideland. Die Gräfin soll versprochen haben, der Bürgerschaft so viel Grund zu geben, wie ein Mann ihn an einem Tag umschreiten könnte. Herzog Bruno von Sachsen war der Bruder des Helden und hatte Angst, um sein Erbe betrogen zu werden. Deshalb beauftragte er einen „Krüppel“, die Weidegründe zu umschreiten. Der Behinderte muss sehr schnell gekrochen sein, denn das Land fiel sehr groß aus. Die Bremer Bürger waren dem Krüppel so dankbar dafür, dass sie den „Krüppel“ an der Rolandsäule in Stein hauen lassen haben.


Fazit:

Der Roland ist Bremens Riese . Wenn man vor ihm steht, kommt man sich ganz schön klein vor. Der Zaun, der ringsherum bis zu den Knien des Denkmals steht, scheint nötig zu sein, damit der Roland nicht mit Cola aus Dosen oder durch Gewaltanwendung beschädigt wird. (Im Sommer setzen sich viele Leute zu den Füssen des Rolands, um auszuruhen.) Der Zaun ist etwas lästig und ich muss schon ganz schön weit nach oben sehen, um den Riesen zu betrachten. Der graue Stein lässt ihn nicht besonders schön erscheinen. Er hat auf dem Marktplatz genug Platz und kommt so zur Geltung. (Die Stadtmusikanten liegen versteckter.) Der neue Kopf wäre mir nicht aufgefallen, wenn ich nicht darüber gelesen hätte. Wer Bremen besucht, sollte sich den Roland auf jeden Fall einmal ansehen, er gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Der Roland kann sich wirklich sehen lassen...

Kurzer Nachtrag: Der Roland wurde in diesem Jahr 600 Jahre alt.


surround999

Ich poste meine Berichte auch bei CIAO unter dem Namen surround999