Sevilla Testbericht

Sevilla
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Erfahrungsbericht von JustOliver

Eine Stadt zum Verlieben!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Während meines Urlaubs in Andalusien wollte ich mir natürlich auch Sevilla anschauen. Und ich kann nur sagen, dass ich dies jedem Spanienurlauber, der auch nur einigermaßen in die Nähe dieser Stadt kommt, empfehle. Sevilla ist eine Stadt, die sehr viel zu bieten hat. Ich sage von vorne herein, dass diese Meinung primär auf die Sehenswürdigkeiten abstellt, da es mir nur vergönnt war, eine Tagestour nach Sevilla zu machen. Von daher kann ich keine seriösen Empfehlungen zu Übernachtungsmöglichkeiten geben. Auch der Hinweis zu kulinarischen Genüssen fällt entsprechend kurz aus, da ich halt nur einmal dort essen konnte.

GESCHICHTE
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Besiedelt wurde das Gebiet Sevillas erstmals durch Caesar 45 v.Chr. Sevilla wurde eine Colonia mit dem Name Hispalis. Im Jahre 712 wurde Sevilla durch die Mauren erobert. Wie für weite Teile Andalusiens begann hier für Sevilla eine relativ rosige Zeit, die gekennzeichnet war durch ein friedliches Zusammenleben unterschiedlichster Volksgruppen und im Vergleich zum restlichen Europa bereits recht fortschrittlichen und kultivierten Leben.
Die maurische Besetzung endete 1248, als Ferdinand III. von Kastilien und León die Stadt eroberte.
Geprägt wurde Sevilla im weiteren durch die spanische Kolonialherrschaft. Durch die Lage am Fluss Guadalquivir, dem einzig befahrbaren Fluss Spaniens wurde Sevilla zum Dreh- und Angelpunkt des spanischen Handels, so dass dieses beginnende Übersee-Handel einen neuen Aufschwung für Sevilla brachte.
Heute ist Sevilla die Hauptstadt der Provinz Andalusien und mit ca. 700.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Spaniens.

ALLGEMEINES
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Sevilla ist eine der heißesten Städte Spaniens. Im Hochsommer erreicht es dort locker 45 Grad. Die Anwohner Bewohner Sevillas (wie wohl auch in ganz Spanien) haben daher früh erkannt, wie man sich gegen diese Hitze schützen kann. Man musste halt enge Gassen schaffen, die viel Schatten spendeten. Ferner prägt ein ganz spezieller Baustil Sevilla und auch andere Städte Andalusiens. Dies ist nicht zuletzt auf den Islam zurückzuführen. Diese sagt nämlich, dass man nicht neidisch auf andere sein soll, zum anderen seine Mitmenschen auch nicht neidisch machen soll. Von daher wird durch den Baustil der Häuser zumeist versteckt, was man besitzt. Von daher sind schmückende Fassaden eine Seltenheit. Vielmehr prägen geschlossene Fensterläden und große Mauerwände das Stadtbild Sevillas. Der geneigte Tourist sollte jedoch einmal versuchen, einen Blick hinter diese Fassaden zu werfen. Hier entdeckt er dann nämlich teilweise prächtige Innenhöfe mit herrlichen Bepflanzungen und herrlichen, mit Fliesen verzierten Terassen und Gewölbe. Denn der schlichte Schein nach außen soll nur gewährleisten, dass der andere nicht sieht, was man hat. Diese Denkweise und der hieraus entstehende Baustil sind es, die das Stadtbild prägen. Dabei wirken die kargen Außenansichten keineswegs abschreckend. Ganz im Gegenteil. Man sollte sich durchaus mal die Ruhe nehmen und durch die engen Gassen bummeln..

SEHENSWÜRDIGKEITEN
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Geprägt wurde das Stadtbild im wesentlichen durch die unterschiedlichen Kulturen, die in Sevilla wohnten. Hierbei ist insbesondere der maurische Einfluß unverkennbar.
PLAZA DE ESPANA
Der Plaza de Espana ist die Sehenswürdigkeit der Lateinamerika-Ausstellung, die in den 20er Jahren in Sevilla stattgefunden hat. Dieser halbrunde Platz, an dessen Seiten zwei Türme ragen wurde quasi als spanischer Pavillon für die Lateinamerika-Ausstellung durch den Architekten Aníbal González erbaut. Sehenswert sind hier vor allem die vielen Mosaike, auf denen alle spanischen Provinzen mittels eines für sie typischen Bildes vorgestellt werden.

- MARIE LUISA PARK

Dieser Park war zum Teil Austragungsort der Lateinamerika-Ausstellung ist somit in unmittelbarer Nähe zum PLAZA DE ESPANA zu finden. Diese mit 400.000 qm größte Grünfläche Sevillas ist ein herrlicher Park, in dem man von den stressigen Stadtführungen entspannen kann. Der öffentlichen Nutzung freigegeben wurde dieser Park im Jahre 1893 und 1911 wurde er in den heutigen Zustand verwandelt. Breite Wege laden zum Bummeln, kleine Springbrunnen zum Ausruhen ein. Sehenswert soll dieser Park speziell im Frühling sein, da er dann in voller Blüte steht.

- DIE KATHEDRALE

Die Kathedrale ist zwischen 1402 und 1519 im gotischen Stil gebaut worden. Mit einer Größe von 23.000 qm ist sie die drittgrößte Kirche der Welt und die größte Kirche im gotischen Baustil. und war, wie viele Kirchen in Andalusien ursprünglich eine Moschee (712). Hiervon zeugt auch die Giralda, der über 91 Meter hohe Glockenturm der Kathedrale und das Wahrzeichen Sevillas, der das ehemalige Minarett der Moschee war. Das Innere der Kathedrale ist geschmückt durch zahlreiche Kunstwerke großer Spanischer Künstler, wie z. B. El Grecos, Murillos und Zurbaráns. Ferner soll sich hier das Grab Kolumbus befinden. Dies ist jedoch relativ unsicher, weil Kolumbus Überreste mehrfach ausgegraben und verlegt wurden.

- ALCAZAR

Der ehemalige Herrscherpalast und noch heute der Aufenthaltsort des spanischen Königs während Aufenthalten in Sevilla gilt als die größte maurische Anlage auf europäischem Boden. Er liegt direkt östlich der Kathedrale.
Der Bau wurde beauftragt durch die christlichen Könige Alfonso und Pedro I. Die Besonderheit hierbei ist, das die Könige maurische Handwerker mit diesem Bau beauftragt. Hierdurch erhält der Bau eine herrliche Verschmelzung christlicher und maurischer Baukunst. Dieser, speziell in Andalusien verbreitete Stil, wird Mudejar genannt. Betreten wird der Palast durch das Löwentor. Der Innenbereich wird gekennzeichnet durch prachtvolle Räume mit Rundbögen, Marmorsäulen, hölzerne verzierte Deckengewölbe, kunstvolle, in den Farben des Islams gehaltenen Kacheln und Wasserbecken. Beeindruckend sind ferner die weitläufigen Parkanlagen mit ihren Brunnen und Pavillons.

- DAS JÜDISCHE VIERTEL

Sehenswert ist sicherlich auch das jüdische Viertel. Dies ist eigentlich das erste Touristik-Viertel Sevillas. Entstanden ist es, da ausgelöst durch Opern wie Carmen, von Sevilla ein schönes, farbenprächtiges Bild gezeichnet wurde. Nun war Sevilla jedoch eigentlich gar nicht so, sondern wurde in den Opern irrtümlich so dargestellt. Dennoch kamen die Touristen nach Sevilla und wurden in ihren Erwartungen natürlich enttäuscht. Hieraus entstand das jüdische Viertel, eine Teil der Stadt, der farbenfroh gestaltet wurde und in den dann die Touristen geführt wurden.

- DIE STIERKAMPFARENA

Die Maestranza Stierkampfarena Sevillas wurde zwischen 1761 und 1881 erbaut. Sevillas Maestranza als eine der wichtigsten Stierkampfarena Spaniens und bietet mehr als 12.500 Zuschauern Platz.
Durch die Ost-Pforte dürfen lediglich die erfolgreichsten Toreros den Ort des Spektakels verlassen, während den unterlegenen Toreros die integrierte Krankenstation bereitsteht. Die Stierkampfarena beherbergt auch ein eigenes Museum, das Geschichte des Stierkampfs in Sevilla. Hier werden Kleidungsstücke, Portraits und Postern und Poster ausgestellt.

- DAS EXPO-GELÄNDE

1992 fand in Sevilla die EXPO statt. Ich habe das Gelände selbst nicht besucht, aber nach meinen Informationen sollen Teile der Pavillons noch stehen. Ähnlich wie in Hannover wurde eine Vielzahl der Pavillons jedoch auch wieder abgebaut.

KULINARISCHES
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Die Essgewohnheiten der Spanier unterscheiden sich deutlich von denen der Nord- und Mitteleuropäer. Tagsüber werden zumeist nur kleine Snacks, die sog. Tapas, zu sich genommen. Erst in den späten Abendstunden füllen sich die Restaurant, weil die Spanier dann quasi ihre Hauptmahlzeit zu sich nehmen. Die Erklärung liegt auf der Hand. Es sind die Temperaturen, die hierfür verantwortlich sind. So wird bei großer Hitze kaum einer tagsüber größere Mahlzeiten zu sich nehmen und sich dann noch groß bewegen wollen. Daher also die Mahlzeiten in den Abendstunden, wenn es sich ein wenig abgekühlt hat.
Bars und Lokale, in denen man diese Tapas zu sich nehmen kann, finden sich überall. Hier bekommt man auch überall die klassischen andalusischen Spezialitäten, wie einen speziellen Schinken, den Sherrywein. Vielfältig auch der Einsatz von Olivenöl. Hier sei einmal empfohlen, ein klassisches andalusisches Frühstück zu probieren. Getoastetes Weißbrot, mit Olivenöl und pürierter Tomate. Ein echter Genuß, der gesund und sättigend zugleich ist.
Ich bin bei meiner Restaurantauswahl dem Vorschlag meines Marco-Polo-Reiseführers gefolgt und wurde nicht enttäuscht. Ich besuchte die Cerveceria Giralda. Eine kleine gemütliche Bar, die zahlreiche Snacks anbietet. Sehr lecker, sehr freundliche Bedienung und auch nicht allzu teuer.

EINKAUFSMÖGLICHKEITEN
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Selbstverständlich gibt es in Sevilla auch Einkaufsmöglichkeiten. Eine recht verwinkelte und verzweigte Fußgängerzone bietet sowohl eine Vielzahl kleinerer Boutiquen als auch einige größere Kaufhäuser. Wer also ein Souvenir besonderer Art, bspw. in Form eines Kleidungsstücks kaufen möchte, der wird hier bestimmt fündig. Aber wie gesagt, es handelt sich um eine Fußgängerzone, die auch in hohem Maße durch die engen Gassen geprägt wird und hierdurch einen ganz besonderen Flair erhält. Ein Einkaufszentrum wird man in Sevilla nicht finden.

FAZIT
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Sevilla ist eine Stadt, die vieles zu bieten hat. Auch wenn man nicht den touristischen Aktivitäten fröhnt und jede Sehenswürdigkeit mitnimmt, hat Sevilla ein Flair, das einfach zauberhaft ist. Von daher kann ich eigentlich jedem Spanienurlauber, der auch nur in die Nähe von Sevilla kommt, empfehlen, sich diese Stadt einmal anzuschauen. Es muss ja nicht gleich eine Stadtrundreise werden. Dies kann ich jedoch sehr empfehlen. Es empfiehlt sich auf jeden Fall bei der Besichtigung der Gebäude an einer Führung teilzunehmen. Denn die Führer verraten doch manch interessante Hintergrundinformation. Diese sind vor allem auch hilfreich, um das Gesehene zu verstehen und einordnen zu können. Wer also geschichtlich interessiert ist und nicht einfach nur Gebäude abklappern möchte um später erzählen zu können: Da war ich!!, der sollte diese Zusatzinvestition tragen. Mir war es aber teilweise auch möglich, mich einfach einer anderen Gruppe anzuschließen.
Empfehlenswert ist es jedoch auch, sich einmal ein wenig von den touristischen Attraktionen abzusetzen und sich einmal auf eigene Faust ein wenig durchzuschlagen. So kann man ein wenig mehr das Leben der Einheimischen aufsaugen und sofern die sprachlichen Voraussetzungen da sind, mit ihnen in Kontakt treten.
Insgesamt kann ich Sevilla nur empfehlen. Es ist eine tolle Stadt, die vieles zu bieten hat.

WEITERE INFORMATIONEN
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Meine Erlebnisse habe ich beim Schreiben dieser Meinung mit Informationen aus dem Marco Polo Führer zu Andalusien ergänzt. Wer weitere Informationen haben möchte, dem bieten sich auch im Internet weitere Informationsquellen:

http://www.sevilla5.com/deutsch.html
http://www.galeria-andalusia.purespace.de/index.htm
http://www.red2000.com/spain/sevilla/2photo.html

25 Bewertungen, 4 Kommentare

  • hjid55

    23.05.2007, 21:45 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lg Sarah

  • Engelchen

    27.10.2003, 09:31 Uhr von Engelchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr interessanter und informativer Bericht! LG *Engelchen

  • Yopinchen

    09.05.2003, 18:51 Uhr von Yopinchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Interessanter Bericht, sehr hilfreich ;o)

  • DrDuke

    14.04.2002, 13:26 Uhr von DrDuke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ach mist, war letzten Sommer in der nähe, hät ich wohl mal vorbeischaun sollen