Schloß Pillnitz Testbericht

Schloss-pillnitz
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Erfahrungsbericht von IvanGrosnij

Lustschloss Pillnitz

Pro:

bezaubernd, atmenberaubend, was gibts noch? ...

Kontra:

gibts nicht

Empfehlung:

Ja

Hier ein weiterer Bericht aus der Reihe \" Die schönsten Bauwerke in und um Dresden\" ;).

Diesmal behandelt der Bericht das Lustschloss Pillnitz, dass nur ein paar Kilometer flussaufwärts von Dresden perfekt in die Flusslandschaft der Elbe eingegliedert ist.

Ich möchte auch diesmal auf die Geschichte und Gestaltung des Bauwerks eingehen.

Wie schon beim Zwinger waren Matthäus Daniel Pöppelmann und August der Starke die Urheber.

Nachdem die Hochzeitsfestlichkeiten 1719 vorbei sind, strotzt der 1708 zum Oberlandbaumeister ernannte Pöppelmann nur so vor Ideen.
Da passt es sehr gut, dass sich August der Starke wieder stärker um seine Landschlösser kümmert und sich auf das alte Renaissanceschloss Pillnitz besinnt, das für ihn zwar altmodisch war, aber eine traumhafte Lage hatte.
Von Warschau aus beauftragt er Pöppelmann 1720, eine Dreiergruppe von Pavillons im „orientalischen Stil“ zu bauen, damit er im nächsten Jahr dort das politisch bedeutsame Fest des „Weißen Adlerordens“ feiern kann.

Abermals, wie auch schon bei der Hochzeit seines Sohnes, ist August dem Starken ein Fest Anlass, eine bereits vorhandene Architektur zu modernisieren.

Pöppelmann errichtet drei Pavillons am Elbufer und das Fest findet 1721 erfolgreich statt, doch August meint, dass Pöppelmann den Auftrag hätte besser erledigen können. Er lässt ihn die drei Pavillons unterkellern, den Mittelpavillon erhöhen und einen Säulenportikus zu Gartenseite hin bauen.

Das Ergebnis ist noch heute am Wasserpalais zu erkennen( später werden die Pavillons noch untereinander verbunden).

August II. ist von der Arbeit Pöppelmanns begeistert und wünscht sich eine spiegelbildliche Wiederholung der Gebäudegruppe landeinwärts, Pöppelmann baut das Bergpalais.

Alle weiteren Anbauten, die unternommen werden, geschehen erst Jahrzehnte später.
1780 und 1792 werden Flügelbauten angefügt, ohne Pöppelmanns Gebäudegruppe optisch einzuschränken. Von 1818 bis 1826 verbindet Christian Friedrich Schuricht das, Wasser- und das Bergpalais durch das Neue Palais, mit dem das heutige Schlossensemble entsteht.

Soviel zur baulichen Geschichte.

Doch wer wohnte in diesem Schloss, dass so lieblich und sanft am Ufer der Elbe liegt?

Zuerst wäre da Gräfin Cosel zu nennen, die noch in dem Renaissance Schloss wohnte und nach Stolpen verbannt wurde, bevor sie die Pracht des neuen, barocken Pillnitz sehen konnte.
Allenfalls die gemeinsame Tochter von August II. und Gräfin Cosel, Augusta Constantia, hat einige Jahre im Wasserpalais gewohnt, bevor sie 1728 20jährig verstarb.
Anstelle von Gräfin Cosel erfreute sich ihre Nachfolgerin in der Gunst des Kurfürsten, Gräfin Maria Magdalena von Dönhoff, und später auch Graf Rutowsky(Sohn Augusts mit seiner türkischen Mätresse Fatime) an dem barocken Schlossensemble.
Ab 1765 ließ Augusts Urenkel Friedrich August III. Schloss Pillnitz zur Sommerresidenz ausbauen, er legte außerdem einen Englischen Landschaftsgarten an und ließ Platanen, Ginkgobäume und auch die heute über 230 Jahre alte japanische Kamelie anpflanzen.

Schloss Pillnitz ist „chinesisch“ gebaut, d.h. es besitzt gekehlte Mansardendächer aus grün oxidierendem Kupfer und seine Fassaden sind mit Chinoiserien bemalt(Malereien mit chinesischen Motiven).
Außerdem beziehen sich die Proportionen und Details so aufeinander, dass der Eindruck entsteht, als sei die Komposition ganz selbstverständlich und in einem Guss entstanden.
Pöppelmanns Wassertreppe wurde seit ihrer Fertigstellung nicht mehr verändert, er hat es geschafft, sie in die sächsische Baulandschaft zu integrieren.( er fand Anregungen für die Wassertreppe wahrscheinlich in Frankreich und Italien).

Wer weiches, fast südländische Licht liebt und eine scheinbar natürliche Harmonie aus sanften Weinbergen, Wasserspiegelungen, Parkwegen und Skulpturen sucht, der kann in Pillnitz, dem Lustschloss des Königs, leicht verzaubert werden.
Ein Besuch ist auf jeden Fall empfehlenswert.

16 Bewertungen, 1 Kommentar

  • newsboard

    19.08.2007, 19:11 Uhr von newsboard
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse Bericht