Rotel-Tours, Tittling Testbericht

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Erfahrungsbericht von Jarco

interessante Urlaubsvariante mit Campingflair

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Das Konzept des rollenden Hotels ist nicht gerade alltäglich. Die Reise selbst soll deshalb hier nicht im Mittelpunkt stehen sondern es soll eher diese Art zu Reisen bewertet werden.

Es werden von der Firma Rotel sehr viele interessante Reisen angeboten. Da wir neugierig auf dieses Reisekonzept waren und einige Ziele uns sehr interessierten haben wir diese Art im Bus zu reisen und im Anhänger zu schlafen mal getestet. Dazu suchten wir uns eine recht kurze Reise (7 Tage Italien: Rom-Florenz-Pisa) aus.

Der Bus
Die Abfahrt war in München und führte am ersten Tag bis zum Gardasee. Obwohl die Fahrt recht lange dauerte wurde es nicht sonderlich langweilig. Der Reiseführer erzählte recht viele interessante Dinge über die Gegend durch die wir gerade fuhren.
Die Ausstattung der Sitzplätze im Bus ist etwas sparsam geraten. Jeder Sitzplatz verfügt über ein kleines Netz an der Sitzlehne des Vordermanns, zwei Haken, einem ca 15 cm tiefen Brett das als Tisch(ersatz) dient und mit dem Vordersitz fest verschraubt ist. Zusätzlich gibt es noch eine (klappbare) Armlehne und einen regelbaren Lüftungsauslaß (über dem Sitz).
Die Rückenlehne des Sitzes ist nicht verstellbar. Auf Dauer wird das bei der Fahrt schon etwas unangenehm. Vor allem Leute mit leicht läddierter Bandscheibe dürften nach einiger Zeit Probleme bekommen. Schlafen während der Fahrt ist nur umständlich möglich.
Mit Luxus wie Leselampen, Video, Toiletten o.ä. ist der Bus nicht ausgestattet. Sofern bei längeren Touren durch die Wüste (oder andere Gegenden ohne Autobahnraststätten) eine Raucherpause eingelegt wird, so hat es sich bei Rotel eingebürgert, daß die Männer ihr Geschäft in de Büschen vor dem Bus erledigen und die Damen dahinter.

Mit dem Anhänger in dem übernachtet wird, erreicht das Gespann eine Gesamtlänge von ca. 22 Metern.

Der Anhänger
Die Übernachtung findet im Anhänger statt. Dieser speziell für Rotel angefertigte Anhänger enthält in drei Ebenen übereinander die Schlafkojen für die Urlaubsgäste. Die Einzelkojen sind 60cm x 60cm x 190cm groß. Eine begrenzte Anzahl von Doppelkojen steht ebenfalls zur Verfügung. In jeder Koje stehen vier Metallhaken sowie ein kleines Netz und eine Lampe zur Verfügung. Das Licht der Lampe reicht zum Lesen noch aus.
Die einzelnen Kojen sind weder schall- noch wärmeisoliert. Wir hatten das Pech eine Koje an der oberen rechten Ecke des Wagens zu haben. Die entsprechende Außenwand war dementsprechend sehr kalt. Ein besonderes Problem bereitete das jedoch nicht, da das dazwischengelegte Deckbett sehr gut isolierte.

Das Bett und die Schlafqualität
Überraschenderweise gab es da wo wir es erwartet hatten die wenigsten Probleme. Das Bett, Kopfkissen und Deckbett haben sehr gute Qualität. Sie halten sehr warm. Wir haben immer gut geschlafen (in unserer Reisegruppe gab es netterweise auch nur leise Schnarcher).
Lediglich das immer recht zeitige Aufstehen (6 bis 7 Uhr) störte. Es ist aber verständlich, da sonst vom Tag kaum noch was übrigbleibt.

Die Verpflegung
Der Busfahrer, der gleichzeitig auch für die Verpflegung zuständig ist, kochte jeden Abend in der Küche die sich am Anhänger befindet. Es gab hauptsächlich Nudelgerichte mit Schwerpunkt auf Nudelsuppen in allen Varianten. Die entsprechenden Zutaten wurden aus München mitbegracht. Irgendwie war es schon ein wenig eintönig. Etwas mehr Abwechslung wäre nicht schlecht gewesen. Ich halte es auch nicht für so sehr sinnvoll den Busfahrer nach einem anstrengenden Tag noch zum kochen zu verdonnern.

Sanitäre Einrichtungen
Die Qualität der sanitären Einrichtungen hängt sehr stark von dem besuchten Campingplatz ab. Alle Touren enden abends auf einem Campingplatz auf dem der Schlafwagen aufgebaut wird.

Die Rotelianer
Es gibt eine spezielle Art von Menschen. Sie nennen sich Rotelianer und haben im Normalfall schon mehr als 5 Reisen mit dieser Firma gebucht. Dementsprechend alt sind diese Leute auch. Nach Auskunft unseres Reiseführers gibt es zwar in jeder Reisegruppe auch junge Teilnehmer, doch das Durchschnittsalter bewegt sich fast immer oberhalb von 50 Jahren. In einem Extremfall sei das Nesthäckchen der Reisegruppe 66 Jahre alt gewesen.
Rotel hat das Problem erkannt und bietet auch eine handvoll Jugendreisen an. Diese finden jedoch nur zu ganz bestimmten Terminen und nur zu ausgewählten Reisezielen statt.

Fazit
Auf der kurzen Tour waren recht viele Leute dabei die Rotel mal testen wollten. Die Urteile am Ende der Urlaubswoche reichten von 'gern wieder' über 'mal wieder aber nicht länger als 2 Wochen' bis hin zu 'niemals wieder' oder 'nur die Jugendreisen'. Rotel kann also auf keinen Fall Leuten empfohlen werden die Wert auf einen gewissen Standard legen. Auf den verschiedenen Zeltplätzen ist dieser einfach nicht zu garantieren. Der Vorteil dieser Art zu Reisen liegt jedoch darin, daß man auf preiswerte Art Stellen (z.B. in Ägypten) erreicht die für den normalen Hotelgast einfach nicht zugänglich sind.

Da diese Reiseart nicht für jeden geeignet ist, gibt es hier nur eine mittlere Bewertung.

25 Bewertungen, 7 Kommentare

  • ahaefner

    16.05.2002, 11:39 Uhr von ahaefner
    Bewertung: sehr hilfreich

    An einigen "Sargtours" hat ein guter Freund von mir schon teilgenommen. Für mich wär es nix... Liebe Grüße, Andreas

  • Gabri

    11.05.2002, 17:55 Uhr von Gabri
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hört sich gut an ! Auch schon Erfahrungen mit Riva-Tours sammeln können ?? Gruss Gabri

  • Rena50

    04.05.2002, 15:33 Uhr von Rena50
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich glaube, da bekäme ich Platzangst, obwohl ich einiges gewohnt bin. Gruß Rena

  • ClaudiaRetzmann

    03.05.2002, 18:44 Uhr von ClaudiaRetzmann
    Bewertung: sehr hilfreich

    grins ist zwar sehr interessant, käme für mich aber nicht in Frage, allein schon meine Busphobie macht dies zunichte;-)

  • blokk

    02.05.2002, 01:03 Uhr von blokk
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wäre nicht mein Fall, aber gut zu wissen.

  • tepungaatewaka

    01.05.2002, 22:53 Uhr von tepungaatewaka
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klingt mal nach etwas Anderem. Weis nciht, ob ich mich darauf einlassen würde und mir kommt es auch ein wenig so vor, als ob der Busfahrer enorm viel zu tun hat... Gruß von tepu

  • Dialya

    01.05.2002, 20:45 Uhr von Dialya
    Bewertung: sehr hilfreich

    Also, ich kann mir nicht vorstellen, dass man da gut schlafen kann. 60 x 60 x 190 ist mir viel zu wenig, da würde ich ja direkt Platzangst kriegen.