Scheidung Testbericht

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Erfahrungsbericht von willibald-1

Väter, die nicht zahlen wollen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Davon gibt es wohl auch in Deutschland mehr, als man im allgemeinen vermuten würde: Väter, die den Unterhalt für ihre Kinder einfach nicht zahlen wollen.

Sich erfolgreich um die Unterhaltszahlungen drücken - das funktioniert tatsächlich. Wie? Nun, \"ganz einfach\":

Ein Vater (es kann auch schon mal gelegentlich die Mutter treffen, das sei nur hier erwähnt), der von seiner Familie, seinen Kindern getrennt lebt, ist normalerweise zu Unterhaltszahlungen verpflichtet. Entweder hat er eine entsprechende Verpflichtung beim Jugendamt unterschrieben, oder er wurde per Gerichtsurteil verpflichtet. Rechtlich hat die Mutter, haben die Kinder damit einen Titel, mit dem sie eine Pfändung einleiten könnten. Macht natürlich keiner, so lange der Vater regelmäßig zahlt.


Es ist nun aber wohl keineswegs so selten, daß die Zahlungen ausbleiben. Dann wird eine Pfändung eingeleitet.

Was passiert nun dabei? - Nun, das Gericht wird eingeschaltet, der Zahlungspflichtige bekommt eine Frist von vier Wochen gesetzt, in der er der Pfändung widersprechen kann (weil Pfändung ja auch unberechtigt sein kann, z.b. weil sehr wohl gezahlt wurde, oder die Höhe der Forderung nicht stimmt, usw.), und nach Ablauf dieser Frist wird - bei einem Arbeitnehmer - in der Regel das Gehalt gepfändet.

Nun gibt es wohl so manch einen Vater, der sich fragt, warum er überhaupt noch arbeiten geht. Schließlich bleibt ihm von seinem Einkommen nur ein Selbstbehalt, eine Summe, die die meisten auch erreichen, wenn sie ihr Geld statt für ordentliche Arbeit vom Sozialamt bekommen würden.

Nicht selten scheint die Konsequenz zu sein, daß sie dann ihre Arbeitsstelle aufs Spiel setzen oder sogar selbst kündigen.

Na gut, mag man sich jetzt denken, dann wird eben Arbeitslosengeld gepfändet. Das Dumme ist nur: der alte Pfändungsantrag ist hinfällig, ein neuer muß her. Wieder läuft eine vierwöchige Frist. Erst danach wird Geld einbehalten.

In der Zwischenzeit hat das Arbeitsamt den arbeitslosen Vater vermittelt. Nun ja, und da die Kinder ja auch nicht nur von Luft und der Liebe (der Mutter) leben können, bleibt fast nur die erneute Pfändung. Das sieht der neue Arbeitgeber nicht gerne, und so übersteht das Arbeitsverhältnis nicht mal die Probezeit.


Ein Kreislauf ist in Gang gekommen, der fast nicht aufzuhalten ist...


Die Leidtragenden sind die Kinder und ihre Mütter, die auf das ausbleibende Geld angewiesen sind, oft genug nicht wissen, wie sie die Miete und das Essen bezahlen sollen.

(Und erzählt mir jetzt bloß nicht, daß so was nicht vorkommt. Ich habe zwei dicke Aktenordner voll mit einem einzigen Fall... Genaugenommen ist die Geschichte einen ganzen Roman und nicht nur einen kleinen Beitrag hier wert.)


Nein, meine Geschichte ist kein Einzelfall. Sie beschäftigt die Gerichte viel häufiger, als man in der Öffentlichkeit wahrnimmt.


Ob sich alle zahlungsunwilligen Väter über die möglichen Konsequenzen im Klaren sind?

In Siegen wurde jetzt ein Urteil gefällt: ein 39-jähriger Vater wurde zu 3 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er seinen Unterhaltsverpflichtungen gegenüber seinen Kindern nicht nachgekommen ist. Außerdem muß er 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Die Ex-Frau und das Jugendamt hatten vergeblich versucht, bei ihm zu pfänden. Inzwischen belaufen sich seinen Schulden auf 50000 D-Mark (fünfzigtausend!). Daß die Pfändungen Einstellungen bei Arbeitgebern verhindert haben, ließ das Gericht nicht gelten. Denn seine sicher Arbeitsstelle hatte der Mann ohne Not gekündigt.
(In Verfahren, die noch aus früheren Jahren rühren, werden oft noch DM-Beträge zugrunde gelegt.)


Ich frage mich wirklich:

Ist es so eine unglaubliche Belastung, für seine Kinder aufzukommen? Ihnen auch mit finanziellen Mitteln im Rahmen seiner Möglichkeiten eine Ausbildung zu ermöglichen? Zukunft zu eröffnen?

Das Herausstehlen aus der Zahlungsverpflichtung, das Verweigern der Verantwortung wird für mich immer völlig unverständlich bleiben. Es ist gut, daß Gerichte immer wieder Signale setzen, daß sie Väter nicht aus der Pflicht entlassen wollen.


Es wird höchste Zeit, daß ALLE Väter begreifen, daß die Verantwortung für ihre Kinder nicht aufhört, wenn sie sich von der Familie ansonsten trennen! Die Verantwortung endet auch nicht, wenn sie den Kontakt abbrechen! Die Verantwortung bleibt auch, wenn sie versuchen, sich ihr zu entziehen!

17 Bewertungen, 1 Kommentar

  • hjid55

    17.01.2007, 19:08 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & lg Sarah