SAS Scandinavian Airlines Testbericht
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Erfahrungsbericht von jabberwocky666
SAS – Wenn Fliegen zum Horror wird
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
2.)Stuttgart – Kopenhagen SK666
3.)Kopenhagen – Peking SK995
4.)Peking – Kopenhagen SK996
5.)Kopenhagen – Stuttgart SK667
6.)Fazit
1.)Einleitung:
Wer meinen Bericht zu Gewinn24.de gelesen hat, weiß bereits, daß meine Freundin über diesen Service eine Reise für 2 Personen nach Peking gewonnen hatte. Also haben wir über Ostern die Koffer gepackt und uns erwartungsvoll gen China aufgemacht. Die An- und Abreise sollte per Linienflug mit SAS erfolgen, einer skandinavischen Fluggesellschaft. Leider reichte die Großzügigkeit unseres Sponsors nur für normale Plätze in der Economy-Class aus, was in uns in Anbetracht der Flugdauer doch etwas Unbehagen auslöste. Unsere schlimmsten Vorstellungen sollten jedoch nicht ausreichend sein....
2.)Stuttgart – Kopenhagen SK666
Flugnummer 666 – das konnte doch nur ein Erfolg werden! Frohgemut checkten wir am Flughafen Stuttgart an einem Lufthansa-Schalter ein. Im Rahmen der verschärften Sicherheitsbestimmungen mußten wir unsere Koffer öffnen und einzelne, auf dem Kontrollschirm verdächtige Objekte präsentieren. Wir ertrugen es mit Fassung, da diese Maßnahmen ja auch unser eigenen Sicherheit dienten. Am Counter erhielten wir dann unsere Platzkarten für den ersten Flug nebst der Information, daß man derzeit nicht auf den SAS-Computer zugreifen könne und wir uns daher in Kopenhagen um die Platzkarten für den Weiterflug selbst bemühen müßten. Auch dies war für uns kein Problem. Angenehm war, daß wir uns nicht mehr um unser Gepäck kümmern brauchten, da dies automatisch den Weg nach Peking finden sollte (was es dann auch einwandfrei tat).
Der Flug nach Kopenhagen verlief angenehm, das in einer Pappschachtel servierte Abendessen (Lachs) war lecker. Lediglich die sehr begrenzte Beinfreiheit in der kleinen und alt wirkenden Maschine beeinträchtigte das Flugvergnügen. Negativ anzumerken ist auch, daß die Stewardessen kein Deutsch sprachen, Englisch wurde jedoch verstanden. Für mich als Raucher war es auch recht unangenehm, daß es keine Raucherecke im Flugzeug gab – wie auf allen Flügen der SAS.
3.)Kopenhagen – Peking SK995
In Kopenhagen angekommen haben wir erst mal den Counter für die Weiterreise gesucht und dabei den großen und interessanten Airport bewundert. Bei SAS angekommen, mußten wir erst mal warten, da unsere Reservierungen offensichtlich nicht im Computer waren. Insgeheim hofften wir schon auf ein Upgrade in die Business-Class, doch leider platzte diese Seifenblase recht schnell. Statt dessen gab es zwei Plätze in der Mittelreihe des Airbus. Wir hatten eigentlich gehofft, die 9 Stunden Flugzeit größtenteils mit Schlafen zubringen zu können, um erholt am Zielort anzukommen, doch auf den Plätzen in der Mitte ist an Schlaf leider nicht zu denken.
Also genossen wir zuerst das gereichte Abendessen, zur Wahl stand „Chicken“ or „beef“, beides war von minderer Qualität und schmeckte hauptsächlich nach Paprika. Die Verpflegung war auf dem ganzen Flug eine Enttäuschung, positiv anzumerken ist lediglich die ausreichende Versorgung mit kostenlosen Getränken, zu denen auch Bier, Wein und Cognac gehörten.
Zur Unterhaltung hatte jeder im Sitz seines Vordermanns einen Monitor integriert, der verschiedene Unterhaltungsmöglichkeiten bot. Man konnte z.B. aktuelle Daten über den Stand der Reise abrufen (Flughöhe, Geschwindigkeit, Karte mit Kurs), oder durch eine Kamera geradeaus oder nach unten schauen (was natürlich bei Start und Landung sehr interessant ist). Weiterhin konnte man einen von 10 aktuellen Kinofilmen wählen und in Englisch anschauen, die zur Verfügung stehenden Filme waren mir jedoch komplett unbekannt. Weiterhin war es möglich, aus ca. 20 verschiedenen Musikprogrammen jeglicher Richtung zu wählen. Eine Palette gängiger Spiele (Schach, Mühle, Backgammon, 17+4, Solitaire, Mine-Sweeper u.ä.) rundeten das Angebot ab. Allerdings ist die Spielstärke des Computers selbst auf maximalem Level einfach nur lachhaft; der Schachcomputer hat im Expert-Modus z.B. immer mit dem zweiten Zug seine Dame vor meinen Läufer gestellt, was nicht wirklich sinnvoll ist (Für Nicht-Schachspieler: Das ist das dümmste, was man machen kann und spielentscheidend).
Ansonsten ist zu diesem Flug nicht viel zu sagen. Die Beinfreiheit war nur unwesentlich besser wie beim Kurzflug, die Sitze ließen sich lediglich 10 Zentimeter nach hinten bewegen, das Flugzeug selbst wirkte alt und die Inneneinrichtung wackelte manchmal bedenklich. Die Stewardessen waren jedoch freundlich und zuvorkommend. Trotzdem kamen wir in Peking mangels Schlaf alles andere als entspannt an und wußten genau, daß wir auf dem Rückflug zumindest einen Fensterplatz haben wollten.
4.)Peking – Kopenhagen SK996
Während unseres Aufenthaltes in Peking bekam meine Freundin eine Ohrenentzündung in Verbindung mit einer starken Grippe. Dies war für uns ein weiterer Grund, daß wir unbedingt einen Fensterplatz wollten (damit zumindest meine Freundin während des Fluges etwas Ruhe bekam). Da unser Rückflug für 12:45 Uhr avisiert war, fanden wir uns bereits kurz vor 10:00 Uhr am Flughafen in Peking ein. So sollte die Reservierung eines Fensterplatzes gewährleistet sein. Direkt nach der Öffnung des SAS-Counters checkten wir ein und baten den Mitarbeiter von SAS um besagten Fensterplatz. Leider bekamen wir (@jabberwocky666) jedoch die ernüchternde Auskunft, daß alle Fensterplätze bereits vergeben wären. Auch der Hinweis auf die offensichtliche Krankheit meiner Freundin brachte keine bessere Auskunft. Lediglich für unseren Weiterflug ab Kopenhagen konnte er uns einen Fensterplatz zusichern.
Zur Zeit des eigentlichen Abfluges waren sämtliche Plätze der mittleren Reihen besetzt, alle Fensterplätze jedoch noch frei. Wir hatten ausgerechnet die hinteren Plätze in Nachbarschaft zur häufig frequentierten Toilette erwischt, was wir noch verfluchen sollten, da sich jeder Toilettengänger während der Wartezeit auf ein freies WC an unserem Sitz festhalten mußte. Doch noch ahnten wir nichts von diesem drohenden Ungemach und spekulierten auf einen der freien Fensterplätze. Leider startete die Maschine jedoch nicht, der Grund für die Verzögerung wurde uns nicht mitgeteilt. Gegen 13:30 Uhr betrat eine große Reisegruppe aus Schweden das Flugzeug. Die Teilnehmer verteilten sich wahllos auf die freien Fensterplätze, die Reiseleiterin suchte sich ausgerechnet den Sitz in meiner Nachbarschaft aus.
Nachdem sich die Gruppe endlich gesetzt hatte, startete das Flugzeug mit fast einer Stunde Verspätung. Kaum war das Signal zum Abschnallen gekommen, kam jeder Einzelne der Reisegruppe (ca. 80 – 100 Menschen) zur Reiseleiterin in meiner Nachbarschaft, um sich sein Ticket abzuholen. Wir waren ständig von Menschen umringt und bekamen regelrechte Platznöte. Unsere deutschen Sitznachbarn beschwerten sich daraufhin bei der Reiseleiterin in Englisch, bekamen jedoch nur ein mitleidiges Lächeln zur Antwort. Nachdem die Tickets ausgegeben waren, erhofften wir uns etwas Ruhe, doch Fehlanzeige. Es wurde ein ungenießbares Essen serviert, das dann danach für über eine Stunde nicht abgeräumt wurde. Unsere Stimmung war alles andere als entspannt, der ausgefallene Unterhaltungs-Computer konnte auch nicht zur Hebung unserer Stimmung beitragen.
Nachdem das Essen dann endlich doch abgeräumt wurde, begann der Run auf das WC. Für weitere 30 Minuten waren wir von Menschen umringt, die ihren Bedürfnissen nachgehen wollten und uns dabei auch öfters mal den Hintern ins Gesicht drückten. Auch diese Plage ging vorüber, doch an Schlaf war noch immer nicht zu denken: Die bereits mehrfach verfluchte Reiseleiterin rief etwas auf schwedisch, worauf alle Teilnehmer nacheinander zu ihr kamen und sich einen Fragebogen abholten. Meine Nerven waren ziemlich am Ende, also versuchte ich, die Reiseleiterin dazu zu bewegen, daß sie ihre Aktivitäten auf die Zeit nach der Landung beschränken solle. Auch für mich gab es als Antwort ein mitleidiges Lächeln und eine abfällige Handbewegung. Als die Fragebogen nach einer weiteren halben Stunde wieder zurückgebracht wurden, betätigte unser Sitznachbar die Klingel für den Steward. Diesem schilderten wir unser Leid, was er mit einem „Take it easy“ beantwortete. Ich erklärte ihm dann in Ruhe, weshalb wir es nicht mehr „easy“ nehmen könnten, worauf er uns riet, uns doch bei der Reiseleiterin zu beschweren. Als wir von unseren vergeblichen Versuchen diesbezüglich berichteten, ernteten wir nur ein Schulterzucken und die Auskunft, daß er dann auch nichts machen könne. Nach Ende der Fragebogenaktion kehrte dann tatsächlich ein wenig Ruhe ein, die bis eine Stunde vor Abflug anhielt – dann mußten sich die Teilnehmer der Reisegruppe voneinander verabschieden.....
Dieser Flug war der schlimmste, den ich je erleben mußte.
5.)Kopenhagen – Stuttgart SK667
Nach drei Stunden Aufenthalt in Kopenhagen freuten wir uns auf unseren Fensterplatz für die letzten 1 ½ Stunden Flug. Als wir unsere Sitze jedoch gefunden hatten, stand uns ein erneuter Schock bevor: Die Plätze waren unmittelbar neben den Turbinen und mit einer entsprechenden Geräuschbelästigung verbunden, die vor allem für die Ohrenschmerzen meiner Freundin nicht zumutbar war. Allerdings schien das kein Problem zu sein, da das Flugzeug weitgehend leer war und es zahlreiche freie Plätze weiter vorne gab. Also baten wir die Stewardess, ob wir uns 6 Reihen weiter vor setzen könnten. Zu unserem Erstaunen wurde dies von ihr verneint, da das mit der Balance des Flugzeugs nicht verträglich wäre. Da ich keinerlei Lust auf irgendwelche Diskussionen diesbezüglich hatte, habe ich einfach meine Freundin geschnappt und habe durch meinen Platzwechsel die Flugsicherheit sicherlich stark beeinträchtigt. Zumindest hat die Stewardess recht empört geschaut, sich jedoch nach einem kurzen Blick in mein Gesicht eines weiteren Kommentares enthalten.
6.)Fazit
Die SAS mag billig sein und die kürzere Route fliegen (wie mir ein anderer Passagier sagte), doch die Ersparnis beim Preis muß man mit schlechtem Service, wenig Beinfreiheit (zumindest in der Economy-Class) und schlechtem Essen bezahlen. Der Flug ist in keinster Weise entspannend und eine einzige Tortur. Vom Unterhaltungs-Computer abgesehen konnte ich zwischen diesem Linienflug und einem Charterflug keine großartigen Unterschiede entdecken. Aber eines weiß ich sicher: Wenn ich zukünftig die SAS vermeiden kann, dann werde ich es tun.
Carpe Noctem, Euer Jabber
35 Bewertungen, 5 Kommentare
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25.04.2002, 16:01 Uhr von ChrischMue
Bewertung: sehr hilfreichAlso ich bin mit meinem Flug mit SAS mehr als zufrieden gewesen! Der Sitzabstand war super und das essen war klasse! Werd auch bald noch nen Bericht drüber schreiben! Gruß Christian! http://www.ham-spot.de.vu/
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23.04.2002, 01:25 Uhr von DERWUNDERBARE
Bewertung: sehr hilfreichOh je, es gibt nix schlimmeres als einen langen Flug in einer umbequemen Sitzposition mit schlechtem Unterhaltungsprogramm! Da bin ich froh, daß ich mit American Airlines auf meinem Flug nach Orlando (11 Stunden) recht gut dran war!
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14.04.2002, 23:03 Uhr von belledejour
Bewertung: sehr hilfreichhi,jabber,den Bericht kenne ich schon von ciao,viele grüße only
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09.04.2002, 23:58 Uhr von LoMei
Bewertung: sehr hilfreichAbgesehen von den Begleiumständen würde ich so eine Reise auch gerne gewinnen. Gruß, LoMei.
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09.04.2002, 15:41 Uhr von Alusru
Bewertung: sehr hilfreichDa kann man nur noch eines sagen ein Horrortrip, finde ich eine echte Sauerei, diese Fluglinie werde ich nieeeee benutzen, lieben Gruß uschi.
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