Die Hexe und die Heilige (gebundene Ausgabe) / Ulrike Schweikert Testbericht
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Erfahrungsbericht von Doro1975
Hexe oder Heilige? Das ist die Frage!
Pro:
Thema, zeitnah
Kontra:
schwierig zu lesen, manchmal etwas langatmig
Empfehlung:
Ja
Ich möchte direkt am Anfang sagen, das ich diesem Buch eher neutral gegenüberstehe. Es gibt viele positive Aspekte aber auch einiges was mir nicht so gut gefällt. Aber dazu bekommt ihr ja jetzt meinen Bericht.
Das Buch:
Die vorherrschende Farbe dieses Buches ist rot- braun. Man sieht zwei Frauen, die sich gleichen, wie ein Ei dem anderen. Sie sind in gedeckten Farben gemalt und man sieht das es sich um Zwillinge handelt. Der Titel ist in goldener, der Name der Autorin in beiger Farbe geschrieben.
Es handelt sich hier um ein Tachenbuch mit 473 Seiten. Es wurde vom Knaur- Verlag herausgebracht und von Ulrike Schweikert geschrieben, als Taschenbuch kam 2002 heraus.
Der Preis liegt bei 8,90 Euro
ISBN: 3-426-62254-8
Die Geschichte:
Dieser Roman erzählt die Geschichte der Zwillingsschwesten (schon allein das, galt als böses Omen), Sibylla und Helena Schenckh, welche am Anfang des 30jährigen Krieges in Ellwangen geboren wurden. Ihr Vater ist Schankwirt und Ratsherr und gehört zu den angesehenen Bürgern der Stadt. Aber trotzdem ist die Familie vor Verleumdung und üblen Verdächtigungen nicht sicher.
Vorallem die Zwillinge müssen unter den Verdächtigungen der Menschen leiden. Am meisten fürchten sich die Leute vor Sibylla, der tonangebenden, der zwei Schwestern. Als dann auch noch herauskommt das die beiden Mädchen hellseherische Träume haben, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Helena kommt in ein Kloster und wird dort schon nach kurzer Zeit zu einer Heiligen erklärt, da Gott angeblich durch ihre Träume zu ihr spricht.
Sibylla gelangt auf Umwegen nach Leonberg, wo sie von der Familie, der städtischen Hebamme aufgenommen wird. So wird die Hebamme, Ursula Benzlin zu ihrer Lehrmeisterin. Sibylla ist eine gelerige Schülerin und fleißig noch dazu. So kann die junge Frau schon bald bei Entbindungen helfen, sie sogar selber durchführen.
Alles könnte so schön sein, wären da nicht diese Träume. Als Sibylla eines nachts von dem Tod ihrer Mutter träumt, macht sie sich umgehend auf den Weg in ihr Heimatdorf. Aber sie kommt zu spät. Die Mutter tod und von den Geschwister nicht gerade freundlich aufgenommen, entschließt sie sich, doch wieder in Ellwangen zu bleiben. Aber sie muß bald erkennen, daß, das Dorf nicht mehr so ist wie früher. Angst und Verrat beherrschen die Bewohner, die Hexenverfolgung ist in vollem Gange. Jede Frau muss angst haben, die Nächste zu sein, welche auf dem Scheiterhaufen oder am Galgen endet. Aber Sibylla ist kein Mensch der sich unterordnet. Sie sagt ihre Meinung und versucht gegen die Willkür des Kanzlers vor zu gehen. Aber auch sie ist vor dem Verrat nicht sicher und landet schließlich selbst, als angeklagte Hexe, im Gefängnis am Jagsttor.
Helena kann die Qualen ihrer Schwester spüren, sie macht sich auf den Weg nach Ellwangen um Sibylla zu retten.
Wird es ihr gelingen? Gibt es überhaupt noch einen Ausweg? Kann Sibylla doch noch ihre Unschuld beweisen? Das sind alles Fragen, die man sich am Ende des Buches stellt. Aber ich möchte nicht zu viel verraten.....
Meine Meinung:
Es ist schon erschreckend, welche Willkür zu der damaligen Zeit verherrschte. Ein falscher Blick, eine falsche Bwegung oder nur eine leichtfertig ausgesprochene Verdächtigung reichten aus, als Hexe gefangen genommen und verurteilt zu werden. Aber wie es in diesem Buch geschrieben ist, war das ja von Stadt zu Stadt verschieden. In manchen Städten waren Advokaten zur Verteidigung zugelassen, in anderen wieder nicht. Mancherorts waren die Folterzeiten beschränkt, anders wo nicht. Dies alles lag an der Auslegeung der Machthabenden, die entweder wirklich Gerechtgkeit wollten oder aber nur an ihre einen Geldbörse dachten. Gerade der Vergleich der beiden Schwestern zeigt dieses überdeutlich. Beide jung und hübsch, beide gleicher Herkunft und beide haben diese Träume. Doch die Eine wird unter dem Schutz der Kirche zur Heiligen und die Andere im "nomalen" Leben zur Hexe. Man erkennt an diesem Roman erstmal die Macht, die die Kirche damals hatte.
Sehr interessant finde ich auch den Kampf der beiden Kirchen. Keine konnte die andere anerkennen, schon gar nicht akzeptieren. Welchen Glauben man hatte, hing von der Stadt ab, in der man aufgewachsen war. Ein Umzug in eine andere Gemeinde war daher schon fast unmöglich.
Heutzutage macht sich keine Frau mehr Gedanken darüber, ob sie ihre Meinung sagen darf oder nicht. Ob sie eine eigene Wohnung haben darf oder einen eigenen Beruf. Dieser Roman schildert auf eindrucksvolle Weise das Leben einer Frau vor mehreren hundert Jahren. Und die Träume eines jungen Mädchen, das sein eigenes Leben leben möchte. Wie schwer das damals war, macht uns die Autorin richtig klar.
Sie hat es auch geschafft, Reatität und Geschichte geschickt zu verknüpfen. Was einem aber erst am Ende klar wird, wenn man die Liste der wirklich verurteilten Hexen gelesen hat. Und einem wird richtig mulmig, wenn man bedenkt, das diese Geschichte wirklich so stattgefungen haben könnte.
Aber es gibt auch einige Sachen die mir an diesem Buch nicht so gut gefallen. Es kommen zum Beispiel sehr, sehr viele Namen darin vor und man braucht einige Zeit, sich erstmal klar zu werden, wer in diesem Buch wichtig ist und wen man wieder vergessen kann. Das macht es am Anfang ein bischen verwirrend, ändert sich aber am Ende des Buches. Genauso geht es einem mit den alten Berufen und Bezeichnungen. Obwolhl es am Ende des Buches eine lange Liste mit Begriffserklärungen gibt, hat es bei mir einige Zeit gedauert, bis ich mich richtig eingelesen hatte.
Das Buch ist angenehm zu lesen und hoch informativ, aber meiner Meinung nach, plätschert die Handlung so ein bischen vor sich hin. Ich habe dieses Buch zwar gerne gelesen aber ein zweites mal bestimmt nicht.
Mein Fazit:
Für Liebhaber des Mittelalters ist dieses Buch bestimmt ein absolutes muss. Für mich war es eine nette, lehrreiche, manchmal erschreckende Geschichte. Das Buch ist sehr realitätsnah geschrieben und bringt einen schon ganz schön ins grübeln. Man ist als Frau froh, in der heutigen Zeit zu leben und nicht damals. Wer mehr über Hexen jagd, Hexenverfolgung und die Gründe dafür wissen möchte, kann mit diesem Buch nichts falsch machen. Wer aber nur eine kurzweilige Zeitbeschäftigung sucht, sollte (meine Meinung), dieses Buch besser im Regal lassen.
Ich hoffe das euch mein Bericht ein wenig weiter hilft und freue mich auf eure Bewertungen und Kommentare.
Eure Doro1975 für Yopi und Ciao !
79 Bewertungen, 9 Kommentare
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15.01.2007, 19:37 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan ;>))))
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14.01.2007, 22:57 Uhr von campimo
Bewertung: sehr hilfreich╔╩╦╝ SH & LG ╔╩╦╝
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21.12.2006, 01:36 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich~~ * LG Anita * ~~
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25.08.2006, 20:01 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreich☼☼☼ ... lg susi ... ☼☼☼
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18.07.2006, 16:55 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLieben Gruß =O) Marianne
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01.03.2006, 00:23 Uhr von PROFI_TESTLABOR
Bewertung: sehr hilfreichwerds mal lesen. mag auch gern so mittelalter als thema. thx!
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20.01.2006, 17:57 Uhr von zeberus
Bewertung: sehr hilfreichlg mirko
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27.11.2005, 00:48 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreich:-) LG, Dani
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27.09.2005, 16:27 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichschon gelesen.lg
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