RollerCoaster Tycoon 2 (Management PC Spiel) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2008
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Erfahrungsbericht von hirni
Die Enttäuschung des Jahres.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die Enttäuschung des Jahres ist für mich ohne Zweifel Roller Coaster Tycoon 2 (RCT2). Seit dem 25. April des letzten Jahres (2002 ;-)) ist es amtlich. Der Nachfolger des erfolgreichsten Achterbahn- und Freizeitparkspiels Roller Coaster Tycoon (RCT) kommt. Ich als begeisterter RCT-Fan war natürlich sofort aus dem Häuschen und als ich hörte, dass es noch im Herbst desselben Jahres in den deutschen Regalen stehen sollte, natürlich noch viel mehr. Nur war ich wohl so blind vor Liebe, dass mir das frühe Erscheinen nicht seltsam vorkam.
Irgendwann Mitte Oktober kam es dann auch raus. Ich hatte schon ein paar Tage früher (um genau zu sein, am Freitag) eine englische Version auf meinen PC installiert. Doch da wusste ich schon, dass das Spiel nicht so gut wird, wie erst angenommen. Zahlreiche Screenshots, die schon vorher im Netz zu finden waren, ließen mich wissen, dass es kaum Neuerungen geben würde.
Alle, die den ersten Teil noch nicht kennen, rate ich, einen Bericht darüber zu lesen, weil ich auf den ersten Teil kaum eingehen werde.
Neuerungen:
Eine der ersten und meiner Meinung nach mit die beste Neuerung ist, dass die Fußgänger nun auf breiten Wegen sich nicht mehr verirren werden. Beim ersten Teil noch gingen die Fußgänger ganz ohne Plan (auch wenn sie einen hatten ;-)) ziellos durch die Gegend und haben sich so bei breiten Wegen aussichtslos verirrt. Für sie waren das alles Kreuzungen und bei jeder Kreuzung nehmen sie normalerweise irgendeinen Weg, der ihnen gerade in den Sinn kommt. Lange Rede, kurzer Sinn: Bei RCT1 haben sie die Leute im Park verirrt, beim zweiten Teil tun sie’s nicht mehr. Hurra! Endlich kann man realistische Parknachbauten anfertigen und sie sind sogar spielbar.
Leider ist die KI der Leute immer noch ziemlich dämlich und es gibt auch einige Bugs, so dass sie an manchen Stellen manchmal hängen bleiben oder einen Weg nicht finden, weil dieser z.B. einen zu großen Bogen um die begehrte Attraktion macht.
Eine weitere Neuigkeit ist der Szenarioeditor und der Achterbahndesigner. Beim Editor kann man, was auch sonst, seine eigenen Szenarios machen, was aber sehr kompliziert von statten geht. Man kann nämlich in dem Editor keine Attraktionen und Warteschlangen bauen, also nur Theming und Wege. Die Attraktionen muss man dann später noch mal dazu bauen und das ganze wieder in ein Szenario konvertieren. Auch sonst ist er nicht sehr benutzerfreundlich. Man muss alle gewünschten Attraktionen und Themingsets einzelnen auswählen, was bei bis zu 128 Stück eine Mordsarbeit ist. Noch dazu kann man gar nicht alle auswählen, das erlaubt der Programmcode nicht, sondern nur 128 Stück von weiß nicht wie vielen. Also bleibt der Traum von einen Flatland mit allen Achterbahnen leider ein Traum.
Der Achterbahndesigner ist ähnlich, nur für Achterbahnen und anderen Rides. Man kann hier ohne Zeit- und Gelddruck seine gewünschten Bahnen bauen, aber leider ohne Theming und Landveränderung.
Natürlich gibt es auch ein paar neue Attraktionen, wobei das Chris Sawyer (dem Entwickler von RCT2) anscheinend gar nicht so selbstverständlich zu sein scheint. Gerade mal zwei neue Transportmittel (ein Aufzug und der Aussichtsturm kann auch wahlweise mit einen Doppeldeckerlift befahren werden), nur lächerliche zwei neue aufregende Attraktionen (einen Fliegenden Teppich und ein Kaffeetassenkarussell, wobei man gerade letzteres nur im Eisland verwenden kann, da ein Schneemann die ganze Attraktion ziert. Dann gibt es noch, glaube ich, 9 neue Achterbahnen. Die sind sogar eigentlich ganz nützlich, wobei dann natürlich auch der 4D-Arrow Coaster (Multi-Dimensonal-Coaster) dabei ist, das ist die gleiche Achterbahn wie X in Six Flags Magic Mountain.
Dann gibt es noch eine ganze Menger neuer Buden, die sogar ganz toll sind. Die meisten sind chinesische Essen und Trinkenstände, aber eigentlich hat man die nicht gerade benötigt im ersten Teil. Nützlicher hingegen ist der ATM – der Geldautomat – mit dem die Besucher, die kaum noch Geld im Geldbeutel haben diesen wieder auffüllen können, wenn halt einer in der Nähe ist.
Was aber fast schon Etikettenschwindel ist, dass viele Attraktionen doppelt zählen. Einmal zählen z.B. die aufregenden Wasserattraktionen zu den aufregenden Attraktionen, aber noch zu den Wasserattraktionen. Und wenn eine Achterbahn einen anderen Zug hat, dann zählt sie als andere Attraktionen. Im Klartext heißt das, dass es zwar jetzt eine Menge Attraktionen gibt, aber viele sind nur neue Züge.
Natürlich gibt es auch noch ein bisschen neues Theming. Das ist wirklicht gut und nützlich und dann wären wir auch schon bei meiner Lieblingsverbesserung:
Die Vertikale Landschaftskonstruktion. Mit ihr gibt es beinahe unendlich Möglichkeiten für das Theming von Attraktionen und Parks. Mit der Shift-Taste lassen sich Objekte nach „oben ziehen“, so kann man Objekte jetzt auch stapeln. Damit das ganze auch einen Sinn macht, denn wer will schon Dinosaurier übereinander stapeln, gibt es jetzt eine ganzes Set von Mauern und Dächern, mit denen man seine eigene Häuser bauen kann. Somit ist dem Nachbauer einer kompletten Stadt im Grunde außer Zeit und Lust nichts entgegengesetzt. Es ist anfangs ziemlich schwierig, damit klar zu kommen, aber wenn man es ist dem realen Bauen nichts im Weg gestellt.
Das Spiel an sich:
So, das wars aber im Grunde schon an Verbesserungen. Wie ihr seht ist das nicht sehr viel. Man sieht also, dass sich Chris Sawyer – der übrigens ganz alleine RCT1, seine beiden Add-Ons Added Attractions Pack und Loopy Landscapes sowie halt RCT2 fast vollkommen alleine entwickelt hat – kaum Mühe bei Verbesserungen gegeben hat. Die ganzen Buden sehen immer noch gleich aus, die Animationen der Menschen, wenn sie aus Achterbahnen kommen, sind dieselben wie im ersten Teil - fast alles wurde unverändert belassen. Um Besucher baut man immer noch dieselben Pferdekarussels, Riesenräder, 3D-Kinos wie im ersten Teil. Dieselben Putzleute reinigen dieselben Fußwege vom genauso aussehenden Erbrochenen mit denselben Animationen wie im ersten Teil. Mechaniker reparieren die Attraktionen, Entertainer sorgen für Spaß an überfüllten Stellen und Sicherheitsleute sorgen dafür, dass Vandalismus erst gar nicht im Park vortritt.
Am meisten Spaß macht natürlich das Achterbahnbauen. Man kann entweder auf Knopfdruck echte Achterbahnen, die in den größten Parks stehen, in seinen Park setzen oder, was natürlich viel spannender ist, sie selber bauen. Realistische Geschwindigkeit, berechnete G-Kräfte und Diagramme über die Statistiken der Bahnen lassen so diese echt wirken.
Um wirklich gute und realistische Bahne zu bauen, braucht man schon ein bisschen Übung. Anfänger werden wohl die bereits vorgefertigten Bahnen von Chris Sawyer nehmen, aber selber bauen ist eigentlich das einzig wahre. Mit ein bisschen Übung weiß man auch, ob der Zug mit der richtigen Geschwindigkeit über die Schienen flitzt, oder ob man nicht doch noch vorher etwas hoch oder runter bauen sollte.
Damit auch Anfänger wissen, ob die Bahn gelungen ist, gibt es zusätzlich eine Art Bewertung durch den Nervenkitzel-, Intensitäts- und Übelkeitsfaktor. Je höher der erste, desto besser für jeden Besucher. Der Intensitätsfaktor sollte in der Regel 10 nicht überschreiten, ist er aber zu niedrig, gehen manche nicht mehr auf die Attraktion, das hängt vom Nervenkitzelwert ab. Der Übelkeitsfaktor hingegen sagt, wie die Besucher aus den Achterbahnen kommen, grün im Gesicht und langsam tapsend oder fröhlich zur Warteschlange rennend.
Kompliziert wird es dann bei langen, verknoteten Achterbahnen. Wenn der Zug da mal nicht die Steigung schafft, kann es oft sein, dass man noch mal ganz von neu bauen muss. Aber zum Glück kann man fertige und bereits getestete Bahnen abspeichern, so dass man die besten in jeden Park bauen kann.
Die 25 Szenarien sind im Gegensatz zum ersten Teil von vornherein freigeschaltet und in den Spalten Einsteiger-, Fortgeschrittene-, Experten- und Echte Parks geordnet, so dass Profis sich nicht mit dem Lösen von den einfachen Parks beschäftigen müssen. In diesen muss man meistens innerhalb ein paar Jahren einige tausend Besucher in dem Freizeitpark aller Freizeitparks locken. Später muss man dann horrende Schulden zurückzahlen, wobei aber der Park nie einen Wert unterschreiten darf. Solche kann man nur mit viel Erfahrungen und Planung schaffen. Oft gibt es auch hindernisse, z.B. gehen in einer Mission die Besucher nur in „harte“ Attraktionen, mindestens Intensitätsrate 9, wobei man auch noch 8,50 nehmen kann. Trotzdem gehen sie weiterhin in keine Attraktionen die einen höheren Intensitätsfaktor als 10 haben, was also ein exaktes Achterbahnbauen verlangt.
Dank Kooperation mit der wohl weltweit größten Freizeitparkkette Six Flags gibt es fünf bekannte Parks aus Amerika und Europa nachgebaut, sowie etwa 25 Attraktionen aus den Parks, wobei man diese leider nicht mehr verändern darf, was soweit geht, dass man noch nicht mal die Anzahl an Zügen ändern darf, aber immerhin die Farbe *g*. Die Parks darf man dann nach den eigenen Wünschen weiterbauen.
So, jetzt zur Grafik:
Sie war ja schon zu Beginn von RCT1 nicht mehr auf den neusten Stand, aber mittlerweile ist diese vollkommen veraltete Isometrische Sicht völlig veraltet. Auch eine höhere Auflösung (max. 1.280x1.024), wobei man dann auch viel zu weit weg ist vom Geschehen um noch richtig spielen zu können, es sei denn man hat einen 21 Zoll Monitor, und ein paar verbesserten Animationen der Züge und Wassereffekten, sowie „weiche“ Übergänge von zwei Landschaftstypen, bringen da kaum Pluspunkte.
Fazit:
Man kann es eigentlich nicht richtig sagen, ob der Nachfolger gut oder schlecht ist. Die, die den ersten Teil nicht haben, aber trotzdem auf solche Spiele stehen, die werden wohl mit RCT2 gut beraten sein. Auch die Hardcorezocker des ersten Teils werden wohl wieder fleißig mit RCT2 ihre Parks bauen. Aber die, die eigentlich schon genug hatten mit RCT1 und es jetzt nicht mehr spielen, sollten keine 50 Euro für den zweiten Teil ausgeben.
Aber es macht halt wieder süchtig, es ist ungemein motivierend, wenn sich hunderte von Besuchern in Scharen für die eigene Achterbahn stehen, wenn ein paar Tausend Leute klatschen, weil man das Levelziel geschafft hat.
Aber es gibt ja immer noch andere Wege um an ein Spiel heranzukommen.
Für mich war halt enttäuschend, dass es kaum neue Attraktionen gibt, gerade bei den aufregenden herrscht noch ein großer Nachholbedarf. Obwohl ich großer RCT-Fan bin, versuche ich objektiv zu bleiben und deshalb gibt es von mir eine 3, aber trotzdem nur ein beschränktes empfehlenswert (siehe oben). Das Spiel ist nicht schlecht, aber ich habe halt mehr davon erwartet.
Bewertung: 79%
Vorteile:
Macht süchtig
Freizeitparkatmospähre
Kooperation mit Six-Flags
Geringe Systemvorrausetzungen
Nachteile:
Veraltete Grafik
Kaum Verbesserungen
Schlechter Editor
Systemvorrausetzungen:
Betriebssystem: Windows 98/Me/2000/XP
Prozessor: Pentium II 300 MHz oder gleichwertig
Arbeitsspeicher: 64 MB RAM
Benötigter Speicherplatz: min. 100 MB
CD(DVD)-Rom-Laufwerk: 4x oder schneller
Grafik: 4MB Windows® 98/ME/2000/XP kompartible Grafikkarte
Sound: Windows® 98/ME/2000/XP kompartible Soundkarte
P.S.: Noch eine gute Nachricht, für alle, die gerne hoffen: Mitte des Jahres (Juni/Juli 2003) soll ein Add-On für RCT2 rauskommen. Da die für den ersten Teil schon nicht schlecht waren, kann es ja sein, dass es einige neue Attraktionen geben wird. Einige „Insider“ reden von Restaurants und verschiedene Größen des Riesenrads.
P.P.S.: Natürlich hab ich auch einen Bericht über RCT1 geschrieben, wenn ihr wollt:
http://www.yopi.de/meinungen.php?template=beitrag&beitragID=10726&kategorieID=120472&produktID=25623
Irgendwann Mitte Oktober kam es dann auch raus. Ich hatte schon ein paar Tage früher (um genau zu sein, am Freitag) eine englische Version auf meinen PC installiert. Doch da wusste ich schon, dass das Spiel nicht so gut wird, wie erst angenommen. Zahlreiche Screenshots, die schon vorher im Netz zu finden waren, ließen mich wissen, dass es kaum Neuerungen geben würde.
Alle, die den ersten Teil noch nicht kennen, rate ich, einen Bericht darüber zu lesen, weil ich auf den ersten Teil kaum eingehen werde.
Neuerungen:
Eine der ersten und meiner Meinung nach mit die beste Neuerung ist, dass die Fußgänger nun auf breiten Wegen sich nicht mehr verirren werden. Beim ersten Teil noch gingen die Fußgänger ganz ohne Plan (auch wenn sie einen hatten ;-)) ziellos durch die Gegend und haben sich so bei breiten Wegen aussichtslos verirrt. Für sie waren das alles Kreuzungen und bei jeder Kreuzung nehmen sie normalerweise irgendeinen Weg, der ihnen gerade in den Sinn kommt. Lange Rede, kurzer Sinn: Bei RCT1 haben sie die Leute im Park verirrt, beim zweiten Teil tun sie’s nicht mehr. Hurra! Endlich kann man realistische Parknachbauten anfertigen und sie sind sogar spielbar.
Leider ist die KI der Leute immer noch ziemlich dämlich und es gibt auch einige Bugs, so dass sie an manchen Stellen manchmal hängen bleiben oder einen Weg nicht finden, weil dieser z.B. einen zu großen Bogen um die begehrte Attraktion macht.
Eine weitere Neuigkeit ist der Szenarioeditor und der Achterbahndesigner. Beim Editor kann man, was auch sonst, seine eigenen Szenarios machen, was aber sehr kompliziert von statten geht. Man kann nämlich in dem Editor keine Attraktionen und Warteschlangen bauen, also nur Theming und Wege. Die Attraktionen muss man dann später noch mal dazu bauen und das ganze wieder in ein Szenario konvertieren. Auch sonst ist er nicht sehr benutzerfreundlich. Man muss alle gewünschten Attraktionen und Themingsets einzelnen auswählen, was bei bis zu 128 Stück eine Mordsarbeit ist. Noch dazu kann man gar nicht alle auswählen, das erlaubt der Programmcode nicht, sondern nur 128 Stück von weiß nicht wie vielen. Also bleibt der Traum von einen Flatland mit allen Achterbahnen leider ein Traum.
Der Achterbahndesigner ist ähnlich, nur für Achterbahnen und anderen Rides. Man kann hier ohne Zeit- und Gelddruck seine gewünschten Bahnen bauen, aber leider ohne Theming und Landveränderung.
Natürlich gibt es auch ein paar neue Attraktionen, wobei das Chris Sawyer (dem Entwickler von RCT2) anscheinend gar nicht so selbstverständlich zu sein scheint. Gerade mal zwei neue Transportmittel (ein Aufzug und der Aussichtsturm kann auch wahlweise mit einen Doppeldeckerlift befahren werden), nur lächerliche zwei neue aufregende Attraktionen (einen Fliegenden Teppich und ein Kaffeetassenkarussell, wobei man gerade letzteres nur im Eisland verwenden kann, da ein Schneemann die ganze Attraktion ziert. Dann gibt es noch, glaube ich, 9 neue Achterbahnen. Die sind sogar eigentlich ganz nützlich, wobei dann natürlich auch der 4D-Arrow Coaster (Multi-Dimensonal-Coaster) dabei ist, das ist die gleiche Achterbahn wie X in Six Flags Magic Mountain.
Dann gibt es noch eine ganze Menger neuer Buden, die sogar ganz toll sind. Die meisten sind chinesische Essen und Trinkenstände, aber eigentlich hat man die nicht gerade benötigt im ersten Teil. Nützlicher hingegen ist der ATM – der Geldautomat – mit dem die Besucher, die kaum noch Geld im Geldbeutel haben diesen wieder auffüllen können, wenn halt einer in der Nähe ist.
Was aber fast schon Etikettenschwindel ist, dass viele Attraktionen doppelt zählen. Einmal zählen z.B. die aufregenden Wasserattraktionen zu den aufregenden Attraktionen, aber noch zu den Wasserattraktionen. Und wenn eine Achterbahn einen anderen Zug hat, dann zählt sie als andere Attraktionen. Im Klartext heißt das, dass es zwar jetzt eine Menge Attraktionen gibt, aber viele sind nur neue Züge.
Natürlich gibt es auch noch ein bisschen neues Theming. Das ist wirklicht gut und nützlich und dann wären wir auch schon bei meiner Lieblingsverbesserung:
Die Vertikale Landschaftskonstruktion. Mit ihr gibt es beinahe unendlich Möglichkeiten für das Theming von Attraktionen und Parks. Mit der Shift-Taste lassen sich Objekte nach „oben ziehen“, so kann man Objekte jetzt auch stapeln. Damit das ganze auch einen Sinn macht, denn wer will schon Dinosaurier übereinander stapeln, gibt es jetzt eine ganzes Set von Mauern und Dächern, mit denen man seine eigene Häuser bauen kann. Somit ist dem Nachbauer einer kompletten Stadt im Grunde außer Zeit und Lust nichts entgegengesetzt. Es ist anfangs ziemlich schwierig, damit klar zu kommen, aber wenn man es ist dem realen Bauen nichts im Weg gestellt.
Das Spiel an sich:
So, das wars aber im Grunde schon an Verbesserungen. Wie ihr seht ist das nicht sehr viel. Man sieht also, dass sich Chris Sawyer – der übrigens ganz alleine RCT1, seine beiden Add-Ons Added Attractions Pack und Loopy Landscapes sowie halt RCT2 fast vollkommen alleine entwickelt hat – kaum Mühe bei Verbesserungen gegeben hat. Die ganzen Buden sehen immer noch gleich aus, die Animationen der Menschen, wenn sie aus Achterbahnen kommen, sind dieselben wie im ersten Teil - fast alles wurde unverändert belassen. Um Besucher baut man immer noch dieselben Pferdekarussels, Riesenräder, 3D-Kinos wie im ersten Teil. Dieselben Putzleute reinigen dieselben Fußwege vom genauso aussehenden Erbrochenen mit denselben Animationen wie im ersten Teil. Mechaniker reparieren die Attraktionen, Entertainer sorgen für Spaß an überfüllten Stellen und Sicherheitsleute sorgen dafür, dass Vandalismus erst gar nicht im Park vortritt.
Am meisten Spaß macht natürlich das Achterbahnbauen. Man kann entweder auf Knopfdruck echte Achterbahnen, die in den größten Parks stehen, in seinen Park setzen oder, was natürlich viel spannender ist, sie selber bauen. Realistische Geschwindigkeit, berechnete G-Kräfte und Diagramme über die Statistiken der Bahnen lassen so diese echt wirken.
Um wirklich gute und realistische Bahne zu bauen, braucht man schon ein bisschen Übung. Anfänger werden wohl die bereits vorgefertigten Bahnen von Chris Sawyer nehmen, aber selber bauen ist eigentlich das einzig wahre. Mit ein bisschen Übung weiß man auch, ob der Zug mit der richtigen Geschwindigkeit über die Schienen flitzt, oder ob man nicht doch noch vorher etwas hoch oder runter bauen sollte.
Damit auch Anfänger wissen, ob die Bahn gelungen ist, gibt es zusätzlich eine Art Bewertung durch den Nervenkitzel-, Intensitäts- und Übelkeitsfaktor. Je höher der erste, desto besser für jeden Besucher. Der Intensitätsfaktor sollte in der Regel 10 nicht überschreiten, ist er aber zu niedrig, gehen manche nicht mehr auf die Attraktion, das hängt vom Nervenkitzelwert ab. Der Übelkeitsfaktor hingegen sagt, wie die Besucher aus den Achterbahnen kommen, grün im Gesicht und langsam tapsend oder fröhlich zur Warteschlange rennend.
Kompliziert wird es dann bei langen, verknoteten Achterbahnen. Wenn der Zug da mal nicht die Steigung schafft, kann es oft sein, dass man noch mal ganz von neu bauen muss. Aber zum Glück kann man fertige und bereits getestete Bahnen abspeichern, so dass man die besten in jeden Park bauen kann.
Die 25 Szenarien sind im Gegensatz zum ersten Teil von vornherein freigeschaltet und in den Spalten Einsteiger-, Fortgeschrittene-, Experten- und Echte Parks geordnet, so dass Profis sich nicht mit dem Lösen von den einfachen Parks beschäftigen müssen. In diesen muss man meistens innerhalb ein paar Jahren einige tausend Besucher in dem Freizeitpark aller Freizeitparks locken. Später muss man dann horrende Schulden zurückzahlen, wobei aber der Park nie einen Wert unterschreiten darf. Solche kann man nur mit viel Erfahrungen und Planung schaffen. Oft gibt es auch hindernisse, z.B. gehen in einer Mission die Besucher nur in „harte“ Attraktionen, mindestens Intensitätsrate 9, wobei man auch noch 8,50 nehmen kann. Trotzdem gehen sie weiterhin in keine Attraktionen die einen höheren Intensitätsfaktor als 10 haben, was also ein exaktes Achterbahnbauen verlangt.
Dank Kooperation mit der wohl weltweit größten Freizeitparkkette Six Flags gibt es fünf bekannte Parks aus Amerika und Europa nachgebaut, sowie etwa 25 Attraktionen aus den Parks, wobei man diese leider nicht mehr verändern darf, was soweit geht, dass man noch nicht mal die Anzahl an Zügen ändern darf, aber immerhin die Farbe *g*. Die Parks darf man dann nach den eigenen Wünschen weiterbauen.
So, jetzt zur Grafik:
Sie war ja schon zu Beginn von RCT1 nicht mehr auf den neusten Stand, aber mittlerweile ist diese vollkommen veraltete Isometrische Sicht völlig veraltet. Auch eine höhere Auflösung (max. 1.280x1.024), wobei man dann auch viel zu weit weg ist vom Geschehen um noch richtig spielen zu können, es sei denn man hat einen 21 Zoll Monitor, und ein paar verbesserten Animationen der Züge und Wassereffekten, sowie „weiche“ Übergänge von zwei Landschaftstypen, bringen da kaum Pluspunkte.
Fazit:
Man kann es eigentlich nicht richtig sagen, ob der Nachfolger gut oder schlecht ist. Die, die den ersten Teil nicht haben, aber trotzdem auf solche Spiele stehen, die werden wohl mit RCT2 gut beraten sein. Auch die Hardcorezocker des ersten Teils werden wohl wieder fleißig mit RCT2 ihre Parks bauen. Aber die, die eigentlich schon genug hatten mit RCT1 und es jetzt nicht mehr spielen, sollten keine 50 Euro für den zweiten Teil ausgeben.
Aber es macht halt wieder süchtig, es ist ungemein motivierend, wenn sich hunderte von Besuchern in Scharen für die eigene Achterbahn stehen, wenn ein paar Tausend Leute klatschen, weil man das Levelziel geschafft hat.
Aber es gibt ja immer noch andere Wege um an ein Spiel heranzukommen.
Für mich war halt enttäuschend, dass es kaum neue Attraktionen gibt, gerade bei den aufregenden herrscht noch ein großer Nachholbedarf. Obwohl ich großer RCT-Fan bin, versuche ich objektiv zu bleiben und deshalb gibt es von mir eine 3, aber trotzdem nur ein beschränktes empfehlenswert (siehe oben). Das Spiel ist nicht schlecht, aber ich habe halt mehr davon erwartet.
Bewertung: 79%
Vorteile:
Macht süchtig
Freizeitparkatmospähre
Kooperation mit Six-Flags
Geringe Systemvorrausetzungen
Nachteile:
Veraltete Grafik
Kaum Verbesserungen
Schlechter Editor
Systemvorrausetzungen:
Betriebssystem: Windows 98/Me/2000/XP
Prozessor: Pentium II 300 MHz oder gleichwertig
Arbeitsspeicher: 64 MB RAM
Benötigter Speicherplatz: min. 100 MB
CD(DVD)-Rom-Laufwerk: 4x oder schneller
Grafik: 4MB Windows® 98/ME/2000/XP kompartible Grafikkarte
Sound: Windows® 98/ME/2000/XP kompartible Soundkarte
P.S.: Noch eine gute Nachricht, für alle, die gerne hoffen: Mitte des Jahres (Juni/Juli 2003) soll ein Add-On für RCT2 rauskommen. Da die für den ersten Teil schon nicht schlecht waren, kann es ja sein, dass es einige neue Attraktionen geben wird. Einige „Insider“ reden von Restaurants und verschiedene Größen des Riesenrads.
P.P.S.: Natürlich hab ich auch einen Bericht über RCT1 geschrieben, wenn ihr wollt:
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