Die Hexe und die Heilige (gebundene Ausgabe) / Ulrike Schweikert Testbericht
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Erfahrungsbericht von kassandra
Toller Roman von Ulrike Schweikert
Pro:
spannend, unterhaltsamt, interessant
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Soll ich Euch sagen, warum ich so gerne Bücher über Hexen und Hexenverfolgung lese? Es ist wegen meiner Oma. Sie hat früher mal zu mir gesagt, ich wäre im 16. Jahrhundert auch als Hexe hingerichtet worden. Als Kind hatte ich feuerrote Haare. Und meine Ur-Oma war ein altes Kräuterweiblein. Sie hat mir Huflattich aufgelegt, wenn ich mit zerschrammten Knien nach Hause kam. In ihrer Wohnung hingen überall irgendwelche Kräuter zum Trocknen, überall standen Glas- oder Keramikbehälter und es roch wunderbar bei ihr. Sie ist 1962 gestorben, friedlich eingeschlafen; da war ich 5 Jahre alt.
Ja, uns aus diesem Grund hat mich die Thematik schon immer interessiert. Ich habe schon viele Bücher gelesen, aber ab sofort ist das Buch „Die Hexe und die Heilige“ von Ulrike Schweikert mein absolutes Lieblingsbuch zum Thema.
Von Ulrike Schweikert habe ich vor ein paar Monaten ein anderes Buch gelesen: „Die Tochter des Salzsieders“. Auch dort geht es um Hexen und ihre Verfolgung. Und so kaufte ich mir „Die Hexe und die Heilige“ sofort. Meine Vorahnung, dass auch dieses Buch von Frau Schweikert für mich ein Hochgenuss sein würde, hat mich nicht getrogen.
Ich habe das Buch als Paperback-Ausgabe vom Knaur-Verlag für 8,90 Euro erstanden – 470 Seiten Lesevergnügen der feinsten Art.
Ellwangen, eine Stadt in Süddeutschland im 17. Jahrhundert. Zu Martini wird von der Frau des Sternenwirts ein Zwillingspärchen geboren, zwei Mädchen, Helena und Sybilla. In derselben Nacht wird der große Sohn des Sternenwirts erstochen. Sybilla entwickelt sich zu einem etwas vorlautem, naseweisen, quirligem Mädchen. Helena – ruhig und zurückhalten – bleibt immer in Sybilla’s Schatten. Beide Mädchen besitzen die Gabe, Dinge, die in ferner Zukunft liegen, zu sehen. Noch weiß nur die Mutter davon ... Nach dem Tod des Vaters – es wird nie ganz geklärt ob durch Unfall oder Mord – beschließt die Mutter, Sybilla in ein Kloster zu geben, um die Menschen, die bereits über das Mädchen tuschelten, zu beruhigen und Gott gnädig zu stimmen, zukünftiges Unheil von der Familie fernzuhalten. Aber Sybilla will nicht und versteckt sich. Und da sie nicht auffindbar ist, wird ihre Zwillingsschwester Helena ins Kloster geschickt. Der Weg der Zwillingsschwestern trennt sich.
Sybilla wird einer Krämerin mitgegeben, die sie eigentlich bei der Schwester der Mutter in Pflege geben soll, aber die Tante ist krank, hat selbst mehrere Kinder und um den Hof der Familie ist es schlecht bestellt. Die Krämerin nimmt Sybilla mit nach Leonberg. Da sie aber nicht in der Lage ist, ordentlich für das Kind zu sorgen, nimmt ihre Schwester sich des Mädchens an und fortan lebt Sybilla bei der Hebamme Ursula Benzlin und ihrer Familie. Ursula nimmt Sybilla auf ihren Gängen zu Entbindungen, Untersuchungen von Schwangeren und manchmal auch zu Abtreibungen mit. Das Mädchen lernt so nach und nach das Handwerk einer Wehmutter, einer Hebamme. Sie erlangt auch ein umfangreichen Wissens über das Sammeln, Verarbeiten und die Wirkung von Kräutern. Immer wieder hat sie Albträume. Sie träumt davon, gefesselt durch die Stadt in einen Kerker geführt zu werden, sieht im Traum die Folterinstrumente, fühlt den Schmerz, wenn sie an den Armen aufgehängt nach oben gezogen wird und spürt sogar das Feuer, in dem sie verbrennt. Sie denkt immer, dieses Schicksal wäre ihr vorbehalten, aber eines Tages – mittlerweile zu jungen Frau gereift – sieht sie, dass ihre Träume das Schicksal ihrer Mutter sind. Sie kehrt nach Ellwangen zurück, kommt aber zu spät. Ihre Mutter wurde im selben Moment, als sie in Ellwangen eintrifft, als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Obwohl sie in Ellwangen eigentlich nichts mehr hält bleibt sie dennoch. Sie richtet sich ihr Leben ein. In Ellwangen regiert ein neuer Hexenkanzler, der mit äußerster Härte und Strenge gegen Hexen vorgeht. Mindestens einmal pro Woche werden 8-9 Hexen hingerichtet, in der Regel verbrannt – ist der Kanzler gnädig kann es vorkommen, dass den Hexen erst der Kopf abgeschlagen oder sie am Galgen baumeln, bevor sie verbrannt werden.
Sybilla erhält die Zustimmung des Rates, in Ellwangen als Wehmutter tätig sein zu dürfen. Dabei treibt sie ein mörderisches Spiel mit sich selbst. Sie hilft der Tochter des Vogt, ein Kind abzutreiben und verliebt sich in den katholischen Priester. Ihre „kleine“ Affäre mit dem Vogt kann sie eine Weile vor dem Wahn des Kanzlers schützen, aber eines Tages trifft die Anklage auch Sybilla.
Und hier taucht, wie aus dem Nichts, ihre Zwillingsschwester Helena auf.
Ich will nicht zuviel verraten. Mein Bericht soll ja auch neugierig darauf machen, das Buch selbst zu lesen. Nur soviel noch: Für Sybilla nimmt die Geschichte – Dank Helena – ein gutes Ende.
Ich habe das Buch nicht aus der Hand legen können, sondern habe es in einer Nacht durchgelesen. Ich bin zwar zwischendurch ins Bett gegangen, habe aber keine Ruhe gefunden und bin wieder aufgestanden, um die letzten 100 Seiten zu lesen.
Den zweiten Roman von Ulrike Schweikert fand ich spannend, interessant, fesselnd erzählt und bis ins kleinste Detail gut recherchiert. Ich fand es übrigens auch gut, dass im Buch die Grundrisse der Städte Ellwangen und Leonberg zu finden waren. Ich habe oft nach vorne geblättert und habe die Wege, die Sybilla gegangen ist, versucht nachzuvollziehen.
Ich kann nur jedem, der gern historische Romane liest oder sich mit der Geschichte der Hexenverfolgung befasst, empfehlen, dieses Buch zu lesen. Es klärt u.a. sehr gut über die Hintergründe der Hexenverfolgung auf.
Ulrike Schweikert wurde 1966 in Schwäbisch-Hall geboren. Sie arbeitete zunächst als Wertpapierhändlerin, studierte dann aber Geologie und Journalismus und begann, über die Geschichte ihrer Heimat zu recherchieren. Bereits ihr erster Roman „Die Tochter des Salzsieders“ war ein großer Erfolg für sie.
Ja, uns aus diesem Grund hat mich die Thematik schon immer interessiert. Ich habe schon viele Bücher gelesen, aber ab sofort ist das Buch „Die Hexe und die Heilige“ von Ulrike Schweikert mein absolutes Lieblingsbuch zum Thema.
Von Ulrike Schweikert habe ich vor ein paar Monaten ein anderes Buch gelesen: „Die Tochter des Salzsieders“. Auch dort geht es um Hexen und ihre Verfolgung. Und so kaufte ich mir „Die Hexe und die Heilige“ sofort. Meine Vorahnung, dass auch dieses Buch von Frau Schweikert für mich ein Hochgenuss sein würde, hat mich nicht getrogen.
Ich habe das Buch als Paperback-Ausgabe vom Knaur-Verlag für 8,90 Euro erstanden – 470 Seiten Lesevergnügen der feinsten Art.
Ellwangen, eine Stadt in Süddeutschland im 17. Jahrhundert. Zu Martini wird von der Frau des Sternenwirts ein Zwillingspärchen geboren, zwei Mädchen, Helena und Sybilla. In derselben Nacht wird der große Sohn des Sternenwirts erstochen. Sybilla entwickelt sich zu einem etwas vorlautem, naseweisen, quirligem Mädchen. Helena – ruhig und zurückhalten – bleibt immer in Sybilla’s Schatten. Beide Mädchen besitzen die Gabe, Dinge, die in ferner Zukunft liegen, zu sehen. Noch weiß nur die Mutter davon ... Nach dem Tod des Vaters – es wird nie ganz geklärt ob durch Unfall oder Mord – beschließt die Mutter, Sybilla in ein Kloster zu geben, um die Menschen, die bereits über das Mädchen tuschelten, zu beruhigen und Gott gnädig zu stimmen, zukünftiges Unheil von der Familie fernzuhalten. Aber Sybilla will nicht und versteckt sich. Und da sie nicht auffindbar ist, wird ihre Zwillingsschwester Helena ins Kloster geschickt. Der Weg der Zwillingsschwestern trennt sich.
Sybilla wird einer Krämerin mitgegeben, die sie eigentlich bei der Schwester der Mutter in Pflege geben soll, aber die Tante ist krank, hat selbst mehrere Kinder und um den Hof der Familie ist es schlecht bestellt. Die Krämerin nimmt Sybilla mit nach Leonberg. Da sie aber nicht in der Lage ist, ordentlich für das Kind zu sorgen, nimmt ihre Schwester sich des Mädchens an und fortan lebt Sybilla bei der Hebamme Ursula Benzlin und ihrer Familie. Ursula nimmt Sybilla auf ihren Gängen zu Entbindungen, Untersuchungen von Schwangeren und manchmal auch zu Abtreibungen mit. Das Mädchen lernt so nach und nach das Handwerk einer Wehmutter, einer Hebamme. Sie erlangt auch ein umfangreichen Wissens über das Sammeln, Verarbeiten und die Wirkung von Kräutern. Immer wieder hat sie Albträume. Sie träumt davon, gefesselt durch die Stadt in einen Kerker geführt zu werden, sieht im Traum die Folterinstrumente, fühlt den Schmerz, wenn sie an den Armen aufgehängt nach oben gezogen wird und spürt sogar das Feuer, in dem sie verbrennt. Sie denkt immer, dieses Schicksal wäre ihr vorbehalten, aber eines Tages – mittlerweile zu jungen Frau gereift – sieht sie, dass ihre Träume das Schicksal ihrer Mutter sind. Sie kehrt nach Ellwangen zurück, kommt aber zu spät. Ihre Mutter wurde im selben Moment, als sie in Ellwangen eintrifft, als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Obwohl sie in Ellwangen eigentlich nichts mehr hält bleibt sie dennoch. Sie richtet sich ihr Leben ein. In Ellwangen regiert ein neuer Hexenkanzler, der mit äußerster Härte und Strenge gegen Hexen vorgeht. Mindestens einmal pro Woche werden 8-9 Hexen hingerichtet, in der Regel verbrannt – ist der Kanzler gnädig kann es vorkommen, dass den Hexen erst der Kopf abgeschlagen oder sie am Galgen baumeln, bevor sie verbrannt werden.
Sybilla erhält die Zustimmung des Rates, in Ellwangen als Wehmutter tätig sein zu dürfen. Dabei treibt sie ein mörderisches Spiel mit sich selbst. Sie hilft der Tochter des Vogt, ein Kind abzutreiben und verliebt sich in den katholischen Priester. Ihre „kleine“ Affäre mit dem Vogt kann sie eine Weile vor dem Wahn des Kanzlers schützen, aber eines Tages trifft die Anklage auch Sybilla.
Und hier taucht, wie aus dem Nichts, ihre Zwillingsschwester Helena auf.
Ich will nicht zuviel verraten. Mein Bericht soll ja auch neugierig darauf machen, das Buch selbst zu lesen. Nur soviel noch: Für Sybilla nimmt die Geschichte – Dank Helena – ein gutes Ende.
Ich habe das Buch nicht aus der Hand legen können, sondern habe es in einer Nacht durchgelesen. Ich bin zwar zwischendurch ins Bett gegangen, habe aber keine Ruhe gefunden und bin wieder aufgestanden, um die letzten 100 Seiten zu lesen.
Den zweiten Roman von Ulrike Schweikert fand ich spannend, interessant, fesselnd erzählt und bis ins kleinste Detail gut recherchiert. Ich fand es übrigens auch gut, dass im Buch die Grundrisse der Städte Ellwangen und Leonberg zu finden waren. Ich habe oft nach vorne geblättert und habe die Wege, die Sybilla gegangen ist, versucht nachzuvollziehen.
Ich kann nur jedem, der gern historische Romane liest oder sich mit der Geschichte der Hexenverfolgung befasst, empfehlen, dieses Buch zu lesen. Es klärt u.a. sehr gut über die Hintergründe der Hexenverfolgung auf.
Ulrike Schweikert wurde 1966 in Schwäbisch-Hall geboren. Sie arbeitete zunächst als Wertpapierhändlerin, studierte dann aber Geologie und Journalismus und begann, über die Geschichte ihrer Heimat zu recherchieren. Bereits ihr erster Roman „Die Tochter des Salzsieders“ war ein großer Erfolg für sie.
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