Sega Virtua Fighter 4 (PS2 Spiel) Testbericht

Sega-virtua-fighter-4-ps2-spiel
ab 37,43
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5 Sterne
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Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  sehr gut
  • Sound:  gut
  • Bedienung:  sehr einfach
  • Wird langweilig:  nie
  • Suchtfaktor:  hoch
  • Spielanleitung:  gut

Erfahrungsbericht von denjuandemarco

Caramba, Caracho, olé!!

4
  • Grafik:  gut
  • Sound:  gut
  • Bedienung:  sehr einfach
  • Wird langweilig:  nach wenigen Monaten
  • Suchtfaktor:  hoch
  • Spielanleitung:  durchschnittlich
  • Altersbeschränkung:  ab 12 Jahren
  • Schwierigkeitsgrad:  Fortgeschrittene

Pro:

Phasenweise rattenscharfe Grafik, erstaunliche Spieltiefe, teils krachender Sound, nette Sprachausgabe, Langzeitmotivation für den echten Prügelfreak

Kontra:

Leider auch mit grafischen Schwächen, null Handlung, keine individuellen Abspänne, hoher Preis (außer bei eBay)

Empfehlung:

Ja

Okidoki, nun habe ich aber die Faxen dicke. Genug geschwafelt, genug gejammert, genug gewartet und gewartet, genug nächtelang bitterlich geweint über das Nichtvorhandensein brauchbarer Rollenspiele. Nenee, das ist jetzt aus und vorbei, nun ist Schluß mit lustig. Ab sofort schalte ich meinen Geist vollständig aus und demnach schnell ab mit mir ins Getümmel und zwar ins Land der Prügelspiele. Nix wie los und hinein in die Glückseligkeit, nämlich ins Reich der Beat’em-Ups. Yippieyayeah.

Version

Virtua Fighter 4 erschien hierzulande als lupenreine deutsche PAL-Version, so ist’s fein.
Wie die ganz hellen Köpfchen unter Euch möglicherweise schon gemerkt haben, riecht es förmlich beim Namen „Virtua Fighter 4“ danach, als hätte es in der Vergangenheit doch tatsächlich Vorgänger gegeben. Vorbild der gesamten Klöpper-Reihe waren die guten alten Automaten, zu jener Zeit, in welcher der einst knackig-junge Denny seine ganze Knete in den Spielhallen verzockte. Sowohl auf SEGAs Saturn (Virtua Fighter 1 und 2, Virtua Fighter Kids), der Dreamcast-Konsole (Virtua Fighter 3), dem PC als auch der Playstation gab es Versionen von Virtua Fighter in Hülle und Fülle mehr oder weniger zu bestaunen. Des weiteren existiert neben dieser Variante auch noch „Virtua Fighter 4 Evolution“ für die Playstation 2 und „Virtua Fighter Cyber Generation“ für Nintendos Gamecube nebst „Virtua Fighter X“ für Microsofts X-Box. Das Videospiel „Virtua Fighter 4“ erschien allerdings einzig und allein für Sonys Playstation 2, klaro?? Okay, setzen. Mir ist auch schon ganz schwindlig geworden.

Preis

Ich habe dieses Game damals im Sommer 2002 geschenkt bekommen, gelöhnt habe ich also nada. So gehört sich das. Was es jetzt (nur noch) kostet?? Schaun mer mal. Bevor ich Euch gleich wieder von ebay vorschwärme, schraddel ich doch gleich einmal brav bei der Konkurrenz vorbei, so z.B. bei amazon.de... und!? Oha, nur noch ein einziges Exemplar ist dort vorrätig und 59.99€ soll der Spaß kosten. Da kommt Ihr ja mittlerweile sogar im Handel billiger bei weg, schätze ich. Und tschüss.
Bei bol.de sieht es auch nicht besser aus, ebenfalls 59.99€ müsst Ihr dort berappen. Da lächel ich einfach mal ganz müde und sage Euch, was Ihr derzeit für ein neues oder zumindest neuwertiges Spiel bei ebay löhnen müsst: inklusive Versand 25 bis maximal 30€. Noch Fragen?? So oder so, extrem billig werdet Ihr Virtua Fighter im Jahr 2004 wohl so schnell nicht erblicken.
[ Preis = 4 / 10 ]

Genre

Wie eingangs schon zart angedeutet, handelt es sich bei Virtua Fighter 4 nicht unbedingt um ein Spiel, welches nur Nobelpreisträger begreifen und demzufolge in diesem erfolgreich sein könnten. Nein, nein, weit gefehlt, selbst Ihr habt dort eine Chance zu bestehen:-)) Richtig geraten, bei diesem Prügelspiel wird getreten, geschlagen und sich in den Staub geworfen, bis auch die allerletzte Gehirnzelle das Zeitliche gesegnet hat. Ein typisches Beat’em-Up also, kein Zweifel.

Handlung

Tja, diese ist natürlich außerordentlich komplex, sehr vielschichtig und lässt uns nachts kaum ruhig schlafen, soviel Tiefgang ist dort vorhanden. Hüstel.
Okay, es ist in Virtua Fighter 4 praktisch keine vorhanden. Macht aber auch nix.
In diesem Punkt unterscheidet sich die Virtua-Fighter-Reihe wie gewohnt von den anderen Prügelspielen. Es wird nämlich null Wert auf eine Story gelegt, sondern sich allein auf die Spielbarkeit („Gameplay“) konzentriert. Diese legt Wert auf Realismus, wobei der Glücksfaktor deutlich weniger eine Rolle spielen soll, hingegen steht der Erfolg durch dosierte, wohlüberlegte Kampfhandlungen im Vordergrund. Dazu später mehr. Eine Geschichte wird Euch somit nicht präsentiert, auch nicht zu Beginn des Spiels in einem etwaigen Vorspann. Dieser besteht lediglich aus einzelnen Kampfszenen und das war’s dann auch schon. Der Schwerpunkt von Virtua Fighter 4 liegt hier jedenfalls nicht.
[ Handlung = 2 / 10 ]

Spielverlauf bzw. Spielmodi

Was die Anzahl der anwählbaren Charaktere angeht, so dürft Ihr zwischen 13 (plus 1 geheimen Charakter) verschiedenen Helden wählen, was sich verglichen mit Konkurrenztiteln nicht als besonders viel erweist. Aber auch dies macht meiner Ansicht nach wenig, denn erst nach vielen Stunden, Tagen und sogar Wochen solltet Ihr zwei bis drei Figuren richtig gut bzw. nahezu perfekt beherrschen können. Und genau an solche Perfektionisten wendet sich Virtua Fighter 4, genau diese wackeren Kämpfer stellen die Zielgruppe dar. „Schönwetterdaddler“, die sich eben nur mal so zwischendurch für ein, zwei Stündchen verdreschen lassen wollen, sind zwar auch nicht fehl am Platz, aber ihnen entgeht i.d.R. die gewaltige Spieltiefe, welche in der Tat vorhanden ist. Aber okay, ein kleiner Minuspunkt ist die etwas geringe Anzahl an Charakteren schon. Selbstverständlich unterscheiden sich die Protagonisten nicht nur in ihrem Aussehen, sondern auch in der Art und Weise des Kämpfens. Dies im Einzelnen zu erläutern, würde Euch (und mich) sicherlich ermüden; es ist allerdings ganz bestimmt für jeden Prügelfan von Euch die passende Figur dabei. Das Geklöppe findet übrigens statt auf insgesamt 15 verschiedenen Schauplätzen, das ist völlig okay.
Wie üblich stehen Euch mehrere Spielmodi zur Verfügung, wobei neben dem üblichen Trainingsmodus (welcher hier auch wirklich von Bedeutung ist) und dem gewohnten Mehrspielermodus auch der Arcade-Modus erneut vertreten ist. In diesem Solo-Abenteuer (ohne Story allerdings) enttäuschte mich allerdings das Fehlen von Zwischensequenzen. Keine netten Filmchen zwischendurch und kein individueller Abspann, der auf den jeweiligen Kämpfer bzw. die Kämpferin zugeschnitten ist. Das war mir dann doch etwas zu spartanisch und führte somit auch zu einer kleinen Abwertung.
Nett ist allerdings so eine Art Survival-Modus, der sich hier „Kumite“ nennt. Vorher könnt Ihr Eure eigenen Profile schaffen und seid im Falle einer schmerzlichen Niederlage noch nicht sofort aus dem Rennen (wie ansonsten bei Survival-Modi ja üblich). Stattdessen gibt es Statistiken satt, doch viel Schweiß wird vergossen sein, bis Ihr Eurem Lieblingsrecken endlich den erspielten Bonusgegenstand anziehen könnt. Ja, Ihr habt richtig gelesen, Ihr zieht die Helden an, nicht etwas umgekehrt. Tss, tss, also sowas :-))
[ Spielverlauf und Spielmodi = 6.5 / 10 ]

Steuerung und Kamera

Die Steuerung gestaltet sich überraschend leicht, selbst Einsteigern dürfte sie schon nach kurzer Zeit zusagen. Das ändert natürlich nichts an dem (später) doch stark ansteigenden Schwierigkeitsgrad, was allerdings eindeutig an der Intelligenz der Computergegner liegt und nicht an womöglichen Problemen mit der Steuerung. Diese ist in der Tat schnell durchschaut, der schon erwähnte Trainingsmodus (mit deutschen Texten!) hilft Euch zudem dabei. Jeder Taste ist eine Schlag-, Tritt- oder Blocktechnik zugewiesen, der Clou liegt natürlich im Detail bzw. im guten Timing. Unzählige beeindruckende Kombinationen werdet Ihr im weiteren Verlauf von Virtua Fighter 4 erblicken dürfen, so hoffe ich jedenfalls. Die Kamera ist ebenfalls trotz der sehr hohen Geschwindigkeit, mit welcher die Kämpfe vonstatten gehen, immer voll auf der Höhe, ich fand zumindest nix zu meckern.
[ Steuerung und Kamera = 9.5 / 10 ]

Grafik

Ohne Zweifel ist die Grafik zunächst ein echter Hingucker von Virtua Fighter 4, was bei einem Beat’em-Up ja auch von extremer Wichtigkeit ist. Da kommt selbst so ein emotionsloser, abgebrühter Hund wie meine Wenigkeit fast ins Schwärmen. Hier wird phasenweise ein so hoher Grad an Realismus erreicht, dass ich zuweilen fast das Gefühl hatte, ich wäre richtig „mittendrin statt nur dabei“. Fehlt eigentlich nur noch das Verspüren von Schmerzen bzw. der Freude und Lust beim Zufügen derselben. Oh, das hab’ ich jetzt natürlich nicht gesagt. Pfeiff.
Von der grafischen Darstellung gehört dieser Prügler meines Erachtens genreübergreifend bislang zu den TOP10 der Playstation2-Geschichte. Da lege ich mich jetzt einfach einmal drauf fest. So. Dabei beziehe ich mich aber besonders auf das Aussehen der Kämpfer und der gesamten Animationen. Die Haare wehen dermaßen im Wind, die Muskel zucken, das Röckchen... ähm... jedenfalls sieht alles wunderprächtig aus:-))
Demgegenüber fallen die Kampfarenen leider etwas ab, daher relativiert sich der Gesamteindruck zumindest ein bisschen. Es hat fast den Anschein, als hätten die Entwickler die gesamte Energie in die Kämpfer gesteckt und nicht mehr so wahnsinnig viel Ressourcen für die Gestaltung der Umgebung übrig gehabt. Dies äußert sich in temporärem Flimmern, groben Texturen und oft detailarmen Komplexen im Hintergrund. Doch versteht mich nicht falsch, die Arenen sind im Großen und Ganzen noch nett anzuschauen, sie fallen nur im Vergleich zu den Kämpfern ab. Schöne Effekte im Sand, Wasser oder Schnee sind nichtsdestotrotz manchmal zu bestaunen, ganz verhungern werdet Ihr in dieser Hinsicht also auch nicht. Es wäre allerdings schön, wenn Euer Fernseher des 60Hz-Modus mächtig wäre, denn ansonsten dürft Ihr im (lediglich) 50-Hz-Modus schwarze PAL-Balken „bestaunen“ und müsst einen leichten Geschwindigkeitsverlust hinnehmen. Ich habe beide Modi an meinem Fernseher laufen lassen, der Unterschied ist nicht zu übersehen. Irgendwann bekommen die Videospielhersteller die Anpassung an die europäische PAL-Norm noch gebacken. Irgendwann.
[ Grafik = 8.5 / 10 ]

Musik und Soundeffekte

Angenehm, dass die zarten Begleitmelodien und insbesondere die krachenden Soundeffekte da locker mithalten können. Die Sprachausgabe unserer wackeren Helden ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern und verstärkt die gesamte Kampfatmosphäre durchaus positiv. Klar ist, dass Ihr die Begleitkommentare Eurer Figur irgendwann in- und auswendig könnt, aber dann wagt Ihr Euch eben an einen neuen Charakter. Spektakuläres wird bei den Schlaggeräuschen geboten, daran konnte ich mich zu Beginn gar nicht satthören. Mjam.
[ Musik und Soundeffekte = 8 / 10 ]

Urteil

Alles in allem ist Virtua Fighter ein Beat’em-Up der Oberklasse. Eine phasenweise unglaublich schöne Grafik, welche das hohe Niveau leider nicht durchweg (insbesondere bei den Landschaften) halten kann. Dazu gesellt sich ein knackiger Sound, wobei sich die krachenden Schlaggeräusche hervortun. Die Steuerung ist gut durchdacht und eigentlich simpel; um allerdings alle Finessen drauf zu haben, braucht Ihr „ewig“. Und so soll’s ja schließlich auch sein.
Eine hervorragende Spielbarkeit ist jedenfalls gewährleistet, die Spieltiefe zumindest für ein Prügelspiel mehr als beachtlich. Die Kamera ist ebenfalls voll auf der Höhe und von der Anzahl her sind insgesamt 14 Charaktere und 15 Kampfschauplätze noch im „Grünen Bereich“, auch hier gibt es also nix zu meckern. Der Preis im Handel und bei den meisten Anbietern im Internet ist unverschämt, da hilft Euch einzig und allein eBay weiter, sonst niemand.
Eine Geschichte ist leider überhaupt nicht vorhanden, so sieht’s aus. Grafische Patzer wie ein phasenweise auftretendes Flimmern, detailarme Texturen und unschöne schwarze PAL-Balken im 50-Hz-Modus vermiesen leider den ursprünglich tollen Eindruck von der Präsentation. Die vorhandenen Spielmodi sorgen hingegen auch im Solo-Modus für eine erfreulich hohe Langzeitmotivation; solltet Ihr es tatsächlich darauf anlegen, eine Spielfigur möglichst perfekt zu beherrschen, wird viel Zeit vergehen. Ganz wichtig ist, dass Virtua Fighter 4 ein Beat’em-Up darstellt, welches eine Kampfsimulation darstellen soll; wildes Drauflosorgeln auf dem Joypad bringt Euch hier meistens nicht weiter. Letzteres ist eher bei anderen Prügelspielen der Fall, welche wiederum deutlich mehr Wert auf zumindest eine kleine Geschichte und eingespielte Filme als Zwischensequenzen sowie individuelle Abspänne legen.
Den Prügelfans unter Euch rate ich unbedingt zu einem ausgedehnten Probespielen; entscheidet Euch wirklich erst danach zum jeweiligen Kauf von entweder Dead Or Alive 2, Tekken 4 oder eben Virtua Fighter 4 beziehungsweise wenn Ihr mich fragt: kauft sie Euch alle:-))
[ Urteil = 7.5 / 10 ]

22 Bewertungen