Sevilla Testbericht
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Erfahrungsbericht von mugge
Herbst in Sevilla
Pro:
sehr schöne Stadt
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Die Hitze des Sommers ist angenehmeren Temperaturen gewichen und in den Gärten der Stadt warten Apfelsinen auf ihre Ernte. In den verwinkelten Gassen der Altstadt lässt sich manch architektonisches Kleinod bestaunen, laden Brunnen zum Verweilen ein.
Der Giralda , Wahrzeichen der andalusischen Hauptstadt und Teil der hiesigen Kathedrale, überragt wie ein mächtiger Schutzpatron die altehrwürdigen Bürgerhäuser. Schmiedeeiserne Balkone schauen auf die Straßenzüge herab, als ob sie ein Lächeln von den weiblichen Schönheiten der Stadt erhaschen wollten. Hier im Barrio Cruz pulsiert das Leben. Touristen beginnen mit neugierigen Augen Ihre Entdeckungstouren, laden Pferdekutschen zu einer Rundfahrt ein.
Anreise:
Am preiswertesten erfolgt die Anreise per Flugzeug, Gesellschaften wie Air Berlin fliegen mehrmals wöchentlich ab allen großen Flughäfen Deutschlands hier den Südwesten Europas an .Der Flughafen liegt recht außerhalb der Stadt .Um unnötige Geldausgaben für ein Taxi zu vermeiden gelangt man am besten per Flughafenbus (1Euro)ins Zentrum. Er hält unweit der weltberühmten Tabakfabrik(heute Uni) Von allen spanischen Großstädten aus ,reist man am günstigsten mit gut ausgestatteten Linienbussen an. So kostet ein einfaches Ticket mit Socibus von Madrid nach Sevilla um 16Euro.Der Busbahnhof für Fernstrecken befindet sich direkt am Ufer des Guadalquivir , unweit der Altstadt. Teurer aber schneller als der Bus geht es mit dem Hochgeschwindigkeitszug AVE voran, diese Variante ist auf längeren Distanzen empfehlenswert.
Innerstädtischer Nahverkehr:
Bis Mitternacht kann der Besucher auf das gut funktionierende Busnetz zurückgreifen, um innerhalb der Stadtgrenzen umherzustreifen. Es gibt Einzelfahrscheine zu 90 Cent ,Touristentickets( 1 Tag =4,50 Euro;3 Tage= 7 Euro) oder Abokarten(30 Tage = 26 Euro) zu kaufen . Die Abos werden in Kiosken mit der Aufschrift Tussam oder in Zeitunsläden und den weitverbreiteten Estancos angeboten. Die Zentralhaltestellen sind am Plaza Nueva und am Plaza de Encarnacion gelegen.In der Nacht empfiehlt es sich per Taxi heimzufahren, die Preise sind moderat, sollten aber vorher ausgehandelt werden.
Unterkunft:
Für einen Besuch in Sevilla empfiehlt sich die Übernachtung in einem Hostal. Diese sind sauber, preiswert und in großer Zahl vorhanden. Eine Nacht im DZ kostet ungefähr um 30 Euro. Normalerweise sind keine Vorbestellungen nötig, der Gast fragt einfach vor Ort nach freien Unterkünften. Außnahme bilden Feiertage und die SEMANA SANTA, wer hier nicht vorbestellt findet mit Sicherheit keinen Platz zum schlafen mehr.
Wer länger bleiben möchte sucht am besten in der Anzeigenzeitschrift „Gambalache“( 1.90 Euro am Kiosk) oder schaut an den Fakultäten der Universität nach Wohnungsangeboten.
Natürlich besteht auch die Möglichkeit den kostenpflichtigen Service einer Zimmervermittlung wie Roomates Sevilla , in Anspruch zu nehmen.(www.roomates-sevilla.com)
Essen und Trinken:
Den Geschmäckern ist in dieser Hinsicht keine Grenze gesetzt. Internationale Küche ist reichlich vorhanden. Ein absolutes Muß ist der Besuch einer Tapasbar, dort werden allerlei Spezialitäten angefangen von luftgetrockneten Schinken , über Oliven und Meeresfrüchte bis hin zu verschiedenen Käsesorten angeboten. Andere Restaurants offerieren reichhaltige Paellas zum Verzehr. Für den schnellen Hunger zwischendurch eignet sich der Besuch einer Bocadillera , dort werden leckere belegte Brötchen feilgehalten.
Allzeit erste Wahl sind Rotweine aus den Regionen La Mancha oder Valdepeñas. Eine gute Flasche Sherry Tio Pepe oder Solera von der Bodega Gonzales Byass in Jerez ist auch nicht zu verachten.(ca. 5-6 Euro pro 0,7 l Flasche)Die einheimischen Biersorten überdies stehen den deutschen in nichts nach.
Tip:
Als Trinkwasser sollte immer Mineralwasser aus dem Supermarkt verwendet werden( ca. 40 Cent für 5Liter), da das Leitungswasser einen beträchtlichen Chloranteil aufweist.
Kommunikation:
Kontakt zur Heimat lässt sich am besten mit den elektronischen Medien halten.
Eine Stunde surfen im Internetcafe schlägt mit ca. 1,50 Euro zu buche.
Für die Liebhaber flexibler Öffnungszeiten ist das sogenannte Workcenter am Platz Puerta de Jerez zu empfehlen, dort gibt es 24h Netzzugang.
In den Zeitungskiosken oder Estancos gibt es Calling Cards von UNI 2 zu kaufen. Über diesen Weg kostet ein Telefongespräch zum deutschen Festnetz nur ca. 5 Cents pro Minute.
Sehenswürdigkeiten
Kathedrale:
Diese Bauwerk im gotischen Stil wurde auf den Überresten einer Moschee errichtet.
Ihr gewaltiger Glockenturm, der Giralda misst stolze 97 Meter. Im innern des Kirchenbaus ist das Grab von Christopher Kolumbus zu bestaunen. Im Kirchengelände halten sich normalerweise einige Frauen auf, die den Touristen grüne Zweige „schenken“ wollen. Aber Vorsicht , diese aggressive Methode von Marketing hat nur ein Ziel, Ihren Geldbeutel zu schmälern. Sonntags ist der Eintritt frei, ansonsten zahlt man 5 Euro.
Reales Alcazares:
Gegenüber von der Kathedrale befindet sich ein maurischer Palast, im Stile der Alhambra zu Granada. Er ist eine friedliche Oase inmitten des städtischen Trubels. Im königlichen Garten lässt es sich herrlich entspannen . Die Luft ist erfüllt mit dem Duft von den verschiedensten Bäumen und Pflanzen. Der Eintritt bewegt sich bei 5 Euro , Studenten ,Kinder und Senioren haben freien Eintritt.
Museo de las Bellas Artes :
Die Kunstsammlung beherbergt wahre Schätze spanischer Malerei.
Hier wird kein Eintritt erhoben.
Antigua Fabrica de Tabacco
Das Hauptgebäude der heutigen Universität hat in früheren Zeiten die königliche Tabakfabrik Sevillas beherbergt. Sie ist auch lieferte auch Stoff für die Oper Carmen.
Plaza España
Unweit der Tabakfabrik erstreckt sich ein weitläufiger Platz mit Fontänenspielen.
Er wurde anlässlich der Iberoamerikanischen Ausstellung 1929 errichtet .
Gegenüber der Plaza España erstreckt sich der Park Maria Luisa. Eine sehr schöne Parkanlage.
Am Rande des Parkes befindet sich das Museum für Brauchtum und auch das Archäologiemuseum der Stadt.
Nachtleben:
Am Interessantesten ist es ab Mitternacht bis zum Morgengrauen durch die Kneipen der Altstadt zu streifen. Zum Einen hat man die Chance spontanen Flamenco zu erleben, zum Anderen trifft man dort eine Menge interessanter Leute und unzähliche Musiker.
Ein guter Tip für jedweden Musikgeschmack ist die Carboneria in der Calle Levies( siehe weiter unten).Gegen Mitternacht versammelt sich hier allabendlich ein multinationales Publikum zum feiern, die Atmosphäre ist unbeschreiblich gut.
Darüber hinaus gibt es nahezu allmonatlich kulturelle Großveranstaltungen, sei es das Festival der Nationen, das Festival für Film und Sport , Konzerte etc. Alle Veranstaltungstermine kann man im „Giraldillo“( gibt’s in der Touristinfo) nachlesen, dem Veranstaltungsheft der Stadt.
Carboneria:
Behaglich lodert das Feuer im offenen Kamin. Die Luft ist erfüllt vom Aroma der frischen, brennenden Holzscheite. Altehrwürdig schauen verwitterte Balken aus dem Gewölbe herab,
stolz ob der erlebten Zeiten. Meiner Seele ist’s als atmete sie den zarten ,lieblichen Duft eines Mädchens , vermischt mit der Frische des erwachenden Morgens. Das rhythmische Klatschen hunderter Hände erhebt sich zum wilden mitreißenden Klangteppich für die Lieder der Sängerin. Stolz, den Augenblick genießend , legt sie den Timbre ihrer Stimme darüber, ermuntert sie Ihren Compañero zum virtuosen Spiel mit den Gitarrensaiten.
Voller Andacht lausche ich der Weisen und aus der Ferne eines abgelegenen Winkels dring fragmentartig der wehmütige Gesang eines Flamencosängers an mein Ohr. Sind es Studenten oder Künstler die sich dort scharen um ihn herum, guten Mutes ein Glas Wein genießend?
Es war ein Augenblick im Herzen der Carboneria. Diesen Schmelztiegel der Kulturen kann man nur schwer in Worte fassen, der Gast lässt sich fangen von dem Zauber oder kehrt nie zurück .Allnächtlich ohne Pause treffen sich in der Flamencobar Musikliebhaber und allerlei Nationalitäten , spielen Musikanten auf. Ob aus New York , Frankreich oder Spanien die Herkunft der Künstler wechselt oft .Genauso auch die Musikstile. Die Bandbreite reicht vom dominierenden Flamenco über klassische Akustikgitarre bis hin zu armenischer Flötenmusik begleitet von einer Bauchtänzerin. Gegen Mitternacht erwacht das Leben und setzt sich fort bis zum Morgengrauen.. Oft verteilen sich mehrere hundert Gäste auf die drei großflächig angelegten Räumlichkeiten, gibt es spontanen improvisierten Tanz der weiblichen Gäste.
Der Reiz der Lokalität liegt in der Vielseitigkeit, denn neben der Musik gibt es auch Malerei zu bestaunen.
Für den kleinen Hunger werden Tapas angeboten und das Getränkeangebot ist ungemein vielseitig. In Anbetracht des großen Kulturangebotes hier für das keinen Eintritt erhoben wird, ist es mehr als gerechtfertigt, dass sich die Preise für Speis und Trank auf mittlerem deutschem Niveau bewegen.( Tapas um 1,80 Eu ;Bier 0,3l um 1,50Eu)
Die Carboneria will entdeckt werden. Mitten im zentralen Barrio Cruz gelegen versteckt sie sich hinter einem roten unscheinbaren Tor in der Calle Levies. Am besten fragt man die Einheimischen nach dem Weg, denn in den verwinkelten Gassen ist es ein Leichtes sich zu verlaufen.
Ausflüge :
Für Tagesausflüge bieten sich Granada, Malaga, Cadiz und Jerez de la Frontera an.
Lissabon lässt sich dank gut ausgebauter Autobahnen in ca. 4 Stunden erreichen und im Süden ruft die Britische Zone Gibraltar.
Um die Umgebung Sevillas zu erkunden mietet man am Besten einen Leihwagens.
Die Tagesraten für einen unteren Mittelklassewagen liegen bei ca. 60 Euro. Für das Wochenende lassen sich Pauschalen aushandeln. Auf jeden Fall ist es ratsam nach Tarifen mit einer großen Anzahl an Freikilometern zu fragen, da es sonst teuer werden kann. Es empfiehlt sich auf große Verleiher wie Europcar oder Avis zurückzugreifen( die Verleihstationen befinden sich am Hauptbahnhof Santa Justa und am Flughafen), diese haben die kundenfreundlichsten Öffnungszeiten und Fahrzeugauswahl). Wer auf die Vorteile der Ungebundenheit auf vier Rädern verzichten möchte, hat auch die Möglichkeit die Ausflüge per Linienbus zu tätigen. Der Busbahnhof für die Nahziele San Bernardo ist unweit der Universität gelegen.
Allgemeines:
Wenn man die Spanier freundlich bittet, sind sie gerne bereit dem Touristen Auskunft zu erteilen. Unerlässlich sind aber Grundkenntnisse in der spanischen Sprache, denn die Mehrheit der Bevölkerung versteht kein Englisch, ganz abzusehen von Deutsch.
Um gut im alltäglichen Leben zurechtzukommen muß man das hiesige Hierarchiedenken verstehen. Angestellte in Geschäften oder Firmen haben nicht so weitreichende Kompetenzen wie in Deutschland. Wenn wichtige Dinge besprochen werden sollen ist es zeitsparend gleich mit den Firmeninhabern zu sprechen. Auch in den öffentlichen Einrichtungen herrsht zuweilen eine gewisse Ignoranz gegenüber dem gemeinen Volk. Des weiteren sollte man auf ein ständiges Quäntchen Unsicherheit im Leben eingestellt sein. Vereinbarungen können plötzlich nichtig sein und andere Umstände gelten. Die Einheimischen nehmen Unvorhergesehenes mit stoischer Ruhe hin, Aufregen hilft nichts, im Gegenteil – Verantwortliche könnten verärgert reagieren.
Hier in Spanien herrscht witterungsbedingt ein anderer Lebensrhythmus als in Deutschland.
Grundsätzlich gilt, vor 10 Uhr früh öffnet kaum Einer sein Geschäft. Zwischen 15Uhr und 17Uhr herrscht in den Hypermärkten gähnende leere und es lässt sich ungestört Lebensmittel einkaufen gehen. Generell herrscht während dieser Zeit aber Siesta und die meisten Geschäfte haben geschlossen. Danach herrscht in den Haupteinkaufsstraßen bis 21Uhr Hochbetrieb und ab Mitternacht wird gefeiert.
Wie in allen Großstädten dieser Erde gibt es in Sevilla auch ein extrem gefährliches Wohngebiet,die „Tres Mil Viviendas“ . Es befindet sich im Poligono Sur und sollte zur eigenen Sicherheit unbedingt gemieden werden. Wie die Spanier sagten, kommt man dort als Fremder mit grosser Wahrscheinlichkeit nur in Unterhosen wieder heraus und die Polizei geht auch nur einmal die Woche mit der Hälfte der städtischen Einheiten hinein, um die Straßenreinigung vor Plünderungen zu schützen. Die Gegend wird von Drogendealern kontrolliert und soll vor Waffen wimmeln. Wie die örtliche Presse berichtete ,lieferten sich dort unlängst rivalisierte Jugendgangs eine regelrechte Straßenschlacht und die Anwohner trauten sich nicht mehr auf die Straße hinaus.
Erfahrungsgemäß ist modische Kleidung absolut preiswert zu haben, sogar für übergroße Menschen oder Übergewichtige findet sich immer etwas schickes zum Anziehen. Heimelektronik hingegen ist sehr teuer. Speziell Digitalkameras und Computerhardware kostet zum Teil 25% mehr als in Deutschland
17 Bewertungen, 6 Kommentare
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30.10.2009, 14:38 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße. LG MasterSirTobi
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24.10.2009, 12:20 Uhr von tk7722
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht, liebe Grüße
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24.10.2009, 00:37 Uhr von morla
Bewertung: besonders wertvolltoller bericht dafür bekommst du von mir in bw lg. petra
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23.10.2009, 22:14 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichGut gemacht..Lg Sigi
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23.10.2009, 22:11 Uhr von MoeGott
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich. freue mich auf gegenlesungen. liebe grüße. schönes wochenende.
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23.10.2009, 17:29 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichsehr Hilfreich. Wünsche ein schönen Start ins Wochenende. LG BUNNY84 Freue mich über Gegenlesungen
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