Sa Calobra Testbericht

Sa-calobra
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Erfahrungsbericht von cybersyssy

Cybersyssy auf Mallorca Teil 7

Pro:

Gigantische Landschaft, Aussicht auf dem Weg nach Sa Calobra

Kontra:

Haarnadelkurven? viele Touris

Empfehlung:

Ja

Hallo ihr Lieben!

Am 23.04.04 frühstückten wir im Kloster Lluc auf dem Zimmer und tranken vor der Abreise noch einen Kaffee im Cafe links neben dem Eingang.
Nun ging es nach Sa Calobra - zum Torrent de Pareis.


*** ALLGEMEINES ***

Die Cala de Sa Calobra mit dem Torrent de Pareis ist die einzige mit dem Auto erreichbare Bucht der Nordwestküste.
Man kann die Bucht auch mit dem Boot erreichen, wenn man die 15 km Haarnadel-Serpentinen mit ihren fast 900 m Höhenunterschied und den „Krawattenknoten“ scheut, die aber auch ein besonderes Erlebnis sind *ganzbreitgrins*.
Ja, der „Krawattenknoten“ ist eine Erwähnung wert. . Der \"Krawattenknoten\", ein Straßenstück, welches um 300 Grad unter sich selbst hindurchführt.
Dann kommt ein Engpass, der die Straße zwischen steil aufragenden Felswänden hindurch leitet.
Wenn man dann aber endlich unten angekommen ist, trifft man auf einen gebührenpflichtigen Parkplatz, von dem aus man zum „berüchtigten“ Torrent de Pareis bummeln kann. Der Fußweg ist von den üblichen Touristen-Lokalitäten und Andenkenläden gesäumt.
Der Weg führt weiter durch 2 durch den Fels gehauenen Gänge, die je nach Wetterlage ziemlich glitschig sein können.
Nun öffnet sich vor dem Auge des Betrachters das Flussbett mit seinem Kiesstrand, welches zwischen den Felsen in das Meer mündet.
Der Torrent de Pareis ist ein durch Auswaschungen entstandener Wildwasser-Canyon und die meiste Zeit ausgetrocknet. So kann man ein Stück gegen die Flussrichtung in die Schlucht schlendern. Riesige Felsen steigen teilweise senkrecht gen Himmel. Unerreichbare Höhlen sind im Gestein zu sehen.
Die gesamte Schlucht ist nur in Flussrichtung zu durchqueren, aber man muss schon eine gewisse Fitness und vor allem Kletterfähigkeit vorweisen - teilweise muss man sich sogar abseilen. So ist diese Tour nur etwas für leichte Extrem-Sportler, die auch Klettererfahrung vorweisen können.
Die Schlucht ist 3 Kilometer lang, bis zu 300 m tief und an den engsten Stellen nur ein paar Meter breit.
Um den Touristenbussen auf der Straße weitestgehend zu entgehen, sollte man die Fahrt nach Sa Calobra entweder vor 10 Uhr oder nach 16 Uhr antreten. Allerdings ist der Schattenwurf im Torrent de Pareis nachmittags zum Fotografieren sehr ungünstig.


*** EIGENE ERLEBNISSE ***

Also der Hinweis, dass die Straßen nur von geübten Fahrern befahren werden sollte, ließ mich mal wieder schmunzeln. Wer Cap Formentor überlebt hat, kann jede andere Straße auf Mallorca locker bewältigen.
Was die Sache allerdings spannend machte, waren die tiefhängenden Wolken. Ich konzentrierte mich auf den Mittelstreifen und bemerkte erst mittendrin, dass wir schon den Krawattenknoten erreicht hatten. Wir konnten ihn erst bei der Rückfahrt bestaunen.
Der Engpass zwischen den Felsen war allerdings schon spannender. Man sieht nicht, was einem entgegen kommt und es passt nur ein Fahrzeug durch.
Nun drehten wir eine Haarnadelkurve nach der anderen und waren nach ca. 45 Minuten endlich unten.
Da wir ja außerhalb der Hauptsaison dort waren, war der gebührenpflichtige Parkplatz geschlossen und wir stellten uns auf einen Parkplatz der Einheimischen.
Von dort schlenderten wir los.
Die beiden in den Fels gehauenen Gänge tropften nur so von Gewitter am Abend vorher und der Weg war ziemlich glitschig. Doch wir erreichten heil die große Bucht. Es ist ein fantastischer Blick zwischen den Felswänden auf das Meer, welches sehr aufgewühlt war.
Unsere Idee, ein bisschen in den Canyon zu spazieren, wurde leider vom Regen sabotiert. So machten wir uns wieder auf den Weg zum Auto.
In einem der Touri-Lokale aßen wir eine Kleinigkeit und machten uns dann auf den Weg nach Valldemossa.
Super Idee!!! *ironie* Denn jetzt schwärmten die Touri-Busse den Berg hinab. In den Haarnadelkurven macht es sich echt schlecht, wenn man einen Bus trifft. Doch da der Berg mittlerweile nicht mehr wolkenverhangen war, schauten wir immer wieder hoch, um die Busse frühzeitig zu sehen. Deswegen legten wir auch viele Stopps auf der Fahrt ein, weil ich den Bussen gern die Vorfahrt gewährte. Dank der Aussicht, die wir in den Wartezeiten genießen konnten, war es okay.
Dann kam wieder dieses Stück zwischen den Felsen *schluck*. Die von oben kommenden Fahrzeuge haben hier Vorfahrt und ich betete inständig, dass wir nicht Auge-in-Auge mit einem Bus dort stehen würden, denn dann hätte ich rückwärts fahren müssen. Doch wir hatten Glück, wir kamen glatt durch *aufatme*.
Nun konnten wir uns auch den Krawattenknoten mal in Ruhe ansehen. Es ist wirklich ein Erlebnis eine 300 Grad Kurve über den eigenen Straße zu fahren.
Ach ja, obwohl die Straßenführung beim „Übereinanderfahren“ nicht sehr hoch ist, fand ich es doch ein wenig grausig, dass nur Leitplanken dort am Rand stehen.
Aber wir hatten ja alles gut überstanden.


*** FAZIT ***

Auch wenn wir durch den Regen nicht in den Canyon hinein gegangen sind, war es ein fantastisches Erlebnis.
Und da ja Nebensaison war, hielten sich die Touris und die Busse in Grenzen.
Von mir erhält Sa Calobra mit dem Torrent de Pareis 5 Sterne und eine Empfehlung!
Auf jeden Fall sollte man zuerst Cap Formentor gefahren sein, denn dann ist alles andere halb so wild *lach*.


Vielen Dank für’s Lesen, Bewerten und Kommentieren.


Liebe Grüße
Elena mit dem Mini-Zoo

29 Bewertungen, 1 Kommentar

  • modschegibbchen

    07.03.2005, 16:40 Uhr von modschegibbchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    du schreibst hier deinen eigenen mallorca-reiseführer... sehr schön. werde mir die anderen berichte so nach und nach auch noch zu gemüte führen. lg heike