Scheidung Testbericht

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Erfahrungsbericht von tina65

Wie eine halbe Ewigkeit!

Pro:

Man lebt nur einmal

Kontra:

Ziemlich schlimm für die Kinder

Empfehlung:

Ja

Für den der verlassen wird ist es am schimmsten!

Ich habe mich nach 18 Jahren Ehe scheiden lassen! Als ich damals heiratete hätte ich alles, nur niemals an Scheidung gedacht. Niemals! Ich dachte ich heirate die Liebe meines Lebens. Und so war es wohl auch viele Jahre lang. Ich konnte mir niemand anderen an meiner Seite vorstellen. Niemanden, dem ich so blind vertrauen konnte. Und mein Vertrauen wurde auch nie mißbraucht. Mein Mann mochte alles mögliche gewesen sein, aber er hat mich nie betrogen. Für ihn war es genauso die Liebe für die er sterben würde, wie damals für mich.

Es ging viele Jahre gut mit uns, unsere Beziehung stimmte, wir wurden beneidet von vielen unserer Freunde, die sich oft genug schon getrennt hatten. Ich hatte immer nur ein müdes Lächeln für sie übrig. Denn mir konnte so was nicht passieren, ich würde mich nicht trennen. wir hielten zusammen, wie Pech und Schwefel. Unsere Liebe war es, die uns zusammen hielt, nicht nur sexuell, sondern in jeder Art und Weise. 6 Jahre nach unserer Hochzeit kam unser Sohn zur Welt. Am Anfang lief alles noch harmonisch ab, bis das Kind mich voll und ganz in Anspruch nahm. Mein Mann konnte das nicht verstehen, er war nun nicht mehr Mittelpunkt in meinem Leben. Es tat sich sowas wie Eifersucht auf. Und es passierten einige unschöne Szenen. Zum ersten Mal spürte ich Hass auf ihn. Er lachte, wenn sich unser Sohn weh tat, rein aus Gehässigkeit!

1990 hatten wir einen üblen Streit. Es ging nicht um unseren Sohn, sondern um ganz banale Dinge. Ich schmiss ihn raus. 3 Monate lebte er bei seinen Eltern, und wir sind wieder zusammen gekommen. Uns konnte ja nichts trennen. Unsere Liebe war zu stark. Er war meine erste und einzige Liebe, dachte ich. Ich konnte mir auch nicht vorstellen jemand anderen zu lieben. Auch war nichts an unserem Alltag zur Gewohnheit geworden. Als wir uns wieder vertragen hatten, verlebten wir wieder eine schöne Zeit. Es kam mir vor wie ein Neuanfang. Und dieser dauerte auch einige Jahre an.

Kann Liebe vergehen? Gibt es sowas wie undendliche Liebe? Ich weiß es einfach nicht! Ich hoffe es so sehr. 2001 trennte ich mich von meinem Mann. Es war eigentlich nur ein dummer Zufall. Die letzten 2 oder 3 Jahre vor unserer Trennung lief alles nicht mehr so gut wie früher. Nein, wir stritten uns fast nie. So was kannte ich nicht. Aber wir gingen uns mehr oder weniger aus dem Weg. Jeder lebte sein eigenes Leben innerhalb einer aus Schein aufgebauten Welt. Unsere Freunde hätten nie vermutet, dass wir auseinander gingen. Im Mai 2001 machte ich mit einigen Freundinnen einen Kurzurlaub. Nicht etwa, wie viele andere, um mich mit Männern zu amüsieren, nein, ich war immer treu gewesen. Wir wollten einfach Spass haben. Eine meiner Freundinnen, die auch sehr lange verheiratet war, fragte mich am ersten Abend des Urlaubs, ob ich meinen Mann denn noch liebe? Und ich mußte überlegen, und überlegen und schließlich merkte ich, dass ich meinen Mann noch nicht mal mehr gerne hatte. Das er nicht mehr mein Freund war, den ich mal geheiratet hatte. Jegliche Sympathie war weg. Mir wurde es erst in diesen paar Tagen klar, dass ich nichts mehr für ihn empfand.

Wir kamen Sonntags zurück aus dem Urlaub. Mein Mann saß wie so oft in seinem Eisenbahnkeller und ich ging zu ihm runter und sagte ihm ganz klar, dass ich mich ab sofort von ihm trennen würde und dass einer von uns ausziehen müßte. Er verstand die Welt nicht mehr, fing an zu weinen und sagte, dass er mich doch noch lieben würde. Und ich hatte kein Mitleid, in mir war alles wie abgestorben. Einige Monate später war ich es, die dann auszog. Aber am schlimmsten traf es natürlich meinen Sohn. Er hatte nie so ein gutes Verhältnis zu seinem Vater, aber dass ich auszog war sehr schlimm für ihn. Mein Mann hatte sich nie um ihn gekümmert, auch heute noch nicht. Er war kein Vater. Er ist nie mit seinem Sohn unterwegs gewesen, ins Kino oder Kirmes, nichts dergleichen. Sein Sohn war ihm damals wie heute egal!

Nun bin ich geschieden! Bin seit 2 1/2 Jahren nicht mehr mit ihm zusammen. Er leidet an Depressionen. Heute noch! Er hätte es nicht für möglich gehalten, dass ich endgültig Schluß mache. Und er tut mir immer noch nicht leid. Alleine für sein Dessintresse seinem Sohn gegenüber, hat er mein Mitleid nicht verdient. Ich konnte es einfach nicht mehr mit ihm aushalten und meine Freundin hat mir nur die Augen geöffnet. Er war ein reiner Egoist. Die Lieb meines Lebens war zerstört. Und doch weiß ich nun, dass man auch noch jedmand anderen lieben kann. Am 13. November diesen Jahres habe ich wieder geheiratet. Jemanden, der so ganz anders ist als mein damaliger Mann. Jemanden, der sich auch um meinen Sohn kümmert, obwohl er ja nicht von ihm ist. Mein Sohn hat sich jetzt damit abgefunden, dass ich nicht mehr zu seinem Vater zurückkehren werde. Er war auch auf meiner Hochzeit dabei. Nun, er ist ja jetzt schon 15 Jahre alt.

Ich möchte noch erwähnen, dass das Leben viel zu kurz ist, als das man es verschwendet. Wenn man merkt, man liebt seinen Partner nicht mehr, dann sollte man sich trennen. Oder will jemand freiwillig für den Rest seines Lebens unglücklich bleiben?? Es ist so schön, sich wieder neu zu verlieben. Und auch für mein Kind ist es besser so. Er merkt jetzt erst mal richtig, wie glücklich ich auch sein kann, und das kann doch für ihn auch nicht schlecht sein, oder?

33 Bewertungen, 2 Kommentare

  • schnekuesschen

    10.04.2006, 14:23 Uhr von schnekuesschen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein klasse Bericht....LG Sandy :-)))

  • redwomen

    27.11.2005, 00:30 Uhr von redwomen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe GOTT SEI DANK sehr, sehr lange mit meiner Hochzeit gewartet, und hoffe auch mit diesem Mann alt zu werden.